Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Break Even
11 Oktober , 2009, 1:02
Gespeichert unter: Food-Talk, In der Profiküche, Restaurantgeschichten | Schlagworte: ,

Letzten Dienstag hab ich mir mal selbst auf die Schulter geklopft. Das hatte ich mir im warsten Sinne des Wortes VERDIENT. Denn wir haben es geschafft, im Ersten Monat mit ner positiven Null abzuschließen. Soll heissen: Alle Rechnungen waren bezahlt, die Miete auch und ich habe 10 Gehälter, sowie die Lohnnebenkosten dafür überwiesen. Ich hab zwar noch nix für mich und meine Investoren verdient, aber dieses Ergebnis ist schon jetzt sensationell und wesentlich besser, als ich mir für den ersten Monat erträumt habe. Wer sich in der Gastronomie ein bisschen auskennt, weiss wie schwierig das ist und was das bedeutet. Jetzt heisst es: Am Ball bleiben und Gas geben ! Denn wir stehen am Anfang und ich hoffe, meinen Umsatz in den Nächsten Monaten zu verdreifachen. Ich denke das ist realistisch.

Gestern und heute hatten wir das erste mal an einem „normalen“ Tag zeitweise alle Tische besetzt. Ein gutes Gefühl. Vor allem für die Küche. Denn es gibt nix bescheuerteres, als in der Küche zu stehen und zu warten. Und meine Köche waren voller Tatendrang. Nebenbei haben sie dann noch ein Dessert ausser der Reihe (also nicht auf der Karte) gebastelt und den haben wir dann auch gleich noch 6 mal verkauft:

frucht-nachtisch

Das ganze ist eine Art Panna Cotta mit einem großen Menge an weisser Schokolade und gefüllt mit frischen Beeren.  Nicht nur mein Chefkoch, auch Dominik, der Mann mit der längsten Berufserfahrung in der Küche weiss, wie man Menschen glücklich macht. Das Dessert war zum NIEDERKNIEEN.



Köche Stöckchen
27 August , 2009, 10:18
Gespeichert unter: Food-Talk, Zu Hause gekocht | Schlagworte:

Da ich gerade eine Liste schreibe, was ich morgen meine ersten 17 (!) Bewerber für die Stelle des Chefkochs in meinem Restaurant fragen werde, inspirierte mich das zu meinem ersten Stöckchen. Mal sehen ob das klappt ! Hier die Fragen:

- Wie lange kochst Du ?

- Hast Du eine Koch-Ausbildung oder bist du eher der „Learning by doing“-Typ ?

- Was isst Du am liebsten (nenne maximal 5 Gerichte)

- Welche Küche bevorzugst Du (Land/Region)

- Was oder wer inspiriert Dich beim kochen ?

- welches Essen würdest Du anbieten, wenn Du ein Restaurant hättest ?

- bestes Geschmackserlebnis, das Dir spontan einfällt.

- und was war total ekelig ?

- Bester Nahrungsmittel-Dealer bei Dir in der Nähe ?

Soooo. Ich werfe dieses Stöckchen natürlich in Richtung Wortteufelmann, Fressack (wehe Du kneifst, ach ja, Du könntest auch mal wieder was schreiben ;-) ), Sammelhamster , Winnegirl und jeder der mag, darf das gerne auffangen und entweder hier als Kommentar oder im eigenen Blog beantworten.



Cookipedia
14 Juli , 2009, 10:06
Gespeichert unter: Food-Talk | Schlagworte: , ,

Kennt jemand von Euch Foodies diese Seite ?

http://www.cookipedia.co.uk

Ich finde wir sollten die mal durch mehr Gerichte in der Section „German Recipes“ aufstocken.

http://www.cookipedia.co.uk/wiki/index.php/Category:German_recipes

Ich glaube, die Seite könnte sich zu nem netten Nachschlagwerk entwickeln, mal ne andere Quelle, als Marions Kochbuch oder Chefkoch, die immer auftauchen, wenn man mal ein Rezept sucht.



Für den Fressack
1 Juli , 2009, 3:42
Gespeichert unter: Food-Talk, In der Profiküche | Schlagworte: ,

Als ich vor einiger Zeit mal nach Fressacks neuer Gaststätte gegoogelt hatte, fand ich diese Seite bei Go Yellow, dessen Werbeanzeige mich in Verbindung mit dem Lokal dann doch scmunzeln lies:

(Zur Vergrößerung einfach das Bild anklicken)

goyellow-für-fressack

Und ich habs immernoch nicht geschafft, da mal hinzugehen. Lieber Fressack, ich hoffe, es wird wenigstens im Herbst was mit nach Frankfurt kommen.



Butter – Burro di Bufala
16 Juni , 2009, 11:23
Gespeichert unter: Food-Talk | Schlagworte: ,

Vorgestern entdeckte ich bei „Piotr i Pavel“ (das ist eine Supermarktkette, vom Angebot etwa wie E.de.ka) das hier:

butter-bufala

Musste ich sofort kaufen, auch wenn ca. 1,50 Euro für 125 Gramm Butter ganz schön heftig sind. Aber das Zeug ist wirklich extrem lecker und macht schnell schwerst abhängig. Der Aufdruck auf der Verpackung ist in 4 Sprachen, unter anderem auch auf Deutsch. Hat jemand diese Butter schon mal in nem deutschen Kühlregal entdeckt ?



Polnische Fotosafari Teil IV – Warschau kulinarisch

Vor kurzem begleitete ich meine Liebste mal wieder nach Warschau, eine Stadt, der ich bisher nicht so wahnsinnig viel abgewinnen konnte – ich fand es immer zu laut, zu hässlich, zu voll und zu uninteressant. Diesmal hatte ich jedoch vorher einen Alternativreiseführer Warschau geschenkt bekommen und somit einen sehr aufregenden, spannenden und schönen Tag erlebt. Ich teile diese Fotosafari in 2 Teile, demnächst kommt dann noch „Warschau Touristisch“, aber nun erstmal die Food-Blogger afine Safari „Warschau Kulinarisch“.

Zu aller erst fuhren wir mit der U-Bahn (es gibt in Warschau exakt 1.0 U-Bahnlinien) zum Kulturpalast im Zentrum von Warschau

kulturpalast

Zum Fuße dieses Gebäudes gibt es ein paar kleine Buden, die neben Getränken auch ein paar heisse Snacks verkaufen.

zapiekanka1

Unter anderem gibt es dort das einzige autentisch polnische Fastfood, nämlich Zapikanka !

zapiekanka2

Ein Baguette-artiges weiches Brot mit Pilzen und Käse überbacken, obendrauf kommt Ketchup. Die Zapikankas in Posen sind nicht zu empfehlen, dieses jedoch war ein SEHR leckerer schneller Snack !

Ein paar Meter weiter verkaufte eine Frau aus einem Lieferwagen heraus diverse polnische Gerichte.

aus-auto-verkauf

Das scheint in polen völlig normal zu sein. Der Polizist am ende der schlange steht nicht da, um den Laden zu schließen, sondern um sich was leckeres günstig zu essen zu kaufen. Das ist mir in Warschau oft aufgefallen. Leute parken ihre Autos am Bordsteinrand, offnen den Kofferaum und verkaufen irgendwas, häufig selbstangebaute Lebensmittel, aber auch Unterwäsche, Porzellankitsch und Krempel. Und man braucht keine Genehmigung dafür, oder es interessiert einfach keinen. Das gefällt mir.

Im Kulturpalast gab es eine art „Mitmachausstellung“ wo man sich köpfen lassen konnte und einen Ehrenplatz in der Obstschale bekam:

obst

In meinem Reisefüherer hatte ich von der Hala Mirowska gelesen, eine über 100 Jahre alte Markthalle, da wollte ich hin !

hala1

Davor befanden sich einige Blumenstände in direkter nachbarschaft mit alten huzeligen Omas, die gehäkelte Deckchen oder geschirr zur Aufbesserung der Rente vertickten.

hala2-flowers

In der ersten Halle dann erstmal große Enttäuschung – der eigentlich schöne Bau ist zu einer art Billigsupermarkt verkommen, der ziemlich Kundenleer gewesen ist.

hala4-übersicht

Aber aussenrum gab es ein paar Einzelstände, z.B. mit Spirituosen, man hat definitiv eine interessantere Wodka-Auswahl als in Berlin…

hala3-wodka

…sowie ein Stand mit einem sehr skurilen „Kunst“-Schaukasten.

kunst

Man beachte den coolen Frosch. Aber das kann ja nicht alles gewesen sein. War es zum Glück auch nicht. Denn hinter dieser schönen Backsteinbauhalle gab es noch eine 2te Halle ein 70er-Jahre Kommunismus-Neubau mit anschließender Freifläche, und der hatte ganau das zu bieten was ich erwartet hatte.

hala5-backstein

Viele kleine Stände mit polnischen Spezialitäten wie Piroggi oder gefüllten Pfannkuchen.

hala6-piroggi

Natürlich gab es viele Obst- und Gemüsestände, im Vergleich zu Berlin allerdings häufig mit regionalen und/oder saisonalen Produkten.

hala7-nuts

Aber auch hier sind die Radieschen um diese Jahreszeit noch nicht wirklich scharf. Allerdings kostet hier der Bund 1,50 Zloty, das sind ca. 34 Cent !

hala10-radis

Auch in Polen isst man gerne Spargel.

hala9-spargel

Und man bekommt fast überall lecker geräucherten Fisch…

hala8-fisch

…oder man sucht sich ‘nen lebenden aus.

fisch2

Ausserdem gibt es in groben Brotstücken pannierte Schnitzel und eine Unmenge an pannier-frittiertem Zeugs, das ich leider nicht alles probieren konnte, da wir noch weitere Kulinaria zu entdecken hatten.

hala6a-brotschnitzel

Aber wir gönnten uns ein halbes Kilo Erdbeeren, die wohl leckersten nach Erdbeere schmeckenden polnischen Erdbeeren, die ich seit Jahren gegessen habe.Das ging so schnell, das ich vergaß, ein Foto zu machen.

Statt dessen machte ich dann ein Foto von dem „Essen“ oder wie man das nennen soll, das es in einer vegetarischen (sic!) Kantine gab, die meine Liebste früher ab und zu besuchte, als sie in Warschau studierte. Wohl eher aus nostalgischen Gründen gingen wir da rein. Ich kann schon spüren, wie es den Fressack schüttelt und das zu recht. Das Zeug schmeckte nicht nur fade sondern es wurde warscheinlich auch schon seit Stunden warm gehalten, war aber nur lauwarm. Der Saft allerdings auch !

waw-vegetarisch

Um den Scheissgeschmack aus dem Mund zu bekommen, gingen wir in eine alte Cafe-Bar mit dem Namen „Bajka“ was übersetzt „Märchen“ heisst. Ich weiss nicht, ob das polnicher Humor ist, denn der Laden hatte nicht wirklich was märchenhaftes sondern eher sowas wie – hmmm – kommunistischer charme ? In dem Laden waren die Wände mit so was ähnlichem wie Grünen Kacheln an den Wänden ausgekleidet, man fühlte sich wie in einer Bedürfnisanstalt, überall saßen heftig rauchend schweigende Männer aber der Kaffee mit Schlagsahne war sensationell und billig.

altes-cafe2

Lediglich die Preise sind hier in den letzten 30 Jahren ein wenig angestiegen. Vor 8 Jahren gab es zum Beispiel einen Kaffee noch für 2 Zloty. Besonder interessant ist, das Piwo (das polnische Wort für Bier) nicht unter „Alkohol“ steht, sondern unter „Erfrischungsgetränke“ (Napoje Zimne) !!! Aber für die Insassen des Ladens zählt Bier anscheinend nicht richtig zu Alkohol.

altes-cafe1

Nach dieser etwas merkwürdigen Erfahrung machten wir uns auf den Weg durch wunderschöne alte Parkanlagen zu einer echten kulinarischen höchstleistung Warschaus, dem „Rozbrat 20″. Der Laden ist eines meiner schönsten Restaurant-Erlebnisse in diesem Jahr gewesen.

rozbrat5

Ein uglaublich schones Restaurant, auf den ersten Eindruck ganz Simpel in vornehmlich Schwarz-Weiss gehalten, mit einem hellen Holzfussboden und vielen kleinen und großen liebenswerten Details.

rozbrat4

Schöne Blumenarrangements, tolle Fotos, eine Angenehme Beleuchtung, Fenster bis zum Boden überall stehen Holzweinkisten in denen der angebotene Wein präsentiert wird. Leichte Jazzmusik und eine kleine aber feine Karte runden zu einem – für mich – perfektem Gesammtbild ab.

Geschaffen hat das alles Monika, die rechte Lady auf dem nächsten Foto. Sie hat zusammen mit meiner Liebsten Schauspiel studiert, danach noch ein Regie-Studium drangehängt und vor einem halben Jahr diesen Laden eröffnet. Und weil das wohl noch nicht reicht ist sie auch noch Mutter geworden. Aber trotz ihrer vielen Aktivitäten saß sie völlig relaxed mit uns am Tisch und wirkte sehr ausgeglichen.

Rozbrat1

Der Italienische Kellner, der kaum polnisch oder englisch sprach, überspielte diese Unzulänglichkeit durch Charme versprühen und alle weiblichen Gäste lagen ihm zu Füssen ! Ach ja, was kleines habe ich dann auch noch gegessen, Zanderfilet auf einer Creme Brulée aus Ziegenkäse und Spargel. Das war ein Gaumenschmaus, der seinesgleichen sucht.

rozbrat2

Die Karte selbst war klein, handgeschrieben und beinhaltete gerade mal 16 Gerichte. Genau so wie ich das machen würde ! Es versteht sich von selbst, das fast alles was ich auf den anderen Tischen erspähte sensationell lecker ausgesehen hat.
rozbrat6

Obwohl wir von dem Tag, der vielen Lauferei, und den zahlreichen Eindrücken etwas erledigt waren, konnten wir nun nicht nach Hause gehen. Wir entschieden uns für einen Absacker an einer Bar, die auch gut hätte in Kreuzberg sein können:

bar

Alles in allem ein sensationeller Tag, Wiederholung durchaus angedacht und Nachahmung schwerstens empfohlen !



7. Bratwurstmeisterschaft der Fleischerinnung Berlin
26 April , 2009, 9:21
Gespeichert unter: Food-Talk, Märkte | Schlagworte: , , , ,

Heute wurde in Berlin per Volksentscheid über Pro-Reli abgestimmt, aber da ich dort als dänischer Staatsbürger nicht mitmachen durfte, bin ich in die Domäne Dalem gefahren um für den Publikumspreis der besten Bratwurst in Berlin und Brandenburg in 3 Kategorien abzustimmen. Ist sowieso viel eher mein Thema.

Die mit Metzgereiständen gefüllte Domäne Dalem bei einem Strahlend blauen Frühlingstag.

Die mit Metzgereiständen gefüllte Domäne Dalem bei einem strahlend blauen Frühlingstag.

Am Einlass erhielt man einen Bewertunsbogen und 3 mal an dem Tag gab es Publikumsbewertungsrunden, bei der für 30 Minuten an allen Ständen Proben der Bratwurst kostenlos verköstigt wurden.

FÜr Special Effekts sorgt der Griller

Für Special Effects sorgt der Griller - Don't walk on the Saussage, Smoke it Man !

Die Proben werden dann in kleinen Stücken mit Zahnstochern drin angeboten.

Im Bild: Proben einer garnicht mal so leckeren Bärlauchbratwurst

Im Bild: Proben einer garnicht mal so leckeren Bärlauchbratwurst

Bei den konkurrierenden Metzgern waren dieses Jahr mehreren Metzgern die gleiche Idee gekommen, eine Bratwurst mit Bärlauch zu kreiieren. Leider vielen die beiden Varianten der Metzgerei Ullrich und der Mosaik-Werkstätten bei mir völlig durch. Die grobe Bärlauchbratwurst von Klaus Gerlach hingegen siegte bei mir auf dem Stimmzettel in der Kategorie „Berliner“.

Metzger erklären die Wurstherstellung

Metzgers beim wursten

Im Ramenprogramm der Fleischerinnung wurde  unter anderem gezeigt, wie man Wurst herstellt, ausserdem gab es einige Stände mit Gewürzen, Marinaden, Kochutensilien, Schnäpsen und natürlich Wurstwaren.

Angeblich kann dieser Ketchup aus Brandenburg was.

Angeblich kann dieser Ketchup aus Brandenburg was.

Das wäre was für den Fressack gewesen...

Das wäre was für den Fressack gewesen...

Auch eine Band war am Start:

Die Bee Gees ! Zumindest laut Aussage des ununterbrochen sitzenden Sängers hatten sie sich früher so genannt.

Die Bee Gees ! Zumindest laut Aussage des ununterbrochen sitzenden Sängers hatten sie sich früher so genannt.

Es gab noch 2 Weitere Kategorien zu bewerten.

Manches, aber bei weitem nicht alles war lecker (diese Wurst schon)

Manches, aber bei weitem nicht alles war lecker (diese Wurst schon)

Ich wählte in der Kategorie „Kreative Wurst“ die Minzbratwurst von Jens Uwe Bünger. Total wiederlich schmeckte die Spinat-Käse-Wurst von Jörg Oppen, ich hab noch nie verstanden, wie man Käse IN eine Wurst stecken kann. Absolutes NoGo !
In der Kategorie „Brandenburger“ siegte bei mir im allerletzten Moment (letzte verkostete Wurst) die Waldpilzbratwurst der Landfleischerei Zimmermann.

Mittlerweile war mein Kumpel Jan eingetroffen und wir schlenderten noch ein Wenig durch die Domäne und erwischten mit der Kamera zuerst eine Nebelkrähe…

aaaand lift off !

aaaand lift off !

…und einen jungen Bock, der statt den leckeren Pflanzen lieber an einem Reifen rumkaute.

Hmmm, lecker, REIFEN !

Hmmm, lecker, REIFEN !

Eine amüsante Veranstaltung und auch wenn wir dieses Jahr nicht wie vor 3 Jahren beobachten konnten, das Renter Ihre Gehhilfen als Schlagstock einsetzten, um schneller an die kostenlose Probewurst zu kommen (dafür hatte ich eigentlich meine Kamera dabei), war es ein vergnüglicher Nachmittag.



Kindheitserinnerung an scharfe Radieschen
17 April , 2009, 9:00
Gespeichert unter: Food-Talk, Märkte | Schlagworte: , ,

radieschen

Ich erinnere mich noch genau an den Geschmack von Radieschen zu meiner Kindheit. Manchmal waren die Dinger so scharf, das man freudig das Gesicht verzog, denn es war eine erfrischende Schärfe, es war knackig, es machte Spass, da reinzubeissen. Die Schärfe kommt vom einem in der Pflanze enthaltenen Senföl.

Und heute ? Pustekuchen ! Egal wo ich Radieschen kaufe, schmecken sie bestenfalls knackig, aber wo ist die Schärfe geblieben ? Mehr als erfolgreich im Gewächshaus weggezüchtet ? Ich frage mich dann auch: Wie züchtet man etwas weg ? Und vor allem:  WARUM ???

Ich kann ja verstehen, das sich schöne glänzende lecker aussehende Radieschen besser verkaufen, als eingeschrumpelte Bioteile, aber lässt sich das nicht so erledigen, das die noch nach irgendwas schmecken (also ausser nach Styropor) ?

Ich würde ja sogar so weit gehen, die Teile selber anzupflanzen. Also: kennt jemand ne gute Adresse für Radieschensamen, hat Tips für die Zucht oder weiß, wie man in Berlin richtig scharfe bekommt ?

Dankbar für Hinweise !



Food-O-Philia
1 März , 2009, 10:06
Gespeichert unter: Bloggerei, Food-Talk

Was passiert eigentlich, wenn man den Namen eines Blogs ändert ? Ich hab keine Ahnung, ich hab es gerade mal ausprobiert !

Der Blog ist nun ein knappes Jahr alt und es hat sich viel getan bei mir in der Zeit. Der ursprüngliche Titel „Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet“ ist nicht nur etwas lang, die Aussage entspricht derzeit auch nicht der Realität. Ich fahre zwar immernoch viel nach Polen und verbringe dort fast so viel Zeit wie in Berlin, aber mein ursprünglicher Geschäftspartner kommt für mich für ein gemeinsames Unternehmen nicht mehr in Frage und  ich habe zur Zeit so viel mit einem Berliner Kunden zu tun, das eine Restaurantgeschichte etwas in die Ferne gerückt ist. Aber es wird passieren, die Zeit muss noch ein wenig reifen…

Im Grunde ändert sich aber nichts an den Inhalten dieses Blogs. Ich schreibe ja schon die ganze Zeit über meine Food-Abenteuer, über meine Erlebnisse IN – und MIT den Polen und über alles was mir in den Sinn kommt. Und das bleibt auch weiter so.
Zusätzlich habe ich hier seit kurzem einen Co-Autor, der nun auch sein (hoffentlich) endgültiges Pseudonym gefunden hat: TheEverlastingClub. Wer ihn kennt, der weiss, daß das SUPER passt. TEC hat mir immer eMails geschickt, wenn er wieder ein lustiges Foodabenteuer hinter sich hatte und ich dachte immer nur: Das muss öffentlich gemacht werden. Und jetzt macht er es halt hier.

Ich wünsche allen food-o-philen da draußen viel Spass !

artifischl



Von Freunde-Wiederfind-Portalen und Food-O-Grafen

Erstmal ein Sorry an Lamiacucina, das ich mir ungefragt die Wortschöpfung Food-O-Grafie borge, bekommst sie nach dem Artikel ohne Gebrauchsspuren zurück, aber wenn man so einen genialen Begriff in die Welt setzt, dann muss man damit leben, wenn der dann aufgegriffen wird.

Alles begann vor 13 Jahren am Bahnhof Zoo in Berlin. Ich stieg in einen recht leeren Zug, um meine Familie in Frankfurt am Main zu besuchen. Auf der anderen Seite des Ganges im Großraumapteil saß eine hübsche junge Frau mit erfrischendem Sexappeal. Ich nahm Platz, drückte auf einen Knopf in der Armlehne und verlagerte die Rückenlehne in eine etwas angenehmere Position.

Die junge Frau beobachtete mich dabei, hielt dies wohl für eine gute Idee und versuchte, Ihren Sitz ebenfalls in diese Position zu versetzen. Der Sitz jedoch bewegte sich keinen Millimeter. Sie stöhnte zwischen genervt und wütend: „Maaaan, heute klappt echt gaaaarnix! „. Ich bot Ihr meine Hilfe an und wir fingen an zu quatschen. Es stellte sich heraus, das Sie gerade von einem Bewerbungsgespräch kam, da Sie als ausgebildete Photographin keine Lust hatte, in einem kleinen Photofachgeschäft bis in alle Ewigkeit Passbilder zu machen, oder quäkende Babie/hässliche Brautpaare oder pickelige Konfirmanden zu Fotografieren. Anscheinend lief es bei der Bewerbung aber auch nicht so toll. Als ich auf Ihr Alter zu sprechen kam, stellte sich zu alledem noch heraus, das sie an dem Tag auch noch ihren 23. Geburtstag „feierte“ und noch nicht mal mit jemand angestoßen hatte. Ich natürlich ganz der Gentleman besorte was zu trinken und es wurde eine kurzweilige und witzige Zugfahrt. Wir sahen uns dann auch nochmal ein paar Monate später, damit Sie Cover-Fotos einer Afrokarribischen Band machen konnte, die ich zu der Zeit managte (Ja, das wissen einige garnicht, ich hab mich mal mehr oder weniger Erfolgreich 4 Jahre im Musikbusiness versucht).

Aber wie das mit solchen Bekanntschaften ist – man verliert sich aus den Augen. Jemand zieht um, hinterlässt keine Telefonnummer und wenn man 600 km entfernt wohnt, ist ja auch klar, das eine eher flüchtige Bekanntschaft nicht unbedingt oberste Priorität genießt, wenn es darum geht neue Kontaktdaten weiterzugeben. Man muss sich darüber im klaren sein, das die wenigsten Menschen damals eine eMailadresse, geschweige denn eine Website hatten, und wenn, dann bestand der Username vor dem „@“ bei compuserve aus einer vIelstelligen Zahlenkombination, die sich nie jemand merken konnte.

Vor ein paar Monaten lud mich meine Schwester ein, mich mal in einem dieser Freunde-oder-Schulkameraden-Wiederfind-Portalen anzumelden, da einige meiner Schulkameraden bei ihr angefragt hatten, wie es mir denn ginge. Wer jemals diese Dienste besucht hat, weiss wie das normaler Weise abgeht. Am Anfang freut man sich über jeden der einen noch kennt, wiedererkennt, oder glaubt einen zu kennen, selbst wenn man sich daran erinnert, das man mit dem Menschen mal Spinnefeind war oder schlimmstenfalls sogar mal was auf von der Person auf die Fresse bekommen hat. Mit den netten tauscht man ein paar Mails, erzählt in einem Absatz die letzten 25 Jahre des eigenen Lebens, kurze Euphorieschübe gibt es auch manchmal („Wahnsinn, Dich hier getroffen zu haben“), aber leider erzählen auch sehr viele, das sie nach einer frühen Heirat und 2 Kindern nach ein paar Jahren sitzen gelassen worden sind (wirklich war, ich hab die fast gleiche Story von 5 (!) Kontakten gehört), und viele dieser Leute hören sich traurig und verbittert an.  Komischer Weise haben genau diese Personen mehrere 100 Freunde in ihrem Profil und ich denke dann immer, das die vielleicht deswegen so oft auf diesen Portalen rumsurfen, da sie dort in der Jugendzeit schwelgen können, als alles noch einfach war und im Leben im Vergleich geradezu lächerliche Probleme hatte. Nicht daß das jemand falsch versteht: Auch ich habe erstmal Spass gehabt, alte Geschichten zu hören – was ist aus DEM geworden, was macht DER jetzt, wo lebt der BLABLABLA, und so weiter. Aber auch bei der noch so netten Korrespondenz mit Schulkameraden habe ich kaum das dringende Gefühl verspürt, eine der Personen tatsächlich in Persona wieder zu sehen. Von allen wiedergefundenen alten „Freunden“ traf ich exakt NULL Personen.

Bis letzten Freitag, und das kam so.

Ich befand mich auf dem Heimweg von Polen nach Berlin und musste darüber nachdenken, wie viele Fotografen ich kenne und unter anderem viel mir auch wieder meine damalige Zug-Bekanntschaft ein. Da sie eine sehr einzigartige Vor-Nachnamen-Kombi hat, konnte man doch mal nachsehen, ob diese Person vielleicht irgendwo im Netz zu finden ist. „Endlich ist das www mal zu was nütze“, dachte ich, als ich Ihr Profil bei dem Dienst entdeckte, der einem sagt, wer wen so alles kennt. Und mir gefiel, das dort nicht stand „Familienstand: Geschieden, 2 Kinder“ sondern „Über mich: Ab wann ist man ein Endorphin-Junkie ?“. Ich schrieb also ein paar Zeilen und erhielt kurz darauf Antwort in der Art: „Wie wunderschön von Dir zu hören. Melde Dich bei mir, unbedingt Termin ausmachen“.  Oder sowas ähnliches. Kein BlaBla, ich konnte entscheiden – entweder bist Du neugierig, oder es interessiert Dich dann doch nicht soooo arg. Ich war Neugierig.

Letzten Freitag besuchte ich Frankfurt und machte einen Termin aus, wir verabredeten uns in Ihrer neuen Wohnung. Es stellte sich heraus, das die fesche Fotografin es zwar nicht beruflich nach Berlin geschafft hatte, aber dafür seit 7 Jahren in einer Agentur beschäftigt ist, die sich fast ausschließlich der Food-O-Grafie widmet. Fotos für Kochbücher, Anzeigen, Megaprints, Broschüren – alles rund ums Essen. Zusätzlich schenkte Sie mir auch noch ein Buch an dem sie mitgearbeitet hatte, welches zwar leider vergriffen ist, das ich aber den ganzen Kochjunkies unter Euch ans Herz legen möchte, wenn Ihr es mal auf einem Flohmarkt oder im Antiquariat entdeckt:

werbung-die-schmeckt

In dem Buch sind 50 Werbeagenturen beauftragt worden, eins ihrer Liblingsrezepte auf einer Doppelseite zu bewerben, danach gibts das Rezept und ein meistens richtig gutes Foto. Manche „Anzeigen“ sind etwas stumpf, andere Einfälle sind sensationell, wie Werbung halt so ist, meistens sehr polarisierend.

Wir verbrachten einen lustigen Abend im Klaus-Apfelweinkeller (Das frühere Blaubart) und sackten am Ende noch in der Roten Bar am Mainufer ab (für Cocktailfans ein echter Frankfurt-Tip).

In der Agentur meiner wiedergefundenen Bekanntschaft gibt es angeblich eine super Showküche, da könnte man sich beim nächsten Besuch dann mal kulinarisch austoben.Vielleicht können wir die Lady ja auch überzeugen, auf der nächsten Fress:publika vorbei zu schauen und uns ein paar Tips zu geben, wie man das mit der Food-O-Grafie so macht ?

Letztendlich kam ich zu der Erkenntnis, daß das ganze „Social Networking“ zwar komplett überbewertet ist, aber wenn man nicht lange rumeiert, sondern sich gleich mit jemand trifft, kann das zu einem ganz tollen Abnd werden und wer weiss, vielleicht auch wieder zu einer Freundschaft. Besonders, wenn man sich die ganzen Jahre (ohne es zu wissen) thematisch auf einander zubewegt hat.

Danke liebe M. , es war mir ein Vergnügen, das wir bald wiederholen müssen !