Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Die Warschauer Unterwelt by artifischl
1 Januar , 2009, 7:03 pm
Filed under: Polen, Typisch polnisch | Schlagwörter: , , , , ,

Ich finde es ja völlig faszinierend das es in Polen überall winzige Schachtel-Läden gibt, die dem Wort „Einzelhandel“ die richtige Bedeutung geben. Ausserdem hab ich mich ja in diesem Blog bereits ausgiebig über die Werbe- und Plakatwut in Polen ausgelassen.
Beides zusammen gibt es auf superengem Raum in Warschau unterm Hauptbahnhof, wo wir gestern von Posen aus hinfuhren, um dort Silvester zu feiern.

warschau-b-ebene

Direkt vom Gleis gelangt man mit der Rolltreppe nicht etwa in eine übersichtliche große Halle, sondern in ein Labyrinth aus engen Gängen, voll mit winzigen Läden und Leuchtwerbeschildern so weit man gucken kann. Man muss sich das ein wenig wie die Frankfurter B-Ebene an der Hauptwache vorstellen, allerdings mit ein paar polnischen Eigenheiten. Wirklich wichtig ist das oft auftretende „Kasa“-Schild, denn dort kann man seine Tickets für den Zug kaufen. Diese Verkaufsschalter befinden sich einfach immer irgendwo zwischen den Läden und wann welche wo und wie lange geöffnet sind entzieht sich komplett meiner Kenntnis.

Aber hier kann man wirklich alles kaufen. Kleidung, Schmuck, Unterhaltungselektronik, Kaffee, Fast-Food, Zeitschriften und natürlich Lebensmittel. Schön ist, das hier auch noch der kleinste Kiosk mit abgepackter Lidl-Wurst mit einem „Delikatessen“-Schriftzug auf der Scheibe versucht, Seine Kunden anzulocken.

Besonders gut hat mir der Bonbon – und Lutscherladen gefallen:

kocham-cie

„Kocham Cie“ heist „Ich Liebe Dich“ und „Sto Lat“ bedeutet „100 Jahre“. Letzters ist auch ein Lied, das zum Geburtstag gesungen wird und man wünscht damit dem Geburtstagskind, das es 100 Jahre alt wird. Die Beiden Lutscherherzen hatten einen Durchmesser von nem 1/2 Meter. Vielleicht wollte der Hersteller auch ausdrücken, das man da 100 Jahre dran lutschen muss.

Ausserdem gibt es natürlich alle vorstellbaren Arten von Dienstleistungen. Frieseur, Maniküre, Banken, Geldwechsel, Schuhputzer, Schlüsselmacher und eine Vorsintflutliche Gepäckaufbewahrung. Ausgerechnet auf diese weist nur ein sehr kleines Schild an einer versteckten Holztür hin. Dahinter ein verrauchter Raum und enger tresen, wenig Licht und eine Huzzeloma, die Deine Klamotten entgegen nimmt. Dafür bekommst Du dann einen Altpapier-Bon und fragst Dich, ob Du Deine Sachen jemals wieder sehen wirst. Aber in Polen kann man noch vieles auf alte Weise machen. Wofür das Rad neu erfinden ? Das alte rollt genau so gut und es hält die Preise niedrig !

Diese Welt hier ist allerdings nix für Klaustrophobiker (oder Rollstuhlfahrer). Sehr niedrige Decken geben einem ein Gefühl als wäre man im Kanalisationssystem und da dieses Labyrinth sicher für wesentlich weniger Menschen geplant wurde, ist es ununterbrochen voll.

Das muss man unbedingt gesehen haben !


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