Einsortiert unter: Food-Dealer, Polen, polnische Küche | Schlagwörter: Bio Ziegenkäse, Käsefestival, Oscypek, Polnischer Käse, Turek
Zugegeben, ich dachte bisher nicht an polnische Produkte, wenn ich für eine vielfältige Käseplatte einkaufen ging. Auch nicht hier in Polen aber das sollte sich durch 2 Veranstaltungen grundlegend ändern.
Im Mai veranstalteten wir in Cooperation mit dem Slowfood Convivium Großpolen eine Genussreise für Berlin/Brandenburger Slowfood Mitglieder. 
Unser erster Tourstop war der ehemalige LPG-Hof der vor ein paar Jahren von Marek Grądzki angemietet wurde und Stück für Stück als Biobauernhof wieder hergerichtet wird. Neben einer Kapaunzucht (von denen es nur 2 Stück in Polen gibt) hat sich Marek auf die Produktion von Ziegen- und Kuhmilchkäsen spezialisiert.
Als wir aus dem Reisebus stiegen fühlten wir als wären wir gerade mit einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit gereist.
Auf dem sehr weitläufigen Hofgelände liefen, Pferde, Ziegen, Gänse und weiteres Gefieder frei herum, auf einer angrenzenden Grünen Wiese grasten die Kühe und in der großen Scheune grunzten die jungen Ferkel . Auch junge niedliche Lämmer können wir bestaunen. Ein echter Bilderbuch-Bauernhof ! Und ein nahezu geschlossenes Ökosystem. Alles was Marek zu sich nimmt, kommt vom eigenen Hof. Es dämmerte uns also schon, das auch die Produkte – fern von jeglicher Industrieproduktion- unter Verwendung hauseigener Zutaten ebenfalls aussergewöhnlich sein müssen.
Und Marek enttäuschte uns nicht. Er produziert wöchentlich gerade mal 25 Kilo Käse und Zeigt sich experimentierfreudig. So gibt es neben Ziegenkäsen verschiedener Reifdauer einen wunderbaren Kräuterkäse, oder einen roten Paprika-Käse, der in seiner hervorragenden Ausgeglichenheit zwischen mild und scharf seinesgleichen sucht.
Marek erklärt uns, was den Geschmack des Käses so samtig werden lässt. Die Kühe bekommen auf der Wiese neben dem Gras auch eine Menge Kräuter mit und keine Futterzusatzstoffe oder Antibiotika trüben die Mahlzeiten der Tiere. Und die Kühe danken es ihm: Die gewonnene Milch hat einen Fettanteil, der weit über dem Durchschnitt normaler Milchkühe liegt und das glückliche Kühe bessere Milch geben ist sowieso klar
Ausserdem bekamen wir bei der Verkostung auch etwas von Mareks sensationellem Kapaun zum probieren, aber das ist eine andere Geschichte, hier soll es ja um Käse gehen. Marek gibt seinen Käse garnicht in den Handel, Gastronomen und Fans reisen von weit an, um einige seiner Schätze zu ergattern. Nur wenige Wochen später sollte ich Marek und seinem Käse wieder begegnen.
Unser Freund, Slowfoodmitglied und Food-Impressario Wojtek Lewandowski, der auch für das Programm unserer Slowfood-Tour verantwortlich war, veranstaltete zum ersten mal ein 2-tägiges Käsefestival in dem kleinen Ort Turek. Das Wojtek diesen Ort auswählte war interessant – Turek ist den Polen eigentlich nur als Hersteller von Industriekäse bekannt, den man in JEDEM Supermarkt in Polen kaufen kann ! Aber vielleicht war seine Idee auch, daß die Besucher vor Ort probieren und vergleichen können und das der Biokäse (zumindest beim Hersteller erworben) kaum teurer aber immer besser im Geschmack ist ! Zusammen mit Gastro-Kollegen Piotr und der Liebsten machte ich mich also auf den Weg nach Turek.
Gleich am Markteingang begegneten wir Marek wieder und wir mussten uns richtig ranhalten, noch ein paar Stücke zu ergattern, denn erwartungsgemäß waren seine Vorräte nach dem ersten Festivaltag bereits so stark geschrumpft, das von einigen Sorten nur noch kleine Stücke übrig waren.
Ein weiterer, in Polen bekannter und beliebter Käse ist der “Oscypek”, ein elastischer geräucherter Harkäse aus Schafsmilch, der nur so genannt werden darf, wenn die Schafsbauern (und die Milch) aus der Bergregion um Sakopane kommen.
Im ganzen Land wird der Käse in Scheiben geschnitten und gegrillt auf Märkten und Volksfesten angeboten. Die Polen schwören drauf. Ich finds geschmacklich sehr lecker, aber die Konsistenz ist nicht so meins.
Leider gibt es kein Foto von einem ganz jungen fluffigen Käse, den wir ebenfalls verzehren durften und der mit Mohn und mit Honig gereicht wird. Dieser Käse quitschte ein bisschen lustig beim kauen, war aber alles andere als Gummi und auch ein Hochgenuss.
Aber auch andere Hersteller konnten bei uns geschmacklich punkten.
Zum Beispiel mit diesem milden Ziegenkäse von ganz anderer Konsistenz. Mir ist aufgefallen, daß die meisten Produzenten garkeine alten Bauern sind, die seit Generationen Ihren Käse nach traditionellen Familienrezepten herstellen, sondern durchaus junge individualisten und Abenteurer, die die Liebe zu lokalen Produkten und deren Qualität entdeckt haben und stolz auf die Ergebnisse ihrer entwickelten Zubereitungsarten sind.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Festival weiter wächst und auch internationale Foodies anlocken könnte, die neugierig geworden sind. Der polnische Käse hat es verdient, entdeckt zu werden !
Einsortiert unter: Food-Dealer, Food-Talk, Kochfreund Alex | Schlagwörter: Curry Puffs, Malaysia Club Deutschland e.V., Parade der Kulturen Frankfurt, Rendang Daging, TEC
von TheEverlastingClub (der einzige der im Moment Zeit findet, den Blog wiederzubeleben)
Nun wird es wieder kalt draussen, da erinnert man sich gerne an den letzten Sommer…
Unter strahlend blauem Himmel und bei allerbestem Wetter fand diesen Sommer wieder die „Parade der Kulturen“ am Mainufer in Frankfurt statt. Diese Veranstaltung ist ein kunterbuntes Fest der Völkerverständigung und ein Mekka für Foodophile Menschen mit grenzüberschreitender Neugier auf Fremdes und Neues. Dieses nicht-kommerzielle Fest wird von privaten Vereinen und Clubs ausgerichtet und die auf vielen anderen Volksfesten unvermeidlichen Standards wie Fischbrötchen, Pommes, Industriegebäck, Ruccola mit Balsamicopampe und kommerziellen Tand&Tinnef sucht man hier glücklicherweise vergebens. Vielmehr möchten die Teilnehmer landestypische und authentische Speisen anbieten, die man sogar in vielen guten Restaurants in dieser Form in Deutschland nicht finden kann. Begleitet wird das alles von viel Musik, Tanz und Folklore.
Wir teilten uns einen Stand mit dem „Malaysia Club Deutschland e.V.“ deren gut gelaunten und bunt bekleideten Mitgliedern wir bereits um 8 Uhr morgens halfen, Zelt und Verkaufsstände aufzubauen.
Nach kurzer Zeit war dann alles für den Ansturm der Massen bereit. Der Club Malaysia hatte jedenfalls ganze Arbeit geleistet : Im Angebot fanden sich neben vielen anderen Leckereien auf Holzkohlefeuer gegrillte, marinierte Satee-Spießchen mit roten Zwiebeln, frischen Gurken und Lontong, einer Art Klebereis, übergossen mit köstlicher, würziger Erdnuss-Sauce, die sich in Aroma und Geschmack ganz erheblich von den zumeist recht süßen Fertigsoßen abhob, die man sonst beim Asiaten um die Ecke bekommt.
Auch die „Curry Puffs“, als Halbmonde ausgebackene Teigtaschen mit einer Gemüse-Curryfüllung konnten sich sehen lassen
, auch wenn solch schwere Mehlspeisen sonst nicht so mein Ding sind.
Da sich Malaysien und Indonesien in vielen Bereichen ähnlich sind, lag es Nahe die Maylaysische Küchenpracht mit ebenfalls selbstgemachtem Indonesischem Essen zu ergänzen. Unsere Freundin Lina machte sich dafür die Mühe in ihrem Garten auf offenem Feuer das berühmte „Rendang Daging“ vorzubereiten, und zwar gleich 12 Kilo davon.
Rendang ist eine Art Curry-Eintopf aus Rindfleisch das mit sehr viel Koskosmilch und Chillies etwa 5 Stunden lang eingekocht wird. Das ist zwar etwas aufwendig, es macht aber auch großen Spaß dem Gericht beim Köcheln zuzusehen, wie es langsam einreduziert und dabei immer besser schmeckt!
Das Rendang wurde dann als Teil eines Gerichtes Namens „Nasi Campur“ angeboten (dem Malaysischen „Nasi Lemak“ sehr ähnlich, siehe Bericht über die ITB Berlin). Der Nasi Campur bestand aus leckerem, frisch gekochtem Reis, Eiern in Chilliesauce, Weiskohl mit grünem Curry, ausgebackenem Kroepoek (Krabbenbrot) und besagtem Rendang. Nicht unbedingt das, was der Hesse mal so zwischendurch nascht. Also nahmen wir uns sehr viel Zeit dafür, dem interessierten Gast die Gerichte zu erklären, und siehe da : Die Hemmschwellen fielen und alle waren sie begeistert! Und wenn es auch extrem heiß war am Samstag, unsere „Laksa“, nämlich köstliche Malaysische Kokos-Suppe (mit Huhn, Garnelen und knackigen Sojasprossen, aufgepeppt mit knusprigen Zwiebeln, abgerundet mit frischem Basilikum sowie Limette!) fand ebenfalls großen Zuspruch. In der prallen Mittags-Sonne genossen und mit echtem indonesischem Sambal nachgewürzt, führte das bei Manchem allerdings zu Hitzewallungen. Der Bierstand nebenan bedankte sich.
Zwischendurch war immer mal Zeit, sich an anderen Ständen umzusehen. Den meisten Spaß hatten wir mit unseren direkten Nachbarn aus Kamerun. Da kam wirklich Freude auf, wie diese vollkommen entspannten Afrikaner auf Holzkohle diverse Fleischspieße und ganze Fische (!) grillten und dazu ebenfalls gegrillte Banane (sensationeller Geschmack) und anderes Gemüse servierten. Und wenn Völkerverständigung doch immer so einfach wäre wie beim Essen : Unsere Freunde aus Malaysien stürzten sich begeistert auf den afrtikanischen Fisch.. um diesen dann mit ihrer malaysischen Chilliesoße zu würzen! (was toll geschmeckt hat). Bemerkenswert auch dieses T-Shirt für Fischfreunde : 
Bitte verzeiht das nicht zu allen Speisen Fotos da sind, aber aufgrund der Food-Ekstase vergaß ich mitunter das man das Zeug ja auch fotografieren kann. Aber wenn man mit seinen absoluten Leibgerichten ( also Fisch, Fleisch & Gemüse vom Grill & Asiatische Aromen) förmlich zubetoniert wird, tritt die Arbeit leicht in den Hintergrund.
An anderen Ständen wurde echter marokkanischer Cous Cous angeboten, weitere Spezialitäten aus Afrika, Griechenland, der Türkei, China und dann hab ich sogar ein ganz tolles POLNISCHES Gericht entdeckt, nämlich das fantastische BIGOS! (Vielleicht schreibt der artifischl ja mal was über Bigos?). Bis zum Anschlag abgefüllt machte dann auch der Blick auf Frankfurts schönstes Ufer, über den Main auf den Eisernen Steg und die Dreikönigskirche, Freude.
und auf die zufriedenen Besucher.
Hot people, hot weather, hot food. Einfach nur klasse.
In diesem Sinne
The Everlasting Club
Der Autor lebt in Frankfurt und findet dies, zumindest im Sommer, auch sehr spaßig. Weniger Spaß bereiten ihm Ruccolasalate mit Balsamicopampe.
Einsortiert unter: Dinnerparty, Food-Dealer | Schlagwörter: Frankfurter grüne Sauce, Wachteln
Deutsche Gastronomen ! Ihr wisst garnicht, wie gut ihr es heutzutage habt. Denn bei Euch gibt es ALLES ! Sogar in der Metro bekommt ihr aussergewöhnliche Geflügelsorten wie (und jetzt dürft Ihr Lachen) z.B. Wachteln. In Polen ist da völlig Fehlanzeige.
Da bin ich doch sehr froh, das vor einer Woche eine Vertreterin des Berliner (und ich erwähne den Namen gerne) Frischeparadieses vorbei kam und mir mitteilte, das nun auch nach Polen geliefert wird. Und deswegen gibt es am Montag Abend beim Friendsdinner Wachteln:
Und dann entdeckte ich im Katalog etwas, was mir als Hessenbub das Herz höher schlagen ließ – Kräuter für Frankfurter grüne Sauce !
Ich bestellte gleich 5 Pakete, und die kamen dann wirklich im Originalpapier gewickelt, so wie ich das schon als Kind gesehen habe. Toll.
Unser Menü sieht also wie folgt aus:
Amuse Gueule
Pancake Rolls mit frischkäse und Lachs
Starter
Junge Pellkartoffeln mit Italienischem hauchdünn geschnittenem Schinken und Frankfurter Grüner Sauce
Hauptgang
Gebackene Wachteln mit Salbeihonig überzogen, dazu geschmortes Fenchelgemüse
Dessert
Apple Crumble und Parfait mit caramelisierten Walnüssen
Einsortiert unter: Food-Dealer, In der Profiküche | Schlagwörter: Restaurant Einkauf
Manchmal merke ich schon, das Polen in kulinarischen Dingen, insbesondere im Angebot von Lebensmitteln etwas hinterher hinkt. Im Macro (das ist der polnische Name von Metro Cash & Carry) gibt es frische Kräuter, aber immer nur das gleiche: Basilikum, Petersilie und Melisse. Manchmal auch Minze und Salbei. Und gaaanz selten mal Rosmarin.
Und nun das nächste Ding: Ich bekomme keine Süsskartoffeln. Ich hab die aber auf der Januarkarte. Unser markthändler des Vertrauens, der uns eigentlich alles besorgen kann ist wegen Kälte (-10 Grad) geschlossen, er versucht aber nun über einen Warschauer Lieferanten etwas zu organisieren. Ich komme mir vor, als hätte ich gesagt: “Ich will frische Kirschen” oder so.
Manchmal bin ich wirklich kurz davor, ins Auto zu springen und eine 3 1/2 Std. Fahrt in Kauf zu nehmen um den ganzen Scheiss in Berlin zu erledigen
Einsortiert unter: Food-Dealer, Freunde, In der Profiküche, Polen, Restaurantgeschichten, schwierige Restaurantgäste, Typisch polnisch | Schlagwörter: polnische Silvesterparty, Topinambursuppe
- 3 Tage vor Silvester haben wir das Restaurant wieder aufgemacht. Einerseits bin ich erholt gewesen von dem Urlaub in den Mazuren, andererseits froh, wieder zurück zu sein. Und es gab ja noch einiges vorzubereiten. Die Panik stieg, das von irgendwas nicht genug da war. In der Regel wird nämlich immer genau das verlangt, was man nicht in Vorräten eingekauft hat. Aber wir waren vorbereitet: 2 Kisten Champagner, 7 Kisten Sekt, 40 Flaschen Vodka, 2 Fässer Bier, Säfte und diverse Spirituosen.
- Bis zum 31.12. Nachmittags steht das Telefon nicht still. Alle wollen Tickets, aber wir sind ausverkauft. 85 Plätze mehr geht nicht – halt, das ginge schon - aber dann gäbe es keine Tanzfläche. Ein weiser Entschluss, wie sich später mehr als deutlich heraus stellt. Absurde Gespräche halten meinen Chefkoch von der Arbeit ab:
Anrufer: “Für heute Abend 40 Tickets für das Silvestermenü”
Chefkoch: “Sorry, wir sind ausverkauft”
Anrufer:”Aber wir haben doch auch Tickrets fürs Theater”
Chefkoch:”Gut für Sie, aber wir sind ausverkauft”
Anrufer:”Aber wir wollen doch was essen”
Chefkoch:”Ja.”
Anrufer:”Kann ich dann vielleicht 10 Plätze haben ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”5 ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”2 ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”EINEN ?”
Chefkoch:” Vielleicht einen halben für Ihren Sohn, aber sie können nicht mitkommen”
(nein, der letzte Satz war dazu erfunden, aber der Rest war genau so)
- Einen Tag vor Silvester fahren mein Küchenchef und ich 120 km durch deine Walachei-ähnliche Region bei wildem Schneetreiben, um einen Topinambur-Bauern zu besuchen. Wir hatten diesen vor Weihnachten im Internet ausfindig gemacht. Er verkauft das leckere Zeug in Säcken á 50 Kilo (Mindestabnahme). Da sich das Zeug angeblich so nicht verschicken lässt und der Sohn nicht wie angekündigt nach Poznan kommen konnte um uns das Zeug zu liefern, fahren wir also da hin. Denn wir wollen an Silvester unbedingt Topinambur-Suppe als Starter bieten. Den Polen ist Topinambur als Lebensmittel völlig unbekannt, es wird dort ausschließlich zur Produktion von Biodiesel angebaut ! In Deutschland kostet Topinambur im Versand ca. 2,50 Euro je Kilo. In England gibt es in der Nähe von Bristol ein Hotel, das eine Topinambur-Suppe für 10 Pfund (!) angeboten hat. Unser Bauer möchte für das Kilo 3 Zlotti haben. Weil wir selbst abholen, gibt er es uns für 2 Zlotty, also etwa 50 Cent. Der Bauer versteht ehrlich gesagt nicht ganz,was wir damit machen wollen. Mein Chefkoch Arek erklärt es ihm. Daraufhin der nächste absurde Dialog:
Bauer: “Verstehe ich das also richtig, das da ist Dein Boss, ja ?”
Arek: “Ja”
Bauer: “Und Du bist der Chefkoch”
Arek: “Ja”
Bauer: “Und Ihr fahrt 120 Kilometer hin und 120 Kilometer zurück um Topinambur zu kaufen”
Arek: “Richtig”
Bauer: “Und dann macht ihr daraus SUPPE ???”
Arek: “Ja”
Bauer:”Ihr müsst total verrückt sein”
Arek:”Kann sein”
Bauer:”Ich sag euch was, ich lass meine Kinder zu Hause und komm mit einer Frau zu Euch zum Silvester Essen, sonst glaubt die mir kein Wort”
Arek:”Wir sind leider ausverkauft, aber wenn Du willst, dann könnt ihr in der Küche sitzen !”
Bauer:”Letzte Woche hab ich 25 Tonnen für die Biodieselproduktion verkauft, und heute 50 Kilo für Suppe”
Zurück in Posen müssen wir noch das Schweinefleisch abholen, das wir beim Prosiaczek bestellt haben (25 Kilo, das sind für mich trotz 3 1/2 Monaten Restaurant dann doch immer wieder Mengen, die ich früher so nicht mal eben eingekauft habe). Prosiaczek ist noch ein richtiger Einzelhandel-Metzger mit Delikatessen-Sevice und 3 Filialen, wie man das früher auch in Deutschland kannte, aber heute auch hier nur noch ganz vereinzelt anfindet. Denn mittlerweile (einen Tag vorher) steht auch das Menü für die Silvesterparty fest:
Topinamburcréme mit Chips von Blauen Schweden Kartoffeln
Gegrillte Jacobsmuscheln auf Süßkartoffelpürree mit Erbsenschaum
Bouquet von Blattsalaten mit Gänsestreifen und Orangendressing
Schweinebraten an Honig-Schwarzbiersauce und Kartoffelkuchen
Törtchen aus weisser und schwarzer Mousse mit gezuckertem Ingwer und Himbeersauce
- Am Nachmittag trudelten dann auch schon ein Teil meiner Freunde aus Deutschöland und Österreich ein. Das war richtig schön, hielt mich aber auch von den Vorbereitungen ab, aber meine Mitarbeiter waren 110 Prozent bei der Sache. Alles war so gut im Timing und weil am nächsten Nachmittag meine Freunde auch noch mithelfen, den gigantischen Berg von Topinambur zu schälen, fragte ich am Silvestertag nur 3 mal nach, ob noch alles im Zeitramen ist.
- Da einer unserer Köche ausgefallen war, musste ich selber richtig ranklotzen, aber das hat wirklich Spass gemacht. Allerdings habe ich dann natürlich in der Aufregung das Fotografieren ab und zu vergessen. Fotos gibts also nur spärlich und später. (Wer welche gemacht hat, sagt bescheid).
- Um 20:30 beginnt das Gästeeintrudeln, die Suppe schicken wir um 21:00 Uhr. In rascher Folge kommen Jacobsmuschel und Salat auf den Tisch. um 22:00 uhr bereite ich gerade das Hauptgericht zum schicken zu, als ich von meinem Barchef wegen einer schwer aufgebrachten Gruppe in den Gstraum gerufen werde. Die Gruppe brüllt auf mich ein, ich solle nun ENDLICH die Musik lauter machen, man wolle JETZT tanzen. Ich versuche freundlich zu vermitteln und werde niedergebrüllt. FInde dann doch einen in der Gruppe, der mit sich reden lässt. Ich biete als Kompromiss an, den Hauptgang zu schicken und danach den DJ anzuweisen lauter zu werden. Die Tanzfläche ist in sekunden brechend voll. Das es einen Interessenkonflikt gibt, da einige Gäste ihr Menü geniessen wollen und wir ja auch ein Retaurant und keine Disco sind interesiert die Brüllergruppe nicht. Mir wird das später so erklärt, das der Wodkakonsum an Silvester sofort zum Delirium führen würde, wenn man das nicht raustanzt zwischendurch. Ich dachte eigentlich immer, körperliche ertüchtigung fördert lediglich, das der Alkohol noch schneller im Blut und dann im Hirn landet um größtmöchlichen Schaden anzurichten, aber was weiss ich schon mit meinem nicht vorhandenen Mediziner-Weisheiten
.
- Der Rest des Abends verläuft glimflich und fröhlich. Soweit ich das beurteilen kann, war das Essen zwar lecker, aber an Silvester hätte es auch ein kleines Buffet getan, das regelmäßig mit Rolmops, sauren Gurken, Brot und Schmalz aufgefüllt worden wäre. Ich bin wenigstens sehr froh, das ich so viele Freunde aus Deutschland da hatte, die es fast alle zum ersten mal nach Polen geschafft hatten. Wir haben Unmengen von Alkohol übrig, zum Glück konnte ich wenigstens den Wein auf Komission bekommen. Die Polen haben mich im Wodkaumsatz maßlos enttäuscht, ich wünschte mir manchmal an dem Abend, es wären Norweger
.
Einsortiert unter: Essen gehen, Food-Dealer, In der Profiküche, Restauranteröffnung | Schlagwörter: Posen, Restauranteröffnung, Theaterrestaurant
Wer hätte das gedacht – jetzt gehts langsam ans Eingemachte. In einer 1,5-Stunden Telefonkonferenz mit dem Theater habe ich 27 Vertragspunkte verändert, geklärt oder gelöscht und das Theater spielte mit. YEEEESSSSS ! So werde ich wohl zu 99,9 % am 3. August einen Pachtvertrag für das Restaurant des Theater Nowy in Posen zeichnen. Und die Renovierung ist in der Übernahme auch schon mit drin (geschieht dann aber erst im August). ! Hier ein paar Bilder meiner Begehung letzte Woche, das wird alles noch Gestrichen, aber vermittelt hoffentlich einen guten ersten Eindruck !

Die Bar

Der erste Speiseraum

Der 2. Speiseraum

Separees

Vorraum zu den Toiletten

In den Raum hinter der Bar kommt eine Lounge
Tja, und jetzt in sehr straffem Zeitplan Gas geben ! Wer zur Eroffnung kommen will, kann sich vorraussichtlich am 6. September in Posen einfinden !
Einsortiert unter: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagwörter: autentisches Essen türkisch, Kelle Paça, Kotbusser Damm Berlin, türkische Lammkopf Suppe

Einer der Vorteile wenn man in Berlin lebt ist der, das man wirklich fast alles zu Essen bekommt, was in den Kulturen der Welt so angeboten wird. Und zwar häufig so, wie es im Ursprungsland zubereitet wird und nicht eine Deutsche Version von irgendwas (Italiener lachen zu Recht über unsere Version von Spagetti Bolognese). Ich gehe gerne dort essen, wo viele Einheimische des jeweiligen landes verkehren, denn dann kannst Du davon ausgehen, das es original und gut ist.
In meinem Bezirk Neukölln gibt es auf dem Kotbusser Damm zwar gefühlte 20 Dönerläden, die alle “Mit Sosssse ? Und Schaaaf?” anbieten aber es lohnt sich, auch hier mal zu versuchen, die Unterschiede zu entdecken. Einrichtungstechnisch sind die Läden für unser Auge natürlich alle komplett indiskutabel, aber da wollen wir mal drüber weg sehen. Viele dieser Dönerläden haben nämlich einen Restaurantteil und bei denen ist auch die Speisekarte vielseitiger. Auch die Anrichtung ist eher bescheiden, ABER (und jetzt kommts) der Geschmaaaaaaak !!!!! :
Ich hatte heute das erste mal Kelle Paça gegessen. Das ist eine Suppe vom Lammkopf und Lammschenkel. Der Geschmack der Brühe ist wirklich sehr intensiv, ich glaube, das musste über viele Stunden gekocht werden um so einen heftig guten effekt auf der Zunge zu erzielen. Ja, es schmeckt sehr intensiv nach Lamm, aber eben nach Lamm und nicht nach Hammel. Aber ich habe NIRGENDS ein deutsches Rezept gefunden, nur ein türkisches. Kann das mal bitte jemand übersetzen ?
Malzemeler:
KELLE KUZU
Paca
YOĞURT
YUMURTA
A.Ç. YAĞI
SARMISAK
SİRKE
TUZ
K. .BİBER
Yapılışı:
Paçalar önce biraz ateş üzerinde tutulur, ütülenir. Sonra kılları iyice kazınır. İki tırnağı arasındaki kıl kesesi yarılarak çıkartılır. İyice yıkanıp büyükçe bir tencereye konur. ay çiçek yağı, sarımsak, yarım limon, bir soğan konarak pişirilir. Piştikten sonra kemiklerden ayrılır, iliklerin çıkması için iyice silkelenir. Başka bir kapta yumurta sarısı, bir limon suyu, un, yarım bardak soğuk su iyice çarpılır. Çorbaya süzülür. Etlerde konarak un kokusu gidinceye kadar kaynatılır. ![]()
Einsortiert unter: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagwörter: Chinarestaurant, Diffenbachstrasse, Dim Sum Berlin, Tangs Kantine

In der Berliner Diffenbachstraße hat ein neuer Chinese aufgemacht. Bäääh, Chinese, immer dieser Glutamat-Scheiss und völlig un-authentisch werden jetzt wieder einige rufen, aber es gibt mittlerweile einige Läden in Berlin, die so garnichts mit Pseudo-Chinafood (Ente Süss-Sauer aus der Microwelle) zu tun haben und sich bemühen, echtes Chinesisches Essen auf den Tisch zu bringen. In vorbildlicher Art kann man das in Tangs Kantine genießen.

Neben vielen leckeren Gerichten bietet er auch die (ich nehm das mal vorweg) sensationellsten Dim Sum an, die ich bisher gegessen habe. Das sind kleine gefüllte Häppchen, die gedünstet oder frittiert in kleinen Bambuskörbchen gereicht werden.
Bei Tang gibt es 8 verschiedene Dim Sum, je nach Art enthält ein Körbchen 2, 4 oder 5 dieser Teigtaschen und sind pro Körbchen für gerade mal 3 Euro zu bekommen. Da wir uns nicht entscheiden konnten, bestellten wir einfach einmal alle 8 Körbchen, die angeboten werden, leider war schon eines Ausverkauft. Aber 7 unterschiedliche Körbchen ist genau die richtige Menge für 2 Personen. Na da wollen wir mal reingucken was da so drin ist:

Diese hier waren mit einer sehr würzigen Spinat-artigen Masse gefüllt.

Das hier erinnerte von der Konsistenz stark an Germknödel und war süß gefüllt, mit Pflaumen glaube ich.

Dies hier hat eine Garnelen-Füllung. Info für Alex: Ha-Gao ist der Tailändische Name, der Chinesische ist ganz anders (hab ich vergessen) aber auf jeden Fall ein absolutes Highlight.

Die Fleischfüllung hier war genau richtig gewürzt.

Und dies ist, soweit ich mich erinnere, eine Krebsfleisch Gemüse Füllung.
Neben dem absolut phantastischen Gaumengenüssen überzeugte der Laden auch noch mit sensationellem Service, relativ kurzer Wartezeiten (obwohl die ganze Aussenterasse voll war) und einem Ansprechenden Design, lediglich die großen roten Lampen und ein paar Schriftzeichen erinnerten an Chinakultur, von goldenen Drachen und ähnlichem Tinnef wird man hier verschont.
Unbedingt ausprobieren !
Liebe Susi, danke für den Tip !Ohne den wäre ich da wohl nicht gelandet.
»tangs kantine« Feinste chinesische Küche
Dieffenbachstr. 18 • 10967 Berlin
Telefon: 030. 69 814 658 • kontakt@tangs-kantine.de
Täglich geöffnet von 11.30 bis 23 Uhr
»tangs kantine« Feinste chinesische Küche
Dieffenbachstr. 18 • 10967 Berlin
Telefon: 030. 69 814 658 • kontakt@tangs-kantine.de
Täglich geöffnet von 11.30 bis 23 Uhr
Einsortiert unter: Food-Dealer, Märkte | Schlagwörter: Spargel, Türkenmarkt Kreuzberg
Wie gut könnt Ihr schätzen ? Was kosten in Berlin auf dem Türkenmarkt 8 Bund grüner Spargel ? Bitte mal mit-Pollen und dann nach unten Scrollen.

Richtige Antwort:
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1 Euro !
Heute auf dem Türkenmarkt. Kurz vor Marktschluss hauen die jungs alles Raus, Hauptsache es kommt weg. Es gab eine ganze Kiste Cherrytomaten (ca. 4-5 Kilo) für einen Euro, eine Ganze Wassermelone für einen Euro und ein Stand hatte Spargel und der Typ brüllte die ganze Zeit was von 2 Bund für nen Euro. Als ich heran trat, fragte er mich, wie viel ich brauche. Ich antwortete “2″. Er nahm eine große Tüte, kassierte den Euro und packte mir 8 Bunde ein
Einsortiert unter: Essen gehen, Food-Dealer, Food-Talk, Geschäfte, Typisch polnisch | Schlagwörter: Hala Mirowska, Kulturpalast, Markthalle, polnische Spezialitäten, Rozbrat 20, Warschau kulinarisch, Zapikanka
Vor kurzem begleitete ich meine Liebste mal wieder nach Warschau, eine Stadt, der ich bisher nicht so wahnsinnig viel abgewinnen konnte – ich fand es immer zu laut, zu hässlich, zu voll und zu uninteressant. Diesmal hatte ich jedoch vorher einen Alternativreiseführer Warschau geschenkt bekommen und somit einen sehr aufregenden, spannenden und schönen Tag erlebt. Ich teile diese Fotosafari in 2 Teile, demnächst kommt dann noch “Warschau Touristisch”, aber nun erstmal die Food-Blogger afine Safari “Warschau Kulinarisch”.
Zu aller erst fuhren wir mit der U-Bahn (es gibt in Warschau exakt 1.0 U-Bahnlinien) zum Kulturpalast im Zentrum von Warschau

Zum Fuße dieses Gebäudes gibt es ein paar kleine Buden, die neben Getränken auch ein paar heisse Snacks verkaufen.

Unter anderem gibt es dort das einzige autentisch polnische Fastfood, nämlich Zapikanka !

Ein Baguette-artiges weiches Brot mit Pilzen und Käse überbacken, obendrauf kommt Ketchup. Die Zapikankas in Posen sind nicht zu empfehlen, dieses jedoch war ein SEHR leckerer schneller Snack !
Ein paar Meter weiter verkaufte eine Frau aus einem Lieferwagen heraus diverse polnische Gerichte.

Das scheint in polen völlig normal zu sein. Der Polizist am ende der schlange steht nicht da, um den Laden zu schließen, sondern um sich was leckeres günstig zu essen zu kaufen. Das ist mir in Warschau oft aufgefallen. Leute parken ihre Autos am Bordsteinrand, offnen den Kofferaum und verkaufen irgendwas, häufig selbstangebaute Lebensmittel, aber auch Unterwäsche, Porzellankitsch und Krempel. Und man braucht keine Genehmigung dafür, oder es interessiert einfach keinen. Das gefällt mir.
Im Kulturpalast gab es eine art “Mitmachausstellung” wo man sich köpfen lassen konnte und einen Ehrenplatz in der Obstschale bekam:

In meinem Reisefüherer hatte ich von der Hala Mirowska gelesen, eine über 100 Jahre alte Markthalle, da wollte ich hin !

Davor befanden sich einige Blumenstände in direkter nachbarschaft mit alten huzeligen Omas, die gehäkelte Deckchen oder geschirr zur Aufbesserung der Rente vertickten.

In der ersten Halle dann erstmal große Enttäuschung – der eigentlich schöne Bau ist zu einer art Billigsupermarkt verkommen, der ziemlich Kundenleer gewesen ist.

Aber aussenrum gab es ein paar Einzelstände, z.B. mit Spirituosen, man hat definitiv eine interessantere Wodka-Auswahl als in Berlin…

…sowie ein Stand mit einem sehr skurilen “Kunst”-Schaukasten.

Man beachte den coolen Frosch. Aber das kann ja nicht alles gewesen sein. War es zum Glück auch nicht. Denn hinter dieser schönen Backsteinbauhalle gab es noch eine 2te Halle ein 70er-Jahre Kommunismus-Neubau mit anschließender Freifläche, und der hatte ganau das zu bieten was ich erwartet hatte.

Viele kleine Stände mit polnischen Spezialitäten wie Piroggi oder gefüllten Pfannkuchen.

Natürlich gab es viele Obst- und Gemüsestände, im Vergleich zu Berlin allerdings häufig mit regionalen und/oder saisonalen Produkten.

Aber auch hier sind die Radieschen um diese Jahreszeit noch nicht wirklich scharf. Allerdings kostet hier der Bund 1,50 Zloty, das sind ca. 34 Cent !

Auch in Polen isst man gerne Spargel.

Und man bekommt fast überall lecker geräucherten Fisch…

…oder man sucht sich ‘nen lebenden aus.

Ausserdem gibt es in groben Brotstücken pannierte Schnitzel und eine Unmenge an pannier-frittiertem Zeugs, das ich leider nicht alles probieren konnte, da wir noch weitere Kulinaria zu entdecken hatten.

Aber wir gönnten uns ein halbes Kilo Erdbeeren, die wohl leckersten nach Erdbeere schmeckenden polnischen Erdbeeren, die ich seit Jahren gegessen habe.Das ging so schnell, das ich vergaß, ein Foto zu machen.
Statt dessen machte ich dann ein Foto von dem “Essen” oder wie man das nennen soll, das es in einer vegetarischen (sic!) Kantine gab, die meine Liebste früher ab und zu besuchte, als sie in Warschau studierte. Wohl eher aus nostalgischen Gründen gingen wir da rein. Ich kann schon spüren, wie es den Fressack schüttelt und das zu recht. Das Zeug schmeckte nicht nur fade sondern es wurde warscheinlich auch schon seit Stunden warm gehalten, war aber nur lauwarm. Der Saft allerdings auch !

Um den Scheissgeschmack aus dem Mund zu bekommen, gingen wir in eine alte Cafe-Bar mit dem Namen “Bajka” was übersetzt “Märchen” heisst. Ich weiss nicht, ob das polnicher Humor ist, denn der Laden hatte nicht wirklich was märchenhaftes sondern eher sowas wie – hmmm – kommunistischer charme ? In dem Laden waren die Wände mit so was ähnlichem wie Grünen Kacheln an den Wänden ausgekleidet, man fühlte sich wie in einer Bedürfnisanstalt, überall saßen heftig rauchend schweigende Männer aber der Kaffee mit Schlagsahne war sensationell und billig.

Lediglich die Preise sind hier in den letzten 30 Jahren ein wenig angestiegen. Vor 8 Jahren gab es zum Beispiel einen Kaffee noch für 2 Zloty. Besonder interessant ist, das Piwo (das polnische Wort für Bier) nicht unter “Alkohol” steht, sondern unter “Erfrischungsgetränke” (Napoje Zimne) !!! Aber für die Insassen des Ladens zählt Bier anscheinend nicht richtig zu Alkohol.

Nach dieser etwas merkwürdigen Erfahrung machten wir uns auf den Weg durch wunderschöne alte Parkanlagen zu einer echten kulinarischen höchstleistung Warschaus, dem “Rozbrat 20″. Der Laden ist eines meiner schönsten Restaurant-Erlebnisse in diesem Jahr gewesen.

Ein uglaublich schones Restaurant, auf den ersten Eindruck ganz Simpel in vornehmlich Schwarz-Weiss gehalten, mit einem hellen Holzfussboden und vielen kleinen und großen liebenswerten Details.

Schöne Blumenarrangements, tolle Fotos, eine Angenehme Beleuchtung, Fenster bis zum Boden überall stehen Holzweinkisten in denen der angebotene Wein präsentiert wird. Leichte Jazzmusik und eine kleine aber feine Karte runden zu einem – für mich – perfektem Gesammtbild ab.
Geschaffen hat das alles Monika, die rechte Lady auf dem nächsten Foto. Sie hat zusammen mit meiner Liebsten Schauspiel studiert, danach noch ein Regie-Studium drangehängt und vor einem halben Jahr diesen Laden eröffnet. Und weil das wohl noch nicht reicht ist sie auch noch Mutter geworden. Aber trotz ihrer vielen Aktivitäten saß sie völlig relaxed mit uns am Tisch und wirkte sehr ausgeglichen.

Der Italienische Kellner, der kaum polnisch oder englisch sprach, überspielte diese Unzulänglichkeit durch Charme versprühen und alle weiblichen Gäste lagen ihm zu Füssen ! Ach ja, was kleines habe ich dann auch noch gegessen, Zanderfilet auf einer Creme Brulée aus Ziegenkäse und Spargel. Das war ein Gaumenschmaus, der seinesgleichen sucht.

Die Karte selbst war klein, handgeschrieben und beinhaltete gerade mal 16 Gerichte. Genau so wie ich das machen würde ! Es versteht sich von selbst, das fast alles was ich auf den anderen Tischen erspähte sensationell lecker ausgesehen hat.

Obwohl wir von dem Tag, der vielen Lauferei, und den zahlreichen Eindrücken etwas erledigt waren, konnten wir nun nicht nach Hause gehen. Wir entschieden uns für einen Absacker an einer Bar, die auch gut hätte in Kreuzberg sein können:

Alles in allem ein sensationeller Tag, Wiederholung durchaus angedacht und Nachahmung schwerstens empfohlen !






















