Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Kommastellen by artifischl
25 August , 2008, 11:52 am
Filed under: Männer & Technik | Schlagwörter:

Weiss jemand der mit WordPress bloggt, warum ich plötzlich hinter Zahlen ein Komma und 2 Nullstellen habe ? Das sieht ja wohl total bescheuert aus. Es würde mich sozusagen sehr wundern, wenn insgesamt 3,78 Kommentare abgegeben wurden. Habbich da was verstellt ? Oder ist das ne aktualisierte Theme-Einstellung ? Ist sogar in meinem Dashboard so…hilfe !



Bei Fressack by artifischl

Vorabbemerkung: wegen exessivem Äppler-Konsum während der nun folgenden Ereignisse kann es sein, das die zeitlichen Abläufe stimmen oder aber völlig falsch eingeschätzt wurden. Nein, es gibt keine Bilder, hab meine Kamera vergessen.

Letzten Freitag das erste mal bei Fressack im Goldenen Engel gewesen. Ich fuhr nach Frankfurt, um meinen lieben (Genuss-) Freund Alex zu besuchen, und da stand natürlich auf dem Programm, mal in dem Restaurant vorbei zu schauen, dessen Besitzer mit seiner Food-Bloggerei bei mir regelmäßig für ausgelassene Heiterkeit sorgt.

Zu allererst lud uns Fressack an seinen Tisch ein und präsentierte uns stolz den Release 3.0 Seiner Getränkekarte mit gefühlten 150 Positionen an Schnäpsen und Bränden. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und zog darauf hin eine Flasche des leckeren Kirsch-Nalewkas meiner Schwiegermutter aus Polen aus der Tasche. Ich sollte damit aber nicht der Einzige an dem Abend bleiben, der seinen eigenen Alk ins Restaurant schleppte aber mehr dazu später.

Da wir bei unserer Ankunft die ersten Gäste waren, haten wir ausreichend Gelegenheit uns angeregt über das Essen, Flüssignahrung, die Bloggerei und weiteres zu unterhalten. Das Ambiente des Engels ist urig hessisch, die Karte lässt einen den Mund wässrig werden (Sabber) und die Auswahl macht einem die Entscheidung auch nicht gerade leicht.

Wir wollten gerne von allem etwas probieren und begannen mit „Hessischen Tapas“, runden Broteckelchen mit typischen hessischen leckereien bestückt und im Durchmesser gerade so groß, das sie zur Not als Deckel für das Gerippte (Apfelweinglas) herhalten konnten um Wespen oder anderes Fliegenviech abzuwehren. Dazu ein unglaublich guter Apfelwein, nicht zu Sauer, nur ganz leicht mussierend und von herrlischer Frische. Da wir Lust auf ein Zwischengericht hatten, aber schon mit Schrecken daran dachten, das wir bald voll sein werden, bevor wir zum Nachtisch kommen, baten wir darum, eine kleine Portion der grandiosesten Stampfkartoffeln mit gebratener Leber und Röstzwiebeln teilen zu könnten. Unsere Bitte wurde nicht gehört, es gab richtige Portionen, von denen wir jedoch auch keinen Krümel liegen lassen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt muss es gewesen sein, das 2 pärchen den Laden betraten, die völlig fassungslos vor unserem Tisch standen und schockiert darüber waren, das wir dort saßen, dann rannten die vier aufgeregt durch den ganzen Laden (die meisten Tische waren frei), schafften es aber erst, offensichtlich immernoch schockiert, sich zu setzen, als Fressack ihnen einen anderen Tisch Anbot, da der gewünschte nunmal von uns besetzt sei.

Während unseres Hauptgangs betrat ein Italienisches Paar das Lokal, welches wohl frisch nach Bergen-Enkheim gezogen war und nun die Strasse hinunter jeden Abend ein anders Lokal ausprobierte. Sie boten Fressack einen schluck ihres mitgebrchten grandiosen Masalas an. Nun hatte Fressack einen weiteren Tisch mit Gästen und mitgebrachtem Alkohol. Natürlich wurde fröhlich getauscht, damit die soeben verspeiste grobe Bratwurst mit den weltbesten Bratkartoffeln auch gut rutscht. Und das kurzzeitige sacken lassen machte noch ein klein bisschen Platz für ein Apfelwein-Pudding-Dessert, welches man sich ebenfalls nicht engehen lassen sollte.

Fazit: Wohl der lustigste und schönste Restaurantbesuch in 2008, tolle Geschichten vom Fressack und das alles zu Preisen, bei denen man sich im Vergleich zu Frankfurter-Innenstadt-Lokalen dann auch noch das Taxi leisten könnte.

Vielen Dank lieber Fressack – we’ll be back !



Diät versus Langzeit-EKG versus Curry 36 by artifischl
20 August , 2008, 1:22 pm
Filed under: Essen gehen, Food-Talk, Kochfreundin Susi | Schlagwörter: , , , , ,
verkabelt

verkabelt

Ich bin verkabelt – I am a Cyborg but thats ok. Im Zuge meiner Herzschwäche bekomme ich alle 6 Monate für 24 Std. ein portables EKG-Gerät, wofür an verschiedenen Stellen der Körper mit einem trockenen Einwegrasierer enthaart wird (und sich an den Stellen fast augenblicklich rote stellen, Hautausschlag oder Pickel bilden). Und es werden Messdioden aufgeklebt. Ein AUfzeichnungsgerät der Herzfrequenzen schleppt man mit sich rum, ist eigentlich nur beim Schlafen etwas nervend.

Nachdem ich die letzten Tage exessiv gefressen und ca. 5 kg zugenommen hatte, wollte ich eigentlich mal FREIWILLIG Diät halten, bis sich der Bauch sozusagen „zurückgedehnt“ hat. Ich also heute morgen ganz gesundheitsbewust eingekauft – Salat, Fettarme Milch, Kein Bacon, Keine Chips, Nix Süßes, Light-Mozarella (sic!), und mir vorgenommen, mal ne Woche ganz gesund und in Maßen zu Speisen und auch keinen Alkohol zu trinken. Aber dann fragte ich mich, ob das überhaupt gut is, wenn ich heute anfange gesund zu leben: verfälscht das nicht total das Testergebnis meines Herzens ?

Als hätten das die Leute gerochen, bekomm ich ne Einladung zum Geburtstag für heute Abend per SMS und auf Skype fragt mich mein Kochfreundin Susi, ob ich heute Abend mit ins Curry 36 gehe (Berlins berühmte Currywurstbude) , die sie Ihren Gästen zeigen möchte. Das Curry 36 liegt schräg gegenüber vom Mehringhof, in dem die Geburtstagsparty stattfindet. DANKE, FREUNDE ! Naja, vielleicht schaff ichs ja, die Pommes wegzulassen (Gewissen tätschel).

NACHTRAG:
Wie Susi im Comment (siehe unten) erwähnt hatte, hab ich KEINE Pommes bestellt: Hier das Beweisfoto:

Uuups, wo kommt den die 2te Wurst her ?



wirklich frische Pfifferlinge by artifischl

Ich komme gerade mal wieder aus den Masuren, dort wohnt meine zukünftige Schwiegermutter in einem 12- Häuser-Kaff, mitten im Wald. Habt ihr schon mal richtig frische Pilze gegessen ? „Klar“ werdet ihr sagen, aber auch so frisch, das ihr sie selber gepflückt habt und sie eine 1/2 Std. später in der Pfanne gelandet sind ?

Bemoste Erdlöcher - hier sind die lecketren Pilze zu finden.

Bemoste Erdlöcher - hier sind die leckeren Pilze zu finden.

Bei einem Spaziergang im Wald lockte meine Schwigermutter meine Verlobte und mich in ein Gelände mit bemosten Erdlöchern und befahl, Pilze zu suchen. Ich fühlte mich an kindliches Ostereiersuchen erinnert, besonders deswegen, weil meine Schwiegermutter die 10 Meter entfernt stand, genau sah, wo zu MEINEN Füssen Pilze zu finden waren. Ich war noch nie so ein besonders talentiertes Adlerauge beim finden von Dingen. Dementsprechend war auch die Ausbeute: von 500 Gramm Pilzen hatten Edyta und ich zusammen vielleicht 100 Gramm gefunden, Meine Schwiegermutter mit geschultem Auge den Rest.

Pfifferlinge mit Rührei und Zwiebeln

Pfifferlinge mit Rührei und Zwiebeln

Was natürlich dem großartigen Geschmack keinen Abbruch tut ! Zuhause angekommen flink die Pilze Putzen, mit Zwiebeln braten und Rührei dazu. Selbstverständlich waren die Zwiebeln aus dem eigenen Garten und die Eier von den 12 Hühnern der Nachbarin. Beendet haben wir das Mahl mit mehreren Gläsern Kirsch-Nalewka, ein hausgemachter Frucht-Wodka, alles im freien Genossen. Danke Theresa, es sind die einfachen Dinge, die kulinarisch keine Wünsche offen lassen !



Roadmovie to Poznan by artifischl

Wenn ich vor 18 Jahren durch Ostdeutschland über die Landstraßen gebraust bin, hatte ich noch so ein richtiges Roadmovie-Feeling, draußen auf dem Land, Allee-Bäume, Dörfer, Träcker, Kühe am Strassenrand und Hauptstraßen die aus einer Schotterpiste bestanden. Das ist alles lange her, überall gibt es Autobahnanbindung und die Umgebung um den Highway herum ist so langweilig, das meine Mitfahrer nicht selten in komatösen Schlaf verfallen.

Wer mal ein richtiges Roadmovie der etwas skurillen Art erleben möchte, der fährt besser nach Polen. Wer bei Frankfurt/Oder über die Grenze überschreitet, bei der man nicht mehr zeitaufwändig kontrolliert wird (Polen ist seit Januar 2008 ein Schengen-Staat), der wird von einer abwechslungsreichen 120 km langen Landstrasse begrüßt, auf der es wahnsinnig viel zu entdecken gibt ! Zwar wird gerade mal wieder an der Autbahn gebaut, aber aus diversen Gründen wird der Bau immer wieder unterbrochen, sodaß in Polen ca. 3000 km Autobahn fehlen. Die Kosten für den Bau sind durch die Unterbrechungen schon so astronomisch in die Höhe gestiegen, sodaß die zukünftige Maut dafür so teuer sein wird, das alle Trucks wohl weiterhin die Landstrasse benutzen werden. Das erklärt auch den Neubau gigantischer Truckertankstellen an der Landstrasse.

Monster-Tankstelle

Monster-Tankstelle

Erste Regel: Überhole alle Lastwagen auf der Gegenspur BEI GEGENVERKEHR ! Auf den ersten 10 km und dann auch immer wieder zwischen den Orten gibt es einen schmalen Standstreifen, auf den die Trucks in der Regel ausweichen. Super für Adrenalin-Junkies, wenn man zwischen 2 LKWs auf der Mitte einer Landstrasse durchhuscht. Das erinnert mich immer an die Szene in Starwars, bei der der Millenium Falcon aus dem sich schließenden Maul eines Monsters entweicht das in dem Inneren eines Asteroiden lebt. Daß das nicht immer so super funktioniert, sieht man an einem interessanten polnischen Verkehrsschild:

Polnische Verkehrstote

Polnische Verkehrstote

Dieses Schild bedeutet, das auf dem folgenden Streckenabschnitt 8 Leute ihr leben gelassen haben und 53 Personen verletzt wurden. Ich frage mich immer, wer das aktualisiert, wenn sich die Zahlen verändern. Kategorien wären auch noch spannend: Frontalzusammenstoss, Gegen den Baum, von der Strasse abgekommen, Prostituierte überfahren…

Zweite Regel: haltet Euch an die Verkehrsregeln ! In jedem Ort steht ein Blitzer, die zwar überhaupt nicht funktionieren, aber es gibt an bestimmten Tagen überraschend viele Mausefallen. Ausserdem sind die Auswüchse und Sehenswürdigkeiten so interessant, das sich das Einhalten der Geschwindigkeitsbegrenzung lohnt.

Zwischen den Ortschaften werden im Wechsel an Haltebuchten Beeren, Pilze, Honig, Europaletten, Körperflüssigkeits-Absaugdienstleistungen und Holzschnitzfiguren angeboten. Bei keinem der Angebotenen Produkte habe ich jemals einen Kunden halten sehen, aber irgenwie muss sich das Geschäft lohnen.

Die Landstraße führt durch einige Ortschaften, die sich wirtschaftlich komplett dem Reiseverkehr angepasst haben. Irgendwann ist ein Geschäftsmann auf die Idee gekommen, das man die Trucker besonders mit amerikanischen Namen in ihr Etablissment locken kann. So heisst ein gigantischer Truck Stop nach dem US Staat „Nevada“. Die Masche scheint zu fruchten, denn nur einige Kilometer finded man das „Las Vegas“ und noch ein bisschen weiter ein Hotel das von der Architektur stark an einen Saloon aus einem x-beliebigen Western aussieht. Ich fühle mich an eine Zeit erinnert, wo alles Cool war, was aus Ami-Land zu uns rüberschwappte. Musik, Mode, Fastfood, Softdrinks, Computerspiele…, wann war das ? Anfang der 80er ? Schon toll, wie sehr einem ein paar Jahre Busch-Regierung die Augen öffnen kann 😉

Mein Lieblings-Verkehrsschild ist dieses hier —>

Es laufen ständig kleine Mädchen über die Straße, leider sind die meistens nicht in Begleitung eines gigantischen roten Balons (oder ist das ein Riesenlutscher mit Ohren ?), deswegen wird häufig darauf hingewiesen

Ansonsten ist am Straßenrand Werbung trumpf. Wer die Szene aus „Brazil“ kennt, in der die Autobahn links und rechts ohne Unterbrechung mit Plakatwänden zugepflastert ist, bekommt eine Vorstellung vom zukünftigen Polen. Die durchaus vielseitige und schöne Natur wird von Postern unterbrochen, damit der geneigte Autofahrer auch ganz sicher weiss, weit es noch bis zum nächsten Nightclub ist, respektive wie lange der Samen noch gestaut werden muss. In diesem Zusammenhang finde ich 2 dinge Amüsant. Die Nachtclubs sind immer 24 Std. geöffnet und viele von ihnen tragen den Namen „Alibi-Club“. Ich stelle mir folgende Szene vor:

Frau: „Warum kommst Du so spät nach Hause ?“
Mann: „Ich war noch was trinken im Alibiclub“
Frau: „Ach soooo, na dann, und ich dachte, Du wärst schon wieder bei den Nutten gewesen“

einer der vielen Alibi Clubs in Polen

einer der vielen Alibi Clubs in Polen

Wirklich durchaus preiswert und recht gut ist das Essen in den Tankstellenrestaurants. Hier bekommt man alles, was der Pole auch von seiner Mutter gekocht bekommt. Zurek, Flatschki und Piroggen, ausprobieren lohnt sich. Ausserdem kommt man, wenn man dem polnischen mächtig ist, oder in polnische Begleitung ab und zu ins Gespräch und erfährt von Truckern viel verlässlichere Verkehrsnachrichten als aus dem Radio. Zu alledem die Anzahl der Verkehrsopfer und wie man die Stelle umfahren könnte. Ausserdem ist Tanken im Schnitt 20 ct. billiger als in Deutschland, was aber hier von einer Tankstelle zur Nächsten auch bis zu 5 ct variiert.

Noch so ein Ding sind Baustellen. Man stelle sich vor: Auf der Hauptverkehrsverbindung zwischen Berlin und Posen wird immer an irgendeiner Stelle gebaut. Brücke ausbessern, Kreisverkehr einrichten, Bäume fällen, Schlaglöcher füllen, Fahrbahnmarkierung erneuern… und für viele dieser Arbeiten wird eine Spur gesperrt. Ärgerlich, da je Richtung nur eine Spur zur Verfügung steht. Deswegen steht dann so ein Fahnenmännchen da und leitet abwechselnd die Spuren an der Baustelle vorbei. Der Rückstau beträgt mehrere Kilometer. Aber das gibt einem wenigstens Zeit, die vielen lustigen Hinweisschilder und Werbetafeln ganz genau zu studieren.

Nach 120 km kann man wählen: 50 km funkelniegelnagelneuer Highway für 11 Zlotti, oder 70 weitere Kilometer Landstraße – wem 20 min. extra nun auch schon sch….egal sind, der fährt Landstrasse, denn ab hier wird diese richtig schön !



Polnisch lernen by artifischl
2 August , 2008, 3:46 pm
Filed under: Babylonia Polska, Verständnisprobleme | Schlagwörter: , , ,

Für alle, die mich immer Fragen, wie weit es denn mit meinem polnisch ist, hier ein Artikel, der ziemlich gut beschreibt, wie ich mich oft fühle:

uczam-sie-jezika-polskiego-soll-heisen-ich-lerne-polnisch

Mir geht es ja häufig schon so, das ich mich nach 2 min. und 5 mal wiederholen noch nicht mal an den Anfangsbuchstaben des gelernten Wortes erinnern kann.

Ich hätte gerne eine USB-Buchse am Hirn, wo ich meinen Wortschatz ähnlich wie bei „The Matrix“ die Kampfkuns um eine Sprache erweitern kann. Und dann nach kurzem Download sagen: „Wow, ich spreche polnisch !“