Einsortiert unter: Literatur, Off-Topic | Schlagwörter: Buchverfilmung, Kinderbuch, Where the wild things are, Wo die wilden Kerle Wohnen
Gerade habe ich auf DuSchlauch einen Trailer gesehen den mir Sarah empfohlen hat und dachte nur: WIE GEIL !
Das sieht nach einer wunderschönen Verfilmung meines Lieblings-Kinderbuches aus, das ich auch noch als Erwachener gerne angesehen und verschenkt habe. TOLL
Einziger Wehmutstropfen: Kinostart ist erst der 22. Oktober !
Einsortiert unter: Literatur | Schlagwörter: Geoff Nicholson, Literatur die schmeckt, The Everlasting Club, The Food Chain
von TheEverlastingClub

Artifischl hat diesen Blog ja hauptsächlich dem Thema Kulinarik usw. gewidmet und ich habe das Glück hier meinen Senf zugeben zu dürfen, weil wir uns seit Ewigkeiten kennen und halt beide vom Thema „Essen, Kochen, usw“ besessen sind. Zwar nicht ausschließlich, aber eben doch schon sehr. Uns interessiert aber nicht nur die nächste warme Mahlzeit, sondern eben auch themenübergreifend so ziemlich alles andere was mit Essen & Trinken zu tun hat. Besonders faszinieren uns Filme und Bücher, vor allem jene, die nicht das gleiche Thema zum 100. mal neu auflegen, sondern auf ihre ganz eigene Art und Weise eine Geschichte aufbauen, die zwar im Bereich des Kulinarischen angesiedelt, aber auf ihre Weise einmalig und neu ist. Manchmal stolpert man dann über ein Buch, daß einen so sehr fasziniert, nicht mehr los läßt, in seinen Bann zieht und bis zur letzten Seite einfach nur begeistert. Ich möchte in Zukunft öfters mal über solche „kulinarischen“ Bücher & Romane schreiben.
Eines davon ist „The Food Chain“ von Geoff Nicholson das ich vor einigen Jahren beim herumstöbern in einem internationalen Buchgeschäft in Frankfurt gefunden habe. Ich lese sehr gerne zwischendurch mal was in englischer Sprache um nicht „einzurosten“. Allerdings scheint es das Buch auch nicht in deutscher Übersetzung zu geben. Die Geschichte dreht sich um einen berühmten amerikanischen Gastronom, der einer Einladung folgend nach England reist, um dort von einer mysteriösen und sinistren Club-Gesellschaft namens (TATAAA!) „The Everlasting Club“ aufgenommen und bewirtet zu werden. Die Geschichte hat reichlich Kafkaeske Züge und erinnert in Teilen an eine Mischung aus alten Roald Dahl – Geschichten und Stanley Kubriks letzten Film „Eyes Wide Shut“. „The Everlasting Club“ tischt an einem geheimen Ort seit 350 Jahren ununterbrochen die ungewöhnlichsten Speisen auf und spielt nach seinen ganz eigenen Regeln. Der amerikanische Gastronom gerät in einen Strudel aus schwer zu verkraftenden Exzessen von Essen & Erotik. Mehr soll nicht verraten werden…
„You are cordially invited to attend the Everlasting Club, London, England.
You may arrive at any time of the day or night and be assured of a unique experience of fine food, drink and congenial company, all furnished at out expense.“
aus The Food Chain
Einsortiert unter: In der Profiküche, Literatur, Promi-Köche, Zu Hause gekocht | Schlagwörter: Anthony Bourdain, Further Adventures in Search of Perfection, Hamburger, Heston Blumenthal, Les Halles Cook Book, perfekte Pommes selber machen, Pommes Frites, Reinventing Kitchen Classics, So koche ich im Les Halles New York
Anstoss zu diesem Artikel war eingetlich meine Letzte Hamburger Kochaktion, sowohl meine Süße, als auch mein Partner und Programmierer Janchris sind voll von den Burgern überzeugt. Die sehen bei mir normaler Weise so aus:

Wenn man frische Zutaten nimmt und dann noch schaut, welche Senf-Majo-Ketchup-Kombi am besten schmeckt, ist das wirklich ganz einfach, man kann auch ne Hamburger-Bausatzparty veranstalten, bissi Gürkchen schneiden, sowas halt.
Das Thema Hamburger und das Thema Fritten können aber auch viel extremer, wissenschaftlicher und perfektionistischer angegangen werden, als ich mir jemals Gedanken drüber gemacht habe. Und (nicht nur) dafür möchte ich diese beiden Bücher empfehlen:

Letztes Jahr erhielt ich zum Geburtstag von Esther das Buch “Further Adventures in Search of Perfection – Reiventing Kitchen Classics” von Heston Blumenthal. Foodverückten unter Euch wird der Name einen Begriff sein, der gerade mal 42 Jahre alte Heston ist Chef des 3 Sterne Restaurants “The Fat Duck” in England. Er hat sich zwar vorerst gegen eine Karriere als Koch entschieden und arbeitete als Vertreter für Kopiergeräte und Büromaterial, übernahm aber dann 1995 ein 450 Jahre altes Pub und taufte es in “The Fat Duck um”. Seit dem ist Sein Erfolg unaufhaltbar. Mittlerweile 3 Sterne und 2005 wurde sein Restaurant von 600 Gastrospezialisten zum “besten Restaurant der Welt” gekürt.
Im vorligenden Buch “Reinventing Kitchen Classics” versammeln sich auf 317 Seiten gerade mal 8 (!) Gerichte. Der Mann will es wirklich ganz genau wissen. Beschrieben werden die Herstellung von:
Fish Pie, Chicken Tikka Masala, Risotto, Peking Duck, Chilli Con Carne, Baked Alaska, Trifle und eben Hamburger !
Zum Hamburger gibt es zuerst eine geschichtliche Einführung, dann eine Erzählung über die Suche nach dem besten Burger, und einer Inhaltsliste mit Warenkunde.
Spätestens hier ist man bereits hungrig und am sabbern, aber Heston macht alles selbst, das kann man nicht mal eben nachkochen, selbst wenn man die Zutaten zu Hause hätte. Im Timing wird angegeben: ” Preparation takes 2 hours, plus 24 hours for the pre-ferment and 6 hours for the meat to salt. Cooking takes 1 hour. Denn natürlich machen wir die Haburgerbrötchen auch selbst.
Das eigentliche Rezept ist dann 3 Seiten lang (ohne Zutatenliste) und beinhaltet die Vorbereitung und die Herstellung des Teigs, die Herstellung der Burger, die Herstellung der Käsescheiben (!), des Tomatenkonzentrats und das Zusammensetzen des Burgers.
Ein sensationelles Buch, danke liebe Esther, aber ich werde es wohl nie schaffen, ein Gericht hieraus real bis zur letzten Instanz nachzukochen.
Ein weiteres Buch, das ich sehr schätze, ist leider nur in begrenzter Auflage in Deutschland erschienen, Anthony Bourdains “So koche ich im Les Halles New York”. Das ganze Werk erinnert mehr an ein Kochbuch, auch die Rezepte sind nachvollziehbar und in akzeptabler Zeit nachzukochen. Allerdings ist der Umgangston mit dem Leser direkt und ruppig, wie es in einer Profiküche halt zugeht. Da wird man als Leser im Eifer des Gefechts schon mal als “nutzloser Wichser” beschimpft, oder man bekommt die Empfehlung, sich an seiner Schürze aufzuhängen, wenn “Du Penner kein gottverdammtes Huhn zubereiten kannst”.
Bourdain schrieb früher zum Zeitvertreib Krimis, deren Plot gerne mal in einer Mafiaküche angesiedelt ist, daher drängt sich der Verdacht auf, daß dieser Umgangston hochgradig autobiographisch ist (Seine Biographien bestätigen das). Nach seiner Krimi-Phase wurde Bourdain mit seinen Memoiren und Reisekochberichten weltberühmt, dabei sollte man aber icht vergessen, das er so ganz nebenbei ein sensationeller Koch (und laut einer Freundin auch extrem attraktiv) ist, der das ehrliche Essen liebt. Seine Gerichte sind keine Schnicki-Schnacki-Espuma-an-Igendwas-Gerichte, sondern einfach Küchenklassiker so zubereitet, das man sich reinlegen möchte.
Pommes…
Wenn ich wirklich sensationelle Pommes machen will, dann benutze ich das Rezept von Bourdain, das sich übrigens mit der Abhandlung zu dem Thema in Jeffrey Steingartens “Der Mann der alles isst” deckt. Im Groben bedeutet das:
- Ohne Gasherd oder Friteuse könnt ihrs vergessen (wegen der Themperaturregelung des Öls).
- Kauft Euch im Elektroladen für 10 Euro ein Infrarotthermometer.
- benutzt ERDNUSSÖL !!!!
- Die geschnittenen Kartoffeln müssen in Eiswasser mindestens 30 Minuten (besser über Nacht) gewaschen werden
- die Fritten 6-8 Minten bei 140 Grad Ölthemperatur blanchieren.
- Aus dem Öl nehmen und gleichmäßig auf einem Blech verteilen und 15 Minuten ruhen lassen.
- Dann das Öl so exakt wie möglich auf 190 Grad erhitzen und die Pommes in kleinen Portionen ca. 3 Minuten fertig frittieren.
Eine lange Arbeit, aber fast Meditativ und ds Ergebnis immer wieder umwerfend. Dabei sind das nur Kartoffeln.
Das Buch von Bourdain hat damals 40 Euro gekostet, ist aber derzeit nirgends erhältlich. Wenn ihr es im Antiquariat, bei eBay oder sonstwo entdeckt und es für 60-80 Euro ergattern könnt, SOFORT zuschlagen. Es ist wirklich sein Geld wert. Oder die englischsprachige Ausgabe kaufen, bei Bloomsbury erschienen “Anthony Bourdains Les Halles Cookbook”.
Einsortiert unter: Food-Talk, Geschäfte, Literatur, Märkte | Schlagwörter: Gastronauten, Gourmetherz, Kleinmarkthalle Frankfurt, Marktverkäufer, Märkte
Frankfurt hat ja nach meiner Meinung nicht so waaaaaahnsinnig viel zu bieten, ein paar Museen, eine gigantische Skyline und einen an Gigantomanie grenzenden Flughafen. Aber kulinarisch ist diese Stadt ein Mekka für Gastronauten. Eine große Dichte an hervorragenden Restaurants lässt das Gourmetherz höher schlagen.
Ein Muss ist aber auf jeden Fall der Besuch der Frankfurter Kleinmarkthalle, von allen Endverbrauchermarkthallen, wohl die schönste, die Deutschland zu bieten hat.
Hier kann man meinen Fotostream zur Kleinmarkthalle besuchen (klick)
Nirgends ist Ware so ansprechend präsentiert, die Speichelproduktion wird beim durchschreiten mächtig angeregt, überall kann man probieren, mit den Marktverkäufern ein wenig fachsimpeln und sich in Hessischer Mundart freundlich auf den Arm nehmen lassen. Die Auswahl ist sensationell und Frisch und Preise gepfeffert.
Ich könnte hier Stunden verbringen Ich verbringe hier Stunden wenn ich in Frankfurt bin, sodaß die Marktfrau am Eingangsgemüsestand ganz verwundert feststellt, das wir ja IMMER NOCH da seien. Ich will hier einziehen !
Eine Website mit Infos und weiteren tollen Fotos gibt es hier: http://www.cityforum-profrankfurt.de/kleinmarkthalle/interessengemeinschaft-kleinmarkthalle/
Dort ist auch das Kochbuch zur Kleinmarkthalle erhältlich.
Und was ist Eure Lieblingsmarkthalle ?
Einsortiert unter: In der Profiküche, Literatur | Schlagwörter: Bill Buford, Hitze, Literatur
Hier mal ein echter Buchtip-Kracher:
Bill Buford – Hitze
Bericht eines Literatur-Redakteurs des New Yorkers, der seinen Job an den Nagel hängt und von der Pike auf kochen lernt. Seine Abenteuer als Küchensklave, Sous-Chef, Pastamacher und Metzgerlehrling sind so brilliant und komisch, das ich das Buch jetzt schon empfehlen MUSS, und somit vielleicht einige zum lesen bewege (um dann hier heftig darüber diskutieren zu können).
“Die Vorspeisen (allesamt Variationen vom Schwein) bestanden aus Lonza, dem gepökeltem Rücken eines Schweines aus der Sahne-Walnuss-Apfel-Herde, Coppa (aus der Schulter) , einem gebratenen Schweinsfuß, einem Steinpilz, gebraten mit Batalis eigener Pancetta (dem Bauchspeck), plus (>>um noch eins drauf zu setzen<< ) einer Pasta mit Gunanciale (den Backen). In diesem Jahr erprobte Mario ein neues Motto: >>Maßloser Exzess ist gerade genug.<< “
Danke, Sarah und Susi für dieses Wahnsinnsbuch. Wird meine neue Biebel. Dabei bin ich erst auf Seite 24 !!!





