Einsortiert unter: Märkte, polnische Küche | Schlagwörter: Austern, Flammkuchen, Foodfestival, Lardo
…fand vom 12. bis 15. August zum fünften mal in auf dem alten Marktplatz in Posen statt. Da ich in den vergangenen Monaten mehrfach für Slowfood in Polen aktiv war und Kontakte zum Berliner Konvivium knüpfte, wollten die Veranstalter des Festivals (die zum Teil den Vorstand von Slowfood Poznan stellen), das ich dieses Jahr unbedingt mit einem eigenen Stand vertreten bin.
Zusammen mit unseren Freunden vom Restaurant TOGA mieteten wir also eine 6 qm Bude um für unsere Läden ein wenig die Werbetrommel zu schwingen. Wir einigten uns darauf, jeweils nur ein Gericht und Wein anzubieten, Piotr vom Toga orderte also 1.400 Austern von Bester Qualität und Größe und ich mietete einen Ofen an, um frische Flammkuchen zu backen. Sowohl die Austern wurden von vielen Leuten nicht erkannt, und die Tarte Flambée kannte fast gar keiner.
TheEverlastingClub fragte kürzlich beim beim Betrachten der Festivalfotos, was es mit dem dämlichen Kuhkostüm auf sich hat. Hier mal wieder eine Lektion in polnischer Mentalität und Verhaltensweise. Die Polen sind zwar sehr stolz, besonders auf ihre Produkte und ihre Arbeit, aber sehr zurückhaltend und übertrieben höflich, wenn es darum geht, dies einem möglichen Kunden persönlich anzubieten. Indirekt über unzöhlige Werbeplakate schon, aber in Geschäften sind aufdringliche Verkäufer fehlanzeige. Wenn wir mit unseren für den polnischen Markt eher unbekannten Produkten gewartet hätten, das sich jemand dafür interessiert, hätten wir wohl garnix verkauft. Daher schmiss ich mich in mein grelles Kuhkostum um neben Piots voluminöser Erscheinung wenigstens ein bisschen in Sachen Aufmerksamkeit zu punkten und wir buhlten Marktschreierisch um die Wette: “Austern, frische Austern, die Besten in Polen” im Kanon mit “Tarte Flambée, Medame et Monsieur” riefen wir so laut wir konnten. Und es zeigte Wirkung. Erst der Blick auf 2 unterschiedliche seltsame Gestalten die rumbrüllen, dann das näher kommen, weil die Neugier groß ist und dann erklärten wir, was wir anzubieten haben.
Neben dem klassischen Flammkuchen hatten wir für die Speckverächter eine Version mit hauchdünnen Tomatenscheiben und wildem Ruccola im Angebot und eine süße Version mit Äpfeln, Zucker und Zimt.
Die Liebste erklärte mit einer Engelsgeduld jedem Kunden alles über Flammkuchen als würde sie aus dem Elsass stammen und entwickelte sich zum Verkaufsgenie, das den meisten Kunden dann auch noch ein Glas unseres leckeren Chilenischen Chardonnais zum Bundlepreis gleich mitverkaufte.
Es gab aber auch andere lecker Dinge auf dem Markt zu entdecken. Polen zählt im Ausland sicher nicht zu den Ländern an die man denkt, wenn es um guten Käse geht. Dies is jedoch ein grober Fehler. Denn die 84 eingetragenen Biokäsebauern im Verband produzieren einen sensationellen Käse, der wahrhaftig in einem Fall sogar italienische Food-Journalisten zu der Aussage hinreissen ließ, daß dies der beste Käse sei, den sie jeh gegessen haben ! Der besagte Käse stammte von unserem Freund Marek, über den ich schon auf meinem Käsefestival Artikel berichtete.
Was ich bis dahin auch noch nicht kannte, war eine polnische Version des Lardo, mit einem Mantel aus Chilli und Paprika. Sehr scharf, aber auf einer Scheibe leicht süsslichen Bauernbrotes ein absoluter Foodgasm.
Vor allem Piotrs Austern entwicketen sich zum Verkaufsschlager. Bei der Bestellung pochte er darauf, mindestens die Größe “B Large” zu bekommen. Und die Lieferung aus Holland erfüllte alle Erwartungen. Die echten Foodfreaks kamen an allen 4 Tagen vorbei, um die Edle Meeresfrucht zu verspeisen und auch ich konnte 2 mal am Tag nicht nein sagen und genoss die Austern mit einem eiskalten Glas sizilianischem Schaumwein.
Das beste Kompliment des Wochenendes erhielt ich jedoch von einem französischen Pärchen, das aus dem Elsass stammte. Sie waren sich so sicher, das ich ebenfalls aus der Region kam und sprachen mich zuerst auf französisch an. Anschließend attestierten sie mir, daß es wohl der beste Flammkuchen war, den sie jeh gegessen hatten und ich ein Geschäft daraus machen soll !
Alles in allem ein wunderbares Festival das ich wärmstens empfehlen kann. Besonders für Berliner und Brandenburger ist es nur noch ein Katzensprung – mit dem Berlin-Warschau-Express kann man morgens anreisen und noch am gleichen Abend zurück fahren. Die Fahrtzeit beträgt nur noch etwa 2,5 Stunden. Wenn ich bedenke, das Foodies auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen um die halbe Welt reisen, wäre es doch viel sinnvoller, mal “vor der eigenen Haustür” nachzusehen, was es da zu entdecken gibt. Bei über 100 Ausstellern gibt es sicher großartiges zu entdecken !
Weitere Fotos gibt es hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteInPoznan?authuser=0&feat=directlink
und hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteDay2?authuser=0&feat=directlink
Einsortiert unter: Essen gehen, polnische Küche | Schlagwörter: Entenblut, Geschmacksveränderung, Kalbshirn, Toga
In den letzten 2 Jahren habe ich diverse Dinge probiert, die ich vorher noch nie gegessen hatte und auch nicht glaubte, das ich sie jemals in den Mund nehmen würde.Vielleicht liegt es aber daran, daß ich in neuer Umgebung erstmalig das Angebot hatte, diverse Gerichte zu probieren. Oder auch die geänderte Einstellung, die mir sagte, alles wenigstens ein mal auszuprobieren. Aber hauptsächlich denke ich, das sich unser Geschmackssinn im stetigen Wandel befindet und entwickeln kann. Zum Beispiel habe ich zu meinem 40. Geburtstag zum ersten mal Austern probiert, weil das schleimige Aussehen irgendwie seinen Schrecken verloren hatte. Mittlerweile genieße ich sogar gelegentlich eine Auster, mir gelüstet regelrecht danach (auch wenn ich Austern immernoch für völlig überbewertet halte).
Grundsätzlich bin ich ja von neugieriger Natur, vor allem bei kulinarischen Dingen, aber bei Innereien und Blutgerichten habe ich seltsamer Weise immer einen Rücktritt gemacht. Seit ich hier in Polen die Gastronomen Ewa und Pior des Restaurants TOGA kennengelernt habe, ist nun auch diese eingebildete Abneigung gebrochen.
Es begann damit, das mir eine typisch polnische Suppe mit Entenblut verfeinert angeboten wurde , die Czernina heisst und über die TheEverlastingClub in seinem hervorragenden Artikel über das Toga bereits berichtet hat. Nach vielen geschmacklichen Enttäuschungen in polnischen Restaurants, war auf einmal meine Neugier geweckt: Es gab richtig aufregende leckere und einzigartige polnische Küche und Ewa wusste, wie man sie – teilweise nach historischen Rezepten – zubereitet. Es folgten in unregelmäßigen Abständen Gerichte wie Kalbsbries, Blutwurst, Pferdetartar und vorgestern nun etwas, was ich niemals glaubte in den Mund zu nehmen: Kalbshirn !
Und jedes einzelne Gericht war für sich eine kleine Sensation. Wenn dich Ewa einmal mit ihrem Talent geködert hat, fängst Du an, Ihr zu vertrauen. Immer öfter bestellte ich nicht mehr A-La-Carte, sondern ließ die Küchenchefin entscheiden, was ich essen solte. Aber bei Hirn fällt mir immer die Szene in Indiana Jones ein, wo rohes Affenhirn auf Eis gegessen wird und ich war versucht, abzulehnen. Aber nicht mit Piotr ! Der bleibt dann mit seiner beachtlichen Statur neben Dir am Tisch stehen, bis Du wenigstens einen Bissen geschluckt hast. Das Hirn wurde lediglich mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas Panniermehl zubereitet und für ein paar Minuten im Ofen gebacken. Der Geschmack war so sensationell, das nun auch Hirn seinen Vorurteilsschrecken bei mir komplett verloren hat.
Auch auf die Gefahr hinaus, das wir kotzen – die Anzahl der Gaumenfreuden die wir erleben können, ist es einfach wert, alles zu probieren, was uns von Köchen unseres Vertrauens empfohlen wird. Habt Mut !
Einsortiert unter: Food-Dealer, Polen, polnische Küche | Schlagwörter: Bio Ziegenkäse, Käsefestival, Oscypek, Polnischer Käse, Turek
Zugegeben, ich dachte bisher nicht an polnische Produkte, wenn ich für eine vielfältige Käseplatte einkaufen ging. Auch nicht hier in Polen aber das sollte sich durch 2 Veranstaltungen grundlegend ändern.
Im Mai veranstalteten wir in Cooperation mit dem Slowfood Convivium Großpolen eine Genussreise für Berlin/Brandenburger Slowfood Mitglieder. 
Unser erster Tourstop war der ehemalige LPG-Hof der vor ein paar Jahren von Marek Grądzki angemietet wurde und Stück für Stück als Biobauernhof wieder hergerichtet wird. Neben einer Kapaunzucht (von denen es nur 2 Stück in Polen gibt) hat sich Marek auf die Produktion von Ziegen- und Kuhmilchkäsen spezialisiert.
Als wir aus dem Reisebus stiegen fühlten wir als wären wir gerade mit einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit gereist.
Auf dem sehr weitläufigen Hofgelände liefen, Pferde, Ziegen, Gänse und weiteres Gefieder frei herum, auf einer angrenzenden Grünen Wiese grasten die Kühe und in der großen Scheune grunzten die jungen Ferkel . Auch junge niedliche Lämmer können wir bestaunen. Ein echter Bilderbuch-Bauernhof ! Und ein nahezu geschlossenes Ökosystem. Alles was Marek zu sich nimmt, kommt vom eigenen Hof. Es dämmerte uns also schon, das auch die Produkte – fern von jeglicher Industrieproduktion- unter Verwendung hauseigener Zutaten ebenfalls aussergewöhnlich sein müssen.
Und Marek enttäuschte uns nicht. Er produziert wöchentlich gerade mal 25 Kilo Käse und Zeigt sich experimentierfreudig. So gibt es neben Ziegenkäsen verschiedener Reifdauer einen wunderbaren Kräuterkäse, oder einen roten Paprika-Käse, der in seiner hervorragenden Ausgeglichenheit zwischen mild und scharf seinesgleichen sucht.
Marek erklärt uns, was den Geschmack des Käses so samtig werden lässt. Die Kühe bekommen auf der Wiese neben dem Gras auch eine Menge Kräuter mit und keine Futterzusatzstoffe oder Antibiotika trüben die Mahlzeiten der Tiere. Und die Kühe danken es ihm: Die gewonnene Milch hat einen Fettanteil, der weit über dem Durchschnitt normaler Milchkühe liegt und das glückliche Kühe bessere Milch geben ist sowieso klar
Ausserdem bekamen wir bei der Verkostung auch etwas von Mareks sensationellem Kapaun zum probieren, aber das ist eine andere Geschichte, hier soll es ja um Käse gehen. Marek gibt seinen Käse garnicht in den Handel, Gastronomen und Fans reisen von weit an, um einige seiner Schätze zu ergattern. Nur wenige Wochen später sollte ich Marek und seinem Käse wieder begegnen.
Unser Freund, Slowfoodmitglied und Food-Impressario Wojtek Lewandowski, der auch für das Programm unserer Slowfood-Tour verantwortlich war, veranstaltete zum ersten mal ein 2-tägiges Käsefestival in dem kleinen Ort Turek. Das Wojtek diesen Ort auswählte war interessant – Turek ist den Polen eigentlich nur als Hersteller von Industriekäse bekannt, den man in JEDEM Supermarkt in Polen kaufen kann ! Aber vielleicht war seine Idee auch, daß die Besucher vor Ort probieren und vergleichen können und das der Biokäse (zumindest beim Hersteller erworben) kaum teurer aber immer besser im Geschmack ist ! Zusammen mit Gastro-Kollegen Piotr und der Liebsten machte ich mich also auf den Weg nach Turek.
Gleich am Markteingang begegneten wir Marek wieder und wir mussten uns richtig ranhalten, noch ein paar Stücke zu ergattern, denn erwartungsgemäß waren seine Vorräte nach dem ersten Festivaltag bereits so stark geschrumpft, das von einigen Sorten nur noch kleine Stücke übrig waren.
Ein weiterer, in Polen bekannter und beliebter Käse ist der “Oscypek”, ein elastischer geräucherter Harkäse aus Schafsmilch, der nur so genannt werden darf, wenn die Schafsbauern (und die Milch) aus der Bergregion um Sakopane kommen.
Im ganzen Land wird der Käse in Scheiben geschnitten und gegrillt auf Märkten und Volksfesten angeboten. Die Polen schwören drauf. Ich finds geschmacklich sehr lecker, aber die Konsistenz ist nicht so meins.
Leider gibt es kein Foto von einem ganz jungen fluffigen Käse, den wir ebenfalls verzehren durften und der mit Mohn und mit Honig gereicht wird. Dieser Käse quitschte ein bisschen lustig beim kauen, war aber alles andere als Gummi und auch ein Hochgenuss.
Aber auch andere Hersteller konnten bei uns geschmacklich punkten.
Zum Beispiel mit diesem milden Ziegenkäse von ganz anderer Konsistenz. Mir ist aufgefallen, daß die meisten Produzenten garkeine alten Bauern sind, die seit Generationen Ihren Käse nach traditionellen Familienrezepten herstellen, sondern durchaus junge individualisten und Abenteurer, die die Liebe zu lokalen Produkten und deren Qualität entdeckt haben und stolz auf die Ergebnisse ihrer entwickelten Zubereitungsarten sind.
Ich würde mich freuen, wenn dieses Festival weiter wächst und auch internationale Foodies anlocken könnte, die neugierig geworden sind. Der polnische Käse hat es verdient, entdeckt zu werden !
Wenn ich in den masuren bin und es ist Saison für Pfifferlinge, dann ist natürlich folgendes angesagt:
Rührei mit frischen Eiern vom nachbarhof, Pfifferlingen von der Schwiegermutter gesammelt und Frühlingszwiebeln aus dem Garten. Viel mehr braucht es nicht zum kulinarischen glücklich sein.
Einsortiert unter: polnische Küche, Typisch polnisch | Schlagwörter: Gołąbki
Wir sind über Ostern mal wieder bei Schwiegermutter in den Masuren. Gerade gab es eines der polnischsten aller Gerichte: Gołąbki ! Eine Kreuzung aus kohlroulade und gefüllter Paprika. Sensationell gut, wenn hausgemacht.
Einsortiert unter: Cooking with Susi, Food-Talk, Geschäfte, Polen, polnische Küche, Typisch polnisch | Schlagwörter: Calzone, Convenience Food, Fastfood, Food Hunter, Mark Brownstein, polnisches essen, Polzone, Snacks, Typisch polnisch, Zapiekanka
Vor einiger Zeit kam über Susis USA-Bekannschaft, die irgendwas mit KR.AFT Foods zu tun hat, eine Anfrage nach typischen, Pizza-artigen oder Hendheld-Snacks, warscheinlich um das irgendwie als Convenience Food (Bequemlichkeits-Essen – sic!) auf den Markt zu werfen. Die Frage lautete, ob es da irgendwas neues gibt, das wir dann eventuell fotografieren könnten. So ein bisschen Food-Hunter-Like wie Marc Brownstein. Ich war aber gerade in Polen und ich war und bin erstaunt, wie wenig Fast-Food Auswahl es hier gibt. Ok, es gibt natürlich MC Dreck, Kentucky Schreit Fi..en und “Unterweg” als ausländische Ketten, sowie ganz vereinzelt mal nen Döner und auch Pizza. Aber so ein typisch polnicher Snack war mir noch nicht wirklich untergekommen.
Es gibt zwar eine Sache, die nennt sich Zapiekanka , ist ein der Länge nach aufgeschnittenes Baguette, das mit billigen Champignons belegt und mit Käse überbacken ist und dann kommt oben total viel ekeliger Ketchup drauf. Aber ich finde das vom Geschmack her eher so, wie es in der Sammelumkleide einer Schwimmhalle riecht. Ich dachte eigentlich, es müsste etwas geben,was wie Polen schmeckt.
Die Sache ließ mir keine Ruhe: Wenn es kein polnisches Fastfood gibt, dann muss ich es halt selber machen. Ich dachte ganz klischee-mäßig. Was essen die Polen gerne ? Was lässt sich davon in einem Snack kombinieren. Und heute hab ich Version 1.0 gemacht, von einer echten Polin getestet und für gut befunden. Darf ich vorstellen:
DIE POLZONE

Eine Calzone-ähnliche Teigtasche mit einer Füllung aus Sauerkraut, sauren Gurken, Hähnchenbrust, Tomaten, Paprika, und gegrillten Kabanossi. Hier im Bild mit einer Tomaten-Paprika-Creme mit Basilikum und Rosmarien gewürtzt, gekocht, pürriert un durch ein Sieb passiert. Natürlich käme in der Snack-Version die Polzone in eine Papiertüte mit Seviette drum. Auch ließe sich der Einsatzt von Käse überdenken.
Eine Polzone Classic beinhaltet keine Hühnerbrust, dafür aber zusätzlich Zwiebeln und Knoblauch, beides vorher gebraten, sodaß die Zweibel eine angenehme Süße beisteuert.
Für die Zeigtaschen habe ich aus einem Pizzateig kreisrunde Fladen mit einem Durchmesser von 11 cm ausgestochen und bin nochmal mit dem Nudelholz drüber. Die Taschen haben dann eine Größe, die perfekt in der Hand liegen und auch im Gehen verzehrt werden können. Da sie komplett geschlossen sind, fällt auch nicht die hälfte auf der Anderen Seite raus, wenn man in eine Seite reinbeisst (so wie das bei Döner, Burger oder Falafel oft der Fall ist. Zumindest die Sauce suppt da immer aus irgend einem Loch).
Und wer hats erfunden ? Nur das das mal klar ist: Ich wars ! Hey, vielleicht ruf ich mal bei KRA.FT an, das wär doch der Hit als TK-Version in Polen !
Einsortiert unter: polnische Küche, Typisch polnisch, Zu Hause gekocht | Schlagwörter: Foto-Rezept, Kochen nach Gefühl, Pierogi, Piroggen, Piroggi, Rezept
Ich bin ja ein großer Fan von “Kochen nach Gefühl”. Also ich mein jetzt nicht, das ich was süßes kochen muss, weil ich gerade sauer bin, oder Kalorienarm, weil ich mich zu fett fühle, sondern das man sich den Mengenangaben eines Rezepts nicht gnadenlos zum Untertan macht. Allerdings habe ich da immer eine Ausnahme gemacht – bei Pasta und Gebäck, also alles was mit Teig zu tun hat.
Meine Schwiegermutter besitzt keine Küchenwaage, eigentlich sogar überhaupt keine Waage oder Messbecher. Ich hatte aber schon vor langer Zeit mal ihre hausgemachten Pirogi gegessen, und der Teig war sensationell. Wenn jemand Teig nach Gefühl macht, finde ich das beeindruckend, das will ich auch können.
Für die Füllung der Piroggi braucht man:
Sauerkraut, getrocknete Pilze, Karotten, Majoran, frische Petersilie, schwarzen Pfeffer, Olivenöl und wer es mag: gebratene Zwiebeln.
Schwiegermütterchen bereitete die Füllung natürlich zu unserer Schlafenszeit zu, es soll ja nicht alles auf einmal veraten werden. Auf jeden Fall wird das alles kleingeschnitten und möglicher Weise mit einem Pürrierstab zu einer pastenartigen Masse (siehe Foto) vearbeitet.
Der Teig besteht aus:
mehr als 1/2 Kilo Mehl (das waren Ihre Worte), 1 Ei, ich schätze 5 EL Sonnenblumenöl, eine Prise Salz, Milch. Das Ei, Salz und das Mehl werden zuerst vermengt, Milch und Öl kommen nach Bedarf wärend des Knetens dazu, damit der Teig nicht zu trocken aber auch nicht zu feucht wird.
Step by Step:
1) Die Füllung. Mischung selbst herausfinden ist trumpf.

2) Mehl auf Arbeitsfläche, Kuhle rein drücken und Ei und Salz rein

3) Teigzutaten vermischen

4) Teig Kneten bis er geschmeidig glatt und elastisch ist



5) Teig in 3 Teile teilen, Fladen kneten und ausrollen

6) Mit einem Trinkglas ausstechen

7) Teig auf die Handfläche legen und ca. einen gestrichenen Teelöffel der Füllung in die Mitte packen.

8 ) Zusammenfalten beginnend von der Mitte oben mit Daumen und Zeigefinger zusammendrücken.

9) Den ganzen offenen Rand feste zusammendrücken, sodaß sich nebeneinander kleine Halbmonde abzeichnen.

10) Sensationelles Ergebnis


11) Die Piroggen in kochendes Wasser werfen. Wenn sie an die Oberfläche kommen, sind sie fertig (ca. 3-5 min.) Häufig werden Piroggi danach noch in Butter in der Pfanne geschwenkt.
Ich glaube, ich muss das mal in berlin für Euch zubereiten.
Einsortiert unter: Polen, polnische Küche, Typisch polnisch, Zu Hause gekocht

Dafür lass ich doch alles stehen und liegen und das ganze Restaurantgedöns kann mir gestohlen bleiben. Alex, ich weiss, Du wärst jetzt gerne hier. Auf dem folgenden Bild ist alles Homemade, Bio sowieso, weil alles aus dem 12-Häuser-Kaff kommt, in dem ich gerade weile.
Die Kartoffeln sind aus dem Garten, die Gurken auch und natürlich in geheimer Rezeptur eingelegt.
Die Deftigen Fleischbällchen sind vom Schwein, das hier kürzlich im Nachbarhof geschlachtet wurde.
Auch die Butter auf den Kartoffeln ist eine Ortsproduktion.
Und die Pfifferlinge kommen aus dem umliegenden Wald.
Und heute an Weihnachten gibt es hausgemachte Piroggi. Auf das Ihr vor neid platzt
Einsortiert unter: Dinnerparty, Food-Talk, In der Profiküche, Polen, polnische Küche, Restauranteröffnung | Schlagwörter: "Salz & Pfeffer", Dinnerparties, Polen, Restauranteröffnung
….werde ich öfter von Leuten gefragt als mir lieb ist, denen ich nur selten begegne, die aber wissen, das ich ziemlich oft nach Polen pendle. Dies erinnert mich dann an die ursprüngliche Idee und den Namen meines Blogs, deswegen hier mal ein Update:
Grundlegend besteht die Idee, mit meinem polnischen Geschäftspartner Piotr, seines Zeichens Restaurantbesitzer und Radiomanager, ein 2tes Restaurant in Posen zu eröffnen. Über das Konzept will ich hier nicht wirklich Worte verlieren, denn wir wollen unsere Idee nicht verschenken. Piotrs derzeitiges Restaurant trägt sich mittlerweile nach den allgemein üblichen Anlaufschwierigkeiten (das Restaurant ist in einer winzigen Seitengasse ohne Laufpublikum) selbst, ein kleiner Gewinn wird durch den Cateringservice erwirtschaftet. Dieser wird jedoch gleich für den Ausbau des Catering-Equipments verwendet.
Weder Piotr und ich sind „gelernte“ Gastronomen, sondern leidenschaftliche. Und in unseren eigentlichen Geldverdien-Jobs sind wir derzeit sehr gefordert: Piotrs Radiosender wird von Werbekunden überrannt und ich bekomme von meinem Hauptkunden ständig Anfragen für Kundenspezifische Anpassungen der Lernsoftware, die wir erstellt haben.
Wir sind zu dem Schluss gekommen, das wir das bestehende Restaurant (mit guter Polnischer Küche) als Experimentierfeld benutzen werden und dort das tun was uns am liebsten ist: Aufregende Dinnerparties für Freunde aber auch „Fremde“ veranstalten und nebenbei herausfinden, was ankommt, was nicht und was wir in unser Konzept für ein neues Restaurant einfließen lassen können. Dieses möchten wir dann eröffnen, wenn wir auf keine Einkünfte eines Restaurants angewiesen wären. Das hört sich vielleicht illusorisch an, aber wir befinden uns beide auf einem guten Weg in diese Richtung.
Solange eine Eröffnung nicht in greifbarer Nähe ist, werde ich meinen Blog eben weiter mit kulinarischen und polnischen Erlebnissen aller Art füttern und natürlich von den nächsten Events im “Salz & Pfeffer” berichten.
Einsortiert unter: Food-Talk, Polen, polnische Küche | Schlagwörter: Carrefour, Kippe, Mazuren, Pfifferlinge, Pilze
Nachdem ich kürzlich so ausschweifend positiv über frische Pfifferlinge aus den Mazuren geschrieben habe und sich der Artikel sogar zum dem meistgelesenen auf meinem Blog gemausert hat, musste ich heute im Land der Pilze eine ganz schreckliche Entdeckung machen:
Das war bei Carr.efour und mal abgesehen davon, das die Pilze mickrig, schlaff und unappetitlich und vor allem garnicht frisch aussehen, viel mir da noch was ins Auge. Kann man das erkennen ? Nee ? Na dann einfach mal weiter runter Scrollen
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Da befindet sich doch tatsächlich ne Kippe unter dem Netz. Verflucht aber auch, die Farbe eines Kippenfilters ähnelt so exakt der Farbe von Pfifferlingen, das man das schon mal übersehen kann.
Aber spätestens beim “Pflücken” der Kippe muss man doch merken, das es sich hierbei nicht um einen Pilz handelt. Auch der Gedanke, das die Kippe das Gewicht erhöhen und somit einen höheren Verkaufspreis erzielen würde ist dann doch eher abwegig. Da nimmt man dann doch her ein paar Kieselsteine odert Erde und schüttet die mit in den Korb.
Warum machen Menschen sowas ? Ich bin meiner Illusion von durchweg leckren polnichen Pilzen beraubt. Zum glück habe n wir hier noch einige eigelegte von Schwiegermutter aus den Mazuren.

















