Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Dom Vikingo – Dänsch essen in Polen ? by artifischl
5 November , 2008, 3:09 pm
Filed under: Essen gehen, Food-Talk, Polen | Schlagwörter: , , , , ,

In meinem vorletzten Artikel beschrieb ich meinen 3 Geburtstag und in meinem letzten Artikel den Feiertag Allerheiligen in Polen. Die beiden Artikel teilen, das sich die Gegebenheiten darin am selben Tag zugetragen haben, und deren Ereignisse nun zu diesem Erlebnisbericht führen, denn wir wollten Ja schick zu Abend essen.

domvikingo1Auf Grund des Feiertags hatten nicht nur die Geschäfte, sondern auch einige Kinos und Restaurants geschlossen. Lediglich am Marktplatz in der Innenstadt in Poznan war jedes 2te Restaurant geöffnet. Wir hatten am Markt schon mehr schlechte als gute kulinarische Erlebnisse, daher sind wir eher skeptisch gewesen und die Lokale, die wir troz Touri-Abzokke als akzeptabel betrachteten, waren geschlossen.

Geöffnet war jedoch das Dom Vikingo, ein Restaurant mit einem dänischen Eigentümer, Carsten Pedersen, der vor 20 Jahren Faxe nach Polen brachte und es zum angeblich beliebtesten Ausländischen Bier in Polen machte. Im Grunde finde ich es ja toll wenn weitere Dänen ausser mir in Polen sind, aber hier dänisch essen zu gehen fühlt sich für mich an, als ob ich in Italien ein französisches Restaurant besuchen, oder in einem kroatischen Restaurant (achtung Kalauer) eine serbische Bohnensuppe bestellen würde.

Die Speisekarte sah jedoch sehr international und nicht sehr dänisch aus, die Preise waren auch akzeptabel. Wir also rein, ein etwas verschachtelter Raum im Erdgeschoss, dahinter ein Gang zu einer Sportsbar, im Keller ist wohl auch noch ein Club. Alles gemütlich und geschmackvoll eingerichtet, aber ein schöner Tisch war nicht wirklich frei, da entdeckte ich plötzlich die Treppe nach oben, mit einem Hinweisschild über dem Türbogen: „Restaurant“. OK, das hier unten war also nur das „Cafe“, wo man zwar auch essen konnte, aber da gab es noch mehr. Oben angekommen begann etwas völlig anderes und ein phantastischer Abend nahm seinen Anfang.

Obwohl ich ein Hemd und schicken neuen Pullover trug, fühle ich mich anfänglich völlig Underdressed, da ich drüber eine Jacke und eine Daunenweste trug, die im krassen Kontrast zum Interiör der Restaurantetage stand. Aber warscheinlich weil meine liebste Sensationell aussah und unsere Jacken gleich in der Garderobe verschwanden, ließ sich der Kellner nichts anmerken und begrüßte und bediente uns mit einer zuvorkommenden Höflichkeit, die zu keinem Zeitpunkt hochnäsig oder aufgesetzt wirkte. Der Raum war stilvoll eingerichtet, Jazzmusik in angenehmer Lautstäre erfüllte den Raum, die Beleuchtung war Dezent aber nicht düster und wir bekamen den besten Tisch mit Fensterblick auf den romantisch beleuchteten Marktplatz aus dem ersten Stock.

Edytas Sonderwünsche auf Grund Ihrer Zwiebel- und Knoblauchallergie wurden ganz selbstverstädlich hingenommen, als sei das Bestandteil jeder Bestellung.

Unsere Speisefolge:

Hinter diesem Fenster hatten wir unseren Tisch

Hinter diesem Fenster hatten wir unseren Tisch

Eine sensationelle Tomatensuppe, mit den leckersten gerade aus dem Ofen kommenden Minibrötchen, die genau so schmeckten, wie ich sie von vor 14 Jahren in Dänemark in Erinnerung hatte.

Als Hauptgang genehmigten wir uns Chateau Briand mit Bernaise-Sauce auf Schmorgemüse und diesen leckeren angebräunen Minikartoffeln. Das Fleisch war so zart und geschmackvoll, ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal so gutes Rindfleisch gegessen habe.

Als Nachtisch sollte es ein Choco-Sufflet sein, welches bei uns nahezu orgiastische Laute entweichen ließ.

Wir tranken Italienischen Rotwein, fruchtig trocken und vorzüglich zum Fleisch passen.

Es ist einfach sehr selten das alles stimmt: Ein guter Anlass, die attraktivste Begleitung der Welt, ein schönes Restaurant, der beste Tisch mit dem schönsten Ausblick, ein sensationelles Essen, ein super Service und eine durchaus  über alle Maßen preiswerte Rechnung. An dem Abend hat alles gestimmt und es veranlasste mich sogar eine dankesmail an den Besitzer zu schicken, was ich noch nie vorher getan hatte.

Infos für Neugierige: http://www.domvikingow.pl/eng/


3 Kommentare so far
Hinterlasse einen Kommentar

Ich habe zufällig deine Homepage entdeckt. Deine Bemerkungen sind sehr zutreffend und beschreiben die polnische Mentalität sehr gut. Für einen Beobachter, der zwischen zwei Welten pendelt, siehst du sehr viel. Ich werde deine Homepage weiterhin lesen. Kannst du eigentlich Polnisch?
Pozdrowionka
Kamila

Kommentar von kamila

Hallo Kamila, danke für Deinen Kommentar. Leider spreche ich immer noch so gut wie kein polnisch. Zeitmangel gepaart mit faulheit und dem Umstand, das die meisten polen gut englisch sprechen, hält mich davon ab. Ich weiss, ich sollte mich schämen. tu ich auch.

Kommentar von artifischl

Mein lieber Chris,

ein Tränchen kullert mir die Wange herunter,denn dies sind die wertvollsten Momente und Deine Erzählung erinnert mich an einnes dieser raren Erlebnisse wo einfach ALLES stimmt, als ich mit meiner Ex in Südfrankreich (ich glaube es war in der Nähe vom Cap Antibe) vor etwa 5 Jahren ein unvergessliches Dinner in einem ähnlichen Zauberschuppen hatte und wir ein sensationelles Mehrgangmenu an einem kleinen runden Tisch mit Blick auf das Meer genossen und über uns der Vollmond schien. Seufz. Ja, manchmal ist das Essen selbst nur Begleiter.

Alex

Kommentar von Alex




Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s



%d Bloggern gefällt das: