Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Bei Fressack by artifischl

Vorabbemerkung: wegen exessivem Äppler-Konsum während der nun folgenden Ereignisse kann es sein, das die zeitlichen Abläufe stimmen oder aber völlig falsch eingeschätzt wurden. Nein, es gibt keine Bilder, hab meine Kamera vergessen.

Letzten Freitag das erste mal bei Fressack im Goldenen Engel gewesen. Ich fuhr nach Frankfurt, um meinen lieben (Genuss-) Freund Alex zu besuchen, und da stand natürlich auf dem Programm, mal in dem Restaurant vorbei zu schauen, dessen Besitzer mit seiner Food-Bloggerei bei mir regelmäßig für ausgelassene Heiterkeit sorgt.

Zu allererst lud uns Fressack an seinen Tisch ein und präsentierte uns stolz den Release 3.0 Seiner Getränkekarte mit gefühlten 150 Positionen an Schnäpsen und Bränden. Natürlich konnte ich mich nicht zurückhalten und zog darauf hin eine Flasche des leckeren Kirsch-Nalewkas meiner Schwiegermutter aus Polen aus der Tasche. Ich sollte damit aber nicht der Einzige an dem Abend bleiben, der seinen eigenen Alk ins Restaurant schleppte aber mehr dazu später.

Da wir bei unserer Ankunft die ersten Gäste waren, haten wir ausreichend Gelegenheit uns angeregt über das Essen, Flüssignahrung, die Bloggerei und weiteres zu unterhalten. Das Ambiente des Engels ist urig hessisch, die Karte lässt einen den Mund wässrig werden (Sabber) und die Auswahl macht einem die Entscheidung auch nicht gerade leicht.

Wir wollten gerne von allem etwas probieren und begannen mit „Hessischen Tapas“, runden Broteckelchen mit typischen hessischen leckereien bestückt und im Durchmesser gerade so groß, das sie zur Not als Deckel für das Gerippte (Apfelweinglas) herhalten konnten um Wespen oder anderes Fliegenviech abzuwehren. Dazu ein unglaublich guter Apfelwein, nicht zu Sauer, nur ganz leicht mussierend und von herrlischer Frische. Da wir Lust auf ein Zwischengericht hatten, aber schon mit Schrecken daran dachten, das wir bald voll sein werden, bevor wir zum Nachtisch kommen, baten wir darum, eine kleine Portion der grandiosesten Stampfkartoffeln mit gebratener Leber und Röstzwiebeln teilen zu könnten. Unsere Bitte wurde nicht gehört, es gab richtige Portionen, von denen wir jedoch auch keinen Krümel liegen lassen konnten.

Zu diesem Zeitpunkt muss es gewesen sein, das 2 pärchen den Laden betraten, die völlig fassungslos vor unserem Tisch standen und schockiert darüber waren, das wir dort saßen, dann rannten die vier aufgeregt durch den ganzen Laden (die meisten Tische waren frei), schafften es aber erst, offensichtlich immernoch schockiert, sich zu setzen, als Fressack ihnen einen anderen Tisch Anbot, da der gewünschte nunmal von uns besetzt sei.

Während unseres Hauptgangs betrat ein Italienisches Paar das Lokal, welches wohl frisch nach Bergen-Enkheim gezogen war und nun die Strasse hinunter jeden Abend ein anders Lokal ausprobierte. Sie boten Fressack einen schluck ihres mitgebrchten grandiosen Masalas an. Nun hatte Fressack einen weiteren Tisch mit Gästen und mitgebrachtem Alkohol. Natürlich wurde fröhlich getauscht, damit die soeben verspeiste grobe Bratwurst mit den weltbesten Bratkartoffeln auch gut rutscht. Und das kurzzeitige sacken lassen machte noch ein klein bisschen Platz für ein Apfelwein-Pudding-Dessert, welches man sich ebenfalls nicht engehen lassen sollte.

Fazit: Wohl der lustigste und schönste Restaurantbesuch in 2008, tolle Geschichten vom Fressack und das alles zu Preisen, bei denen man sich im Vergleich zu Frankfurter-Innenstadt-Lokalen dann auch noch das Taxi leisten könnte.

Vielen Dank lieber Fressack – we’ll be back !


4 Kommentare so far
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Liebe Freunde des ausschweifenden Genusses
und der gehobenen Lebensart,
mein LIEBER Chris,

da mein Magen bis vor wenigen Stunden mit dem Verdauen der von dir bereits (teilweise) benannten Kompanieportionen erlesener Speisen beschäftigt gewesen ist und zwangsweise den Großteil meines Körperblutes zu diesem Zweck abgezogen hatte, so das für mein Gehirn nicht mehr genug zur Verfügung stand um einen vernünftigen Kommentar zu schreiben, komme ich erst jetzt dazu mich zu melden.

Nun erlauben es aber auch in diesem Moment die Umstände nicht, all dies niederzuschreiben, was mir auf dem Herzen liegt, ich werde das aber in den nächsten 48 Stunden nachholen.

Nur soviel :

Wenn bereits nach 20 Minuten Restaurantaufenthalt ca. 5 Teller, 7 Flaschen und 9 Gläser auf dem Tisch stehen und sogar der grenzenlos gemütliche Wirt in Hektik verfällt um diesen Moment für die Nachwelt auf Film festzuhalten, geschmückt mit dem Kommentar „SO sieht ein Tisch aus, wenn GUTE LEUTE da sind!“, dann kann man sich das Ausmass des Exzesses in seinen Myriaden schillernder Glücksmomente des Genusses in etwa vorstellen.

Lieber Chris, gerne fülle ich die Lücken deines Filmrisses (wir hatten 9 verschiedene Getränke an dem Abend, u.a. 2 Sorten Apfelwein, 2 verschiedene Mirabellenschnäpse, einen hervorragenden Bordweaux, polnischen Vodka, ital. Masalla und EIN BIER) mit meinen Erinnerungen an das wohl schönste kullinarische Ereignis das ich bis jetzt in 2008 erleben durfte (und ich hatte breits einige).

In Kürze mehr.

Alex – Wahnsinn ist wie Schwerkraft,
ein kleiner Schubs genügt! –

Kommentar von Alex, Offebäscher Messerstescher

„Bei Fressack“ , Vol.2

Konnte mich mit meiner Freundin (in deren Wohnung ich grade auf einem für mich ungewohnten Laptop diese Kommentare zum genialen Abend bei Fressack schreibe) bezüglich der Wahl und Dezibel der musikalischen Beschallung einigen und bin jetzt nur noch vom Geruch des auf ihrem Herd leise köchelnden GULASCH (nach Omas Rezept) abgelenkt, wobei man die Inspiration die sich aus den hier wabernden Geruchsnebeln saugen läßt nicht unterschätzen sollte.

Ich hatte meinen Freund Chris sehr lange icht mehr gesehen und wir wollten das Wiedersehen natürlich gebührend feiern. Da ein anderer Kamerad aus Frankfurt mich ständig dazu nötigt mit ihm in Sachsenhausen „Hessisch“ zu essen war ich erst mal nicht extrem scharf darauf in den Goldenen Engel einzukehren, aber Chris zuliebe und weil man sich auf seine Tips immer verlassen kann willigte ich GOTT SEI DANK ein.

Ann dieser Stelle erst mal ein längst überfälliger Gruss an Fressack : GUDE! DU MACHST DAS RICHTIG!

Nachdem Chris und ich auf unseren Erkundungen durch das freitagnachmittägliche Frankfurt glücklicherweise nur begrenzte Mengen der gebotenen Speisen auf dem famosen Schillermarkt (unbedingt die Wurst im Brotmantel aus dem Holzfeuerofen probieren!)verkosteten und auch mein Freund, der dort einen Stand betreut, uns mehr mit flüssiger Nahrung bediente, hatten wir am Abend den notwendigen, richtig guten großen Hunger um ein für uns noch neues Lokal auszuprobieren.

Die von Chris bereits erwähnten „Deckelchen“ aus Apfelweinbrot (!), belegt mit diversen Naschereien wie hessischer Mettwurst, Braten in Kombination mit einer an Waldorfsalat erinnerten Schweinerei und VOR ALLEM einem HANDKÄS zum niederknien, weich zerlaufend mit roten (!) Zwiebeln, sollten ja nur die Grundlage bilden, und korrespondierten wunderbar mit dem gebotenen „Äppler“. Für mich als Hessenbub ja keine große Sache, aber die Qualitätsunterschiede im Frankfurter Raum sind immens, und ich hab selten so guten Äppler mit Handkäs bekommen. Ein Highlight!

Als bekennender Carnivor musste es danach natürlich Fleisch sein. Doch jetzt gleich ein Steak oder Schnitzel bestellen angesichts der auf der Karte gebotenen Schmankerl ? Unmöglich! Da gab es so wundervolle Dinge zu entdecken wie ECHTE Stampfkartoffelgerichte (Kenner der deutschen Küche werden den Unterschied zu profanem „Kartoffelbrei“ verstehen) , aber nicht nur mit einer hervorragenden Leber haben wir sie genossen, sondern auch mit butterzart gebratenen Stückchen vom Lamm, mit Chillie gewürzt. Es war ein Traum! Wie Chris ja schon sagte : Wir wollte PROBIERPORTIONEN.. und bekamen Kompanieportionen. Eine Anbiederung an drinkfreudige Gäste ? Keineswegs! Denn wie ich mit Verzückung beobachten konnte wurden am Nebentisch „Normalportionen“ serviert, die das doppelte Volumen ausmachten. Der Wahnsinn. Und dabei sensationell lecker. Also Qualität und Quantität.

Danach sollte es ein mit Blutwurst und Pfifferlingen gefülltes, paniertes Kottelett sein.
Eine Improvisation aus der Hüfte, da der von Fressack im Blog angepriesene Experimentalhit „Hessisch Saltimbocca, in die Fress!“ mangels Ziegenkäse nicht verfügbar war.
Ich habe selten so ein perfektes Kottelett gegessen. Chris schwelgte in Bratwurst mit Zwiebelchen. Die dazu gereichten Bratkartoffeln waren ein Gedicht.

Von der Spannung unserer Hemden konnte man jetzt ableiten das es eigentlicht genug gewesen war..

Aber neee.. was „Kleines“ geht ja immer noch. Die nun folgende Dessert-Orgie läßt sich dann auch nur noch in Superlativen beschreiben, denn NOCH NIE zuvor haben wir einen Pudding aus Apfelwein (!) und ein „Hessisches Tiramisu“ serviert bekommen. Es war zauberhaft. Noch immer habe ich den Geschmack der Äpfel auf der Zunge…

Etwa zu diesem Zeitpunkt muss es dann auch gewesen sein, als unsere Mägen zaghaft um Erlösung bettelten und wir die Aufmerksamkeit eines drei Tische weiter platzierten italienischen Pärchens auf uns zogen die schmunzelnd und mit einer Flasche Masalla (was man mit Masalla machen kann, das soll ein anderes mal erzählt werden) winkend die Bereitschaft zeigten uns junge Wilde an ihren Tisch zu lotsen.

Wir haben dann mit den sehr netten Leuten aus Italien noch eine ganze Weile Gedanken und Getränke ausgetauscht. Es ist schon ironisch das die 2 aktivsten Tische in einem Lokal mit über 150 , zum Teil seltenen und genialen, Positionen von Apperitifs, Digestifs und anderem Hochprozentigen, ihre eigenen Fusel mitbringen. Es spricht aber gleichzeitig sehr für den Wirt das er bei Erstbesuchern so etwas duldet!

Mein lieber Fressack, Goldener Engel, Du hast uns als festes Stammpublikum auf ewig. Ob Dir das passt oder nicht!

Es ist der hohen Qualität der unzähligen Schnäpse und anderer Alkoholika zuzuschreiben das wir beide am nächsten morgen ohne Kopfschmerzen am Frühstückstisch sassen und Pläne für unser Barbecue am Samstag schmiedeten… es bleibt zu hoffen das Fressack seine Fotos zur Verfügung stellt um diesem Report etwas mehr Pepp zu verleihen.

The Memory Remains.

Alex

Als Liebhaber französischer Weine musste es dann an dieser Stelle auch mal ein Bordeaux sein, aber auch hier kann der Goldene Engel mit einem BEZAHLBAREN sensationellen Bordeaux punkten, wie überhaupt generell das Preis/Leistungs-Verhältnis dieses Lokals erwähnenswert ist.

Kommentar von Alex, Offebäscher Messerstescher

Sie haben es bis hierher geschafft und wollen noch mehr lesen ? Prima, dann füllen wir doch den Platz mit einem kleinen Epilog über unseren Freitagnachmittag auf dem Schillermarkt.

Der Schillermarkt ist ein attraktives Pendant zum samstäglichen Markt auf der Konstabler. Eigentlich kann man hier „nur“ gut einkaufen, aber es gibt auch kleine Inseln auf die der Apfelweinsüchtige sich flüchten kann. Zumeist gibt es dort frankfurter Urgestein zu entdecken, beinharte Rentner, Hessen-Originale und Schoppepetzer vom feinsten. Meine Theorie, daß das bekannte Komiker-Duo „Badesalz“ sich seine Ideen von diesem Publikum quasi auf der Strasse holt, wurde auch an diesem feinen Freitag mal wieder bestätigt.

Abteilung : € 14,45, in Folie eingeschweisst, geschnitte & ohne Fettrand.

Wir sassen gemütlich beim Äppler als ich hinter mir plötzlich sehr lautstark diesen Dialog wahrnehmen durfte :

Sie :“Ei Hebbert, dess is des ja, dess is SO GUUUD.“
Die Annern : „Was dann.“
Sie : „Ei des kriegste ganz fein geschnidde.“
Die Annern : „Mach Sache.“
Sie : „Und ohne den Fettrand. Den mag der Günder ja nett.“
Sie (wieder) : „Und dann packe se Dir des hermetisch versiggelt in Blastig.“
Die Annern : „Escht jetzt?“
Sie : „Ei jou. € 14,45 (vierzehnfündundvierzisch).
Abgepackt, kleingeschnidde, OHNE Feddrand, hermedisch abgebackt!“
Die Annern : „Ei jou.“
Sie : „Un der Günner isst des dann auch.“

So lief das ab.

Ich habe KEINE AHNUNG um welches Produkt es sich gehandelt hat, aber ich musste mit einem Lachkrampf fluchtartig mal gaaanz schnell weggehen…

Die besten Vorschläge was das gewesen sein sollte werden mit einem Äppler premiert!

Alex

Kommentar von Alex, Offebäscher Messerstescher

Chris, I love reading your Blog. You are so brilliantly funny.I just pissed my pants. lol, Ada

Kommentar von Ada Blacey




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