Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Automatisch / Schokopasta
21 März , 2009, 1:53
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Gemeinsames Kochevent bei Freunden:

Anwesend: 3 Polinnen, ein Deutscher, ein Weisrusse, ein Däne (ich).

Für den Nachtisch produzieren wir mit der neuen Pastamaschine „Schoko-Pasta“:

schokopasta-2

Wärend wir da zu dritt an der Maschine den Teig durch die Walzen schoben, meinte der Weissrusse: „In dieser Küche funktioniert alles 100% automatisch – eine Maschine, Zwei Frauen und ein Däne !“

Hat er da gerade gewollt oder ungewollt Dänen und Frauen mit Küchenmaschinen gleichgesetzt ? Seltsam, denn bis zu dem Zeitpunkt war mir der junge Mann sehr sympatisch. Das Ergebnis war auf jeden Fall sehr ansprechend und mal „was anderes“ zum Dessert:

schokopasta

Für den Pastateig:
250 Gramm Pastamehl Grano Duro, 100 Gramm Cacaopulver, 25 Gramm Zucker und 4 große Bioeier mit Knethaken zu einem krümeligen Teig vermischen, eventuell 2 EL Rapsöl, dazu geben, wenn der Teig zu trocken ist. Dann die Krümel auf einer Arbeitsfläche zusammendrücken und den Teig so lange kneten, bis er sich ganz glatt anfühlt. Eine Kugel formen, in Plastikfolie wickeln und mindestens Eine Stunde in den Kühlschrank. Dann den Teig in 3 Teile teilen und mit einer Pastamaschine (gibt es schon ab 12 Euro im Internets größen Bücherhaus) ausrollen und schneiden. 2-3 Minuten kochen.

Für die Vanillesauce:

100 Gramm Puderzucker, 80 Gramm Butter, 2 Eigelb, 2 Eiweiss, 1 Vanilleschote, 4-6 cl Cognac, 125 ml Sahne

Butter schmelzen, Vanilleschote auskratzen und in die Butter mit dem Puderzucker rühren. Vom Herd nehmen und ein wenig abkühlen lassen.  Sahne steiff schlagen und Butter, Eigelb und Cognac unter die Sahne heben. Eiweiss steif schlagen und unterheben.

Für die Beerensauce:
200 Gramm TK-Himbeeren, 0,15 l Rotwein, 2-3 EL Zucker zur Sauce pürrieren. Wer es noch schoner haben will, passiert die Sauce durch ein Sieb, damit die Himbeerkerne verschwinden.

Zum Anrichten erst einen Spiegel mit der Vanillesauce legen, dann die Pasta drauf setzen und zum Schluss die Beerensauce drüberträufeln. Eventuell mit Minzblatt garnieren.



Was is eigentlich mit dem Restaurant….

….werde ich öfter von Leuten gefragt als mir lieb ist, denen ich nur selten begegne, die aber wissen, das ich ziemlich oft nach Polen pendle. Dies erinnert mich dann an die ursprüngliche Idee und den Namen meines Blogs, deswegen hier mal ein Update:

Grundlegend besteht die Idee, mit meinem polnischen Geschäftspartner Piotr, seines Zeichens Restaurantbesitzer und Radiomanager, ein 2tes Restaurant in Posen zu eröffnen. Über das Konzept will ich hier nicht wirklich Worte verlieren, denn wir wollen unsere Idee nicht verschenken. Piotrs derzeitiges Restaurant trägt sich mittlerweile nach den allgemein üblichen Anlaufschwierigkeiten (das Restaurant ist in einer winzigen Seitengasse ohne Laufpublikum) selbst, ein kleiner Gewinn wird durch den Cateringservice erwirtschaftet. Dieser wird jedoch gleich für den Ausbau des Catering-Equipments verwendet.

Weder Piotr und ich sind „gelernte“ Gastronomen, sondern leidenschaftliche. Und in unseren eigentlichen Geldverdien-Jobs sind wir derzeit sehr gefordert: Piotrs Radiosender wird von Werbekunden überrannt und ich bekomme von meinem Hauptkunden ständig Anfragen für Kundenspezifische Anpassungen der Lernsoftware, die wir erstellt haben.

Wir sind zu dem Schluss gekommen, das wir das bestehende Restaurant (mit guter Polnischer Küche) als Experimentierfeld benutzen werden und dort das tun was uns am liebsten ist: Aufregende Dinnerparties für Freunde aber auch „Fremde“ veranstalten und nebenbei herausfinden, was ankommt, was nicht und was wir in unser Konzept für ein neues Restaurant einfließen lassen können. Dieses möchten wir dann eröffnen, wenn wir auf keine Einkünfte eines Restaurants angewiesen wären. Das hört sich vielleicht illusorisch an, aber wir befinden uns beide auf einem guten Weg in diese Richtung.

Solange eine Eröffnung nicht in greifbarer Nähe ist, werde ich meinen Blog eben weiter mit kulinarischen und polnischen Erlebnissen aller Art füttern und natürlich von den nächsten Events im „Salz & Pfeffer“ berichten.



Dämliche Küchenkleidung & eine berauschende Dinnerparty

Wie in meinem vorletzten Eintrag erwähnt, hatte ich mir selbst vorweg Monsterstress gemacht was aber im Endeffekt garnicht nötig gewesen ist. Denn wir waren rechtzeitig vor Ort, hatten alle Zutaten (vor allem auch die, die schwierig zu bekommen sind: versucht mal Polenta in Polen zu kaufen, dann wisst Ihr, wovon ich rede), gute Laune und ich war beruhigt, da Piotr und Michal (der nur 2 Std. geschlafen hatte) im Restaurant VOR der verabredeten Zeit da waren.
In Polen scheint es ein besonderer Spass zu sein, besonders dämliche Kleidung/Kombinationen zu tragen, frei nach dem Mott: funktional aber scheusslich ! Damit ich da nicht so ganz aus dem Rahmen viel, bekam ich nahezu feierlich eine Schürze mit dilletantisch gezeichneten Küchengeräten drauf geschenkt:

Schürze

Nur zur Info, die Zeichnungen auf der Schürze stammen nicht von Piotr, das ist ein sehr beliebtes Muster, wird im „Salt & Pepper“ auch gerne als Hose getragen.

Piotr präsentierte zu seiner weissen Kochjacke eine weisse Hose und orangene Cayman-Plastikschuhe und wurde fortan von uns nur Dr. Bob (ein Quacksalber der vor die Hunde gegangen ist – Muppetshow) genannt.

Aber genug amüsiert, wir hatten ein Menü vorzubereiten Geeiningt hatten wir uns auf folgendes:

Amuse Gueule
Heisse trockene Datteln mit Walnuss und dänischem Blauschimmelkäse gefüllt

Antipasti
gegrillte Jacobsmuscheln im Speckmantel
auf grünem gebackenen Spargel mit Zitronen-Prosecco-Sauce

Primi
Tomaten-Paprika-Cognac-Creme
mit fritierten Ingwer-Chips

Secondi
gebackene Entenbrust
mit Cocosmilch-Polenta & Backofen-Fenchelgemüse
überzogen mit einer Kirsch-Cranberry-Rotwein-Sauce

Dolci
heisser Plaumen Crumble mit Vanilleeis.

Ich war nicht nur besorgt, das wir das alles hinbekommen, sondern vor allem, das 25 Personen die einzelnen Gänge in etwa gleichzeitig erhalten. Zuersteinmal viel mir sehr positiv auf, das alle Gäste pünktlich waren, oder zumindest das akademische Viertel einhielten.
Dank der großartigen hilfe des eingespielten Küchenteams konnte ich wunderbar anrichten und mir wurde alles auf den Punkt genau gereicht, sodaß das Essen zu alledem in der richtigen Temperatur den Gast erreichte.
Beim Hauptgang drohte die Situation einen Moment zu eskalieren: folgende Rollenverteilung: Michal hatte den Hauptgang geplant und vorbereitet, schien aber eine Niete im Anrichten zu sein. Piotr fing mit der Schreierei an, als Michal es wagte, Ruccola auf den Teller zu legen: „Der gehört in den Salat und nicht in die Deco – wenn überhaupt !“ Ich musste zustimmen: der angerichtete Teller sah aus wie ein kleiner Punk – die Polentascheiben als Augen, Fenchel als Ohren, die Entenbrust war der Mund und der Ruccola war der grüne Irokesenschnitt ! Wärend zwischen den beiden verzweifelte Diskussionen über Ruccola und wer denn in dem Restaurant der Chef sei ausgetragen wurden, bastelte ich ein rustikales asymetrisches Arrangement auf den Teller und beide guckten nur und befahlen „zu schicken“.

Der ganze Spass hat erstaunlich gut funktioniert. Leider viel zu spät ist mir dann doch noch ein unverzeihlicher Fehler aufgefallen: Nach den Vorbereitungen hatte ich vollkommen vergessen, die Kamera für die fertigen Gänge zu zücken. Da hilft leider nur daran glauben, das es großartig gewesen ist – kulinarisch & optisch – oder das nächste mal selbst dabei sein !

Michal spurt schon wieder nicht.

Die 3 Trottel vom Dienst !