Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Bei Fressack
20 August , 2008, 1:46 Uhr nachmittags
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Vorabbemerkung: wegen exessivem Äppler-Konsum während der nun folgenden Ereignisse kann es sein, das die zeitlichen Abläufe stimmen oder aber völlig falsch eingeschätzt wurden. Nein, es gibt keine Bilder, hab meine Kamera vergessen.

Letzten Freitag das erste mal bei Fressack im Goldenen Engel gewesen. Ich fuhr nach Frankfurt, um meinen lieben (Genuss-) Freund Alex zu besuchen, und da stand natürlich auf dem Programm, mal in dem Restaurant vorbei zu schauen, dessen Besitzer mit seiner Food-Bloggerei bei mir regelmäßig für ausgelassene Heiterkeit sorgt.

Zu allererst lud uns Fressack an seinen Tisch ein und präsentierte uns stolz den Release 3.0 Seiner Getränkekarte mit gefühlten 150 Positionen an Schnäpsen und Bränden. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und zog darauf hin eine Flasche des leckeren Kirsch-Nalewkas meiner Schwiegermutter aus Polen aus der Tasche. Ich sollte damit aber nicht der Einzige an dem Abend bleiben, der seinen eigenen Alk ins Restaurant schleppte aber mehr dazu später.

Da wir bei unserer Ankunft die ersten Gäste waren, haten wir ausreichend Gelegenheit uns angeregt über das Essen, Flüssignahrung, die Bloggerei und weiteres zu unterhalten. Das Ambiente des Engels ist urig hessisch, die Karte lässt einen den Mund wässrig werden (Sabber) und die Auswahl macht einem die Entscheidung auch nicht gerade leicht.

Wir wollten gerne von allem etwas probieren und begannen mit „Hessischen Tapas“, runden Broteckelchen mit typischen hessischen leckereien bestückt und im Durchmesser gerade so groß, das sie zur Not als Deckel für das Gerippte (Apfelweinglas) herhalten konnten um Wespen oder anderes Fliegenviech abzuwehren. Dazu ein unglaublich guter Apfelwein, nicht zu Sauer, nur ganz leicht mussierend und von herrlischer Frische. Da wir Lust auf ein Zwischengericht hatten, aber schon mit Schrecken daran dachten, das wir bald voll sein werden, bevor wir zum Nachtisch kommen, baten wir darum, eine kleine Portion der grandiosesten Stampfkartoffeln mit gebratener Leber und Röstzwiebeln teilen zu könnten. Unsere Bitte wurde nicht gehört, es gab richtige Portionen, von denen wir jedoch auch keinen Krümel liegen lassen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt muss es gewesen sein, das 2 pärchen den Laden betraten, die völlig fassungslos vor unserem Tisch standen und schockiert darüber waren, das wir dort saßen, dann rannten die vier aufgeregt durch den ganzen Laden (die meisten Tische waren frei), schafften es aber erst, offensichtlich immernoch schockiert, sich zu setzen, als Fressack ihnen einen anderen Tisch Anbot, da der gewünschte nunmal von uns besetzt sei.

Während unseres Hauptgangs betrat ein Italienisches Paar das Lokal, welches wohl frisch nach Bergen-Enkheim gezogen war und nun die Strasse hinunter jeden Abend ein anders Lokal ausprobierte. Sie boten Fressack einen schluck ihres mitgebrchten grandiosen Masalas an. Nun hatte Fressack einen weiteren Tisch mit Gästen und mitgebrachtem Alkohol. Natürlich wurde fröhlich getauscht, damit die soeben verspeiste grobe Bratwurst mit den weltbesten Bratkartoffeln auch gut rutscht. Und das kurzzeitige sacken lassen machte noch ein klein bisschen Platz für ein Apfelwein-Pudding-Dessert, welches man sich ebenfalls nicht engehen lassen sollte.

Fazit: Wohl der lustigste und schönste Restaurantbesuch in 2008, tolle Geschichten vom Fressack und das alles zu Preisen, bei denen man sich im Vergleich zu Frankfurter-Innenstadt-Lokalen dann auch noch das Taxi leisten könnte.

Vielen Dank lieber Fressack – we’ll be back !



Diät versus Langzeit-EKG versus Curry 36
20 August , 2008, 1:22 Uhr nachmittags
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verkabelt

verkabelt

Ich bin verkabelt - I am a Cyborg but thats ok. Im Zuge meiner Herzschwäche bekomme ich alle 6 Monate für 24 Std. ein portables EKG-Gerät, wofür an verschiedenen Stellen der Körper mit einem trockenen Einwegrasierer enthaart wird (und sich an den Stellen fast augenblicklich rote stellen, Hautausschlag oder Pickel bilden). Und es werden Messdioden aufgeklebt. Ein AUfzeichnungsgerät der Herzfrequenzen schleppt man mit sich rum, ist eigentlich nur beim Schlafen etwas nervend.

Nachdem ich die letzten Tage exessiv gefressen und ca. 5 kg zugenommen hatte, wollte ich eigentlich mal FREIWILLIG Diät halten, bis sich der Bauch sozusagen “zurückgedehnt” hat. Ich also heute morgen ganz gesundheitsbewust eingekauft - Salat, Fettarme Milch, Kein Bacon, Keine Chips, Nix Süßes, Light-Mozarella (sic!), und mir vorgenommen, mal ne Woche ganz gesund und in Maßen zu Speisen und auch keinen Alkohol zu trinken. Aber dann fragte ich mich, ob das überhaupt gut is, wenn ich heute anfange gesund zu leben: verfälscht das nicht total das Testergebnis meines Herzens ?

Als hätten das die Leute gerochen, bekomm ich ne Einladung zum Geburtstag für heute Abend per SMS und auf Skype fragt mich mein Kochfreundin Susi, ob ich heute Abend mit ins Curry 36 gehe (Berlins berühmte Currywurstbude) , die sie Ihren Gästen zeigen möchte. Das Curry 36 liegt schräg gegenüber vom Mehringhof, in dem die Geburtstagsparty stattfindet. DANKE, FREUNDE ! Naja, vielleicht schaff ichs ja, die Pommes wegzulassen (Gewissen tätschel).



wirklich frische Pfifferlinge
11 August , 2008, 5:11 Uhr nachmittags
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Ich komme gerade mal wieder aus den Masuren, dort wohnt meine zukünftige Schwiegermutter in einem 12- Häuser-Kaff, mitten im Wald. Habt ihr schon mal richtig frische Pilze gegessen ? “Klar” werdet ihr sagen, aber auch so frisch, das ihr sie selber gepflückt habt und sie eine 1/2 Std. später in der Pfanne gelandet sind ?

Bemoste Erdlöcher - hier sind die lecketren Pilze zu finden.

Bemoste Erdlöcher - hier sind die leckeren Pilze zu finden.

Bei einem Spaziergang im Wald lockte meine Schwigermutter meine Verlobte und mich in ein Gelände mit bemosten Erdlöchern und befahl, Pilze zu suchen. Ich fühlte mich an kindliches Ostereiersuchen erinnert, besonders deswegen, weil meine Schwiegermutter die 10 Meter entfernt stand, genau sah, wo zu MEINEN Füssen Pilze zu finden waren. Ich war noch nie so ein besonders talentiertes Adlerauge beim finden von Dingen. Dementsprechend war auch die Ausbeute: von 500 Gramm Pilzen hatten Edyta und ich zusammen vielleicht 100 Gramm gefunden, Meine Schwiegermutter mit geschultem Auge den Rest.

Pfifferlinge mit Rührei und Zwiebeln

Pfifferlinge mit Rührei und Zwiebeln

Was natürlich dem großartigen Geschmack keinen Abbruch tut ! Zuhause angekommen flink die Pilze Putzen, mit Zwiebeln braten und Rührei dazu. Selbstverständlich waren die Zwiebeln aus dem eigenen Garten und die Eier von den 12 Hühnern der Nachbarin. Beendet haben wir das Mahl mit mehreren Gläsern Kirsch-Nalewka, ein hausgemachter Frucht-Wodka, alles im freien Genossen. Danke Theresa, es sind die einfachen Dinge, die kulinarisch keine Wünsche offen lassen !



Roadmovie to Poznan

Wenn ich vor 18 Jahren durch Ostdeutschland über die Landstraßen gebraust bin, hatte ich noch so ein richtiges Roadmovie-Feeling, draußen auf dem Land, Allee-Bäume, Dörfer, Träcker, Kühe am Strassenrand und Hauptstraßen die aus einer Schotterpiste bestanden. Das ist alles lange her, überall gibt es Autobahnanbindung und die Umgebung um den Highway herum ist so langweilig, das meine Mitfahrer nicht selten in komatösen Schlaf verfallen.

Wer mal ein richtiges Roadmovie der etwas skurillen Art erleben möchte, der fährt besser nach Polen. Wer bei Frankfurt/Oder über die Grenze überschreitet, bei der man nicht mehr zeitaufwändig kontrolliert wird (Polen ist seit Januar 2008 ein Schengen-Staat), der wird von einer abwechslungsreichen 120 km langen Landstrasse begrüßt, auf der es wahnsinnig viel zu entdecken gibt ! Zwar wird gerade mal wieder an der Autbahn gebaut, aber aus diversen Gründen wird der Bau immer wieder unterbrochen, sodaß in Polen ca. 3000 km Autobahn fehlen. Die Kosten für den Bau sind durch die Unterbrechungen schon so astronomisch in die Höhe gestiegen, sodaß die zukünftige Maut dafür so teuer sein wird, das alle Trucks wohl weiterhin die Landstrasse benutzen werden. Das erklärt auch den Neubau gigantischer Truckertankstellen an der Landstrasse.

Monster-Tankstelle

Monster-Tankstelle

Erste Regel: Überhole alle Lastwagen auf der Gegenspur BEI GEGENVERKEHR ! Auf den ersten 10 km und dann auch immer wieder zwischen den Orten gibt es einen schmalen Standstreifen, auf den die Trucks in der Regel ausweichen. Super für Adrenalin-Junkies, wenn man zwischen 2 LKWs auf der Mitte einer Landstrasse durchhuscht. Das erinnert mich immer an die Szene in Starwars, bei der der Millenium Falcon aus dem sich schließenden Maul eines Monsters entweicht das in dem Inneren eines Asteroiden lebt. Daß das nicht immer so super funktioniert, sieht man an einem interessanten polnischen Verkehrsschild:

Polnische Verkehrstote

Polnische Verkehrstote

Dieses Schild bedeutet, das auf dem folgenden Streckenabschnitt 8 Leute ihr leben gelassen haben und 53 Personen verletzt wurden. Ich frage mich immer, wer das aktualisiert, wenn sich die Zahlen verändern. Kategorien wären auch noch spannend: Frontalzusammenstoss, Gegen den Baum, von der Strasse abgekommen, Prostituierte überfahren…

Zweite Regel: haltet Euch an die Verkehrsregeln ! In jedem Ort steht ein Blitzer, die zwar überhaupt nicht funktionieren, aber es gibt an bestimmten Tagen überraschend viele Mausefallen. Ausserdem sind die Auswüchse und Sehenswürdigkeiten so interessant, das sich das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung lohnt.

Zwischen den Ortschaften werden im Wechsel an Haltebuchten Beeren, Pilze, Honig, Europaletten, Körperflüssigkeits-Absaugdienstleistungen und Holzschnitzfiguren angeboten. Bei keinem der Angebotenen Produkte habe ich jemals einen Kunden halten sehen, aber irgenwie muss sich das Geschäft lohnen.

Die Landstraße führt durch einige Ortschaften, die sich wirtschaftlich komplett dem Reiseverkehr angepasst haben. Irgendwann ist ein Geschäftsmann auf die Idee gekommen, das man die Trucker besonders mit amerikanischen Namen in ihr Etablissment locken kann. So heisst ein gigantischer Truck Stop nach dem US Staat “Nevada”. Die Masche scheint zu fruchten, denn nur einige Kilometer finded man das “Las Vegas” und noch ein bisschen weiter ein Hotel das von der Architektur stark an einen Saloon aus einem x-beliebigen Western aussieht. Ich fühle mich an eine Zeit erinnert, wo alles Cool war, was aus Ami-Land zu uns rüberschwappte. Musik, Mode, Fastfood, Softdrinks, Computerspiele…, wann war das ? Anfang der 80er ? Schon toll, wie sehr einem ein paar Jahre Busch-Regierung die Augen öffnen kann ;-)

Mein Lieblings-Verkehrsschild ist dieses hier —>

Es laufen ständig kleine Mädchen über die Straße, leider sind die meistens nicht in Begleitung eines gigantischen roten Balons (oder ist das ein Riesenlutscher mit Ohren ?), deswegen wird häufig darauf hingewiesen

Ansonsten ist am Straßenrand Werbung trumpf. Wer die Szene aus “Brazil” kennt, in der die Autobahn links und rechts ohne Unterbrechung mit Plakatwänden zugepflastert ist, bekommt eine Vorstellung vom zukünftigen Polen. Die durchaus vielseitige und schöne Natur wird von Postern unterbrochen, damit der geneigte Autofahrer auch ganz sicher weiss, weit es noch bis zum nächsten Nightclub ist, respektive wie lange der Samen noch gestaut werden muss. In diesem Zusammenhang finde ich 2 dinge Amüsant. Die Nachtclubs sind immer 24 Std. geöffnet und viele von ihnen tragen den Namen “Alibi-Club”. Ich stelle mir folgende Szene vor:

Frau: “Warum kommst Du so spät nach Hause ?”
Mann: “Ich war noch was trinken im Alibiclub”
Frau: “Ach soooo, na dann, und ich dachte, Du wärst schon wieder bei den Nutten gewesen”

einer der vielen Alibi Clubs in Polen

einer der vielen Alibi Clubs in Polen

Wirklich durchaus preiswert und recht gut ist das Essen in den Tankstellenrestaurants. Hier bekommt man alles, was der Pole auch von seiner Mutter gekocht bekommt. Zurek, Flatschki und Piroggen, ausprobieren lohnt sich. Ausserdem kommt man, wenn man dem polnischen mächtig ist, oder in polnische Begleitung ab und zu ins Gespräch und erfährt von Truckern viel verlässlichere Verkehrsnachrichten als aus dem Radio. Zu alledem die Anzahl der Verkehrsopfer und wie man die Stelle umfahren könnte. Ausserdem ist Tanken im Schnitt 20 ct. billiger als in Deutschland, was aber hier von einer Tankstelle zur Nächsten auch bis zu 5 ct variiert.

Noch so ein Ding sind Baustellen. Man stelle sich vor: Auf der Hauptverkehrsverbindung zwischen Berlin und Posen wird immer an irgendeiner Stelle gebaut. Brücke ausbessern, Kreisverkehr einrichten, Bäume fällen, Schlaglöcher füllen, Fahrbahnmarkierung erneuern… und für viele dieser Arbeiten wird eine Spur gesperrt. Ärgerlich, da je Richtung nur eine Spur zur Verfügung steht. Deswegen steht dann so ein Fahnenmännchen da und leitet abwechselnd die Spuren an der Baustelle vorbei. Der Rückstau beträgt mehrere Kilometer. Aber das gibt einem wenigstens Zeit, die vielen lustigen Hinweisschilder und Werbetafeln ganz genau zu studieren.

Nach 120 km kann man wählen: 50 km funkelniegelnagelneuer Highway für 11 Zlotti, oder 70 weitere Kilometer Landstraße - wem 20 min. extra nun auch schon sch….egal sind, der fährt Landstrasse, denn ab hier wird diese richtig schön !



Polnisch lernen
2 August , 2008, 3:46 Uhr nachmittags
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Für alle, die mich immer Fragen, wie weit es denn mit meinem polnisch ist, hier ein Artikel, der ziemlich gut beschreibt, wie ich mich oft fühle:

uczam-sie-jezika-polskiego-soll-heisen-ich-lerne-polnisch

Mir geht es ja häufig schon so, das ich mich nach 2 min. und 5 mal wiederholen noch nicht mal an den Anfangsbuchstaben des gelernten Wortes erinnern kann.

Ich hätte gerne eine USB-Buchse am Hirn, wo ich meinen Wortschatz ähnlich wie bei “The Matrix” die Kampfkuns um eine Sprache erweitern kann. Und dann nach kurzem Download sagen: “Wow, ich spreche polnisch !”



Back to Blog: Wirklich dünner Flammkuchenteig

Hallo, da bin ich wieder - mich hat einiges vom Schreiben abgehalten , ich musste dringend Urlaub machen, einen anderen Hauptauftraggeber suchen, der meinen Lebensunterhalt sichert, ich war einfach mal ne schreibfaule Sau.

In der Zwischenzeit ist aber auch was passiert, Junge Junge ! Ganz Aktuell widme ich diesem Beitrag einem meiner daueraktuellen Küchenthemen: Der perfekte Teig. In diesem Fall Teig für Flammkuchen. Wenns gut wird, sollte das dann hinterher so aussehen:

Flammkuchen fertig gebacken

Flammkuchen fertig gebacken

Selbst wenn man ein Rezept gefunden hat, das beim ersten mal toll funktioniert, heisst das noch lange nicht, dass es das nächste mal auch so gut klappt. Dies gilt insbesondere bei Flammkuchen. Da reicht es schon, wenn man den Teig mal 5 minuten länger liegen lässt, oder die Zimmerthemperatur eine andere ist. Dies macht einen Unterschied in der Elastizität und der “Ausrollbarkeit”. Letzteres hat mich häufig genervt, das der Teig oft elastisch war, sich aber trotz hoher Kraftanstrengung mit dem Nudelholz sofort wieder etwas zusammengezogen hat.

Eine hierfür denkbar einfache Lösung bekam ich beim Besuch des Berliner Winterfeldmarktes, dort bietet ein gemütlich aussehender Mann diverse Flammkuchen an, die in einem kleinen transportablem Pizzaofen (will ich auch haben) frisch gebacken werden. In einer Glasvitrine liegen auf Frühstücksbrettchen die ungebackenen Flammkuchen wie Exponate eines Museums. Wir kamen ins Gespräch darüber, das man jetzt zu dem Flammkuchen doch eigentlich eine Weinschorle oder wenn dann Saison ist, einen Federweissen dazu trinken müsste. Der Winterfeldmarkt ist jedoch ein städtisch organisierter Markt und der Alkoholausschank ist strengstens untersagt. Meine Klage darüber machte mich beim Flammkuchenmann wohl beliebt und ich traute mich zu fragen, wie er den Teig macht, das er ihn so dünn hinbekommt. Natürlich hat es weniger mit dem Teig zu tun, er benutzt dafür eine Pizzateigausrollmaschine ! Ich hab zwar keine 1000 Euro übrig (hab ich nie), das kostet so ein Teil nämlich, aber meine Nudelteigausrollmaschine passt vielleicht auch ! Die Ausgerollten Fladen werden dann nicht so Rund, aber das ist viel besser beim Portionieren, da erhält jeder Gast seine eigene Flammkuchen-Zunge und kann die zur Not sogar aus der Hand ohne Teller essen !

Gesagt getan, gestern habe ich nen Superteig gemacht (Rezept unten) und mit der Nudelmaschine ausgerollt (4 mal, Stufe 1-4), das Ergebnis war schon irgendwie super:

Dünn ausgerollter Teig

Dünn ausgerollter Teig

Jetzt noch Creme Fraise, Zwiebeln, Speck und ein bisschen geriebenen Hartkäse drauf.
Größartig !

Flammkuchen geschnitten

Flammkuchen geschnitten

Hier noch ein 1A -Tip: Das folgende Rezept reicht für 4 Flammkuchenzungen wie im Artikel beschrieben. Einfach mal die 4 Fache Menge machen und die ausgerollten Böden einfrieren. Wenn man nach einer nächtlichen Sauftour mit Heisshunger nach Hause kommt, ist der Supersnack schnell fertig: Flammkuchenboden raus aus dem Eisfach, Ofen anwerfen, die Zutaten schneiden, belegen, ab in den Ofen, nach 5 Minuten ist es fertig. Ausserdem als Nachtisch: Flammkuchenteig mit Creme Fraise, ganz dünnen Apfelscheiben und Zukerund Zimt. Heaven in your mouth, alter !

Flammkuchenrezept:

250 g Mehl
1 Päcken Trockenhefe (7 g) oder 10 Gramm frische Hefe
1/2 TL Zucker
1/8 L Wasser (lauwarm)
3 EL Öl
1/2 TL Salz

Für oben druff:
Creme Fraise (1 EL je Pfammkuchenzunge)
1/2 Zwiebel in dünne Ringe geschnitten
Bacon in Würfel ider gaaaaanz Dünne Streifen
Geriebener Käse

1) Mehl in große Rührschüssel geben, in die Mitte eine Mulde drücken

2) Hefe und Zucker in 1/8tel Liter Wasser (lauwarm) auflösen und in die Mulde gießen und etwas von dem Mehl in das Wasserhefegemisch schubsen.

3) Mit einem Tuch abdecken und 15 Minuten gehen lassen

4) Öl und Salz Hinzu geben und erst mit Knethaken am Mixer, dann mit den Händen zu einem Glatten Teig kneten. (5-10 min)

5) den Teig dann 45 minuten abgedeckt gehen lassen.

6) Backofen auf 250 Grad vorheizen

7) den Teig noch einmal durchkneten und in 4 Teile teilen, jedes Teil vier mal durch die Nudelmaschine walzen, nach jedem Vorgang die Maschine um eine Einheit dünner stellen.

8 ) Blech einfetten, Teig mit Creme Fraise , zwiebeln und Speck belegen, etwas geriebenen Käse drüber und 4-5 minuten in den Ofen. (Eventuell etwas grobes Mehrsalz drauf). FERTIIIIG

Beim belegen drauf achten: Weniger ist hier oft mehr.

Wichtig: die Flammkuchen im Auge behalten ! Die Zeitspanne zwischen “noch labberig” und “verkohlt” ist sehr gering. Ach so, nudelmaschinen gibt es ab 15 Euro, eine lohnende Anschaffung, einfach mal googeln.



Hurra ! Lady (45) saugt wieder
21 Mai , 2008, 8:55 Uhr nachmittags
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Mal sehen, ob ich mit dem Titel ein paar zusätzliche Leser auf meine Seite locke, ist immer wieder spannend, mit welchenSuchwortkombinationen man in den Blogsearches gefunden wird. Wer hier schweinisches denkt wird bitter enttäuscht.

Ich besitze eine Spülmaschine mit dem grandiosen Namen Sie.mens Lady 45, die ich vor 2 Jahren von meinen Nachbarn geschenkt bekam. Besonders klasse ist der Umstand, das es eine kleine Maschine ist, für mein Geschirraufkommen also genau richtig, und durch ihre 45 cm Breite nimmt sie auch noch wenig Platz weg.

Siemens Lady 45Ich also immer total glücklich, einem geschenkten Gaul…und so weiter, da verzeit man sogar kleine Aussetzer, die sweete Lady ist zwar noch keine 45, aber irgendwas über 10, was für Haushaltsgeräte schon respektabel ist, ausserdem können Teenager ja so trotzig sein ! Meine Lady begann immer öfter den Dienst zu verweigern. Das erste mal war es nach einer größeren Party. Nach einschalten begann erstmal wie immer der Abpumpvorgang, doch sobald das Programm auf den Punkt umsprang, wo frisches Wasser angesaugt werden sollte, machte die Lady NIX ! Da half kein zureden, kein rütteln, kein Stecker ziehen.
Aber es half 3 Tage zu warten. Die betagte Lady brauchte einfach mal ne Ruhepause und genoss es warscheinlich sehr, uns beim Abspühlen des Partygeschirrs (Dinnerparty für 16 Personen und 3 Gängen) zuzusehen.
Auf jeden Fall probierte ich es nach 3 Tagen wieder und die Maschine schnurrte wieder wie mein Kater Alwin. Wer kennt den Film “Brazil” von Terry Gilliam ? Hände hoch ! Dort gibt es die geniale Szene, wo Sam Lowry den Heizungsinsallateuren verzweifelt versucht zu erklären, das sich die Anlage selbst repariert hätte. Natürlich nur, um Robert deNiro alias Archibald Tuttle zu decken. Zum Glück hatte ich keinen Installateur gerufen, denn ansonsten hätte ich ähnlich hilflos dargestanden, denn meine Lady hatte sich ja wirklich selbst repariert (die können das !).

Mit der Lady und mir ging es eine ganze Weile gut. Wenn sie zwischendurch mal keinen Bock hatte zu saugen, machte ich das schnell per Hand und gönnte ihr die Verschnaufpause.

Vor 4 Wochen war es dann mal wieder soweit. Aber diesmal war etwas anders. Die Lady funktionierte nicht nach 3, nicht nach 6, auch nicht nach 10 Tagen. Dabei hatte ich kurz vor der Arbeitsverweigerung neue Tabs, Klarspüler un Salz gekauft. Mist. Mein Mitbewohner Heiko und ich sind beide nicht die technisch begabtesten, aber wir wollten es aufnehmen mit der Spülmaschine, immerhin war es uns auch mit vereinten Kräften gelungen in weniger als 30 Minuten die Abdeckung des Kühlschranklichtes zu entfernen, um die Birne zu wechseln. Beflügelt von dem Erfolg namen wir die halbe Lady auseinander, stocherten in irgendwelchen Seitenkanistern und überprüften Dichtungen. Wir hatten wirklich keine Ahnung was wir taten, aber davon ne Menge. Aber die Lady wollte nicht. Wir haben sie dann erstmal wieder zugeschraubt und es blieb auch keine Schraube übrig.
2 Wochen später, ich kam gerade von einem Polentrip zurück, saß ich in der Küche und überlegte ein wenig wehmütig, wie ich die defekte Maschine loswerde. Reparieren lohnt sich nicht und für ne neue ist auch kein Geld da. Wärend mir das so durch den Kopf ging drückte ich lustlos auf den Einschalter. Es rumpelte, Wasser schoss ein und die Lady, gefüllt mit einer Tasse und 2 Löffeln spülte so wild drauf los, das kein Springbrunnen der Welt einen schöneres Geräusch hätte bieten können.

Die Dinger haben eine Seele, ich weiss es ganz genau ! Wenn Küchengeräte streiken, mein Tip: einfach mal ganz heftig über Verschrottung nachdenken. Das hilft meistens.



Dämliche Küchenkleidung & eine berauschende Dinnerparty

Wie in meinem vorletzten Eintrag erwähnt, hatte ich mir selbst vorweg Monsterstress gemacht was aber im Endeffekt garnicht nötig gewesen ist. Denn wir waren rechtzeitig vor Ort, hatten alle Zutaten (vor allem auch die, die schwierig zu bekommen sind: versucht mal Polenta in Polen zu kaufen, dann wisst Ihr, wovon ich rede), gute Laune und ich war beruhigt, da Piotr und Michal (der nur 2 Std. geschlafen hatte) im Restaurant VOR der verabredeten Zeit da waren.
In Polen scheint es ein besonderer Spass zu sein, besonders dämliche Kleidung/Kombinationen zu tragen, frei nach dem Mott: funktional aber scheusslich ! Damit ich da nicht so ganz aus dem Rahmen viel, bekam ich nahezu feierlich eine Schürze mit dilletantisch gezeichneten Küchengeräten drauf geschenkt:

Schürze

Nur zur Info, die Zeichnungen auf der Schürze stammen nicht von Piotr, das ist ein sehr beliebtes Muster, wird im “Salt & Pepper” auch gerne als Hose getragen.

Piotr präsentierte zu seiner weissen Kochjacke eine weisse Hose und orangene Cayman-Plastikschuhe und wurde fortan von uns nur Dr. Bob (ein Quacksalber der vor die Hunde gegangen ist - Muppetshow) genannt.

Aber genug amüsiert, wir hatten ein Menü vorzubereiten Geeiningt hatten wir uns auf folgendes:

Amuse Gueule
Heisse trockene Datteln mit Walnuss und dänischem Blauschimmelkäse gefüllt

Antipasti
gegrillte Jacobsmuscheln im Speckmantel
auf grünem gebackenen Spargel mit Zitronen-Prosecco-Sauce

Primi
Tomaten-Paprika-Cognac-Creme
mit fritierten Ingwer-Chips

Secondi
gebackene Entenbrust
mit Cocosmilch-Polenta & Backofen-Fenchelgemüse
überzogen mit einer Kirsch-Cranberry-Rotwein-Sauce

Dolci
heisser Plaumen Crumble mit Vanilleeis.

Ich war nicht nur besorgt, das wir das alles hinbekommen, sondern vor allem, das 25 Personen die einzelnen Gänge in etwa gleichzeitig erhalten. Zuersteinmal viel mir sehr positiv auf, das alle Gäste pünktlich waren, oder zumindest das akademische Viertel einhielten.
Dank der großartigen hilfe des eingespielten Küchenteams konnte ich wunderbar anrichten und mir wurde alles auf den Punkt genau gereicht, sodaß das Essen zu alledem in der richtigen Temperatur den Gast erreichte.
Beim Hauptgang drohte die Situation einen Moment zu eskalieren: folgende Rollenverteilung: Michal hatte den Hauptgang geplant und vorbereitet, schien aber eine Niete im Anrichten zu sein. Piotr fing mit der Schreierei an, als Michal es wagte, Ruccola auf den Teller zu legen: “Der gehört in den Salat und nicht in die Deco - wenn überhaupt !” Ich musste zustimmen: der angerichtete Teller sah aus wie ein kleiner Punk - die Polentascheiben als Augen, Fenchel als Ohren, die Entenbrust war der Mund und der Ruccola war der grüne Irokesenschnitt ! Wärend zwischen den beiden verzweifelte Diskussionen über Ruccola und wer denn in dem Restaurant der Chef sei ausgetragen wurden, bastelte ich ein rustikales asymetrisches Arrangement auf den Teller und beide guckten nur und befahlen “zu schicken”.

Der ganze Spass hat erstaunlich gut funktioniert. Leider viel zu spät ist mir dann doch noch ein unverzeihlicher Fehler aufgefallen: Nach den Vorbereitungen hatte ich vollkommen vergessen, die Kamera für die fertigen Gänge zu zücken. Da hilft leider nur daran glauben, das es großartig gewesen ist - kulinarisch & optisch - oder das nächste mal selbst dabei sein !

Michal spurt schon wieder nicht.

Die 3 Trottel vom Dienst !



Mal sehen, was noch da ist…
15 Mai , 2008, 3:11 Uhr nachmittags
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mal so zwischendurch ein Minibericht von einem großartigen “Reste-Essen”.

Wenn ich nix eingekauft habe, oder nicht einkaufen kann, weil wieder ein Kunde nicht bezahlt hat, oder manchmal auch, weil einfach Reste da sind, packe ich diese zusammen mit meinem Messer in eine hässliche Plastiktüte und falle bei meiner lieben Kochfreundin Susi ein. Da koch dann zwar auch meistens ich, aber wenigstens werde ich dabei von Susi mit skurillen Familiendrama-Geschichten unterhalten.
Ihre Reste ergänzen sich immer toll mit meinen, vor allem, weil zu ihren “Resten” immer auch toller Prosecco (ja das gibt es wirklich) gehört. Ausserdem hatte sie Zucchini und Tomaten und so ne Jus-gelartige Instant Hühnerbrühe. Ich brachte ne drittel Tüte Risottoreis und Lachs mit.
Es gab also Prosecco-Risotto mit gebratenem Lachs und gegrillten Zucchini. War großartig. Warum bekommt man eigentlich diese Reste-Essen-Gerichte NIE ein zweites mal so gut hin wie beim zusammenschmeissen ? Kann das mal bitte jemand herausfinden ?



Polnische Terminplanung
15 Mai , 2008, 2:49 Uhr nachmittags
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Hatte ich schon mal erwähnt, das die Polen die Ruhe weg haben ? Anders ausgedrückt: Es passiert alles immer auf den letzten Drücker, aber es passiert. Der Ausdruck “Just in Time” bekommt für mich täglich eine wichtigere Bedeutung. Wenn meine Liebste unverschiebbare Termine hat, dann erinnere ich sie fast pausenlos, das sie sich vielleicht mal fertig machen sollte, damit wir pünktlich los kommen. Sie kramt rum, macht irgendwas im Bad, entdeckt ein Formular, das sie un-be-dingt noch ausfüllen muss, telefoniert, findet ihre Schlüssel nicht und wenn wir dann oim Auto sitzen, fällt ihr ein, das sie ihr Kamurka (das Handy) vergessen hat. Ich habe mittlerweile Lesestoff für Wartezeiten im Auto.
Ich frage unseren Freund Bartek, ob meine liebste nicht ständig zu spät kommt, wenn ich ihr nicht da bin um ihr liebevoll in ihren Knackar… zu treten. Bartek: “She is not to late, she is really always “Just in time” -I guess is the right word”.
Letzten Samstag fand nun endlich die Lang ersehnte Dinnerparty statt (mehr dazu im nächsten Post), ich hielt mich schon die Woche davor in Poznan auf, und hoffte, wenigstens ein oder zwei Treffen mit Piotr und/oder Michal zu haben und vielleicht schon mal das ein oder andere Gericht auszuprobieren, bei denen wir uns nicht sicher waren. Und es sah fast so aus, als wäre das kein Problem:

- Am Montag sahen wir uns ganz kurz und vereinbarten einen Termin für Dienstag.
- Dienstag wurde das Treffen 10 Minuten vorher auf Mittwoch gelegt.
- Am Mittwoch erschien ich zum Treffen. War jedoch leider der einzige !
- Am Donnerstag ein Anruf, was passiert sei, weil ich eine SMS geschrieben hatte, ich würde gerne VOR unserem Essen ein ernstes Wort wechseln. Ich dann so: “Nothing happend, that’s what is worrying me”. Piotr: “Sorry, I was falling asleep and slept about 20 hours”.
- Am Freitag Abend gingen wir einkaufen. Das Desert wurde in einer für mich hitzigen Diskussion kurz vor der Kasse völlig neu Entschieden, was einen Austausch diverser Zutaten erforderte.
- Am Samstag trafen wir uns um 11 in der Küche und alles war entspannt. Wir hatten für alles mehr als genug Zeit und mir ist völlig unklar, worum ich mir solche Sorgen gemacht habe. Natürlich hatten wir das glück, das einer von uns dreien mit den Gerichten schon mal in Berührung gekommen ist, ich bin jedoch gespannt, was passiert, wenn wir das erste mal richtig was versauen.

Polen haben ein tolles Zeitmanagement. Erst wird verschwendet wo es nur geht und dann wird alles wieder glatt gebugelt, auf das man immer genug Zeit hat für z.B. unglaubliche Verabschiedungszeremonien.