Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Polnische Terminplanung by artifischl
15 Mai , 2008, 2:49 pm
Filed under: In der Profiküche, Typisch polnisch | Schlagwörter: , , , ,

Hatte ich schon mal erwähnt, das die Polen die Ruhe weg haben ? Anders ausgedrückt: Es passiert alles immer auf den letzten Drücker, aber es passiert. Der Ausdruck „Just in Time“ bekommt für mich täglich eine wichtigere Bedeutung. Wenn meine Liebste unverschiebbare Termine hat, dann erinnere ich sie fast pausenlos, das sie sich vielleicht mal fertig machen sollte, damit wir pünktlich los kommen. Sie kramt rum, macht irgendwas im Bad, entdeckt ein Formular, das sie un-be-dingt noch ausfüllen muss, telefoniert, findet ihre Schlüssel nicht und wenn wir dann oim Auto sitzen, fällt ihr ein, das sie ihr Kamurka (das Handy) vergessen hat. Ich habe mittlerweile Lesestoff für Wartezeiten im Auto.
Ich frage unseren Freund Bartek, ob meine liebste nicht ständig zu spät kommt, wenn ich ihr nicht da bin um ihr liebevoll in ihren Knackar… zu treten. Bartek: „She is not to late, she is really always „Just in time“ -I guess is the right word“.
Letzten Samstag fand nun endlich die Lang ersehnte Dinnerparty statt (mehr dazu im nächsten Post), ich hielt mich schon die Woche davor in Poznan auf, und hoffte, wenigstens ein oder zwei Treffen mit Piotr und/oder Michal zu haben und vielleicht schon mal das ein oder andere Gericht auszuprobieren, bei denen wir uns nicht sicher waren. Und es sah fast so aus, als wäre das kein Problem:

– Am Montag sahen wir uns ganz kurz und vereinbarten einen Termin für Dienstag.
– Dienstag wurde das Treffen 10 Minuten vorher auf Mittwoch gelegt.
– Am Mittwoch erschien ich zum Treffen. War jedoch leider der einzige !
– Am Donnerstag ein Anruf, was passiert sei, weil ich eine SMS geschrieben hatte, ich würde gerne VOR unserem Essen ein ernstes Wort wechseln. Ich dann so: „Nothing happend, that’s what is worrying me“. Piotr: „Sorry, I was falling asleep and slept about 20 hours“.
– Am Freitag Abend gingen wir einkaufen. Das Desert wurde in einer für mich hitzigen Diskussion kurz vor der Kasse völlig neu Entschieden, was einen Austausch diverser Zutaten erforderte.
– Am Samstag trafen wir uns um 11 in der Küche und alles war entspannt. Wir hatten für alles mehr als genug Zeit und mir ist völlig unklar, worum ich mir solche Sorgen gemacht habe. Natürlich hatten wir das glück, das einer von uns dreien mit den Gerichten schon mal in Berührung gekommen ist, ich bin jedoch gespannt, was passiert, wenn wir das erste mal richtig was versauen.

Polen haben ein tolles Zeitmanagement. Erst wird verschwendet wo es nur geht und dann wird alles wieder glatt gebugelt, auf das man immer genug Zeit hat für z.B. unglaubliche Verabschiedungszeremonien.


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