Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Das wird jetzt erstmal ausdiskutiert… by artifischl
31 März , 2008, 12:05 am
Filed under: Food-Talk

Ich stelle die Protagonisten vor:
– Piotr, Restaurantbesitzer, Manager einer Radiostation und mein Partner
– Michal, kluger Kopf & Koch hinter foody.tv, wandelndes Kochbuch
– Ich
Bevor ich mit Piotr ein Restaurant eröffne, schlage ich vor, das wir mal für ein paar Leute nicht nur in privatem Kreis miteinander Kochen. Ein 4-Gängiges 3-Chefs-Dinner für 30 Gäste zum „Flatrate“-Preis für 125 Zlotti (so ca. 30 Euros) INCLUSIVE Wein bis zum Abwinken und Kaffee und so. Termin ist schnell gefunden. Rahmenprogramm mit Musik und Performance geht auch irgendwie klar. Aber 3 ambitionierte Köche ein gemeinsam ein Dinner entwickeln zu lassen bedarf einiges an Fingerspitzengefühl.
Um das zu besprechen lädt uns Piotr in eine der Top-Adressen der Stadt ein, ein Hotelrestaurant mit Blick auf einen romantischen Park. Prunkvolle Einrichtung, excellenter Service. Auf die Preise dürfen wir nicht achten, sagt er. Er zahlt hier NIE, würde für das Restaurant irgendwelche Arbeiten erledigen und erhält dafür als „Bezahlung“ die Möglichkeit, jeder Zeit mit Geschäftspartnern dort essen zu gehen. Umsonst. Sagt er. Ich schätze mal, das Piotr wohl Werbung für das Restaurant in dem Radiosender den er managed zu nem guten Preis schaltet und das Restaurant in irgendwelche Promo-Aktionen ein. Man darf das nicht falsch verstehen, das sind keine windigen Deals und das hat auch nichts mit mafiösen Strukturen zu tun. In Polen existiert nach meinen Erfahrungen sowas wie ein Gefallenaustauschsystem, von denen alle profitieren.

Zurück zum Menü: Wir wollen mit einem Carpaccio vom Lamm beginnen. Lamm ist in Polen eigentlich fast verpönt, warscheinlich ist dort zu oft Hammel serviert und als Lamm verkauft worden. Michal will Lachs-Carpaccio machen. Piotr ist das zu Öde. Thema des Abends ist soll „Heaven in Your Mouth“ sein und Lachs ist für Piotr eher „Langweiliges auf der Lippe“. NAch 30 Minuten einigen wir uns auf das Lamm, dem Michal eine Minz-Wiskey-Majonaise verpasst. Ich halt lieber das Maul, weil ich bereits für den Lammvorschlag verantwortlich war und der ja nun irgendwie durch ist. Diskutieren tun eigentlich nur Piotr und Michal, als ich zwischendurch einwerfe: „Kinder jetzt streitet doch nicht“, werde ich darin unterrichtet, das sowas normale Unterhaltungskultur sei. Aha. Wieder was gelernt.
Zweiter Gang: Suppe. Piotr will ne klare Suppe, so ala Hochzeitssuppe, sonst wirds zu mächtig. Geht aber nicht überein mit „was interessante auftischen“. Guter Einwand von Michal. Dann einigen sich die beiden irgendwann auf eine Suppe, die ich mal gekocht habe: eine Tomaten-Paprika-Cognac-Creme. Ich denke mir jetzt schon: 2 von 4 gerichten kann ich dann schon mal machen.
Der Dritte Gang geht klar an Michal: Nachdem ich frage, wer den ersten Schuss für das Hauptgericht wagt erklärt Michal, das er sich eine gefüllte Trutanbrust vorgestellt hat – mit Kräuter-Polenta-Plätzchen. Es ist übrigens immer Michal, der den ersten Schuss abgibt. Ich bin ihm dafür unendlich dankbar. Erstaunlich schnell ist dieser Gang in Sack und Tüten.
Aber jetzt: Dessert: Die beiden drehen voll auf. Michal will irgendiwe mit Molekularküche beginnen, Piotr kommt mit total gehaltvollen Kalorienbomben, oder Dingen, die kein Mensch in Peters Winz-Küche in angemessener Wartezeit für 30 Gäste herstellen kann.
Es wir ein Sorbet geben (mein Vorschlag, damit die Leute zum Abschluss was erfrischendes haben).
Piotr: „Ich werde die Sorbetkugeln mit Früchten und einer Sauce füllen, also so, daß die Sauce im inneren des Gefrohrenen beim Zerteilen zum Vorschein kommt.“
Michal: „Hör sich super an. Wie willst Du das hinbekommen ?“
Piotr: „Das ist verdammt nochmal nicht Dein verficktes Problem !“

Ich freu mich schon sehr auf das essen !



Jetzt geht’s los ! by artifischl
30 März , 2008, 6:26 pm
Filed under: Restauranteröffnung

Mann, Mann, Mann! Was man alles erleben, wenn man sich traut. Und ich erlebe im Moment viel. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, in Poznan (Posen) in Polen ein Restaurant auf zu machen. Erstmal noch nichts ungewöhnliches. Bei der Recherche, was er hier so alles zu beachten gibt, hab ich erschreckend wenig im Zwischen-Netz gefunden.
Dabei hab ich gleich mit 2 Dingen zu dealen:
1) all das, was ein das eröffnen eines Restaurants so mit sich bringt.
2) all das, was die Polen wundervolles an Mentalität mit sich bringen.
Aber ich bin frohen Mutes ! Vielleicht helfen meine Zeilen ja, andere zu ähnlichen Schritten zu ermutigen – oder auch schreiend wegzurennen. Da ich aber selbst nicht vergessen möchte, was hier so alles (bereits) passiert ist, wie es dazu gekommen ist und in den nächsten Monaten alles aufregendes passieren wird (warscheinlich werdet Ihr mehr als mir lieb ist, Sätze wie „Aaaaaaaaaaaaaaaarg, hätte ich das vorher gewusst ! lesen); dafür gibts jetzt diesen Blog.

Das muss natürlich keiner lesen. Würd mich aber trotzdem freuen.