Ich habs ja nicht so mit Fasching. Aber am Samstag in Bad Vilbel konnte ich einen Satz hören, der mich dann doch zum schmunzeln brachte. Auf der Anderen Straßenseite ging dieser kostümierte vorbei:

Hinter mir liefen 3 ca. 10-Jährige Mädels, alle 3 ebenfalls in einem Clown-Kostüm, von denen eine plötzlich ganz entzückt rief:
“ Guckt mal, da drüben ist ein ECHTER Clown !“
Gespeichert unter: Food-Talk, Geschäfte, Kochfreund Alex, Zu Hause gekocht | Schlagworte: Apfelkuchen, Bloggertreffen, Fressorgie, Homemade Pasta, Kaisergranat, kochen mit Freunden, Linsensalat, Ochsenschwanz, Risotto, Terrine, Tischdeko, Vanillesauce, Wachteln
Ei, da hat der Fressack im Dezember die Pforten des Engels geschlossen, wo soll ich denn dann essen gehen, wenn ich im Großraum Frankfurt unterwegs bin ? Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und einfach ‘ne gemeinsame Genussorgie beim Fressack zu Hause organisiert. Mit von der Partie Party: Fressack und Fressackfreundin, Wortteufelmann, Wortteufelfrau, sowie der Foodalex.
Wenn man bei einem hessischen Wirt zu Hause einkehrt, muss man sich über aussergewöhnliche Fensterbilder nicht wirklich wundern. Andere Kinder malen zum Vater-, Hochzeits- oder Valentinstag ein paar Herzen oder schmusende Katzen. Dabei kann echte Zuneigung doch viel schöner ausgedrückt werden:

Papa mit Bembel und nem Geripptem. So, nochmal für alle nicht-Hessen, der Bembel ist der Apfelwein-Tonkrug, bekannt aus dem blauen Bock und das Gerippte ist das karierte Apfelweinglas. Herrlisch !
Aber schön der Reihe nach.
Um uns erstmal in Stimmung zu glotzen, besuchte ich mit Food-Alex die Frankfurter Kleinmarkthalle.

Immerwieder Unterbrochen von einigen Gläsern Weißwein, Espressi und Säften besorgten wir für die Gänge die wir heute zubereiten sollten 2,5 Kilo Ochsenschwanz, 6 Wachteln, Jakobsmuscheln, Gewürze, Gemüse und den ganzen Kleinscheiss, und nach nur 4 Stunden konnten wir uns bereits auf den Weg machen, die Wortteufels einzusammeln.


Alex wird mit obigem Pistatienkuchen gefüttert. Die Italienische Händlerin scheint eh der Ansicht zu sein, er wäre noch zu schlank um die Rippen.

Lecker Gemüs' gab es auch

und was scharfes
Kleiner Tip am Rande. Wer in der Markthalle in Frankfurt vorbei schaut, sollte mal das Bioeis in der Diele um die Ecke versuchen:

Komischer Geschäftsname, aber sensationelles Eis
Nach unendlicher langer Planungsvorbereitung von 2 Telefongsprächen am Vortag war dann unser 9-Gangemenü klar:
Marmoriertes Tee-Ei gewälzt in geröstetem Sesam und rosa Inkasalz.
Maismehlbrot mit Speck, Thymian und Tomaten.
Gemüseterrine mit Zitronenjoghurt.
Jakobsmuscheln mit Linsensalat.
Wachteln mit Lavendelblütenhonig und Salat.
Pilzrisotto mit Kaisergranat.
Ochsenschwanz mit Kräuternudeln.
Orangen-Papaya-Mus mit Chili, Schokoladencreme und Kefir-Orangen-Gelee.
Apfelkuchen mit Cognac-Vanille-Soße.
Über den Verlauf des Abends gibt es einen Sensationellen Artikel auf Wortteufels Blog inklusive chronistisch korrekter Menüfotos. Das muss ich ja net alles nochmal tippen. Ich poste im Folgenden noch ein paar schöne Fotos und Kommentare aus meiner Sicht.

Der Fressack testet den Kochwein. Das ist NICHT der Wein der ins essen kommt, sondern der, den man zum Essen machen trinkt

"...Dit Essen war ja schnafte, aber für die Tischdeko jipts von mir leider nur jut jemeinte 7 Punkte"

Das Pilzriotto mit Kaisergranaten war für mich eine der Sensationen des Abends.

Die Terrine des Wortteufelmanns schmeckte noch besser, als sie eh schon aussah. Wer braucht da noch Sterneköche ?

Alex:"Dieser Wein schmeckt Rombusförmig - Siehe wie er sich neigt !"

Obwohl ausreichend Bembel gabs garkeinen Äppler ! Auch sonst gestaltete sich der Abend eher europäisch fusioniert als Hessisch.

Trotz gekonnter Kombination mit Linsensalat wurde der WTM immer noch kein Jakobsmuschelfan. Mir knurrt gerade der Magen mit gefühlten 130 db bei Anblick des Fotos !

Was wiegen 6 Wachteln ? 1240 Gramm. Ich war beim schätzen am nächsten dran und gewann die Wette. Mein Preis ? Alex musste die Wachteln zahlen. Und zubereitet hat er sie dann auch noch, aber das hätte er sich sowieso nicht nehmen lassen.

Nach 4 Stunden Rotweinbad und Frischepastaproduktion, war dann auch der Ochsenschwanz gar.

warum mit einem Dessert begnügen......

...wenns doch noch ein zweites gibt
Und jetzt mal für alle, die sich nicht sicher sind, ob die letzte eigene Party ein Erfolg war, oder eher nicht. So hat ein Tisch am Ende auszusehen:

Fazit:
Wir trafen uns um 16.00 Uhr und die letzten gingen um 02:30 ins Bett. 10,5 Stunden pures Vergnügen, leckere Weine, unbeschreiblich großartiges Essen, Bauchmuskelkater vom Lachen, das geköchel lief so nebenbei, wir hatten also Null Stress. Allein die besten Sprüche des Abends füllten 3 A4-Seiten. Es braucht nicht viel um einen perfekten Abend zu genießen, einer wie dieser wird in 2009 schwer zu toppen sein. Aber wie sagte der Fressack ? „Ein weiterer gleich guter Abend tut es auch !“
Danke, alle, für diesen Sensationellen Abend, die 600 km Anreise sitz ich dafür auf einer Pohälfte locker ab !

...und die Besucher dieses Fressoramas.
Hier meine liebsten Bilder vom Februar 2009

Nachträglich zum Valentinstag, oder so.

Lebensgroße Kuh im Supermarkt

Web 2.0 ? Pah ! In Polen gibts Autos mit eingebautem WEB 6973 !

Ansprechende Kunst (mal wieder in der Mall "Stary Browar")

Geil, anscheinend kann man hier ganz legal seinen Tacho zurück drehen

Mein aktuelles Lieblingspicktogramm: Achtung, Riesen überqueren die Fahrbahn.

Polen hat keinen geistesgestörten Jam.bafrosch, dafür eine Polenweite Tante-Emma-Laden Kette mit denm Namen Zabka (Fröschlein)
So, und hier noch ein Foto aus Berlin, das fand ich auch einfach fotografierenswert:

Manchmal muss es eben Müm sein !
Gespeichert unter: Bloggerei | Schlagworte: 14.04.1969, Bravo, Charts, Karell Gott, Stöckchen, Titanic
Wortteuffel hat mir ein Stöckchen zugeworfen. Naja eigentlich ha ich es eher unterwegs abgefangen, als sie es gerade jemand anderem zuwerfen wollte.
1. Dein Geburtstag
14. April 1969
2. Link zum Cover der BRAVO aus der Woche Deines Geburtstags
http://www.bravo.de/online/render.php?render=020839&size=small
Krass, Engelbert Humperding ! Da wird mein Kumpel Jan aber neidisch sein. Ser schön war für mich zu erfahren, das die Bee Gees als beliebteste BEATBAND gewählt wurden.
3. Der Song, der auf Platz Eins der deutschen Charts war:
Jetzt wirds hart:
LIEBESLEID von Peter Alexander !Kurze Hörprobe gibts hier:
http://www.hitparade.ch/showitem.asp?interpret=Peter+Alexander&titel=Liebesleid&cat=s
Die Albumcharts waren in dem Moment auch nicht Besser, den da belegte Platz 1:
Die Goldene Stimme aus Prag – Karell Gott !
4. Geburtstag einer prominenten Person (selber Tag, Jahr egal)
1741 Momozono, 116. Kaiser von Japan
1968 Antony Michael Hall, der Schauspieler aus meinen Lieblings-Teenie-Komödien: Breakfastclub und Lisa, der helle Wahnsinn.
5. Eine Nachricht, die aktuell war (Geburtsjahr egal)
1912 Um 23:40 ramt die R.M.S. Titanic einen Eisberg
6. Link der Auswertung von charaktera.de
http://www.thomas-numberger.de/cgi-bin/charaktera.pl?titel=&vorname=Christian+Henry&zuname=Pedersen&taggeb=14&mongeb=4&jahrgeb=1969&tagheute=&monheute=&jahrheute=
ach so, ich vergaß. ich hab das stöckchen an couchsurfingcanada weitergegeben.
von TheEverlastingClub
-Der Autor-
Der Autor lebt in Frankfurt am Main und verbringt dort einen substantiellen Teil seiner knapp bemessenen Freizeit mit der Zubereitung, Erforschung und Beschreibung kullinarischer Genüsse und deren Entgleisungen. Er liebt viel guten Cabernet Sauvignon und amüsante Gespräche. Motto : „Abkürzungen führen selten zu Spaß & Spiel!“ (Zitat ‘Anthony Bourdain’).
Gastro-Lotto
Ein bekannter Koch regte neulich im Feuilleton meiner Tageszeitung an, man möge einen Restaurantbesuch doch als etwas „Kulturelles“ begreifen. Dem kann ich nur zustimmen. Umso mehr treibt es mich immer wieder in den Wahnsinn, wenn in einem „guten“ Restaurant der Nachbartisch stur nach Nummern ordert, so als würden da Ersatzteile aus dem Schraubenlager des örtlichen Metallgroßhandels disponiert. Der Genuss fängt doch mit der Vorfreude an, und wo bitte bleibt die Sinnlichkeit wenn statt der „gegrillten Calamaris mit Auberginen“ dem Kellner ein freudloses „Isch hätt dann emal gern die sibbeundfuffzisch, gell?“ hingerotzt wird ? Nun mag ob der Myriaden möglicher Kombinationen das Nummernsystem bei der Pizzeria an der Ecke noch Sinn machen und der geschätzte Gastronom sich u.U. eine Erleichterung der administrativen Arbeit seines Personals erhoffen.
Krotesk wird es jedoch, wenn die Küchen-Kabala Ausmasse annimmt wie jene neulich von mir in einem Griechischen Restaurant beobachteten : Ein 10 Personen-Tisch bestellte streng, deutsch und sehr formal nach Zahlen.
Die Bedienung schleppte die Gerichte an und begann mit ihrer Ansage „Wer bekommt das Rumpsteak mit Pommes? Sie?“ – Darauf der angesprochene Gast „NEIN! Ich hatte DIE 36!“. Die Bedienung : „Das IST das Rumpsteak mit Pommes.“. Gast : „Achso.“.
Ein anderer Gast : „Was ist denn das da auf meinem Teller?“. Die Bedienung : „Die 14.. hatten Sie BESTELLT!“. Der Gast : „Und WAS IST DAS?“. Bedienung : „Die warmen Vorspeisen!°“. Gast : „Ich hatte aber doch die Nummer 16.. ??“. Bedienung : „WOLLTEN Sie denn die Nummer 16 ?“ Gast : „Was IST denn die 16?“. Bedienung : „Die KALTEN Vorspeisen!“. Gast : „Achsoooo…“.
Gast zu Gast : „Du Jürgen, hattest Du auch die 23?“. Jürgen zu Gast : „Ja nee Du, ich glaube die 22“.
Um es mit Atze Schröder zu sagen : Ja nee, is klar! Es folgte ein wildes Gestikulieren, Diskutieren und Herumreichen der Teller auf der langen Tafel. Food-Memory für Fortgeschrittene, Einweisung der Kellnerin in die Geschlossene inklusive. Man stelle sich vor : Die Konzentration auf die Nummern rückte zwischenzeitlich die eigentlichen Speisen vollkommen in den Hintergrund, die Gäste bestanden darauf die von ihnen vermeintlich bestellten Nummern serviert zu bekommen. Jackpot ohne Hauptgewinn.
Zugegeben, die Welt hat größere Probleme, aber wenn ich schon essen gehe, würde ich es doch vorziehen das mir solche Spektakel erspart bleiben. Die Numerik raubt dem Erlebnis Restaurantbesuch irgendwie die Sinnlichkeit und reduziert die zum Teil sehr guten Häuser die den Quatsch mitmachen auf das Niveau einer FastFood – Bude und deren Produkte zu Massenartikeln.
Denkt mal darüber nach, Ihr Gastronomen!
Gespeichert unter: Krank | Schlagworte: gleich, Herzzentrum Leipzig, Langzeit-EKG, Sofort, Wartezeit
<frustablassmodus ein>
Ich bin ein pünktlicher Mensch. Eigentlich sogar überpünktlich. Ich hasse es, bei einer Verabredung über die Länge eines akademischen Viertels hinaus zu warten. Ich mache anscheinend den Fehler, das ich diese Pünktlichkeit zumindest in Ansätzen von meinen Mitmenschen erwarte. Das macht mich regelmäßig unglücklich.
Letzten Dienstag hatte ich einen Termin im Herzzentrum Leipzig, dort gibt es eine eigene Rythmologische Abteilung, geleitet von einem Professor, der einer der ganz wenigen Kardiologen ist, den ich sehr schätze und dem ich vertraue, was meine Herzproblematik (habe hier mal darüber geschrieben) angeht. Vor 5 Wochen hatten wir nach einem ausführlichen Gespräch im Dezember diesen Termin vereinbart, geplant war ein Belastungs-EKG, eine Untersuchung der Herzkanäle, bei der mir ein Mittel gespritzt wird, wegen dem ich eine Nacht zur Beobachtung im Krankenhaus bleiben muss, und das Anlegen eines Langzeit-EKGs für eine Woche.
Da ich ja aus Berlin anreisen musste, fragte ich nach einem Termin ab 11:30 vormittags, wurde aber gebeten spätestens um 10:30 da zu sein, sonst würde man das nicht schaffen. Hier nun ein Ablauf der Ereignisse an diesem Tag.
10:10 Ankunft an der Rezeption im Herzzentrum. Ich stellte mich am Tresen hinter einer Person an, wahrte aber einen Abstand, damit ich nicht in den Verdacht gerate irgendwelche Persönlichen Daten meines Vormannes auszuspionieren. Eine völlig entnervte Aufnahmeschwester mozte mich an, ich solle mich erstmal noch hinsetzen, das dauere hier noch. Es gab aber keine freien Sitzplätze, also blieb ich achselzuckend stehen.

Dieser Schottenteppich liegt im ganzen Krankenhaus aus. Begünstigt Teppich nicht eine enorm hohe Keimbelastung ?
Nach bereits 20 Minuten konnte ich dann auch aufgenommen werden und mit der Aussage, das es GLEICH weitergeht, gebeten, mich nochmal KURZ zu setzen.
10:45 Nach weiteren 15 Minuten wurde ich abgeholt und in einen weiteren Warteraum vor der Aufnahmeärztin geführt. Dort wurde ich dann auch GLEICH (also nach weiteren 45 Minuten) zur Schwester reingebeten, um Blut abzunehmen und ein Ruhe-EKG zu erstellen.
11:30 GLEICH sollte ich der zur Aufnahmeärztin reingerufen werden.
12:00 Ich wurde zur Aufnahmeärztin reingerufen ! Diese wusste überhaupt nicht, warum ich da war, weil das nicht in meiner Akte stand. Ich musste Ihr also erklären, welche Behandlung heute für mich geplant war. In einem Telefongespräch mit der Sektretärin des Professors hörte ich, daß im Krankenhaus gar keine Betten frei sind. Welche Untersuchung heute überhaupt genau stattfinden wollte, wollte sie mir nicht verraten und verwies darauf, das ich das ja nachher mit dem Prfessor besprechen würde. Von Dort wurde ich zu einer Reihe mit Behandlungszimmern geschickt, wo ein Belastungs-EKG erstellt werden sollte.

Dies bedeutet nicht wirklich, das der Raum besetzt ist, es anscheinend die Flurbeleuchtung.
12:45 Eine Schwester trat aus dem Behandlungszimmer, und teilte mir mit, das JETZT um 13:00 Uhr ALLE Ärzte zur Besprechung mit dem Chef kommen müssten, und dies ca. 1 Stunde dauern würde. Und bei einem Belastungs-EKG MUSS ein Arzt anwesend sein. Meine Frage, ob ich was Essen gehen kann, wurde verneint, da man nicht wüsste, wie ich später noch behandelt werden würde. Ich hatte wegen meiner frühen Abfahrtszeit bisher noch nichts gegessen, und mein Magen begann, auffällig zu knurren. Auch wurde mir vorher nicht gesagt, das ich nüchtern sein muss.
13:45 Ich bekam eine Mitteilung, das es GLEICH los geht, der Arzt wäre schon zurück.

ALs ich dieses Foto machte, wurde ich von der Mitarbeiterin entgeistert angesehen. Ich teilte Ihr mit, daß ich mich selbst Dokumentiere. Sie sah von weiteren Fragen ab.
14:15 Es ging weiter, mit einem Highlight des Tages: Das Belastungs-EKG.
Dafür wurden mir mir Ansaug-Elektroden am ganzen Körper angelegt, die gefühlt mit der Kraft eines 1000 Watt Staubsaugers an meiner Haut zerrten. Ist etwas unangenehm, aber eine Zeit lang erträglich. Nach 14 Minuten auf dem Laufband mit sich erhöhender Steigung und Geschwindigkeit im 2-Minutentakt und meiner Erschöpfung stürzte erstmal der Computer ab.

Die Saugkraft eines Oktopus ist ein Dreck dagegen
Die Elektroden saugten aber fröhlich weiter. Zum Glück lief der Rechner nach 10 Minuten wieder und die Ergebnisse waren auch noch da und SOFORT konnten die Dioden abgenommen werden. Ich hab heute noch Oktopus-Knutschflecken am Körper. Ausserdem wurde mir das Langzeit-EKG angelegt, was ja ursprünglich erst für den nächsten Tag geplant war, was mich stuzig machte, abe nicht wirklich überraschte.
14:45 Ich sollte vor der Tür auf meinen Befund warten, bevor es GLEICH weiter geht.
16:15 GLEICH nach 1,5 Std. ging es weiter. Wie ? Das sollte ich an der Rezeption erfahren. Diese schickte mich zurück zur Aufnahme-Ärztin. Selbige guckte mich völlig verduzt an und Fragte, ob ich gerade vom Professor komme. Ich verneinte dies und wies darauf hin, das ich gerade vom Belastungs-EKG komme, wohin sie mich vor 4 Stunden (!) geschickt hatte.
16:30 Ich kam vor dem Sekretäriat des Professors an, eine seiner Mitarbeiterinnen, die heraus trat um Feierabend zu machen, sagte mir, das es nun GLEICH weitergeht. Hatte ich heute schon mal gehört.
17:05 Der Professor trat aus dem Vorzimmer heraus ! Konnte es nun losgehen ? Er schüttelte mir kurz die Hand und sagte sehr freundlich:“ Sie haben ja jetzt das Langzeit-EKG, das Belastungs-EKG ist auch OK, dann schwirren Sie mal ab und über die weitere Behandlung unterhalten wir uns nach der Auswertung des Langzeit-EKGs“ !
Ich war so baff, das ich mich garnicht richtig aufregen konnte. Ich beschwerte mich bei Ihm, ob das sein Ernst sei, warum ich für diesen Mist nach Leipzig fahren muss und warum ich für dieses 30-Sekunden Gespräch 6,5 Stunden warten muss. Ihm tat das alles furchtbar leid, er müsse aber nun in den OP und ich könne gerne noch 3 Stunden warten und dann mit ihm sprechen, aber eine Untersuchung fände heute nicht statt.
Fazit – Ich bin nach wie vor von der Kompetenz des Professors überzeugt, aber organisatorisch ist das Herzzentrum Leipzig eine Katastrophe. Ich habe die volle Breitseite des Personalnotstandes in Krankenhäusern kennengelernt und frage mich:
- Warum mache ich über Wochen vorher einen Termin und dann kann man kein Bett für mich reservieren ?
- Wenn das Krankenhaus zu 110% belegt ist, warum kann man mich nicht anrufen, und den Termin verschieben ?
- Warum muss ich 200 km für ein EKG fahren, das mir auch jeder Kardiologe in Berlin anlegen kann, bzw. sogar ich selbst ?
- Wieso legt ein Ärztegespräch mit dem Chef jeden Mittag um 13.00 Uhr ein ganzes Krankenhaus lahm ?
- Wieso darf ich keine Nahrung zu mir nehmen, wenn anscheinend klar ist, das ich garnicht mehr behandelt werde ?
- Wieso muss ich für ein 30-Sekunden-Info 3 Stunden warten ?
Ich bin privatversichert, was nicht unbedingt zu Privillegien führen sollte, aber mein Beitragssatz wir jedes Jahr heftig erhöht und ich frage mich wirklich, wofür. Das Gesundheitssystem in Deutschland macht leute nicht Gesund sondern erst recht krank. Die Schere zwischen Privat- und Kassenpatienten wird weiter aufklappen, da Menschen wie ich nach so einem Tag überlegen, meine Behand,ung in einer Privatklinik fortzuführen.
<frustablassmodus aus>
NACHTRAG:
Ich habe doch tatsächlich eine eMail vom Professor bekommen, in der er sich kurz aber höflich entschuldigt hat:
Lieber Herr …
ich möchte noch einmal kurz die Gelegenheit ergreifen und Sie wissen lassen, dass mir der Ablauf Ihres letzten Aufenthalts in Leipzig tatsächlich sehr leid tut. Beim nächsten mal werde ich mir die angemessene Zeit nehmen.
Mit freundlichen Grüßen
Sowas versöhnt mich dann doch sehr !
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Meine Ex-Mitbewohnerin hat, bevor sie nach Kanada gezogen ist, dort öfter Urlaub gemacht und bei dem Letzten Urlaub einiges an Kanadischen Lebensmitteln mitgebracht. Beim Aufräumen meines Vorratsschrankes (mich überkommt immer ein kleines Glücksgefühl, wenn ich abgelaufene Lebensmittel endlich wegwerfen kann, Dinge die ich nie gekauft habe sondern von irgendwelchen Besuchern übrig blieben) entdeckte ich eine verschlossene Dose Map-O-Spread.
Dies ist ein Brotaufstrich, eine honigartige Masse mit Ahornsirup, die SOFORT schwerstabhängig macht. Einerseits freu ich mich morgens auf ein Brot mit dem Caramellfarbenem Zuckerzeug (Danke Sarah), aber ich mach mir andererseits sorgen, was ich machen soll, wenn das Zeug alle ist. Ich hoffe auf Canadische Care-Pakete !




