Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Integration in Neukölln by Cit.iba.nk by artifischl
8 Januar , 2009, 6:54 pm
Filed under: Verständnisprobleme | Schlagwörter: , , , , ,

Kurz nach Silvester landete ein fast A4-formatige Riesenglanzpostkarte in meinem Briefkasten:

cb11

Ich war verwundert. Ich nehme mal an, daß das türkisch ist und sowas wie frohes neues Jahr oder so bedeutet. Allerdings weiss ich nicht, was das in meinem Briefkasten zu suchen hat, es wurde mir jedoch nach dem Umdrehen klar:

cb2

Und jetzt möchte ich Euch Marketingfuzzis von der Cit.iba.nk mal was sagen. Integration funktioniert meiner Meinung nach anders. Ich habe kein Problem mit den meisten türkischen Mitbürgern, es stimmt auch, das hier in Nordneukölln einige davon wohnen. Zumindest nicht mehr Probleme als ich auch mit deutschen, Italienern, Arabern, Polen oder sonstigen Nationalitäten habe.

Aber ich spreche kein türkisch. Und Eure Karte ist aussschließlich in türkisch, als würde Neukölln ein türkisches Getto sein. Eine zweisprachige Karte wäre auch grenzwertig, weil sich dann andere Nachbarn, z.B. die netten Kroaten benachteiligt fühlen könnten. Aber immerhin würde es sich bei der Verwendung der Sprache „Deutsch“ um die Amtsprache handeln und ob Sie es glauben oder nicht: 77,4 % der Neuköllner sind sogar deutsche ! Und ich wette, das mindestens nochmal 12,6 % der nicht-Deutschen die Deutsche Sprache beherrschen und von den restlichen 10% vielleicht die hälfte kein türkisch sprechen.
Somit verbleibt für Ihre rein türkische Postkarte gerade mal eine Zielgruppe von 5% der Briefkästen. Bei einer „gelungenen“ Postwurfsendung gibt es einen Interese von 0,3 %. Bei knapp über 20.000 mündigen Türken in Neukölln können Sie sich den Rücklauf selbst ausrechnen.
Ich denke einfach, das Integration in Berlin anders funktionieren sollte. Immer mehr Familien ziehen weg, wenn ihre Kinder ins Schulalter kommen, weil sie nicht wünschen, das Ihre Kinder eine Fremdsprache erlernen müssen um in einem 90%igen ausländischen Klassenverband klar zu kommen. Viele Ausländer sehen garnicht die Notwendigkeit zur Integration, denn ist gibt ja ausländische Geschäfte, Märkte, Ärze und wohl auch Kreditbanken, die diese Abkapselung unterstützen.
Bevor es jemand falsch versteht: Ich finde es prima, das eine Bank, ein Arzt, ein Supermarkt oder eine Apotheke Ausländer beschäftigt, und somit ein Miteinander der Kulturen fördert. Aber hier sollte ein Miteinander der Kulturen entstehen und nicht eine Abtrennung und Seperation das Ziel sein.

Und bei einer Sache bin ich mir ganz sicher: ein türkischer Nachbar versteht sicherlich sofort ein deutschsprachiges Angebot, wenn es wirklich ein gutes ist !


2 Kommentare so far
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Bravo, Chris! Could not have said it any better!
( „Chrissie Smartbrain“)

Kommentar von Ada Blacey

Sollen einem da Katzen in türkischen Säcken verkauft werden, ja?

Kommentar von buchstaeblich




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