Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Meine Food-Dealer Teil I: Raymunds „Sprouts & More“ by artifischl
16 November , 2008, 10:22 pm
Filed under: Food-Dealer, Food-Talk, Geschäfte | Schlagwörter: , ,

Ich habe ja öfter das Vergnügen, meinen Berlinbesuchern meine liebsten Geschäfte und kulinarische Geheimtips zu zeigen. VIelleicht ist das auch für Blogleser interessant, wo Foodys in Berlin so einkaufen.

sprouts3Den Anfang macht Raymund und sein Sprossenladen mit dem zugegeben etwas unglücklich gewähltem Namen „Sprouts and More“. EIgentlich betrete ich keine Läden mit „and more“-Bezeichnung, das ist genauso nichtssagend und unkreativ wie „u.s.w.“ , in Berlin mit „Bärenstarken angeboten“ zu werben, oder in der Werbebranche Feuerzeuge zu verschicken mit „wir haben die zündenden Ideen“ (Brüller).

Aber auf Raymunds laden trifft das „and more“ wenigstens auf das was er macht. Im Keller werden die Sprossen gezüchtet, und man muss oft klingeln um in den Laden zu kommen, da Raymund viel Zeit im Keller verbringt. Die Sprossen sind also die Hauptsache, und der Rest lässt sich schwer kategorisieren, eine kleine Auswahl an Produkten, die das „More“ darstellen.

sprouts21Es gibt da Kreuzberger gerösteten Kaffee, Biobrot, Gemüse, es ist sowieso alles Bio in dem Laden,  aber auch Budda-Figürchen,  ein paar Standard-Lebensmittel und 2 Sorten Rotwein und einen Weisswein.

Der Rotwein, ein spanischer Vivolino Tinto war vor einem Jahr eigentlich Anlass, den Laden überhaupt zu betreten. Denn der Stand im Schaufenster und kostete damals ca. 3 Euro. Für einen Biowein eigentlich garkein Preis und wenn es ein anständiger Tafelwein ist, dann kann man den ruhig mal trinken und wenn er zum würgen ist, dann ist nicht viel verloren. Kurzgesagt: der Wein war genial als Tafelwein, süffig, fruchtig, trocken und ich muss den seit einem Jahr immer nach Polen kistenweise Exportieren.

sprouts

Raymund selbst ist auch ein freundlicher Zeitgenosse, der sich gerne Zeit nimmt, mit seinen Besuchern über Gott und die Welt zu philosophieren. Bei meinem letzten Besuch unterhielt er sich mit einer Kundin vor mir und fragte zwischendurch, was ich denn bräuchte. Ich erwiederte, ich hätte Zeit. Daraufhin war er so nett, mir mitzuteilen, das dieses Gespräch durchaus noch ne 2/4tel Stunde dauern könnte. Ich mag sowas ja. Der Laden beinhaltet nur Dinge, von denen man glaubt, das sie Raymund auch selber konsumiert. Er redet mit jedem, als ob er den Laden nur dafür eröffnet hat. Und er behandelt jeden als Mensch und erst in 2ter Instanz als Kunden.

So macht kaufen im Kiez spass.

Sprouts & More (sic!)

Friedelstr. 34
12047 Berlin
U8-Boddinstr.


1 Kommentar so far
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Das klingt irgendwie unheimlich, ich dachte immer so etwas gäbe es garnicht wirklich, sondern nur vereinzelt zum steigern des Ambiente in so Filmen wie z.B. „Chinatown“ mit Jack Nicholson von 1971…

Aber in kleinen Kellern und Hinterhöfen Berlins scheint die Gesundheitsbehörde noch nicht vorgedrungen zu sein. Wie schön.

Gruss
Alex

Kommentar von Alex




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