Einsortiert unter: Food-Dealer, Polen, polnische Küche | Schlagwörter: Bio Ziegenkäse, Käsefestival, Oscypek, Polnischer Käse, Turek
Zugegeben, ich dachte bisher nicht an polnische Produkte, wenn ich für eine vielfältige Käseplatte einkaufen ging. Auch nicht hier in Polen aber das sollte sich durch 2 Veranstaltungen grundlegend ändern.
Im Mai veranstalteten wir in Cooperation mit dem Slowfood Convivium Großpolen eine Genussreise für Berlin/Brandenburger Slowfood Mitglieder. 
Unser erster Tourstop war der ehemalige LPG-Hof der vor ein paar Jahren von Marek Grądzki angemietet wurde und Stück für Stück als Biobauernhof wieder hergerichtet wird. Neben einer Kapaunzucht (von denen es nur 2 Stück in Polen gibt) hat sich Marek auf die Produktion von Ziegen- und Kuhmilchkäsen spezialisiert.
Als wir aus dem Reisebus stiegen fühlten wir als wären wir gerade mit einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit gereist.
Auf dem sehr weitläufigen Hofgelände liefen, Pferde, Ziegen, Gänse und weiteres Gefieder frei herum, auf einer angrenzenden Grünen Wiese grasten die Kühe und in der großen Scheune grunzten die jungen Ferkel . Auch junge niedliche Lämmer können wir bestaunen. Ein echter Bilderbuch-Bauernhof ! Und ein nahezu geschlossenes Ökosystem. Alles was Marek zu sich nimmt, kommt vom eigenen Hof. Es dämmerte uns also schon, das auch die Produkte – fern von jeglicher Industrieproduktion- unter Verwendung hauseigener Zutaten ebenfalls aussergewöhnlich sein müssen.
Und Marek enttäuschte uns nicht. Er produziert wöchentlich gerade mal 25 Kilo Käse und Zeigt sich experimentierfreudig. So gibt es neben Ziegenkäsen verschiedener Reifdauer einen wunderbaren Kräuterkäse, oder einen roten Paprika-Käse, der in seiner hervorragenden Ausgeglichenheit zwischen mild und scharf seinesgleichen sucht.
Marek erklärt uns, was den Geschmack des Käses so samtig werden lässt. Die Kühe bekommen auf der Wiese neben dem Gras auch eine Menge Kräuter mit und keine Futterzusatzstoffe oder Antibiotika trüben die Mahlzeiten der Tiere. Und die Kühe danken es ihm: Die gewonnene Milch hat einen Fettanteil, der weit über dem Durchschnitt normaler Milchkühe liegt und das glückliche Kühe bessere Milch geben ist sowieso klar
Ausserdem bekamen wir bei der Verkostung auch etwas von Mareks sensationellem Kapaun zum probieren, aber das ist eine andere Geschichte, hier soll es ja um Käse gehen. Marek gibt seinen Käse garnicht in den Handel, Gastronomen und Fans reisen von weit an, um einige seiner Schätze zu ergattern. Nur wenige Wochen später sollte ich Marek und seinem Käse wieder begegnen.
Unser Freund, Slowfoodmitglied und Food-Impressario Wojtek Lewandowski, der auch für das Programm unserer Slowfood-Tour verantwortlich war, veranstaltete zum ersten mal ein 2-tägiges Käsefestival in dem kleinen Ort Turek. Das Wojtek diesen Ort auswählte war interessant – Turek ist den Polen eigentlich nur als Hersteller von Industriekäse bekannt, den man in JEDEM Supermarkt in Polen kaufen kann ! Aber vielleicht war seine Idee auch, daß die Besucher vor Ort probieren und vergleichen können und das der Biokäse (zumindest beim Hersteller erworben) kaum teurer aber immer besser im Geschmack ist ! Zusammen mit Gastro-Kollegen Piotr und der Liebsten machte ich mich also auf den Weg nach Turek.
Gleich am Markteingang begegneten wir Marek wieder und wir mussten uns richtig ranhalten, noch ein paar Stücke zu ergattern, denn erwartungsgemäß waren seine Vorräte nach dem ersten Festivaltag bereits so stark geschrumpft, das von einigen Sorten nur noch kleine Stücke übrig waren.
Ein weiterer, in Polen bekannter und beliebter Käse ist der “Oscypek”, ein elastischer geräucherter Harkäse aus Schafsmilch, der nur so genannt werden darf, wenn die Schafsbauern (und die Milch) aus der Bergregion um Sakopane kommen.
Im ganzen Land wird der Käse in Scheiben geschnitten und gegrillt auf Märkten und Volksfesten angeboten. Die Polen schwören drauf. Ich finds geschmacklich sehr lecker, aber die Konsistenz ist nicht so meins.
Leider gibt es kein Foto von einem ganz jungen fluffigen Käse, den wir ebenfalls verzehren durften und der mit Mohn und mit Honig gereicht wird. Dieser Käse quitschte ein bisschen lustig beim kauen, war aber alles andere als Gummi und auch ein Hochgenuss.
Aber auch andere Hersteller konnten bei uns geschmacklich punkten.
Zum Beispiel mit diesem milden Ziegenkäse von ganz anderer Konsistenz. Mir ist aufgefallen, daß die meisten Produzenten garkeine alten Bauern sind, die seit Generationen Ihren Käse nach traditionellen Familienrezepten herstellen, sondern durchaus junge individualisten und Abenteurer, die die Liebe zu lokalen Produkten und deren Qualität entdeckt haben und stolz auf die Ergebnisse ihrer entwickelten Zubereitungsarten sind.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Festival weiter wächst und auch internationale Foodies anlocken könnte, die neugierig geworden sind. Der polnische Käse hat es verdient, entdeckt zu werden !
Einsortiert unter: Polen, Typisch polnisch, Uncategorized, Verständnisprobleme | Schlagwörter: Firmenfeiern in Polen, Kajah, Schärpe
Gestern wurde ich von Kumpel Christoph zu einem Konzert der Sängerin “Kajah” and the Royal Quartett eingeladen. Der hatte die Karten wiederum von der Hausbank seiner Firma geschenkt bekommen, mit Vorabeinladung zum Cocktailempfang und “meet & greet” mit dem Star. Da waren wir natürlich dabei.
Lustig: Gleich am Eingang wird man nach der Kontrolle der Einladung von hübschen Hostessen mit Schärpe und Aufdruck des Geldhauses begrüßt (“Miss BlaBla-Bank” sozusagen) und bekommt eine kleine Papiertüte mit Kreditangeboten und der neuen CD der später auftretenden Sängerin. Ich habe diese Schärpengirls auch schon auf Caterings bei uns im Theater gesehen, das scheint hier in Polen wohl dazu zu gehören. Man will wohl den Schein wahren, das in der Bank die gleichen Sexbomben wie in der TV-Werbung arbeiten. Leider wird das kurzzeitig vermittelte Image durch die Kundenberater(innen) zerstört, denen man begegnet, wenn man tiefer in die Empfangshalle vordringt.
Cocktails gibt es auf diesem Cocktailempfang leider keine, dafür aber ein ganz passablen Rotwein und mindestns 15 Kellner, die unkoordiniert durch den Saal schreiten und den geschätzten 150 Gästen kleine Häppchen aufzudrängen versuchen. Sie scheinen für jedes von mir verspeiste Häppchen dankbar, als würden alle nicht unter das Volk gebrachte Häppchen von dem Lohn der Servicekräfte abgezogen.
Das “meet & greet” mit Kajah fiel sehr mager aus. Sie erschien kurz, prostete den Kunden zu und bedankte sich bei der Bank und verschwand sofort wieder.
In dem Wunderschönen Konzertsaal, der Aula der Musikhochschule klatschen die Leute beim Eintreten der Sängerin frenetisch Beifall. Davor beim Eintreten der Musiker nur eher verhalten. Ich habe das sowieso noch nie verstanden, warum geklatscht wird, BEVOR ein Künstler eine Leistung erbracht hat. Das ist fast so doof wie die Leute, die im Flugzeug nach der Landung klatschen. Und dann gibt es die übereifrigen Mitklatscher bei Stücken, die eigentlich garnicht zum mitklaschen gedacht sind.
Das Konzert an sich ist ganz nett, Sängerin und Streicherquartettkombi finde ich schon gut und erinnert mich ein wenig Elvis Costello & the Brodsky Quartett, welche ich vor ca. 15 Jahren mal gesehen habe. Aber da ich von den Polnischen Texten relativ wenig verstehe (ausser dem Titel “Testosteron”) und einem Grace Jones Cover, und die Bühnenshow nun auch nicht so der Brüller ist – Kajah hebt ab und zu als “Choreographie” die Arme – wird es ein wenig langweilig und ich schmunzle bei dem Gedanken, was wohl passieren würde, wenn ich ganz laut “AAAUSZIEHN” rufen würde
, aber das würde ja keiner verstehen, mist.
Erkenntnisse:
1) Hostessen mit Schärpen sehen irgendwie lächerlich aus.
2) Wenn man einen eigenen gastronomischen Betrieb führt, kann man so ein kostenfreies Angebot garnicht mehr so wie früher genießen.
3) Man ist viel kritischer, was die Qualität und die Präsentation der dargebotenen Speisen angeht. Unser Essen ist um längen besser.
4) Unser Catering schmeckt viel besser, und wäre mit der hälfte des Servicepersonals ausgekommen. Mir drängt sich die Erkenntnis auf, das wir zu günstig anbieten.
5) Applausverhalten ist wohl auf der ganzen Welt gleich. Und energische Mitklatscher ohne jegliches Taktgefühl gibt es auch überall.
6) Grace Jones ist sehr schwer zu covern.
Einsortiert unter: Food-Talk, Polen, Uncategorized | Schlagwörter: Spargel
Natürlich sind auch wir im Restaurant ob der beginnenden Spargelsaison entzückt und haben gerade fertig besprochen, was es ab 1. Mai auf unserer Karte gibt:
Spargelsuppe mit Flusskrebsen
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Grüner Spargelsalat mit Fenchel und Oragenfilets
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Grüner und weisser Spargel auf Blätterteig mit gegrilltem Brie und Beerensauce
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Gebackener grüner Spagel mit Bacon und Kräutern in Weisswein
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Süsses Zimt-Spargel Sorbet
Warscheinlich kommen wir mal wieder nur am Freitag in letzter Minute zum testkochen, dann gibt es aber auch Fotos.
In Polen schont der Spargel immens den Geldbeutel: für einen Bund (ca. 1/2 kilo) zahlt man je nach Qualität zwischen 5 und 8 Zloty, also maximal 2 Euro. Dabei steht der polnische Spargel dem Deutschen geschmacklich in nichts nach. Mich würde auch nicht wundern, wenn ein Großteil des berühmten Beelitzer Spargels eigentlich in Polen angebaut wird…
Einsortiert unter: Food-Dealer, Freunde, In der Profiküche, Polen, Restaurantgeschichten, schwierige Restaurantgäste, Typisch polnisch | Schlagwörter: polnische Silvesterparty, Topinambursuppe
- 3 Tage vor Silvester haben wir das Restaurant wieder aufgemacht. Einerseits bin ich erholt gewesen von dem Urlaub in den Mazuren, andererseits froh, wieder zurück zu sein. Und es gab ja noch einiges vorzubereiten. Die Panik stieg, das von irgendwas nicht genug da war. In der Regel wird nämlich immer genau das verlangt, was man nicht in Vorräten eingekauft hat. Aber wir waren vorbereitet: 2 Kisten Champagner, 7 Kisten Sekt, 40 Flaschen Vodka, 2 Fässer Bier, Säfte und diverse Spirituosen.
- Bis zum 31.12. Nachmittags steht das Telefon nicht still. Alle wollen Tickets, aber wir sind ausverkauft. 85 Plätze mehr geht nicht – halt, das ginge schon - aber dann gäbe es keine Tanzfläche. Ein weiser Entschluss, wie sich später mehr als deutlich heraus stellt. Absurde Gespräche halten meinen Chefkoch von der Arbeit ab:
Anrufer: “Für heute Abend 40 Tickets für das Silvestermenü”
Chefkoch: “Sorry, wir sind ausverkauft”
Anrufer:”Aber wir haben doch auch Tickrets fürs Theater”
Chefkoch:”Gut für Sie, aber wir sind ausverkauft”
Anrufer:”Aber wir wollen doch was essen”
Chefkoch:”Ja.”
Anrufer:”Kann ich dann vielleicht 10 Plätze haben ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”5 ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”2 ?”
Chefkoch:”Nein”
Anrufer:”EINEN ?”
Chefkoch:” Vielleicht einen halben für Ihren Sohn, aber sie können nicht mitkommen”
(nein, der letzte Satz war dazu erfunden, aber der Rest war genau so)
- Einen Tag vor Silvester fahren mein Küchenchef und ich 120 km durch deine Walachei-ähnliche Region bei wildem Schneetreiben, um einen Topinambur-Bauern zu besuchen. Wir hatten diesen vor Weihnachten im Internet ausfindig gemacht. Er verkauft das leckere Zeug in Säcken á 50 Kilo (Mindestabnahme). Da sich das Zeug angeblich so nicht verschicken lässt und der Sohn nicht wie angekündigt nach Poznan kommen konnte um uns das Zeug zu liefern, fahren wir also da hin. Denn wir wollen an Silvester unbedingt Topinambur-Suppe als Starter bieten. Den Polen ist Topinambur als Lebensmittel völlig unbekannt, es wird dort ausschließlich zur Produktion von Biodiesel angebaut ! In Deutschland kostet Topinambur im Versand ca. 2,50 Euro je Kilo. In England gibt es in der Nähe von Bristol ein Hotel, das eine Topinambur-Suppe für 10 Pfund (!) angeboten hat. Unser Bauer möchte für das Kilo 3 Zlotti haben. Weil wir selbst abholen, gibt er es uns für 2 Zlotty, also etwa 50 Cent. Der Bauer versteht ehrlich gesagt nicht ganz,was wir damit machen wollen. Mein Chefkoch Arek erklärt es ihm. Daraufhin der nächste absurde Dialog:
Bauer: “Verstehe ich das also richtig, das da ist Dein Boss, ja ?”
Arek: “Ja”
Bauer: “Und Du bist der Chefkoch”
Arek: “Ja”
Bauer: “Und Ihr fahrt 120 Kilometer hin und 120 Kilometer zurück um Topinambur zu kaufen”
Arek: “Richtig”
Bauer: “Und dann macht ihr daraus SUPPE ???”
Arek: “Ja”
Bauer:”Ihr müsst total verrückt sein”
Arek:”Kann sein”
Bauer:”Ich sag euch was, ich lass meine Kinder zu Hause und komm mit einer Frau zu Euch zum Silvester Essen, sonst glaubt die mir kein Wort”
Arek:”Wir sind leider ausverkauft, aber wenn Du willst, dann könnt ihr in der Küche sitzen !”
Bauer:”Letzte Woche hab ich 25 Tonnen für die Biodieselproduktion verkauft, und heute 50 Kilo für Suppe”
Zurück in Posen müssen wir noch das Schweinefleisch abholen, das wir beim Prosiaczek bestellt haben (25 Kilo, das sind für mich trotz 3 1/2 Monaten Restaurant dann doch immer wieder Mengen, die ich früher so nicht mal eben eingekauft habe). Prosiaczek ist noch ein richtiger Einzelhandel-Metzger mit Delikatessen-Sevice und 3 Filialen, wie man das früher auch in Deutschland kannte, aber heute auch hier nur noch ganz vereinzelt anfindet. Denn mittlerweile (einen Tag vorher) steht auch das Menü für die Silvesterparty fest:
Topinamburcréme mit Chips von Blauen Schweden Kartoffeln
Gegrillte Jacobsmuscheln auf Süßkartoffelpürree mit Erbsenschaum
Bouquet von Blattsalaten mit Gänsestreifen und Orangendressing
Schweinebraten an Honig-Schwarzbiersauce und Kartoffelkuchen
Törtchen aus weisser und schwarzer Mousse mit gezuckertem Ingwer und Himbeersauce
- Am Nachmittag trudelten dann auch schon ein Teil meiner Freunde aus Deutschöland und Österreich ein. Das war richtig schön, hielt mich aber auch von den Vorbereitungen ab, aber meine Mitarbeiter waren 110 Prozent bei der Sache. Alles war so gut im Timing und weil am nächsten Nachmittag meine Freunde auch noch mithelfen, den gigantischen Berg von Topinambur zu schälen, fragte ich am Silvestertag nur 3 mal nach, ob noch alles im Zeitramen ist.
- Da einer unserer Köche ausgefallen war, musste ich selber richtig ranklotzen, aber das hat wirklich Spass gemacht. Allerdings habe ich dann natürlich in der Aufregung das Fotografieren ab und zu vergessen. Fotos gibts also nur spärlich und später. (Wer welche gemacht hat, sagt bescheid).
- Um 20:30 beginnt das Gästeeintrudeln, die Suppe schicken wir um 21:00 Uhr. In rascher Folge kommen Jacobsmuschel und Salat auf den Tisch. um 22:00 uhr bereite ich gerade das Hauptgericht zum schicken zu, als ich von meinem Barchef wegen einer schwer aufgebrachten Gruppe in den Gstraum gerufen werde. Die Gruppe brüllt auf mich ein, ich solle nun ENDLICH die Musik lauter machen, man wolle JETZT tanzen. Ich versuche freundlich zu vermitteln und werde niedergebrüllt. FInde dann doch einen in der Gruppe, der mit sich reden lässt. Ich biete als Kompromiss an, den Hauptgang zu schicken und danach den DJ anzuweisen lauter zu werden. Die Tanzfläche ist in sekunden brechend voll. Das es einen Interessenkonflikt gibt, da einige Gäste ihr Menü geniessen wollen und wir ja auch ein Retaurant und keine Disco sind interesiert die Brüllergruppe nicht. Mir wird das später so erklärt, das der Wodkakonsum an Silvester sofort zum Delirium führen würde, wenn man das nicht raustanzt zwischendurch. Ich dachte eigentlich immer, körperliche ertüchtigung fördert lediglich, das der Alkohol noch schneller im Blut und dann im Hirn landet um größtmöchlichen Schaden anzurichten, aber was weiss ich schon mit meinem nicht vorhandenen Mediziner-Weisheiten
.
- Der Rest des Abends verläuft glimflich und fröhlich. Soweit ich das beurteilen kann, war das Essen zwar lecker, aber an Silvester hätte es auch ein kleines Buffet getan, das regelmäßig mit Rolmops, sauren Gurken, Brot und Schmalz aufgefüllt worden wäre. Ich bin wenigstens sehr froh, das ich so viele Freunde aus Deutschland da hatte, die es fast alle zum ersten mal nach Polen geschafft hatten. Wir haben Unmengen von Alkohol übrig, zum Glück konnte ich wenigstens den Wein auf Komission bekommen. Die Polen haben mich im Wodkaumsatz maßlos enttäuscht, ich wünschte mir manchmal an dem Abend, es wären Norweger
.
Einsortiert unter: On the Road, Polen | Schlagwörter: entspannung
Eifon blogging aus den Masuren. Am Dienstag den C1 bis oben voll gepackt und nach der letzten weihnachtsfeier eine 6 Std. Nachtfahrt zum Schwiegermonster. Neben mir meine liebste und UNTER mir ein heulender Kater, der es geschafft hat , sich unter den Vordersitz zu zwängen und nun ein Konzert abliefert als würde er bei lebendigem Laib gebraten. Als ich ihn später hervor hole und in sein Katzenklo setze, ist er friedlich (oder zu heiser zum weiterjammern).
Hier nun Kontrastprogramm!
Draußen absolute stille – wenn es nicht gerade regnet. Der masurische Wald ist schnee bedeckt und ich kann jeden Tag ausschlafen und muss danach nirgendwo hin. Ok, vielleicht die Treppe runter zum essen, aber ich bin mittlerweile so unterfordert, das ich vorhin freiwillig Holz gehackt habe !
Weihnachten hier hat höchstens seine eigene Tradition. Wir sind zu dritt, machen uns nicht schick sondern sehen eher gemütlich homie-nerdig aus und es wird kein Fleisch gegessen sondern piroggi. Aber die sind natürlich homemade und unschlagbar lecker. Außerdem leckeren borschtsch und Nalewka, der einem gut zusetzt. Dann beschenken wir das schwiegermonster und sicher sehen wir später einen lustigen weihnachtsfilm, denn wir haben dem schwiegermonster unseren Fernseher und einen dvdplayer vermacht. Vorher läuft eine musiksendung in der geistig- und körperlich behinderte mit nichtbehinderten in einer Kirche musizieren. Das ganze ist eine Aufzeichnung, die ich bereits letztes und vorletztes Jahr gesehen habe. Da macht tv2 einen auf heilig und gleichzeitig auf Sparflamme. Interssant auch, das die behinderten das ganze restliche Jahr nicht im tv zu sehen sind.
Ich bekomme 1 1/2 Kilo masurischen Honig und selbstgemachten Weißwein geschenkt, darum werden mich meine Köche beneiden !
Der zentrale Ort des Hauses ist ein Kamin, der so viel Wärme im ersten Stock erzeugt, das man eigentlich nur nackt und ohne Decke schlafen kann. Der Kater geniesst es, auf dem warmen Holz Fußboden rumzulungern.
Es ist der erste weihnachtsfeiertag. Bald schicke ich die Gans in den Ofen, die bei niedriger Temperatur nur noch fertig gebacken werden muss.
Alles ist so herrlich entspannt und genau das brauche ich nach 3 Wochen Firmenweihnachtsfeierei im Restaurant. Vielleicht nehm ich nun ein Bad und zünde viele Kerzen an und danach ein Mittagsschläfchen…
Einsortiert unter: Polen, Typisch polnisch | Schlagwörter: Kontaktbereichsbeamter, Polizei
Dieser Satz sorgte heute Abend (wir waren gerade beim Abendessen und hatten Edyta No. 2 und den polnischen Nachwuchsrennfahrer Mateusz Adamski zu Besuch) an der Sprechanlage für kurze Verwirrung. Es ist schon interessant, aber wenn die Polizei nach einem fragt, dann denkt man automatisch nach: Habe ich irgendwann irgendwas falsch gemacht oder ein Gesetz gebrochen, ohne das ich es vielleicht weiss ?
Die Aufklärung war aber sehr simpel. Der Herr von der Polizei war sowas wie unser Kontaktbereichsbeamter. Ich hatte mich vor ein paar Wochen beim polnischen Ausländeramt gemeldet hatte meine permanente Registrierung/Aufenthaltserlaubnis zu beantragen und ich hatte auch schon alle notwendigen Papiere zusammen. Mir sagte jedoch niemand, daß da jemand PERSÖNLICH vorbei kommt, um zu checken, ob ich auch wirklich hier wohne und nicht einfach nur (aus welchem Grund auch immer) eine Briefkastenadresse hier betreibe. Laut Aussage des netten Polizisten, der auch noch typisch polnisch “Pawel” heisst, sagen die das aber niemand vorher und nutzen den überraschenden Moment. Ich musste lediglich meinen Pass zeigen und er überprüfte die Angaben darin mit seinen Unterlagen.
Ich war so perplex und gleichzeitig erfreut über diesen Besuch, das ich fragte, ob wir ein Foto zusammen machen können, weil mir das ja sonst keiner glaubt. Freudig bejahte er, obwohl ich sagte, das ich das auf meinem Blog veröffentlichen möchte.

Chris und sein Polizei-Buddy (Erinnert ein wenig an "King of Queens"-Darsteller Kevin James)
Nachdem er seinen Job erledigt hatte, erkundigte er sich noch, ob in der Nachbarschaft alles o.k. sei und gab uns zu guter letzt noch seinen Namen und seine private Handynummer mit den Worten: “Wenn Sie mal die Polizei brauchen, rufen sie mich direkt an, NICHT den Notruf – die brauchen ewig oder kommen garnicht !”
Ich werde die Nummer gleich mal in meinem Handy speichern !
PS: Für die Leser die es nicht wissen, ich habe dänische Staatsbürgershaft.
Einsortiert unter: Polen, Restauranteröffnung, Typisch polnisch | Schlagwörter: Bürokratie in Polen, Restauranteröffnung
Wer dachte, Bürokratie in Deutschland ist irgendwie kompliziert, der sollte sich das mal in Polen geben. Ich habe gestern erstmal einen 3-Stünden Vorgeschmack dafür bei meinem Buchhalter bekommen. Der stöhnte unentwegt, weil ich noch ein Gewerbe in Deutschland habe und Einkünfte daraus in meiner polnischen Steuererklärung mitberücksichtigt werden müssen. Dann muss natürlich die richtige Steuerklasse für mich gefunden werden. Für mich als nichtpole ist das alles natürlich 5 mal so kompliziert. Und ich brauche einen Feuerwehrmann ! Also so ne Art Brandschutzbeauftragten. Aber dazu später mehr, ich werfe da sicherlich lustige Geschichten erleben.
Die Bank gestern wollte mir kein Konto eröffnen, da ich nur eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis habe, die dauerhafte wird heute beantragt, die Bearbeitung dauert aber 30 Tage ! Nach ein paar Telefonaten haben wir jedoch eine Andere Bank gefunden, die uns helfen will und ein Konto eröffnen wird. Daher beginnt der Tag heute mit dem Copyshop & Ausländeramt, danach Meeting mit der Bank, dann zum Rstaurant. Dort eventuell Vertragsfragen klären und den Versicherungsvertreter treffen, der die ganze Bude versichert. Dann zum Buchhalter, um die Unterlagen für die Firmengründung abzugeben. Diese ist beim Amt vergleichbar einfach. Ein Pass und eine vorläufige Meldebestätigung genügt. Und man muss noch nicht mal wie bei so vielen anderen Registrierungen den Mädchennamen der Mutter angeben
.
Auf in den Kampf, 2ter Tag…
(Endlich wird der Blog mal seinem ursprünglichen Titel gerecht !)
Einsortiert unter: In der Profiküche, Polen, Restauranteröffnung | Schlagwörter: Restauranteröffnung
Wie ich vor kurzem hier berichtet habe, war ich ja ziemlich von den Vorstellungen geplättet, die das Theater bei der Suche nach einem neuen Restaurantpächter hat. Ich konnte mir so garnicht vorstellen, das mein Businessplan da noch ne Chance hat.
HEUTE bekam ich völlig überraschend einen Anruf vom Theater ! Man würde meine Ideen favorisieren und sich gerne mit mir EINIG werden. Da ich fast zeitgleich Angebote von einer Posener Marklerin für andere Objekte bekam, die dazu auch noch erheblich günstiger sind, bringt mich das natürlich in eine sehr gute Verhandlungsposition. Ich habe zwar immernoch eine gesunde Portion Skepsis und werde nur unter sehr riegerosen (MEINEN) Bedingungen zustimmen, aber zumindest für den Moment liegt eine Übernahme im Bereich des Möglichen ! Auf jeden Fall ist es eine schöne Bestätigung, das meine Ideen und mein Konzept auf Interesse stoßen und das ist einfach ein sensationelles Gefühl. Nächstes Gespräch am kommenden Dienstag !
Ich halte Euch auf dem Laufenden.
Einsortiert unter: Babylonia Polska, Polen, Typisch polnisch | Schlagwörter: Altstadt Warschau, Fotos Warschau, Küssbank, Kulturpalast, Neon Leuchtwerbung, Palme Warschau, Warschau Tourismus, Warschau von oben
Wie ich neulich schon hier berichtete war ich vor kurzer Zeit in Warschau. Es war bereits mein vierter Besuch dort, die ersten 3 Besuche waren immer aus unterschiedlichen Gründen mehr oder weniger ein Reinfall, man könnte sagen: Warschau und ich, das passt nicht zu einander. Da meine Liebste aber dort hin musste, und ich nicht wirklich was besseres zu tun hatte, dachte ich: “Eine Chance gibst Du Warschau noch”. Eine lohnende Entscheidung.
Wer mich nicht persönlich kennt, weiss vielleicht nicht, wie ich es seit Jahren mit dem Reisen halte – ich versuche so wenig Tourist zu sein wie möglich. Ich übernachte am liebsten bei Freunden oder bei Mitgliedern von Couchsurfing, ich nehme nie an Führungen teil, buche nie ein Hotel, sehe mir kaum die Standard-Touri-Objekte einer Stadt an und im Sommer gehts es auch schon lange nicht mehr in den Süden, sondern meistens besuche ich meine Family in Dänemark oder fahre zur Schwiegermutter in den masurischen Wald.
Vor meinem Warschau-Besuch dachte ich mir jedoch: Scheiss drauf, Warum eigentlich mal nicht auf Tourist machen ? Ich hatte zwar einen alternativ- aber dennnoch Touristenführer für Warschau zum Geburtstag geschenkt bekommen und meine Süße begleitete mich als Guide. So setzten wir uns in die U-Bahn (Es gibt nur EINE Linie, daher kann man nicht falsch umsteigen sondern höchstens in die falsche Richtung fahren) und fuhren ins Zentrum der Metropole.

Dort befindet sich der der gigantische Kulturpalast, ein Geschenk der Russen an das polnische Volk. Die Polen haben das Teil immer gehasst und wollten es eigentlich nach der Solidarnosc-Bewegung abreissen lassen, war aber zu teuer. Mir gefällt das Gebäude irgendwie. Es beherbergt mehrere Theater, ein Kino, Ausstellungsräume und im 30. Stock eine Aussichtsplatform. Da wollte ich rauf ! Und es gab sogar einen Fahrstuhlführer in Uniform ! Hab mich aber nicht getraut, den zu fotografieren. Aber so sieht Warschau von oben aus:

von hieraus alles sehr friedlich und relativ geordnet. Dazu kam grandioses Kaiserwetter.

Bei vielen Bauten und Straßen kann man von oben einen gewissen Symetrie-Fetischismus erkennen

Haushohe Werbeplanen unterstreichen die allgemeine Gigantomanie vieler Warschauer Bauherren.

Die Aussenterasse des Cafés wird wohl eher selten genutzt, dafür weht ein zu eisiger Wind.

Die Innestadt ist selten Grün, daher erfreuten mich die Bäume auf dem Dach des Medienkaufhauses.

Sogar bei der Bepflanzung lässt ein Hang zur Symetrie zu erkennen.
Das Ticket für die Aussichtsplatform beinhaltete den Besuch einer Mitmach-Ausstellung, in der wir einige Zeit vor den Lachspiegeln verbrachten.

Vor dem Kulturpalast hat ein Künstler eine “Küss-Bank” aufgestellt, diese mussten wir natürlich ausprobieren.

Man liegt in unterschidlicher Richtung aber zueinander gewand und kann dann mit einem Dach über dem Kopf knutschen (das Knutschfoto erspar ich Euch jetzt).
Auch hier gibt es Kunst am Bau. Bei diesem Gebäude sieht es aus den meisten Blickwinkeln so aus, als würde der kleinere Anbau jeden Moment zur Seite wegkrachen.
Wir haben uns dann, nachdem wir uns die Hala Mirowka angesehen haben (siehe Fotosafari IV) durch mehrere Parks auf den Weg zur Altstadt gemacht.
In den Parks gibt es immer wieder interessante Skulpturen zu entdecken:

Diese Skulptur ist nicht (wie fälschlicher Weise leicht anzunehmen) ein sozialistisches Lenindenkmal, die dargestellte Person ist der berühmte polnischer Schriftsteller Janusz Korczak, der diverse Familiengeschichten geschrieben hat. Er arbeitete als Arzt und einflussreicher Pädagoge und wird von den Polen verehrt.

Skuril: Damit die Leute nicht in den Büschen zum Pipimachen verschwinden, gibt es mitten im Park ein ToiToi-Klo.
Dazwischen immer wieder Straßenabschnitte, und auf einmal: Das Sony-Center !

Auch in Warschau hat die Stencil-Art Einzug erhalten:

Ausserdem immer wieder interessante Architektur…

…dieses hier hat fast einen Touch Art Deco !
Da es zu Ostzeiten eigentlich keine klassischen Werbetafeln gab, wurde für Firmen und Kultureinrichtungen häufig kunstvolle Neonleuchten geschaffen – hier meine liebsten Entdeckungen:

Ein Laden für Lacke und Farben

Ein Theater.
Und hier kommt mein absoluter Liebling:

Eine Disko !
Irgendwann erreichten wir dann die Altstadt…

…und ich war baff. denn die ist wirklich schön !


Das ist kein Blumenladen, sondern ein Restaurant mit Apothekerpreisen (sogar für westliche Geldbeutel)


In vielen teilen der Altstadt fand sowas wie ein Open-Air-Galerie-Festival statt, genaueres konnte ich leider nicht herausfinden, aber im Zentrum der Altstadt gab es riesige Poster zu dem Thema “Coexistence”.

Am besten gefiel mir dieses Bild:

Aber es gab auch noch lustiges zu entdecken:

Dies ist nicht die Bushaltestelle einer Samenbank. Zamenhof musste ich erstmal googlen. Es handelt sich um Ludwig Lazarus Samenhof, ein Russischer Arzt, der die Plansprache Esperanto begründete. Wieder was gelernt.

Gerne werden in Polen die Russen verunglimpft. Dieses Poster, das für eine Kulturveranstaltung wirbt, zeigt eine Matrjoschka Puppe und hing überall in Warschau. Die Matrjoschka steht in Russland Mütterlichkeit und Fruchtbarkeit.

Und dann gab es da noch den Schaukasten mit liebevoll präsentierten Schuhen. “Aber trendige Schuhe”.

Diese Palme ist eine Kunstpalme, errichtet von der Künstlerin Joanna Rajkowska. Die Idee dazu hatte sie nach einer Jerusalem-Reise, denn diese Palme steht in der Jerusalem-Allee. Eigentlich sollte die Palme nur befristet dort stehen, aber den Warschauern gefiel das Kunstwerk so gut, das sie es da behielten.

Und die Ampelmännchen in Warschau sind alles Bodybuilder ! breite Schultern und keinen Hals !
Ich muss einfach sagen, es hat sich gelohnt, mal ganz Tourist zu sein. Ich habe die Stadt von einer wunderbaren Seite kennengelernt und natürlich hat auch das gute Wetter dazu beigetragen, daß das alles etwas schöner als bei meinen vorherigen Besuchen war. Die Stadt bemüht sich sehr, Kunst- und Kulturmetropole zu sein und ist dabei überraschend innovativ. Im Gegensatz zu meinen vorherigen Besuchen blicke ich mit Freude auf meine Rückkehr.
Einsortiert unter: Babylonia Polska, Polen, Typisch polnisch, Verständnisprobleme | Schlagwörter: dänisch, deutsch, polnisch
Als ich das erste Mal in Polen war, erfreute mich die Gastfreundschaft der mir bis dahin völlig unbekannten Polen und ich saß dem Irrglauben auf, dass sich die Polen permanent für irgendetwas bedanken. Meine Verwirrung rührte daher, das die Polen ständig das Wort „tak“ benutzen; dieses Wort kannte ich aus dem dänischen und das dänische Wort „tak“ bedeutet nichts anderes als „danke“. Im Polnischen bedeutet das Wort „tak“ jedoch einfach nur „ja“ ! Also eine simple positive Antwort auf eine Frage, oder eine Bestätigung.
„Danke“ heißt auf polnisch übrigens „dziękuję“, was ungefähr so ausgesprochen wird: „Dschinkuujää“. Ich schreibe das so kompliziert, weil es für das polnische keine Lautschrift gibt. Noch kein Herr Pond oder Langenscheid hat sich bisher die Mühe gemacht. Obwohl es für eine so schwer auszusprechende Sprache sehr hilfreich wäre, damit man beim polnisch lernen auch mal von irgend jemand verstanden wird.
Das deutsche „ja“ wiederum ist für die Polen irreführend, denn wenn wir es auf deutsch zwei mal schnell hintereinander benutzen, zum Beispiel wenn wir genervt rufen „Ja-ja, ich komme gleich“, dann denkt der Pole, wir erzählen irgendwas von Eiern ! Denn ein Ei (singular) heißt auf polnisch „Jajko“ , mehrere Eier (plural) heißen „Jajka“, aber man sagt dazu auch „Jaja“. Zum Beispiel steht an der Landstraße ab und zu neben einem Bauernhof ein Schild mit der Aufschrift „Jaja“, wenn dort frische Eier verkauft werden.
„Nein“ heißt auf polnisch „Nie“, was ungefähr wie „Niiääää“ ausgesprochen wird. Dann gibt es aber auch das polnisch Wort „No“, bei dem das „o“ in einer Art „oa“ ausgesprochen wird, ähnlich wie in dem deutschen Wort „noch“, nur ist das „o“ viel länger gezogen. Die Polen sind auf jeden Fall große Fans von Vokalen in die Länge ziehen. Das polnische „No“ hat aber weder etwas mit dem englischen „No“, dem französischen „Non“ oder dem Deutschen „Nein“ zu tun. Im Gegenteil. Es ist eher eine Art Quittierlaut (mein Kumpel Jan würde jetzt “bim” dazu sagen, aber das ist eine andere Geschichte), das man verstanden hat was der andere sagt, oder zugehört hat (oder so tut als würde man zuhören), ähnlich dem deutschen „mhm“ oder auch „aha“. Die Kombination „No, tak“ heißt also nicht „Nein danke“, sondern eher sowas wie “ah ja” und wird häufig dann verwendet, wenn man seinen Gesprächspartner in seinem Redefluss unterbrechen möchte um selbst seine Gedanken an den Mann zu bringen.
Und heute sagte ich fälschlicher Weise zu meiner Schwiegermutter “Nie, tak” anstelle von “Nie, dziękuję” was zur Folge hatte, das ich (obwohl schon total satt) eine weitere Portion auf meinen Teller geschaufelt bekam. Wobei ich mir nicht sicher bin ob es irgendwas geändert hätte, wenn ich wirklich nein danke gesagt hätte
!











