Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Meine Food-Dealer Teil II: Jans Wurst by artifischl

Es gibt manchmal so Lebensmittel, die man immer und jeden Tag zu Hause haben möchte, wenn man sich ein mal in sie verliebt hat. Dies gilt so ziemlich für alles Essbare, das Jan auf seinem Marktstand anbietet und das ist glaube ich das großte Kompliment, das ich einem meiner Food Dealer machen kann.

wurstjan1Jan verkauft ausgewählte französische und Spanische Salami, beide eigentlich nur für den jeweils lokalen Markt produziert und sonst nicht zu bekommen, schon garnicht in Deutschland. Aber Jans Beharrlichkeit und seine durchaus erkennbare große Liebe zum Produkt ließ die Produzenten wohl erweichen und sorgte dafür, das diese absolut leckere Spitzenware auf einigen berliner Märkten von Jan persönlich angeboten wird.

Es gibt Salamis vom Schwein, Büffel, Schaf und Rind, Eher deftig als zart, mit Bojulais, Nüssen, Blaubeeren und eine absolute Sensation ist die Fenchelsalami. Ausserdem ein paar zusätzliche Leckereien, also 3-4 Käsesorten, manchmal Foie Gras, Lardo di Colonnata, Fleur du Sel, eine winzige Auswahl an sensationellen Weinen und mein neues spanisches 30cm-Filetier-Messer habe ich auch bei Jan erworben.

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Besonders charmant sind Jans Verkaufsgespräche zu beobachten. Er kommt eigentlich immer am liebste aus seiner Schiessbude hervor, um zu rauchen, Kaffee zu trinken und ein Schwätzchen zu halten und sobald sich Kunden dem Stand nähren, wartet er noch ein paar sekunden und fragt dann: „Darf es SCHON was leckeres sein ?“ Das ist in sofern klug, weil er dem Kunden vermittelt, das er ihn beachtet und ihm aber auch die Möglichkeit gibt, sich weiter ungestört im Sortiment umzusehen oder Fragen zu stellen. Wenn Jan bisher einen guten Tag hatte, dann steht auch sein „Wollen Sie etwas probieren“ – Schild auf der Waage. Ich Habe bisher nicht wargenommen, das jemand der probiert hat, nichts kaufte. Und Jan handelt, ohne frech oder Marktschreierisch zu wirken. In mehreren Körben befinden sich geschätzt 20 verschiedene sorten ganze Salamis, alle im Naturdarm. Aus diesen Körben kann frei ausgewählt werden und dann zahlt man für 3 ganze Salamis 11 Euro.  Und bei Stücken, die nach Gewicht verkauft werden ist Jan großzügig und legt für einen geringen Mehrpreis noch ne tolle Salami oben drauf.

Natürlich leidet Jan wie alle Markt-Dealer auf hohem Niveau. Die Geschäfte laufen immer fürchterlich und die Ware würde im Grunde viel zu billig angeboten. Ich halte die Ware für überraschend preiswert. Aber das leiden von Jan gehört genauso zu einem Besuch an seinem Stand, wie das Fachsimpeln über Rezepte, hochprozentiges und Lebensmittel, aber auch Offtopic-Dinge wie Kindererziehung und Sorgerechtsprobleme, Urlaubspläne, Geschäftsideen oder Frauen.

Kulinarisch und Menschlich eine Sensation:

Jan Büschings Wurst-Spezialitäten

Dienstags auf dem Türkenmarkt am Maybachufer (an ungeraden Wochen)
Donnerstags auf dem Hackeschen Markt
Freitags auf dem Türkenmarkt am Maybachufer (an geraden Wochen)
Samstags auf dem Markt am Kollwitzplatz

Einfach nach dem viereckigen roten Zelt suchen.

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Meine Food-Dealer Teil I: Raymunds „Sprouts & More“ by artifischl
16 November , 2008, 10:22 pm
Filed under: Food-Dealer, Food-Talk, Geschäfte | Schlagwörter: , ,

Ich habe ja öfter das Vergnügen, meinen Berlinbesuchern meine liebsten Geschäfte und kulinarische Geheimtips zu zeigen. VIelleicht ist das auch für Blogleser interessant, wo Foodys in Berlin so einkaufen.

sprouts3Den Anfang macht Raymund und sein Sprossenladen mit dem zugegeben etwas unglücklich gewähltem Namen „Sprouts and More“. EIgentlich betrete ich keine Läden mit „and more“-Bezeichnung, das ist genauso nichtssagend und unkreativ wie „u.s.w.“ , in Berlin mit „Bärenstarken angeboten“ zu werben, oder in der Werbebranche Feuerzeuge zu verschicken mit „wir haben die zündenden Ideen“ (Brüller).

Aber auf Raymunds laden trifft das „and more“ wenigstens auf das was er macht. Im Keller werden die Sprossen gezüchtet, und man muss oft klingeln um in den Laden zu kommen, da Raymund viel Zeit im Keller verbringt. Die Sprossen sind also die Hauptsache, und der Rest lässt sich schwer kategorisieren, eine kleine Auswahl an Produkten, die das „More“ darstellen.

sprouts21Es gibt da Kreuzberger gerösteten Kaffee, Biobrot, Gemüse, es ist sowieso alles Bio in dem Laden,  aber auch Budda-Figürchen,  ein paar Standard-Lebensmittel und 2 Sorten Rotwein und einen Weisswein.

Der Rotwein, ein spanischer Vivolino Tinto war vor einem Jahr eigentlich Anlass, den Laden überhaupt zu betreten. Denn der Stand im Schaufenster und kostete damals ca. 3 Euro. Für einen Biowein eigentlich garkein Preis und wenn es ein anständiger Tafelwein ist, dann kann man den ruhig mal trinken und wenn er zum würgen ist, dann ist nicht viel verloren. Kurzgesagt: der Wein war genial als Tafelwein, süffig, fruchtig, trocken und ich muss den seit einem Jahr immer nach Polen kistenweise Exportieren.

sprouts

Raymund selbst ist auch ein freundlicher Zeitgenosse, der sich gerne Zeit nimmt, mit seinen Besuchern über Gott und die Welt zu philosophieren. Bei meinem letzten Besuch unterhielt er sich mit einer Kundin vor mir und fragte zwischendurch, was ich denn bräuchte. Ich erwiederte, ich hätte Zeit. Daraufhin war er so nett, mir mitzuteilen, das dieses Gespräch durchaus noch ne 2/4tel Stunde dauern könnte. Ich mag sowas ja. Der Laden beinhaltet nur Dinge, von denen man glaubt, das sie Raymund auch selber konsumiert. Er redet mit jedem, als ob er den Laden nur dafür eröffnet hat. Und er behandelt jeden als Mensch und erst in 2ter Instanz als Kunden.

So macht kaufen im Kiez spass.

Sprouts & More (sic!)

Friedelstr. 34
12047 Berlin
U8-Boddinstr.



Cacao Republica in Poznan by artifischl
16 November , 2008, 9:27 pm
Filed under: Essen gehen | Schlagwörter: , , ,

Neulich nach einem sensationellen Konzert der tschechischen Ausnahme-Musikerin Iva Bittova war uns noch nach was alkoholfreiem zu trinken, also probierten wir zum ersten mal das Cacao Republica am alten Markt in Poznan. Neben zigundachzig Cacao-Spezialitäten und sensationellen Portionen viel mein Blick LEIDER ERST BEIM VERLASSEN des Lokals auf Folgendes:

torte-cacao-republica

Zum Glück hatte ich meine neue Nicon dabei ! Auf jeden weiss ich nun, wo ich das nächste mal Torte essen gehe.



Dom Vikingo – Dänsch essen in Polen ? by artifischl
5 November , 2008, 3:09 pm
Filed under: Essen gehen, Food-Talk, Polen | Schlagwörter: , , , , ,

In meinem vorletzten Artikel beschrieb ich meinen 3 Geburtstag und in meinem letzten Artikel den Feiertag Allerheiligen in Polen. Die beiden Artikel teilen, das sich die Gegebenheiten darin am selben Tag zugetragen haben, und deren Ereignisse nun zu diesem Erlebnisbericht führen, denn wir wollten Ja schick zu Abend essen.

domvikingo1Auf Grund des Feiertags hatten nicht nur die Geschäfte, sondern auch einige Kinos und Restaurants geschlossen. Lediglich am Marktplatz in der Innenstadt in Poznan war jedes 2te Restaurant geöffnet. Wir hatten am Markt schon mehr schlechte als gute kulinarische Erlebnisse, daher sind wir eher skeptisch gewesen und die Lokale, die wir troz Touri-Abzokke als akzeptabel betrachteten, waren geschlossen.

Geöffnet war jedoch das Dom Vikingo, ein Restaurant mit einem dänischen Eigentümer, Carsten Pedersen, der vor 20 Jahren Faxe nach Polen brachte und es zum angeblich beliebtesten Ausländischen Bier in Polen machte. Im Grunde finde ich es ja toll wenn weitere Dänen ausser mir in Polen sind, aber hier dänisch essen zu gehen fühlt sich für mich an, als ob ich in Italien ein französisches Restaurant besuchen, oder in einem kroatischen Restaurant (achtung Kalauer) eine serbische Bohnensuppe bestellen würde.

Die Speisekarte sah jedoch sehr international und nicht sehr dänisch aus, die Preise waren auch akzeptabel. Wir also rein, ein etwas verschachtelter Raum im Erdgeschoss, dahinter ein Gang zu einer Sportsbar, im Keller ist wohl auch noch ein Club. Alles gemütlich und geschmackvoll eingerichtet, aber ein schöner Tisch war nicht wirklich frei, da entdeckte ich plötzlich die Treppe nach oben, mit einem Hinweisschild über dem Türbogen: „Restaurant“. OK, das hier unten war also nur das „Cafe“, wo man zwar auch essen konnte, aber da gab es noch mehr. Oben angekommen begann etwas völlig anderes und ein phantastischer Abend nahm seinen Anfang.

Obwohl ich ein Hemd und schicken neuen Pullover trug, fühle ich mich anfänglich völlig Underdressed, da ich drüber eine Jacke und eine Daunenweste trug, die im krassen Kontrast zum Interiör der Restaurantetage stand. Aber warscheinlich weil meine liebste Sensationell aussah und unsere Jacken gleich in der Garderobe verschwanden, ließ sich der Kellner nichts anmerken und begrüßte und bediente uns mit einer zuvorkommenden Höflichkeit, die zu keinem Zeitpunkt hochnäsig oder aufgesetzt wirkte. Der Raum war stilvoll eingerichtet, Jazzmusik in angenehmer Lautstäre erfüllte den Raum, die Beleuchtung war Dezent aber nicht düster und wir bekamen den besten Tisch mit Fensterblick auf den romantisch beleuchteten Marktplatz aus dem ersten Stock.

Edytas Sonderwünsche auf Grund Ihrer Zwiebel- und Knoblauchallergie wurden ganz selbstverstädlich hingenommen, als sei das Bestandteil jeder Bestellung.

Unsere Speisefolge:

Hinter diesem Fenster hatten wir unseren Tisch

Hinter diesem Fenster hatten wir unseren Tisch

Eine sensationelle Tomatensuppe, mit den leckersten gerade aus dem Ofen kommenden Minibrötchen, die genau so schmeckten, wie ich sie von vor 14 Jahren in Dänemark in Erinnerung hatte.

Als Hauptgang genehmigten wir uns Chateau Briand mit Bernaise-Sauce auf Schmorgemüse und diesen leckeren angebräunen Minikartoffeln. Das Fleisch war so zart und geschmackvoll, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so gutes Rindfleisch gegessen habe.

Als Nachtisch sollte es ein Choco-Sufflet sein, welches bei uns nahezu orgiastische Laute entweichen ließ.

Wir tranken Italienischen Rotwein, fruchtig trocken und vorzüglich zum Fleisch passen.

Es ist einfach sehr selten das alles stimmt: Ein guter Anlass, die attraktivste Begleitung der Welt, ein schönes Restaurant, der beste Tisch mit dem schönsten Ausblick, ein sensationelles Essen, ein super Service und eine durchaus  über alle Maßen preiswerte Rechnung. An dem Abend hat alles gestimmt und es veranlasste mich sogar eine dankesmail an den Besitzer zu schicken, was ich noch nie vorher getan hatte.

Infos für Neugierige: http://www.domvikingow.pl/eng/



Allerheiligen in Polen by artifischl
5 November , 2008, 12:58 pm
Filed under: On the Road, Polen, Typisch polnisch | Schlagwörter: , ,

Letzten Freitag erklärte uns Ami ja bereits hier über den Reformationstag auf, nur einen Tag später hatte ich ein paar interessante Erlebnisse mit dem in Polen warscheinlich wichtigstem Feiertag – Allerheiligen.

An diesem Tag sind ALLE Polen auf dem Friedhof, kein Witz. Ich fuhr gerade mit einem Freund die Landstraße zwischen der Polnischen Grenze und Poznan, ein herrliches Wetter, blauer himmel und zu unserer Linken erstreckte sich ein hügel mit einem Friedhof, der wohl die letzte ruhestädte für alle Dörfer in der umgebung darstellte. Und dieser Friedhof war durch Seine Hügellage sehr gut zu überblicken. Jeder Quadratmeter, der nicht Grab war, stand voll mit Menschenmassen. Alle standen in diesem Moment still, alle mit dem Rücken zu uns in eine Richtung (als hätte Mekka bei den Katholiken eine Bedeutung), für mich hatte das was Irreales, ich kam mir vor als würde ich im Kino sitzen und mein AUtofenster war die Leinwand.

Tumultartige Szenen in Poznan. Um Meinen Freund Kuba zu seinen Schwiegereltern zu bringen, mussten wir am größten Poznaner Friedhof vorbei. Ampeln waren ausgeschaltet und Polizisten regelten mit einem Trillerpfeifenkonzert den Verkehr. Die Strasse zum Friedhof war auf einmal eine Einbahnstrasse mit 2 Spuren. Auf umliegenden Feldern waren mit Rot-Weissem Flatterband Parkplätze eingerichtet. Das ganze erinnerte mich an Open-Air-Konzert Besuche aus meiner Teenagerzeit. Nur das die Musik fehlte. Vor den Friedhöfen wurden gigantische Mengen von Blumensträussen verkauft, Kuba erzählte mir, das diese mittlerweile von der Polizei bewacht werden, da einige Händler in der Vergangenheit einige besonders große Sträusse nachts von den Gräbern holten und am nächsten Tag erneut verkauften. Tja – da ist der Pole ganz Geschäftsmann. Ist das jetzt Piätätlos ? Muss ich das verwerflich finden ? OK, es ist Diebstahl, aber stört es den Toten ? Und gleichzeitig kurbelt es die WIrtschaft an 😉 .

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Wirklich lohnenswert ist ein Friedhofsbesuch für einen Ketzer wie mich aber am Abend. Dann leuchtet ein Lichtermeer an Roten Kerzen auf allen Friedhöfen und umgibt das Gelände mit einem Roten Leuchten. Wir haben die Zitadelle in Poznan besucht, ein schöner Park, in dem sowohl den Kriegshelden für und gegen den Kommunismus gedacht wird.

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Man erlaube mir die zynische Bemerkung, das der „Tag aller Toten“ selbst für anständig „Nachschub“ auf den Friedhöfen sorgt. Mit 4200 Verkehrstoten in den letzten 12 Monaten ist Polen an der EU spitze, an Allerheiligen kommen noch etliche hinzu:
Doch Friedhöfe dienen in Polen immer auch als Orte der Familienzusammenkunft, ja selbst an Begräbnissen werden eifrig Familienfotos geschossen, wobei die Verwandten nicht selten rund um den frisch geschmückten Sarg herum posieren. Getrunken wird allerdings danach im trauten Heim oder im Restaurant – nicht auf dem Friedhof. Dies ist offensichtlich so normal, dass die Polizei die Autofahrer erst gar nicht vor dem Alkoholgenuss, sondern nur der hereinbrechenden Dunkelheit warnt.“
Quelle: Polen Today




Heute werde ich 3 by artifischl
2 November , 2008, 1:22 am
Filed under: Krank, Liebe, Passion | Schlagwörter: , , , , , ,

Nein, nicht mein Blog, auch multipliziere ich mich nicht durch Geburten oder so, sondern nach der neuen Chris-Wiedergeburtsrechnung meiner Mutter habe ich sozusagen Geburtstag. Ich hatte vor 3 Jahren, am 1.11.2005 ein Kammerflimmern, das in meinem Fall zu einem (überlebten) plötzlichen Herztot führte. Glück im Unglück: Ich befand mich in dem Moment in Gesellschaft unter anderem eines Kollegen, der 2 Tage zuvor seinen Erste-Hilfe-Kurs aufgefrischt hatte und den Telefonanweisungen des gerufenen Notarztes perfekt folgen konnte. Letzterer verpasste mir mit dem DEFI mehrere Schocks, die meine Atmung immer wieder aktivierte, aber meistens nicht besonders lange anhielt. Nach knapp 2 Stunden sagte der Arzt:“Wir starten noch einen Versuch, dann brechen wir ab“. Das ist Ärztedeutsch für: „Wir geben auf.“ Zur Ehrenrettung des Arztes muss ich aber bemerken, das er mich schon wesentlich länger am Leben hielt, als das normaler Weise bei so einem Fall üblich ist.
Ich muss den letzten Wink mit dem Zaunpfahl gespürt haben, denn ich Atmte schwach und konnte stabilisert werden indem man mich für 12 Tage in ein künstliches Koma versetzte. Bestimmt habt ihr davon schon mal gehört: Fussballer kippen einfach auf dem Platz um ( http://de.wikipedia.org/wiki/Pl%C3%B6tzlicher_Herztod_bei_Sportlern ). Das war bei mir ungefähr das Selbe. Warscheinliche Ursache: Herzmuskelentzündung. Sowas kann passieren, wenn man ne Grippe verschleppt, weil man „keine Zeit hat“ um Krank zu werden. Der Körper wird dann auch nicht Krank, aber der Virus verschwindet nicht einfach. er setzt sich einfach irgendwo hin und wartet, bis er was anrichten kann. Das Immunsystem ist besonders gefärdet, wenn man total enspannt ist. Lustig oder ? Und nachdem ich damals Mister Oberstress mit 7 Jobs und wenig Schlaf und zuviel Kiff und Alkohol war, mir aber erlaubte ein Gang runterzuschalten, sagte das Immunsystem: „Super, Feierabend, ich komm morgen wieder !“ Und der Virus witterte seine Chance !

Bevor jetzt Ärzte, Hobbybiologen, Psychologen und wer immer sich dazu berufen fühlt gegen meine Aussagen Amok zu laufen sei gesagt, das ich keinen Anspruch auf medizinische Korrektheit meiner Darstellung hege, ich erkläre mir meine Geschichte so, resultierend aus vielen Aussagen meiner Ärzte, Freunde, Homöopaten, Familie und meiner eigenen Sicht, wenn ich mich selber und meine Vergangenheit betrachte.

Ich habe seit dem mein Leben geändert: Ich gehe nur noch einer Arbeit gleichzeitig nach. Ich bin besonnen. Ich habe das Rauchen aufgehört. Ich übe mich gelegentlich in Selbstlosigkeit. Ich vermeide Jähzorn. Ich rege mich kaum noch auf, das lohnt sich eigentlich nie. Ich sehe die Welt mit anderen Augen. Ich weiss, was Freundschaft ist. Ich weiss wer meine Freunde sind. Ich lebe in der Gegenwart.

Und heute Abend gehe ich mit meiner liebsten ganz schick aus und wir werden ein bisschen feiern, das ich noch da bin und uns den ganzen Abend romantische Dinge zuflüstern. Ihr solltet sie sehen, wie sie sich zurecht gemacht hat, was sie an hat und wie unglaublich  sexy sie aussieht ( Waa-Waa-Wee-Waa) . Ich bin echt ein Glückspilz !

Danke:

– Alle bei Vektor, ohne die ich heute nicht mehr da wäre.
– Meinem Notarzt und meinen Pflegeern auf der Intesivstation.
– Sarah für Deine Wochenlagen fast täglichen Trips nach Köpenick, ohne Deine Besuche wäre ich warscheinlich nach meinem Koma an Langeweile verreckt.
– Ro, Tage, Nati, Steve, das Ihr alle sofort da gewesen seid.
– Tina für professionellen Beistand, Dich hab ich in der Komazeit glaube ich als einziges wahrgenommen.
– Robby;Maria und Tamo fürs reinschmuggeln bester Italienischer Salami.
– Alle Spender aus der Bar 11, sodaß ich meine Miete weiter Zahlen konnte.
– Meine Krankenhausbesucher: Ricarda, Birgit & Janchris, Jan, Myrta,Indigo, Esther, Michou,  und alle die für mich da waren und die ich hier nun vergessen habe !