Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Das besondere Restaurant, Folge 1 : Das Vietnamesische Restaurant ‘Hai Au’ in Frankfurt
20 Oktober , 2009, 12:31
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E N D L I C H hat der EverlastingClub mal wieder einen Artikel verfasst (obwohl- verfasst hatte er ihn schon vor langer Zeit, aber nun hat er mir diesen auch mit Fotos geschickt) und den gibt es jetzt hier in Originallänge. Viel Spass vor allem an die Leser aus der Frankfurt Umgebung, die sollten dann mal da hingehen !!!

Vielen ist bekannt das ich einige Zeit in Asien gelebt und gearbeitet habe und ein ganz großer Fan von authentischer asiatischer Küche bin. Diese Authentizität sucht man in Deutschland leider in den meisten asiatischen Restaurants vergebens. Es gibt sie aber noch, die kleinen versteckten Plätze, wo Idealisten und Überzeugungstäter so kochen, wie sie das bei ihrer Mama in Asien gelernt haben. Ein solcher, sehr versteckter Ort asiatischer Koch-Glückseligkeit ist das vietnamesische „Hai Au“.

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Die Location ist selbst für Frankfurt mehr als ungewöhnlich und könnte als Kulisse für einen Gangsterfilm herhalten : Relativ weit unten an der Münchener Straße, unweit des Hauptbahnhofs, also quasi mitten im Rotlichtviertel der Stadt, leuchtet uns ein kleines unscheinbares Schild den Weg. Aber seltsam, es scheint da gar kein Restaurant zu geben ? Stattdessen führt uns ein offenes Tor in einen schwach beleuchteten Hinterhof. Wer hier nicht schon ein mulmiges Gefühl bekommt und kehrt machen sollte, wird am Ende des kargen Hofes dann eine enge Tür finden. Dahinter wiederum führt eine schmale Treppe steil abwärts ins Dunkle. Am Ende der Treppe befindet sich dann eine schummrige Bar und man fragt sich, ob man nicht doch ins falsche Etablissement abgestiegen ist. Aber keine Angst! Den Blick nach Rechts gewandt findet sich eine Passage an einem obligatorischen Aquarium vorbei in einen fensterlosen kleinen Raum, in dem mit viel gutem Willen vielleicht 25 Personen Platz finden. Der kleine Raum ist mit sehr viel Bambus und asiatischer Kunst hübsch verziert. Man sitzt halt im „Keller“.

So etwa alle 20 Minuten dann ein leichtes Rumpeln und Vibrieren : Wenige Meter entfernt über uns fährt die lokale Strassenbahn vorbei! Filme wie „Chinatown“ oder „GoodFellas“ hätten hier ihre ideale Kulisse gehabt. Okay, vielleicht nicht der ideale Platz für ein erstes Rendezvous mit der neuen Freundin.. Noch verruchter wird es dann im hinteren Teil des schummrigen Lokals, der zu einer kleinen Smokers-Lounge ausgebaut ist. Die Decke wölbt sich und zusammen mit der Eisentür und dem lauten Abzugsventilator hat man das Gefühl in einem ehemaligen U-Bahn Tunnel zu sitzen, der zu einer Räuberhöhle umfunktioniert wurde… Aber zurück zum Wesentlichen : Am Nebentisch sitzen einige Asiaten mit ihren britischen Freunden und schlemmen. Viele Platten werden angeschleppt und aufgetischt. Es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn Asiaten in Deutschland in einem asiatischen Restaurant sind, denn die wissen, wo es wirklich gut schmeckt! Die Karte des Hai Au bietet neben den „notwendigen“ Einheitsbrei-Gerichten mit Reis, Ente und irgendwas süßsauer, die man wirklich bei jedem x-beliebigen Chinesen auch findet und hier bitte nicht bestellen sollte (die aber wegen dem Geschwader der Unwissenden wohl nicht von der Karte genommen werden können), echt original vietnamesische Schmankerl die man nicht aller Tage bekommt.

Es gibt die leichten Saigon-Röllchen (nicht zu verwechseln mit den altbackenen und vor Fett triefenden Tiefkühl-Frühlingsrollen beim 0815 – Chinesen!), frisches rohes Gemüse das mit Fisch oder Fleisch und viel frischer Minze (!) in hauchdünnes Reispapier gewickelt und kalt gegessen wird.

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Dazu leckere Soßen, und zwar nicht die langweilige Industrie-Sambal-Olek Sauce die mit ihrer Salzigkeit jeden Geschmack platthaut, sondern ein breites Spektrum unterschiedlicher Dips mit Austern-, Pflaumen-, Chillie- , und Fisch-Soßen und natürlich Erdnüsse und eingelegte oder frische Chillies. Wie in Vietnam üblich, werden zu zahlreichen Gerichten viele Frische Kräuter gereicht, vor allem Minze und asiatisches, hocharomatisches Basilikum. Man zupft sich die Minzblätter von den Stengeln und nimmt soviel man mag oder wickelt sie mit Reispapier in die Speisen ein. Zu einigen Gerichten bekommt man eine Schüssel mit heissem Wasser und Reispapier, das man kurz in das warme Wasser eintaucht und dann mit zahlreichen Zutaten und Salatblättern zusammenwickelt und nach Gusto würzt. Das macht nicht nur viel Spaß sondern schmeckt auch traumhaft! Es gibt die traditionellen vietnamesischen Suppen mit Rindfleisch und vielen Kräutern und Gewürzen, ausserdem knusprige „Pfannkuchen“ (eine Art riesengroßer WanTan, nur viel lockerer und schmackhafter) mit diversen Füllungen. Man kann ein ganzes Fondue bestellen, mit einem großen Suppentopf in der Mitte, zahlreichen Soßen als Dips und einer Vielzahl von rohem Fisch und Fleisch (sogar Nierchen befinden sich im Angebot) zum selber garen in geselliger Runde.

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Ein absolutes Hightlight sind im Hai Au meiner Meinung aber die Fischgerichte! Serviert werden ganze Taschenkrebse, und zwar die GROßE Sorte, die mit Chillie und Salz oder mit einer kongenialen Currysauce und frischem Sellerie zubereitet werden (Mein Leibgericht!). Dazu bekommt man einen Nussknacker mit dem man die Biester dann aufbrechen kann. Essen kann man sie nur mit den Händen und den ganzen tollen Saft bekommt man nur durch heftiges zuzzeln und saugen aus den Stücken. Definitv wieder nix für’s erste Rendezvous oder wichtige Geschäftsessen. Ist man mit den Viechern fertig hat man die Currysauce nämlich bis zu den Ellbogen! Jedenfalls habe ich noch nie zuvor in Deutschland so tolle Krebse gegessen.

Durch mein lautes Geschmatze und das Knacken der Krebsschalen wurde zwischenzeitlich dann auch der vietnamesische Chef auf mich aufmerksam und fragte tatsächlich ob er sich zu mir setzen darf. Irgendwie hat der wohl gemerkt das da ein Deutscher sitzt der schon mal in Asien war und das ganze Zeug so richtig zu schätzen weiß. Oder er hatte Angst das ich eine riesen Sauerei in seinem Lokal veranstalte. Wie auch immer, wir haben dann noch eine Weile bei asiatischem Schnaps über die Vorzüge der vietnamesischen Küche im allgemeinen und sein irres Restaurant im besonderen philosophiert und ich bekam ganz viele Empfehlungen was ich beim nächsten Mal dann bestellen soll.

Der Schnaps war nebenbei bemerkt aus Duftreis gebrannt und hatte ein irres Aroma mit Noten von besagtem Duftreis und Kokosnuss. Wieder zu Hause und immer noch von den vielen Eindrücken überwältigt hab ich mir dann zum x-ten Male „Der stille Amerikaner“ mit Michael Caine angesehen. Das ist DER Kultfilm für alle Vietnamfans und unbedingt zu empfehlen.



„Hadgudgesmeeek?“ – Neulich, 12:48 Uhr, beim Thai , Folge 2.
13 Mai , 2009, 11:13
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von TheEverlastingClub

Im Jahre 1993 erkundeten meine damalige Lebensgefährtin und ich den Norden Thailands, fernab der ausgetrampelten Pfade des Pauschaltourismus. Es ist Januar, kurz nach Neujahr, und wir lassen uns eine kurvenreiche Straße entlang, nördlich von Chiangmai in das Gebirge fahren, nicht allzuweit der Grenzen zu Laos und Burma. Den staubigen Pfad säumen zahlreiche kleine Schreine, als Mahnung und Erinnerung für die hier zu Tode gekommenen Auto- und Mopedfahrer. Die Schreine folgen reichlich dicht aufeinander. Den Fahrer, der den Anblick offensichtlich gewohnt ist, ermutigt dies jedoch nicht, den Fuß vom tief durchgetretenen Gaspedal zu nehmen.

Diese abentuerliche Reise brachte uns zu einem entlegenen Bauernhof in den Bergen, nahe einem kleinen Dorf, in dem nur ein einziger Bewohner über ein Telefon verfügte, dessen  Benutzung mir von seinen Besitzern seinerzeit auch nur einmalig und unter strengem Blick gestatttet wurde! Sagen wir es ruhig : Wir waren am Arsch der Welt!

In diesem unaufgeregten Winkel unseres Planeten kam ich in den Genuss einer wirklich einmalig seltenen Speise. Aufgrund eines festlichen Anlasses wurde auf dem kleinen Bauernhof in dem wir verweilten, ein Schwein geschlachtet. Das noch warme Blut des frisch getöteten Tieres wurde in einem Bottich mit reichlich Kräutern und Gewürzen vermengt und dann, noch frisch und WARM,  als DIP (!) mit Klebreis serviert. Wir sassen alle draussen auf einem staubigen, kahlen Platz, und tunkten abwechselnd unsere zu kleinen Bällchen geformten Portionen klebrigen Reis in die tiefrote Tunke. Es wurde reichlich Aufhebens um die ganze Sache gemacht da die Menschen offensichtlich sehr arm waren und nur selten in den Genuss dieses Essens kamen. Ich erinnere mich noch, daß es mir schmeckte und sehr viel billiger Mekong-Whiskey dazu serviert wurde, dem ich reichlich zusprach. Sicherlich war auch nur der Mekong schuld daran, daß ich mich die ganze Nacht lang übergeben musste.

Und dann steht man irgendwann wieder in Frankfurt auf dem Markt an der Konstabler und gibt die Geschichte ein paar Guden aus Oberhessen zum besten, die gerade beherzt in ihre Roggenschnitte, belegt mit Odenwälder Blutwurst, Senf und Gürkchen beissen, und schon fallen sie über Dich her, als gehörtest Du in die Geschlossene eingewiesen, nur weil das Schweineblut das Du in Thailand genossen hast nicht wie jenes auf ihrem Backwerk bereits aus dem flüssigen in den gestockten Zustand übergegangen ist. Verrückte Welt.

Lange Zeit nach meinem Erlebnis in Thailand lernte ich dann, daß in Deutschland über Hunderte von Jahren Gerichte wie z.B. „Hasenpfeffer“ auf Basis frischen Blutes zubereitet wurden und noch heute in bestimmten Regionen, wie z.B. dem Fränkischen, nach wie vor serviert werden. In Zeiten von BoFrost und McDonalds dürften diese Gerichte wohl in wenigen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten sein.

Frisch gezapftes Schweineblut suchen wir bei den Thais in Frankfurt vergeblich, und auch Späße wie zu Ader gelassene Schlangen wie im Buch/Film „The Beach“ werden nicht geboten. Den Klebreis aber gibt es. Meistens wird er ganz traditionell in einem kleinen Körbchen zu den bereits erwähnten Ost-Thailändischen Salaten (Laab) serviert. Man greift mit den Fingern in das Körbchen, formt eine kleine Kugel, stipst damit dann einen Happen Laab auf und führt das Ganze zum Munde. Essen mit den Fingern macht Spaß!

Und natürlich hat es dann auch wieder „Gudgesmeek!“

„Man sollte alles einmal im Leben probiert haben.“
H. Lecter , „Hannibal“ , Thomas Harris, 1999



Nachrichten aus dem Pandämonium, Folge 2, „Essen in Deutschland. Ist das aber TEUER!“

von TheEverlastingClub

von TheEverlastingClub

In Zeiten weltweiter Rezession, Hungersnot und Kriegen grenzt es ja schon fast an Frevelei, ÜBERHAUPT über das Thema Genuss zu diskutieren. Oder ?  Oder ? Schon seltsam : Wenn meine Freunde oder Kollegen anfangen die Vorzüge des neuen Audi R6 im Vergleich zu anderen Nobelkarossen zu diskutieren käme absolut Niemandem in den Sinn, daß solche Frahrzeuge einen überflüssigen, ja dekadenten, Luxus darstellen, der einer infinitisimal kleinen Oberschicht vorbehalten ist. Wie selbstverständlich wird dann aber das gute 98er Super-Bleifrei  auf der A5 im Porsche verblasen und werden Werkzeuge zum Werterhalt des Boliden angehäuft, deren Anschaffungspreis fünfstellig beziffert werden muss. Am Motoröl kann und darf dann letztlich auch nicht mehr gespart werden.

Kommt dann aber ein kleiner Feinschmecker wie ich, der sich wagt mal so zwischendurch in die Runde einzustreuen, was für einen leckeren Bordeaux wir da am Wochenende hatten und das ein „besseres“ Olivenöl einen geschmacklichen Quantensprung beim Genuss eines grünen Blattsalates auszulösen vermag, dann glotzen einen die selben Menschen mit einem mitleidig bis verachtenden Gesichtsausdruck an und (mehr…)



Das Osterlamm- Griechische Glückseligkeit!
29 April , 2009, 11:26
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TheEverlastingClub

TheEverlastingClub

Hier sehr nachträglich ein Artikel von TheEverlastingClub zum Thema Osterlamm. Die Bilder waren etwas schwer zu besorgen…aber sind dann doch irgendwann angekommen.

Zu Ostern schieben Traditionalisten gerne einen Lammbraten in die Röhre und auch ich bin großer Freund von Lamm und Zicklein aus dem Backofen, schön lange weich geschmort mit viel Gemüse, sämiger Soße und krosser Haut. Eine besonders tiefe Tradition hat dieser Lammbraten bei unseren griechischen Freunden.

Das Lämmchen und Innereien

Das Lämmchen und Innereien

Bei Stelios im großartigen „Parthenon“ in Frankfurt gab es in diesem Jahr dann eine besonders schöne Überraschung : Auf einem großen Holzkohlegrill wurde ein GANZES (!) Lamm über viele Stunden zur Perfektion gegrillt.

Chefchen

Chefchen

Meine Freunde und ich durften an diesem Event teilhaben. Neben dem besagten Lamm vom Grill gab es auch dessen über der Glut gegarte Innereien, also Herz, Leber, Nieren, und viel undefinierbares.
Wir schlemmten über Stunden und genossen dazu knackige Salate und vielerlei griechischie Schmankerl. Begleitet wurde das Fest von einem griechischen Musiker der auf einem Dudelsack-ähnlichen Instrument (gefertig aus Lamm-Haut) traditionelle Hymnen anstimmte.

Griechischer Dudelsack

Griechischer Dudelsack

Dazu brannte von einem strahlend blauen Himmel die Sonne mit satten 25 Grad auf uns herunter – es war wie Urlaub vom Feinsten!
In Griechenland schieben sie dem Ehrengast ein Auge vom Lamm in den Mund. Unsere Freundin Lina, solchen Experimenten selten abgeneigt, erkundigte sich zwar nach dem Verbleib des Tierkopfes, aber offensichtlich hatten unsere griechischen Freunde das „beste“ Stück für sich reserviert…

Der griechische Chef verteilt das Lamm

Der griechische Chef verteilt das Lamm

Wie auch immer, das Fleisch des Tieres war wunderbar zart, dazu gab es Berge knuspriger Haut, was will man denn noch mehr ?

Soooo Knusprisch !

Soooo Knusprisch !

Und wann hat man schon mal Gelegenheit, so etwas Tolles zu Hause zu erleben, geschweige denn zuzubereiten ? Vielleicht eine Anregung, statt langweiliger „Lammfilets“ mal was anderes im Sommer auf den Grill zu legen.



„Nachrichten aus dem Pandämonium“, Folge 1, „Das Kulissen-Sandwich“.
7 April , 2009, 11:30
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von unserem Frakfurter Korrespondent TheEverlastingClub

von unserem Frakfurter Korrespondent TheEverlastingClub

(„Pandämonium“ = Die Vorhölle. Hier als Sinnbild unsagbarer gastronomischer Entgleisungen und Warnungen an gastrophile Menschen).

Haben Sie es auch schon entdeckt ? Anfangs nur Monopol unserer Autobahn-Tankstellen, später auch an der Stamm-Tanke gesichtet, flutet es plötzlich die Theken und verbreitet sich wie ein schlimmer Virus : Das Kulissen-Sandwich. Weit gespreizt und tropfend soll es uns dazu verführen zuzugreifen, bunt leuchten Salatblatt und Tomatenscheibchen, dazwischen eine vermeintlich satte Füllung von Wurst, Braten oder Käse. Der hungrige, eilige Autofahrer denkt an nichts Böses und greift trotz des zumeist maßlos überteuerten Backwerks schnell zu. Doch Oh-Weh! Erst einmal in die Hand genommen entpuppt sich das Blendwerk als ein  altes, trockenes und viel zu stark gekühltes Stück Industriebaguette, welches nur zur Hälfte aufgeschnitten und gefüllt, uns noch durch das Thekenglas anzumachen vermochte, da die Füllung dem Glas und somit uns zugewandt war. Der aufgefächerte sehr dünne Belag steckt aber nur exakt bis zur Mitte (!) in einem viel zu dicken Brot und verabschiedet sich spätestens beim zweiten Bissen bedingt durch den harten Teig sowie die eingefüllte, aber nicht bestelle Mayonaisse, welche als Gleitmittel und Ausstoßbeschleuniger hervorragende Arbeit leistet, auf den frisch gereinigten Anzug. Um es auf den Punkt zu bringen : Die Dinger schmecken nicht nur schlecht und sind schwierig zu handhaben, sondern sind eine Mogelpackung übelster Sorte. Die Kulisse hervorquellender Salate usw. soll dem Kunden ein üppig belegtes Sandwich vorgaukeln, daß sich als ein nur halb belegtes trockenes Brötchen entpuppt. Im Vergleich zu einem zu Hause ordentlich gemachten belegten Brot, oder dem lecker belegten Baguette eines beliebigen Metzgers irgendwo in Deutschland, zahlt man gut das Dreifache und würde angesichts der Qualität des Gebotenen am liebstens Mitten auf der Autobahn umdrehen um dem Verkäufer den Schund anal zu applizieren. Da der Durchreisende sowas wegen € 4,50 aber niemals tun dürfte, mag sich das Abzocker-Konzept wohl noch eine ganze Weile halten. Unbedingt vermeiden!



Hessisch Dekadenz – wenn Blogger zusammen kochen

Ei, da hat der Fressack im Dezember die Pforten des Engels geschlossen, wo soll ich denn dann essen gehen, wenn ich im Großraum Frankfurt unterwegs bin ? Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und einfach ‘ne gemeinsame Genussorgie beim Fressack zu Hause organisiert. Mit von der Partie Party: Fressack und Fressackfreundin, Wortteufelmann, Wortteufelfrau, sowie der Foodalex.
Wenn man bei einem hessischen Wirt zu Hause einkehrt, muss man sich über aussergewöhnliche Fensterbilder nicht wirklich wundern. Andere Kinder malen zum Vater-, Hochzeits- oder Valentinstag ein paar Herzen oder schmusende Katzen. Dabei kann echte Zuneigung doch viel schöner ausgedrückt werden:

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Papa mit Bembel und nem Geripptem. So, nochmal für alle nicht-Hessen, der Bembel ist der Apfelwein-Tonkrug, bekannt aus dem blauen Bock und das Gerippte ist das karierte Apfelweinglas. Herrlisch !

Aber schön der Reihe nach.
Um uns erstmal in Stimmung zu glotzen, besuchte ich mit Food-Alex die Frankfurter Kleinmarkthalle.

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Immerwieder Unterbrochen von einigen Gläsern Weißwein, Espressi und Säften besorgten wir für die Gänge die wir heute zubereiten sollten 2,5 Kilo Ochsenschwanz, 6 Wachteln, Jakobsmuscheln, Gewürze, Gemüse und den ganzen Kleinscheiss, und nach nur 4 Stunden konnten wir uns bereits auf den Weg machen, die Wortteufels einzusammeln.

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Alex wird mit obigem Pistatienkuchen gefüttert. Die Italienische Händlerin scheint eh der Ansicht zu sein, er wäre noch zu schlank um die Rippen.

Alex wird mit obigem Pistatienkuchen gefüttert. Die Italienische Händlerin scheint eh der Ansicht zu sein, er wäre noch zu schlank um die Rippen.

Lecker Gemüs' gab es auch

Lecker Gemüs' gab es auch

und was scharfes

und was scharfes

Kleiner Tip am Rande. Wer in der Markthalle in Frankfurt vorbei schaut, sollte mal das Bioeis in der Diele um die Ecke versuchen:

Komischer Geschäftsname, aber sensationelles Eis

Komischer Geschäftsname, aber sensationelles Eis

Nach unendlicher langer Planungsvorbereitung von 2 Telefongsprächen am Vortag war dann unser 9-Gangemenü klar:

Marmoriertes Tee-Ei gewälzt in geröstetem Sesam und rosa Inkasalz.

Maismehlbrot mit Speck, Thymian und Tomaten.

Gemüseterrine mit Zitronenjoghurt.

Jakobsmuscheln mit Linsensalat.

Wachteln mit Lavendelblütenhonig und Salat.

Pilzrisotto mit Kaisergranat.

Ochsenschwanz mit Kräuternudeln.

Orangen-Papaya-Mus mit Chili, Schokoladencreme und Kefir-Orangen-Gelee.

Apfelkuchen mit Cognac-Vanille-Soße.

Über den Verlauf des Abends gibt es einen Sensationellen Artikel auf Wortteufels Blog inklusive chronistisch korrekter Menüfotos. Das muss ich ja net alles nochmal tippen. Ich poste im Folgenden noch ein paar schöne Fotos und Kommentare aus meiner Sicht.

Der Fressack testet den Kochwein. Das ist NICHT der wein der ins essen kommt, sondern den man zum Essen machen trinkt

Der Fressack testet den Kochwein. Das ist NICHT der Wein der ins essen kommt, sondern der, den man zum Essen machen trinkt

"...Dit Essen war ja schnafte, aber für die Tischdeko jipts von mir leider nur jut jemeinte 7 Punkte"

"...Dit Essen war ja schnafte, aber für die Tischdeko jipts von mir leider nur jut jemeinte 7 Punkte"

Das Pilzriotto mit Kaisergranaten war für mich eine der Sensationen des Abends.

Das Pilzriotto mit Kaisergranaten war für mich eine der Sensationen des Abends.

Die Terrine des Wortteufelmanns schmeckte noch besser, als sie eh schon aussah. Wer braucht da noch Sterneköche ?

Die Terrine des Wortteufelmanns schmeckte noch besser, als sie eh schon aussah. Wer braucht da noch Sterneköche ?

Alex:"Dieser Wein schmeckt Rombusförmig - Siehe wie er sich neigt !"

Alex:"Dieser Wein schmeckt Rombusförmig - Siehe wie er sich neigt !"

Trotz ausreichender Bembel gabs garkeinen Äppler ! Auch sonst gestaltete sich der Abend eher europäisch fusioniert.

Obwohl ausreichend Bembel gabs garkeinen Äppler ! Auch sonst gestaltete sich der Abend eher europäisch fusioniert als Hessisch.

Trotz gekonnter Kombination mit Linsensalat wurde der WTM immernoch kein Jakobsmuschelfan. Mir knurrt gerade der Magen mit gefühlten 130 db bei Anblick des Fotos !

Trotz gekonnter Kombination mit Linsensalat wurde der WTM immer noch kein Jakobsmuschelfan. Mir knurrt gerade der Magen mit gefühlten 130 db bei Anblick des Fotos !

Was wiegen 6 Wachteln ? 1240 Gramm. Ich war beim schätzen am nächsten dran und gewann die Wette. Preis ? Alex musste die Wachteln zahlen.

Was wiegen 6 Wachteln ? 1240 Gramm. Ich war beim schätzen am nächsten dran und gewann die Wette. Mein Preis ? Alex musste die Wachteln zahlen. Und zubereitet hat er sie dann auch noch, aber das hätte er sich sowieso nicht nehmen lassen.

Nach 4 Stunden Rotweinbad und Frischepastaproduktion, war dann auch der Ochsenschwanz gar.

Nach 4 Stunden Rotweinbad und Frischepastaproduktion, war dann auch der Ochsenschwanz gar.

warum mit einem Dessert begnügen......

warum mit einem Dessert begnügen......

...wenns doch noch ein zweites gibt :-)

...wenns doch noch ein zweites gibt :-)

Und jetzt mal für alle, die sich nicht sicher sind, ob die letzte eigene Party ein Erfolg war, oder eher nicht. So hat ein Tisch am Ende auszusehen:

tisch-fertig

Fazit:
Wir trafen uns um 16.00 Uhr und die letzten gingen um 02:30 ins Bett. 10,5 Stunden pures Vergnügen, leckere Weine, unbeschreiblich großartiges Essen, Bauchmuskelkater vom Lachen, das geköchel lief so nebenbei, wir hatten also Null Stress. Allein die besten Sprüche des Abends füllten 3 A4-Seiten.  Es braucht nicht viel um einen perfekten Abend zu genießen, einer wie dieser wird in 2009 schwer zu toppen sein. Aber wie sagte der Fressack ? „Ein weiterer gleich guter Abend tut es auch !“

Danke, alle, für diesen Sensationellen Abend, die 600 km Anreise sitz ich dafür auf einer Pohälfte locker ab !

...und die Besucher dieses Fressoramas.

...und die Besucher dieses Fressoramas.



Gastro Lotto
7 Februar , 2009, 9:32
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von TheEverlastingClub
-Der Autor-

Der Autor lebt in Frankfurt am Main und verbringt dort einen substantiellen Teil seiner knapp bemessenen Freizeit mit der Zubereitung, Erforschung und Beschreibung kullinarischer Genüsse und deren Entgleisungen. Er liebt viel guten Cabernet Sauvignon und amüsante Gespräche. Motto : „Abkürzungen führen selten zu Spaß & Spiel!“ (Zitat ‘Anthony Bourdain’).

Gastro-Lotto

Ein bekannter Koch regte neulich im Feuilleton meiner Tageszeitung an, man möge einen Restaurantbesuch doch als etwas „Kulturelles“ begreifen. Dem kann ich nur zustimmen. Umso mehr treibt es mich immer wieder in den Wahnsinn, wenn in einem „guten“ Restaurant der Nachbartisch stur nach Nummern ordert, so als würden da Ersatzteile aus dem Schraubenlager des örtlichen Metallgroßhandels disponiert. Der Genuss fängt doch mit der Vorfreude an, und wo bitte bleibt die Sinnlichkeit wenn statt der „gegrillten Calamaris mit Auberginen“ dem Kellner ein freudloses „Isch hätt dann emal gern die sibbeundfuffzisch, gell?“ hingerotzt wird ? Nun mag ob der Myriaden möglicher Kombinationen das Nummernsystem bei der Pizzeria an der Ecke noch Sinn machen und der geschätzte Gastronom sich u.U. eine Erleichterung der administrativen Arbeit seines Personals erhoffen.

Krotesk wird es jedoch, wenn die Küchen-Kabala Ausmasse annimmt wie jene neulich von mir in einem Griechischen Restaurant beobachteten : Ein 10 Personen-Tisch bestellte streng, deutsch und sehr formal nach Zahlen.

Die Bedienung schleppte die Gerichte an und begann mit ihrer Ansage „Wer bekommt das Rumpsteak mit Pommes? Sie?“ – Darauf der angesprochene Gast „NEIN! Ich hatte DIE 36!“. Die Bedienung : „Das IST das Rumpsteak mit Pommes.“. Gast : „Achso.“.

Ein anderer Gast : „Was ist denn das da auf meinem Teller?“. Die Bedienung : „Die 14.. hatten Sie BESTELLT!“. Der Gast : „Und WAS IST DAS?“. Bedienung : „Die warmen Vorspeisen!°“. Gast : „Ich hatte aber doch die Nummer 16.. ??“. Bedienung : „WOLLTEN Sie denn die Nummer 16 ?“ Gast : „Was IST denn die 16?“. Bedienung : „Die KALTEN Vorspeisen!“. Gast : „Achsoooo…“.

Gast zu Gast : „Du Jürgen, hattest Du auch die 23?“. Jürgen zu Gast : „Ja nee Du, ich glaube die 22“.

Um es mit Atze Schröder zu sagen : Ja nee, is klar! Es folgte ein wildes Gestikulieren, Diskutieren und Herumreichen der Teller auf der langen Tafel. Food-Memory für Fortgeschrittene, Einweisung der Kellnerin in die Geschlossene inklusive. Man stelle sich vor : Die Konzentration auf die Nummern rückte zwischenzeitlich die eigentlichen Speisen vollkommen in den Hintergrund, die Gäste bestanden darauf die von ihnen vermeintlich bestellten  Nummern serviert zu bekommen. Jackpot ohne Hauptgewinn.

Zugegeben, die Welt hat größere Probleme, aber wenn ich schon essen gehe, würde ich es doch vorziehen das mir solche Spektakel erspart bleiben. Die Numerik raubt dem Erlebnis Restaurantbesuch irgendwie die Sinnlichkeit und reduziert die zum Teil sehr guten Häuser die den Quatsch mitmachen auf das Niveau einer FastFood – Bude und deren Produkte zu Massenartikeln.

Denkt mal darüber nach, Ihr Gastronomen!



Mein erster Co-Autor / WordPress-Wirrungen
24 Januar , 2009, 9:53
Gespeichert unter: Kochfreund Alex

Wer meinen Blog regelmäßig liest, der wird sehr häufig Kommentare von meinem Kumpel Alex entdeckt haben, manchmal böse und aufgeregt, meistens aber zum brüllen komisch, „eine sehr spitze Feder“ und immer wieder gerne gelesen.
Alex ist mein ältester „aktiver“ Kumpel, ausserdem teilen wir neben einem faibel für skurille Filme seit Jahren die Leidenschaft Kochen und unsere wenigen treffen im Jahr (auf Grund 600 km räumlicher Distanz) arten nicht selten in Fress-, Grill-, Koch-, und Besauf-Orgien aus.
Und ich dachte, ich Lass Alex auch mal was schreiben. Das ganze stellte sich als schwieriger heraus, als erwartet. Denn ich kann Alex nicht einfach einen Namen und Passwort geben, damit er sich anmeldet, NEIN. Er muss sich bei WordPress anmelden, damit ich Ihn als User zufügen kann und ihn als Autor bevollmächtige. Oder Editor. Oder Admin (nee, so weit sind wir noch nicht).

Wenn Ihr also in Zukunft denkt, das wäre so garnicht meine Schreibe, dann lest ihr warscheinlich von Alex, der sich aka Genussalex oder auch als OffenbächerMesserstecher eingeloogt hat.

Hallo Alex ! Wilkommen auf meinem Blog !