Gespeichert unter: Essen gehen, Food-Dealer, In der Profiküche, Restauranteröffnung | Schlagworte: Posen, Restauranteröffnung, Theaterrestaurant
Wer hätte das gedacht – jetzt gehts langsam ans Eingemachte. In einer 1,5-Stunden Telefonkonferenz mit dem Theater habe ich 27 Vertragspunkte verändert, geklärt oder gelöscht und das Theater spielte mit. YEEEESSSSS ! So werde ich wohl zu 99,9 % am 3. August einen Pachtvertrag für das Restaurant des Theater Nowy in Posen zeichnen. Und die Renovierung ist in der Übernahme auch schon mit drin (geschieht dann aber erst im August). ! Hier ein paar Bilder meiner Begehung letzte Woche, das wird alles noch Gestrichen, aber vermittelt hoffentlich einen guten ersten Eindruck !

Die Bar

Der erste Speiseraum

Der 2. Speiseraum

Separees

Vorraum zu den Toiletten

In den Raum hinter der Bar kommt eine Lounge
Tja, und jetzt in sehr straffem Zeitplan Gas geben ! Wer zur Eroffnung kommen will, kann sich vorraussichtlich am 6. September in Posen einfinden !
Gespeichert unter: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagworte: autentisches Essen türkisch, Kelle Paça, Kotbusser Damm Berlin, türkische Lammkopf Suppe

Einer der Vorteile wenn man in Berlin lebt ist der, das man wirklich fast alles zu Essen bekommt, was in den Kulturen der Welt so angeboten wird. Und zwar häufig so, wie es im Ursprungsland zubereitet wird und nicht eine Deutsche Version von irgendwas (Italiener lachen zu Recht über unsere Version von Spagetti Bolognese). Ich gehe gerne dort essen, wo viele Einheimische des jeweiligen landes verkehren, denn dann kannst Du davon ausgehen, das es original und gut ist.
In meinem Bezirk Neukölln gibt es auf dem Kotbusser Damm zwar gefühlte 20 Dönerläden, die alle „Mit Sosssse ? Und Schaaaf?“ anbieten aber es lohnt sich, auch hier mal zu versuchen, die Unterschiede zu entdecken. Einrichtungstechnisch sind die Läden für unser Auge natürlich alle komplett indiskutabel, aber da wollen wir mal drüber weg sehen. Viele dieser Dönerläden haben nämlich einen Restaurantteil und bei denen ist auch die Speisekarte vielseitiger. Auch die Anrichtung ist eher bescheiden, ABER (und jetzt kommts) der Geschmaaaaaaak !!!!! :
Ich hatte heute das erste mal Kelle Paça gegessen. Das ist eine Suppe vom Lammkopf und Lammschenkel. Der Geschmack der Brühe ist wirklich sehr intensiv, ich glaube, das musste über viele Stunden gekocht werden um so einen heftig guten effekt auf der Zunge zu erzielen. Ja, es schmeckt sehr intensiv nach Lamm, aber eben nach Lamm und nicht nach Hammel. Aber ich habe NIRGENDS ein deutsches Rezept gefunden, nur ein türkisches. Kann das mal bitte jemand übersetzen ?
Malzemeler:
KELLE KUZU
Paca
YOĞURT
YUMURTA
A.Ç. YAĞI
SARMISAK
SİRKE
TUZ
K. .BİBER
Yapılışı:
Paçalar önce biraz ateş üzerinde tutulur, ütülenir. Sonra kılları iyice kazınır. İki tırnağı arasındaki kıl kesesi yarılarak çıkartılır. İyice yıkanıp büyükçe bir tencereye konur. ay çiçek yağı, sarımsak, yarım limon, bir soğan konarak pişirilir. Piştikten sonra kemiklerden ayrılır, iliklerin çıkması için iyice silkelenir. Başka bir kapta yumurta sarısı, bir limon suyu, un, yarım bardak soğuk su iyice çarpılır. Çorbaya süzülür. Etlerde konarak un kokusu gidinceye kadar kaynatılır. ![]()
Gespeichert unter: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagworte: Chinarestaurant, Diffenbachstrasse, Dim Sum Berlin, Tangs Kantine

In der Berliner Diffenbachstraße hat ein neuer Chinese aufgemacht. Bäääh, Chinese, immer dieser Glutamat-Scheiss und völlig un-authentisch werden jetzt wieder einige rufen, aber es gibt mittlerweile einige Läden in Berlin, die so garnichts mit Pseudo-Chinafood (Ente Süss-Sauer aus der Microwelle) zu tun haben und sich bemühen, echtes Chinesisches Essen auf den Tisch zu bringen. In vorbildlicher Art kann man das in Tangs Kantine genießen.

Neben vielen leckeren Gerichten bietet er auch die (ich nehm das mal vorweg) sensationellsten Dim Sum an, die ich bisher gegessen habe. Das sind kleine gefüllte Häppchen, die gedünstet oder frittiert in kleinen Bambuskörbchen gereicht werden.
Bei Tang gibt es 8 verschiedene Dim Sum, je nach Art enthält ein Körbchen 2, 4 oder 5 dieser Teigtaschen und sind pro Körbchen für gerade mal 3 Euro zu bekommen. Da wir uns nicht entscheiden konnten, bestellten wir einfach einmal alle 8 Körbchen, die angeboten werden, leider war schon eines Ausverkauft. Aber 7 unterschiedliche Körbchen ist genau die richtige Menge für 2 Personen. Na da wollen wir mal reingucken was da so drin ist:

Diese hier waren mit einer sehr würzigen Spinat-artigen Masse gefüllt.

Das hier erinnerte von der Konsistenz stark an Germknödel und war süß gefüllt, mit Pflaumen glaube ich.

Dies hier hat eine Garnelen-Füllung. Info für Alex: Ha-Gao ist der Tailändische Name, der Chinesische ist ganz anders (hab ich vergessen) aber auf jeden Fall ein absolutes Highlight.

Die Fleischfüllung hier war genau richtig gewürzt.

Und dies ist, soweit ich mich erinnere, eine Krebsfleisch Gemüse Füllung.
Neben dem absolut phantastischen Gaumengenüssen überzeugte der Laden auch noch mit sensationellem Service, relativ kurzer Wartezeiten (obwohl die ganze Aussenterasse voll war) und einem Ansprechenden Design, lediglich die großen roten Lampen und ein paar Schriftzeichen erinnerten an Chinakultur, von goldenen Drachen und ähnlichem Tinnef wird man hier verschont.
Unbedingt ausprobieren !
Liebe Susi, danke für den Tip !Ohne den wäre ich da wohl nicht gelandet.
»tangs kantine« Feinste chinesische Küche
Dieffenbachstr. 18 • 10967 Berlin
Telefon: 030. 69 814 658 • kontakt@tangs-kantine.de
Täglich geöffnet von 11.30 bis 23 Uhr
»tangs kantine« Feinste chinesische Küche
Dieffenbachstr. 18 • 10967 Berlin
Telefon: 030. 69 814 658 • kontakt@tangs-kantine.de
Täglich geöffnet von 11.30 bis 23 Uhr
Gespeichert unter: Food-Dealer, Märkte | Schlagworte: Spargel, Türkenmarkt Kreuzberg
Wie gut könnt Ihr schätzen ? Was kosten in Berlin auf dem Türkenmarkt 8 Bund grüner Spargel ? Bitte mal mit-Pollen und dann nach unten Scrollen.

Richtige Antwort:
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1 Euro !
Heute auf dem Türkenmarkt. Kurz vor Marktschluss hauen die jungs alles Raus, Hauptsache es kommt weg. Es gab eine ganze Kiste Cherrytomaten (ca. 4-5 Kilo) für einen Euro, eine Ganze Wassermelone für einen Euro und ein Stand hatte Spargel und der Typ brüllte die ganze Zeit was von 2 Bund für nen Euro. Als ich heran trat, fragte er mich, wie viel ich brauche. Ich antwortete „2″. Er nahm eine große Tüte, kassierte den Euro und packte mir 8 Bunde ein
Gespeichert unter: Essen gehen, Food-Dealer, Food-Talk, Geschäfte, Typisch polnisch | Schlagworte: Hala Mirowska, Kulturpalast, Markthalle, polnische Spezialitäten, Rozbrat 20, Warschau kulinarisch, Zapikanka
Vor kurzem begleitete ich meine Liebste mal wieder nach Warschau, eine Stadt, der ich bisher nicht so wahnsinnig viel abgewinnen konnte – ich fand es immer zu laut, zu hässlich, zu voll und zu uninteressant. Diesmal hatte ich jedoch vorher einen Alternativreiseführer Warschau geschenkt bekommen und somit einen sehr aufregenden, spannenden und schönen Tag erlebt. Ich teile diese Fotosafari in 2 Teile, demnächst kommt dann noch „Warschau Touristisch“, aber nun erstmal die Food-Blogger afine Safari „Warschau Kulinarisch“.
Zu aller erst fuhren wir mit der U-Bahn (es gibt in Warschau exakt 1.0 U-Bahnlinien) zum Kulturpalast im Zentrum von Warschau

Zum Fuße dieses Gebäudes gibt es ein paar kleine Buden, die neben Getränken auch ein paar heisse Snacks verkaufen.

Unter anderem gibt es dort das einzige autentisch polnische Fastfood, nämlich Zapikanka !

Ein Baguette-artiges weiches Brot mit Pilzen und Käse überbacken, obendrauf kommt Ketchup. Die Zapikankas in Posen sind nicht zu empfehlen, dieses jedoch war ein SEHR leckerer schneller Snack !
Ein paar Meter weiter verkaufte eine Frau aus einem Lieferwagen heraus diverse polnische Gerichte.

Das scheint in polen völlig normal zu sein. Der Polizist am ende der schlange steht nicht da, um den Laden zu schließen, sondern um sich was leckeres günstig zu essen zu kaufen. Das ist mir in Warschau oft aufgefallen. Leute parken ihre Autos am Bordsteinrand, offnen den Kofferaum und verkaufen irgendwas, häufig selbstangebaute Lebensmittel, aber auch Unterwäsche, Porzellankitsch und Krempel. Und man braucht keine Genehmigung dafür, oder es interessiert einfach keinen. Das gefällt mir.
Im Kulturpalast gab es eine art „Mitmachausstellung“ wo man sich köpfen lassen konnte und einen Ehrenplatz in der Obstschale bekam:

In meinem Reisefüherer hatte ich von der Hala Mirowska gelesen, eine über 100 Jahre alte Markthalle, da wollte ich hin !

Davor befanden sich einige Blumenstände in direkter nachbarschaft mit alten huzeligen Omas, die gehäkelte Deckchen oder geschirr zur Aufbesserung der Rente vertickten.

In der ersten Halle dann erstmal große Enttäuschung – der eigentlich schöne Bau ist zu einer art Billigsupermarkt verkommen, der ziemlich Kundenleer gewesen ist.

Aber aussenrum gab es ein paar Einzelstände, z.B. mit Spirituosen, man hat definitiv eine interessantere Wodka-Auswahl als in Berlin…

…sowie ein Stand mit einem sehr skurilen „Kunst“-Schaukasten.

Man beachte den coolen Frosch. Aber das kann ja nicht alles gewesen sein. War es zum Glück auch nicht. Denn hinter dieser schönen Backsteinbauhalle gab es noch eine 2te Halle ein 70er-Jahre Kommunismus-Neubau mit anschließender Freifläche, und der hatte ganau das zu bieten was ich erwartet hatte.

Viele kleine Stände mit polnischen Spezialitäten wie Piroggi oder gefüllten Pfannkuchen.

Natürlich gab es viele Obst- und Gemüsestände, im Vergleich zu Berlin allerdings häufig mit regionalen und/oder saisonalen Produkten.

Aber auch hier sind die Radieschen um diese Jahreszeit noch nicht wirklich scharf. Allerdings kostet hier der Bund 1,50 Zloty, das sind ca. 34 Cent !

Auch in Polen isst man gerne Spargel.

Und man bekommt fast überall lecker geräucherten Fisch…

…oder man sucht sich ‘nen lebenden aus.

Ausserdem gibt es in groben Brotstücken pannierte Schnitzel und eine Unmenge an pannier-frittiertem Zeugs, das ich leider nicht alles probieren konnte, da wir noch weitere Kulinaria zu entdecken hatten.

Aber wir gönnten uns ein halbes Kilo Erdbeeren, die wohl leckersten nach Erdbeere schmeckenden polnischen Erdbeeren, die ich seit Jahren gegessen habe.Das ging so schnell, das ich vergaß, ein Foto zu machen.
Statt dessen machte ich dann ein Foto von dem „Essen“ oder wie man das nennen soll, das es in einer vegetarischen (sic!) Kantine gab, die meine Liebste früher ab und zu besuchte, als sie in Warschau studierte. Wohl eher aus nostalgischen Gründen gingen wir da rein. Ich kann schon spüren, wie es den Fressack schüttelt und das zu recht. Das Zeug schmeckte nicht nur fade sondern es wurde warscheinlich auch schon seit Stunden warm gehalten, war aber nur lauwarm. Der Saft allerdings auch !

Um den Scheissgeschmack aus dem Mund zu bekommen, gingen wir in eine alte Cafe-Bar mit dem Namen „Bajka“ was übersetzt „Märchen“ heisst. Ich weiss nicht, ob das polnicher Humor ist, denn der Laden hatte nicht wirklich was märchenhaftes sondern eher sowas wie – hmmm – kommunistischer charme ? In dem Laden waren die Wände mit so was ähnlichem wie Grünen Kacheln an den Wänden ausgekleidet, man fühlte sich wie in einer Bedürfnisanstalt, überall saßen heftig rauchend schweigende Männer aber der Kaffee mit Schlagsahne war sensationell und billig.

Lediglich die Preise sind hier in den letzten 30 Jahren ein wenig angestiegen. Vor 8 Jahren gab es zum Beispiel einen Kaffee noch für 2 Zloty. Besonder interessant ist, das Piwo (das polnische Wort für Bier) nicht unter „Alkohol“ steht, sondern unter „Erfrischungsgetränke“ (Napoje Zimne) !!! Aber für die Insassen des Ladens zählt Bier anscheinend nicht richtig zu Alkohol.

Nach dieser etwas merkwürdigen Erfahrung machten wir uns auf den Weg durch wunderschöne alte Parkanlagen zu einer echten kulinarischen höchstleistung Warschaus, dem „Rozbrat 20″. Der Laden ist eines meiner schönsten Restaurant-Erlebnisse in diesem Jahr gewesen.

Ein uglaublich schones Restaurant, auf den ersten Eindruck ganz Simpel in vornehmlich Schwarz-Weiss gehalten, mit einem hellen Holzfussboden und vielen kleinen und großen liebenswerten Details.

Schöne Blumenarrangements, tolle Fotos, eine Angenehme Beleuchtung, Fenster bis zum Boden überall stehen Holzweinkisten in denen der angebotene Wein präsentiert wird. Leichte Jazzmusik und eine kleine aber feine Karte runden zu einem – für mich – perfektem Gesammtbild ab.
Geschaffen hat das alles Monika, die rechte Lady auf dem nächsten Foto. Sie hat zusammen mit meiner Liebsten Schauspiel studiert, danach noch ein Regie-Studium drangehängt und vor einem halben Jahr diesen Laden eröffnet. Und weil das wohl noch nicht reicht ist sie auch noch Mutter geworden. Aber trotz ihrer vielen Aktivitäten saß sie völlig relaxed mit uns am Tisch und wirkte sehr ausgeglichen.

Der Italienische Kellner, der kaum polnisch oder englisch sprach, überspielte diese Unzulänglichkeit durch Charme versprühen und alle weiblichen Gäste lagen ihm zu Füssen ! Ach ja, was kleines habe ich dann auch noch gegessen, Zanderfilet auf einer Creme Brulée aus Ziegenkäse und Spargel. Das war ein Gaumenschmaus, der seinesgleichen sucht.

Die Karte selbst war klein, handgeschrieben und beinhaltete gerade mal 16 Gerichte. Genau so wie ich das machen würde ! Es versteht sich von selbst, das fast alles was ich auf den anderen Tischen erspähte sensationell lecker ausgesehen hat.

Obwohl wir von dem Tag, der vielen Lauferei, und den zahlreichen Eindrücken etwas erledigt waren, konnten wir nun nicht nach Hause gehen. Wir entschieden uns für einen Absacker an einer Bar, die auch gut hätte in Kreuzberg sein können:

Alles in allem ein sensationeller Tag, Wiederholung durchaus angedacht und Nachahmung schwerstens empfohlen !
Gespeichert unter: Flüssignahrung, Food-Dealer | Schlagworte: Andraschko, Espresso Berlin, Kirk Royal
Ich bin ja, was Kaffee angeht, nicht so der Auskenner, sondern einfach eher der Genießer. Bisher konnte ich da auch nie wirklich Tips geben, wo der Kaffee ganz besonders gut ist und wo eher solala. Das hat sich jetzt geändert:

Denn auf Grund eines Tips von Kochfreund Phillip haben wir am Ostermontag den sensationellsten Espresso getrunken, der mir bisher in Berlin angeboten wurde – im Kirk Royal am Paul Linke Ufer in Kreuzberg (ganz nahe der Kotbusser Brücke).
Die Bohne stammt von der Berliner Kaffeerösterei Andraschko, einer recht jungen Rösterei (gegründet 2006), man ist dort unglaublich bemüht, Kaffee aus kleinsten Lagen zu erwerben und zu fairen Konditionen einzukaufen.
Der Espresso wurde in sehr dickwandigen Tassen mit Keramik-Deckel aufgetischt, was ich sehr lobenswert finde, denn auch wenn ich nicht viel über Espresso weiß, sollte er doch wenigstens die richtige Temperatur haben – also HEISS, aber nicht so, das man sich die Lippen verbrüht.
Und wo gibt es bei Euch den besten Espresso ?
Andraschko:
http://www3.andraschkokaffee.de
Kirk Royal:
http://www.kirkroyal-berlin.de
Gespeichert unter: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagworte: Imbiss, kulinarisches Glück, Neukölln, Olivio, Pasta, Tagesgericht
Immer wieder bin ich auf der Suche nach kleinen Oasen des kulinarischen Glücks und vor 2 Tagen wurde ich nach langer Zeit endlich mal wieder fündig. Da ich keine lust hatte, etwas zu Mittag zu kochen, mein Magen aber lautstark Nahrung einforderte, überlegte ich, wo ich schnell was anständiges zu Essen bekomme.
Ich lief den Kotbusser Damm entlang, dort bekommt man eine gigantische Auswahl an Dönerbuden aber mir war eher nach was preiswert leckerem mit etwas weeniger Fettgehalt. Ich versuche, es mal anders zu definieren: Ein Laden mit Imbisscharakter vom Preisverhältnis, der aber nicht ausschließlich von vorgefertigten Tütensaucen und verkochten vorproduzierten Mikrowellenaufgewärmten Convinience-Food lebt, sondern wo man sehen kann, das da noch jemand seinen Job gerne macht und auch beherrscht.
Dann viel es mir ein – Ich war doch schon öfter an einem kleinen Eck-Imbiss mit Pizza und Pasta Angebot an der Ecke Zickenplatz/Schönleinstr. vorbei gelaufen. Das wollte ich ausprobieren.
Gleich nach dem Eintreten wurde ich wirklich freundlich (und nicht wie so oft wo anders desinteresiert) von dem Koch Micha und dem Miteigentümer Grökahn begrüßt.
Man wies mich auf das Tagesgericht hin, pasta mit einer Kardamon-Sahne-Sauce mit Pilzen, Karotten und Sojasprossen zum durchaus moderaten Preis von 3,90 Euro hin. Die Kombination war für mich neu und ich bestellte das Gericht einerseits aus Neugier, andererseits auf Grund einer übersichtlichen Karte, die auf den ersten Blick keine sensationelle Alternative bot (Aber hierzu später mehr).
Was mir sofort positiv auffiel: Die Pasta-Sauce kam nicht fertig aus einem Topf, sondern wurde Frisch zubereitet.

Betreiber Grökahn und Koch Micha
Obwohl ich der Kombination geschmacklich eher skeptisch Gegenüberstand, wurde ich mehr als angenehm überrascht. Was ich da nach ca. 8 min. serviert bekam, war schön angerichtet, eine Sattmachportion und ein echtes Geschmackserlebnis. Ich wusste sofort – hier ist nicht irgendein Pfuscher am Werk (also ein in einer Stunde angelernter Speisenerwärmer wie so häufig in Etablissments in dieser Preisklasse), sondern jemand der sein Handwerk versteht, es wohl richtig gelernt hat UND es immernoch mit Liebe zu seinem Produkt betreibt.
Die Nächste Überraschung: Meine Nachfrage, wie er das genau gemacht habe, wurde sofort und ausführlich beantwortet und es wurde gleich ein wenig über das Aroma von Pilzen gefachsimpelt.
Mir gefiel das so gut, das ich heute wieder hin gegangen bin. Wieder wurde ich freundlich empfangen und wieder bestellte ich die Tagespasta, Farfalle mit einer Tomatensauce mit Spinat und Oliven.

Und auch dieses mal klang es nicht spektakulär, aber das macht halt einen guten Koch aus. Das Gericht hatte eine ganz leichte Schärfe, die aber nicht den Geschmach der Tomaten oder des Spinats überschattete. Man merkt einfach den Unterschied, wenn jemand gekonnt mit Gewürzen und Kräutern umgehen kann.
Da der Mittagsansturm schon vorbei war und wir kurze Zeit allein in dem Laden waren, hatte ich die Möglichkeit, mich ein wenig mit den beiden Charmanten Herren zu Unterhalten. Micha erzählte mir, das die Karte absichtlich keine 1000 Gerichte enthält (wie bei jedem anderen Imbiss), denn das kann man in Frischequalität überhaupt nicht bewerkstelligen. Man versucht, jeden Tag ein neues Tagesgericht anzubieten, das aber auch wirklich der Kreativität des Kochs entspringt und somit bisher sehr gut läuft.
Hier interessiert sich der Wirt noch für den Gast. Ich werde nicht nur floskelhaft gefragt, „wie es scmeckt“, ich bekomme das Gefühl, das der Koch sich wirklich für mein Urteil interessiert. Und dabei bleibt es nicht – auch interessiert die beiden, welche Musik ich in so einem Etablissment hören möchte und was ich persönlich am Liebsten koche.
Natürlich kann man für so einen Preis nicht erwarten, das die Pasta hausgemacht ist, oder das Fleisch vom freilaufenden Perlhuhn kommt. Aber das will ich auch garnicht. Ich brauche eine gut schmeckende Alternative zu Döner, Grillhändl oder Burger. Und das bekomme ich hier. Das Essenskonzept haben die Jungs vor 3 Monaten vom Vorbesitzer übernommen und entwickeln es weiter, tauschen es Stück für Stück aus. Mein Tip: wenn die Karte mit Pizza und Pasta etwas langweilig erscheint, dann einfach das Tagesgericht bestellen ODER Micha nach was anderem fragen. Ich glaube er würde so eine Herausforderung gerne annehmen.
Alles in Allem bleibt der positive Eindruck, das hier Leute am Werk sind, die ein wenig Risikobereitschaft inne haben und gleichzeitig ohne schnickschnack oder Designspielereien aus dem Imbiss-Einheitsbrei herausstechen wollen. Am Ende des Tages schafft man dies mit freundlichem Service und natürlich mit gutem Essen – und das bekommt man beides im Olivio.
OLIVIO
Schönleinstr. 29
10967 Berlin
030/61101695
Gespeichert unter: Cooking with Susi, Food-Dealer, Zu Hause gekocht | Schlagworte: Brownie Muffins, Enten Mousse, Fenchelgemüse, Kreuterpasta, Mango Salat, Perlhuhn, Rindermedallion, Schwarzbier Honig Sauce, Speckbrot, vorkochen
Gestern Nachmittag habe ich ja gebloggt, das ein paar Kochverrückte vorbei kommen und wir uns gegenseitig was vorkochen. Hier nun die kulinarischen Geschehnisse des Abends.
Da Jan mir bereits am Freitag bei Besuch seines Marktstands eine Enten Mousse mit den Worten „Das essen wir vorneweg auf Toast“ mitgab, dachte ich mir, ich könnte ja auch mal wieder ein Brot backen.

Es ist eins mit Speck, Rosmarien und Zwiebeln geworden. Und schön aufgegangen !

Die Pastete in Kombi mit dem Brot war auf jeden Fall der richtige (Magen-) Opener.
Für die Vorspeise gab Phillip vollen Einsatz (ich nenn ihn jetzt liebevoll „den Glöckner von der Sanderstrasse“)…


…und zauberte einen Mango-Paprika-Salat mit Garnelen und anständig Chilli.

Natürlich wurde fröhlich gefachsimpelt und gelacht…

…wärend Jan am Herd sein geschmortes Perlhuhn zubereitete. Gebt diesem Mann ne Kochshow, er hat echt Entertainerqualitäten !

Und sein Perlhuhn mit Fenchelgemüse und Narvettenpürree war einfach zum niederknieen lecker. Geschmacklich auf jedenFall mein Favourit des Abends. Früher dachte ich ja immer, TheEverlastingClub macht das beste Perlhuhn der Welt, aber dies hier war wirklich noch einen Tick besser (Sorry, aber isso).

Für mein Gericht spannte ich mal wieder alle Anwesenden in die Pastaproduktion ein. Den Teig hatte ich schon am Nachmittag vorbereitet.

Heraus kam ein Medallion vom Rind auf Kreuterpasta an Schwarzbier-Honig-Sauce. Leider muss ich zugeben, das es auf dem Foto einen ganzen Tick besser aussieht als es wirklich war. Es ist erstens fraglich ob das wirklich Filet vom Rind war, dazu war das Fleisch zu faserig. Und für die Wucherpreise beim Bio-Fleischer (Kilopreis 59,- Euro) hätte ich echt was besseres erwartet.
Ich hatte auch schon ne gute Menge Wein drin, und wenn mir Phillip nicht beim montieren der Sauce geholfen hätte, wäre ich warscheinlich noch enttäuschter gewesen. Und der Saint Emilion, den ich in der Metro gekauft hatte, war auch nix und konnte nach einem vorzüglichen Cremant und einem anständigen Weißwein kaum ertragen werden – Phillip und mich hat das so frustriert, das wir nach Beendigung der Fresserei noch ins Wirtshaus Eckbert gingen, um uns nen ehrlichen Primitivo (ok, es waren 3) zu geben.
Aber soweit war es noch nicht, denn Susi als einzige Frau in unserer Runde war ja mit dem Dessert dran. Nach einem zufällig eingefangenem Posing (Susi, war das jetzt für Lemon, oder für uns Männer ?)…


…zog Susi ihre Brownie-Muffins aus dem Ofen…

…und kredenzte uns diese mit Vanille-Eis und Walnusskrokant.
Auch wenn wir bereits kaum noch Platz hatten, konnten wir uns diesen Abschluss nicht entgehen lassen, dazu ein Espresso aus 80-er Jahre Tassen von geschmackverirrten Designern.
Fazit: sollte man viel öfter machen. Wenn jeder nur einen Gang zubereitet, hat man ein opulentes Mahl, ohne Stress in der Küche. Man kann wunderbar plaudern, was übers Essen und neue Geschackserlebnisse kennen lernen. Und wenn man nicht wie ich so dämlich ist und beim Biometzger vergisst auf den Preis zu schauen, dann ist das ganze auch eine recht kostengünstige Veranstaltung (jeder bringt seine zutaten selber mit), die zu alledem viele Restaurants in Qualität und Gemütlichkeit um Längen schlägt.
Danke Susi, Jan und Phillip für diesen phantastischen Abend !
Gespeichert unter: Food-Dealer, Kochfreundin Susi, Zu Hause gekocht | Schlagworte: 4 Köche, Kochduell
Heute Abend werden sich bei mir noch 3 weitere Personen einfinden, und jeder wird für die anderen 3 einen Gang kochen. Was die anderen vorbereitet haben wissen wir nicht. Ich habe lediglich koordiniert, wer Vor- und wer Nachspeise macht und wer die beiden Zwischengerichte kocht.
Mit von der Partie:
- Wurstjan, mein Salamigott (hab hier mal nen Artikel über ihn geschrieben)
- Susi, meine berliner Koch- und auch sonst gute Freundin
- Phillip, Profibarmann, sensationeller Hobbykoch und Gastronaut und mein Top-Helfer bei Dinnerparties
- Na und icke
Der Ort des Geschehens vor der großen Sause:

Ich werd dann berichten wie es war (wenn ich nicht wieder vergesse, vor lauter Genuss ein paar Fotos zu schiessen).
Uups, jetzt aber schnell, das Speck-Zwiebel-Rosmarienbrot muss aus dem Ofen…
Gespeichert unter: Food-Dealer, Geschäfte | Schlagworte: Food-Dealer, italienische Lebensmittel in Berlin, Pasta, Pepita, Rosella, Salsiccia, Torrone

Mir wird gerade mal wieder bewusst, wie wichtig die Verkäufer oder Besitzer eines Ladens sind, um mir ein positives Einkaufserlebnis zu bescheren. Das gilt ganz besonders für den winzigen italienischen Lebensmittelladen mit dem Namen „Pepita“, der liebevoll von der Italienerin Rosella geleitet wird.
Vor 3 Jahren erhielt ich zum Geburtstag ein Glas Apricosensenf, eine kleine Schale und ein Pastagewürz zum Geburtstag in einer Geschenkverpackung und daran war eine Karte gebunden, die auf den Laden am Kotbusser Damm hinwies. Da ich bald 10 Jahre um die Ecke wohne, war ich verwundert. Wo sollte da ein italienischer Laden sein ? Und was will er dort ? So schön meine Wohnstrasse auch ist – der Kotbusser Damm um die Ecke (für alle, die den nicht kennen) beherbergt eine Fülle an Scheusslichkeiten, Billigramsch, 3 (!) Schl.ecker Märkten und gefühlt ca. 10 Dönerbuden. Die Architektur ist hässlich, die Menschen unfreundlich und man geht da wirklich nur hin, weil man dort einkaufen kann, oder wenn man zum U-Bahnhof möchte. Also: Was macht ein italienischer Laden dort, zumal das Laufpublikum zum größen Teil aus türkischen Mitbürgern besteht ?

Der Laden ist eingezwängt zwischen einer Spielothek und einem Klamottenladen und es verwundert nicht, das ich ihn bisher übersehen hatte. Nur wenn man direkt dran vorbei läuft, sticht er aus dem Einheitsgrau heraus. Und das sind gefühlte 10 Quadratmeter Italien, die es in sich haben !

In dem Laden stapeln sich auf kleinstem Raum ausgesuchte Spezialitäten, es gibt ein Weinregal, einen Kühlschrank mit Wurst, Öle, Gebäck, Grundnahrungsmittel, Süßigkeiten, alles liebevoll präsentiert in einer erstaunlichen Vielfalt. Und man bekommtnicht den üblichen Italien-Grosshändler-Standardkram, den das meiste ist von der Eigentümerin selbst importiert. Da macht es auch nichts, wenn mal die Lieblingspasta gerade nicht da ist. Mann weiss dann wenigstens, das diese speziell und einzigartig in Berlin ist und bei der nächsten Lieferung mitkommt. Andere Dinge sind daher auch nur saisonal erhältlich.
Und hinter em Tresen steht Rosella und versprüht ihren italienischen Charme, während sie sich gleichzeitig um ihr 2tes Baby kümmert. Schon Ihr erstes Kind verbrachte seine ersten Lebensjahre hinter und unter dem Tresen und seit er alt genug für den Kindergarten ist, scheint es fast so, als wäre gerade rechtzeitig Babynachwuchs gekommen.
Wirklich zu empfehlen sind die Salsiccia, eine pikant gewürze Bratwurst. Wenn ich mich recht erinnere, bekommt Rosella diese von einem in Berlin arbeitetenden italienischen Metzger geliefert. Regelmäßig kaufe ich hier meinen Risotto-Reis, Grano Duro Pasta Mehl oder Dosentomaten aus Sizilien. Torrone (die ital. Form von weissem Nugat) bekommt man in ganz besonders herrausragender Qualität. Geschäftstüchtig ist Rosella auch. Sie vergisst nie, Dich anzurufen, wenn sie ein Produkt reinbekommt, nachdem Du irgendwann einmal gefragt hast. Ein mal im Jahr feiert sie den Geburtstag des Ladens und dann kann man in Hülle und Fülle von allen Pasten, Saucen, Ölen und Weinen probieren.
Leztes Silvester schoss jemand durch eine der kleinen Fensterscheiben und steckte eine Rakete hinterher und die ganze Einrichtung und Ware brannte aus. Ob dies nur ein Dummer-Jungen-Streich war oder eine berechnende Brandstiftung, um Rosella zu vertreiben und noch eine Dönerbude zu eröffnen, bleibt im Dunkeln. Aber Rosella ließ sich nicht beirren. Kurze Zeit später war alles renoviert und es sah so aus, als wäre nie etwas gewesen. Sie verteidigte ihren Standort am Kottbusser Damm als wäre es die Top-Location auf der Friedrichstrasse. Allein dafür sollte man sie ehren.
Und natürlich bekommt man auch noch zu alledem einen sensationellen Espresso von Rosella, aber das versteht sich ja bei stolzen Italienern von selbst.
Anschrift:
Pepita
Kottbusser Damm 3
10967 Berlin (Kreuzberg)
Telefon: 61 65 62 23
Anfahrt
U-Bahn: Schönleinstraße
Öffnungszeiten
Mo-Sa 11-20 Uhr



