Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Hurra ! 1 Jahr gebloggt. Glückwunsch to myself !!! by artifischl
30 März , 2009, 1:56 am
Filed under: Bloggerei | Schlagwörter: , , , ,

The Beginning
In der Tat ist es nun schon ein Jahr her, das ich meinen ersten Artikel ins Netz gestellt habe und somit die Blogsphäre betrat. Ich war mit dem Thema Blogs erst einige Monate vertraut und recherchierte viel zu meinem Lieblingsthema „Food“, was nach wie vor einer der häufigsten Blogthemen überhaupt zu sein scheint. Sehr häufig beschäftigen sich Food-Blogs gefühlt zu 95% mit Rezepten und deren Ausführung.
Inspiration
Mich interessierte jedoch nie so wahnsinnig die Maßgenaue Ausführung eines Rezepts (schon jetzt bräuchte ich 5 Leben um alles nachzukochen, was ich mal an interessanten Rezepten gesehen habe), viel mehr interessierten mich die Geschichten rund ums Kochen und um das Thema Lebensmittel im allgemeinen.
Und so stiess ich nach kurzer Zeit auf Fressacks Blog, der genau darüber schrieb was mich im kulinarischen Sinne interessierte. Erlebnisse mit Kunden in seinem Restaurant, veröffentlichte ab und zu ein Bild eines frisch entworfenen Gerichts (ohne hier nun das Rezept detailliert abzudrucken), oder er lästerte über TV-Köche und Porenmonster.
Ein weiterer Blog, der mir auffiel und schon nach dem ersten Artikel abonniert wurde, war die – meinem Humor entsprechende – Schreibe vom Wortteufel. Ihre Darstellung von Alltagsbeobachtungen brachte mich immer wieder auf den Gedanken:“ Sowas passiert mir auch ständig, ich erzähl das auch im Freundeskreis, aber warum soll ich das nicht mit anderen Menschen ebenfalls kommunizieren ?“
Selbst bloggen ?
Und es bot sich schnell ein Thema – na gut , ein paar Themen, denn zu dem Zeitpunkt begann ich gerade mit meinen regelmäßigen Polenreisen, war mit einer Polin frisch verlobt und hatte große Pläne, ein Restaurant zu eröffnen. Das war eine sehr aufregende Zeit, den in Polen war alles neu für mich, ich erlebte viele skurille aber durchaus liebenswerte Situationen mit und in Polen. Mein Hauptthema sollte aber (so hatte ich mir das zumindest gedacht) meine eigenen Restaurantpläne sein, daher auch der eher spezielle Domaintitel „ichmachnrestaurant“.

Wenn meine Lieblingsblogger vielleicht bei Goo.gle oder sonstwo gebloggt hätten, dann wäre ich wohl heute nicht auf WordPress, aber mit den Templates konnte ich gleich was anfangen und so erschien am 30.03.2007 mein erster Artikel auf meinem Blog, der bis vor kurzem noch den Namen „Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet“ trug. Das dieses Thema doch ein interessantes ist und nicht sooo weit verbreitet, sehe ich an den Suchbegriffen die fast täglich zu meinem Blog führen wie z.B. „Restauranteröffnung, was muss ich beachten ?“ oder „Restaurant auf machen“.

Zugriffe
Es wird ja gerne mal über A-Blogger, oder B-Blogger berichtet, darunter kann ich mir noch was vorstellen, das sind halt die Blogs, die mehrere 1000 Leser am Tag haben, ständig in der WordPress-Liste der angesagtesten Blogs auftauchen, aber nie wird gesagt, wie das berechnet wird. Was ist hier ausschlaggebend ? Nur die Anzahl der Zugriffe ? Dann könnte ich auch jeden Tag einen Artikel über aktuelles Zeitgeschehen schreiben (Germanys Next Top Model, Amoklauf oder Politikerunfall) und schon habe ich ein paar hundert Leute mehr, die mal auf meinem Blog waren. Ich hab das sogar mal ausprobiert, als ein Politiker einen Ski-Unfall hatte, der Artikel ist in meinen Jahrescharts ganz weit oben, aber ich will ja gerne Leute für meine Themen interessieren, und daher weiss ich nicht, ob so ein Aktualitätsgeblogge wirklich toll ist. Natürlich freut man sich, wenn X Leute fast immer auf meinen Blog schauen, wenn ich was neues schreibe. Wenn also die Schreiberei nicht ins Leere geht.

Hier die Top 5 Artikel (mit den meisten Aufrufen) des letzten Jahres

Platz 5)
Bilderkram – Eine Seite die ich mal angelegt habe, um Bildermüll abzulegen, den ich zwar schön finde aber kein Platz in einem Artikel fand. Bis vor ein paar Tagen Befand sich jedoch nur ein Bild meines „Hobbyraumes“ in dieser Seite. Aber weil Euch das anscheinend soooo interessiert, stelle ich von nun an dort Bilder hoch, die ich für den Blog gemacht habe, die aber keine eigene Story wert sind.

Platz 4)
Diät vs. Langzeit EKG, vs. Curry 36 – hier macht der Titel neugierig. Und wie kommentierte TheEverlastingClub: „Ich bewege mich zeit meines Lebens auf dem Schmalen Grad zwischen Vernunft und Wahnsinn“

Platz 3)
Roadmovie to Poznan – auch einer meiner eigenen Lieblingsartikel, den hier beschreibe ich den Kulturschock der einem entgegenschlägt, wenn man das erste mal das wunderschöne Polen mit dem Auto bereist.

Platz 2)
Hurra ! Lady (45) saugt wieder – ich hatte es im Artikel bereits angekündigt, das ich glaube, der Artikel würde auf Grund des sehr zweideutigen Titels bestimmt viele Leser anlocken. Das tat er auch, aber nicht so häufig, weil geile Böcke von einer 45-Jährigen Lady bearbeitet werden wollten, sondern weil wirklich unglaublich viele Menschen Probleme mit diesem Waschmaschinenmodell haben !

Platz 1) (TUSCH)
Back to Blog – wirklich dünner Flammkuchenteig
Allen Neubloggern geb ich mal nen tollen Tip: Wenn Ihr schnell ein paar Leser auf Eurer Seite braucht, schreibt IRGENDWAS über Flammkuchen. Und wenn es nur ein Link zu meinem Artikel ist. SO Flammkuchen SIND aber auch lecker. Gerade wieder welche auf einer Frühlingsbeginn-Party gebacken und TOSENDEN APPLAUS erhalten.

Zahlen
82 Artikel (immerhin mehr als einer pro Woche)
172 Kommentare (GEBT ! MIR ! MEHR !)
30 Kategorien
370 Keywords (Tags)

Suchbegriffe
Die 10 häufigsten

1) flammkuchenteig
2) siemens lady
3) typisch polnisch
4) polen
5) diät halten
6) piroggi
7) frische pfifferlinge
8 ) restauranteröffnung
9) schürze
10) polnisches essen

Jeden Falls haben sich durchs Bloggen ganz liebe neue Bekanntschaften ergeben („Hallo“ nach Bad Vilbel und Hanau), ich teile meine Gedanken und Geschichten mit Menschen, die ich auf Grund räumlicher Distanz leider nur selten sehen kann und ich betrachte es als super Ventil für all den Irrsinn, der einen jeden Tag ein bisschen wundern lässt.

Zukunft
Ich hoffe, in diesem Jahr noch mehr von Euch persönlich kennen zu lernen, der Termin für die Fress:Publika steht ja nun fest, aber auch Berlin ist ja immer eine Reise und Anlässe kann man sich auch basteln.

Und jetzt: P A R T Y  !

artifischl bloggt

artifischl bloggt

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Food-Foto Restmüll by artifischl
26 März , 2009, 1:39 pm
Filed under: Uncategorized

Da anscheinend sehr großes Interesse an meiner Seite „Bilderkram“ besteht (in den Top 5 meiner Zugriffsstatistik), hier aber bisher immer nur 1 Bild meines „Hobbyraums“, der Küche abgebildet war, hab ich mal ein paar weitere Fotos hochgejagt. Alles Fotos, die ich zwar mal für den Blog gemacht habe, dessen Inhalt aber für keine eigene Geschichte gereicht hat. Allerdings sollen Euch die Bilder trotzdem nicht vorenthalten werden:

https://ichmachnrestaurant.wordpress.com/bilderkram/



Meine Food Dealer Teil IV: Olivio by artifischl
25 März , 2009, 10:56 pm
Filed under: Essen gehen, Food-Dealer | Schlagwörter: , , , , ,

Immer wieder bin ich auf der Suche nach kleinen Oasen des kulinarischen Glücks und vor 2 Tagen wurde ich nach langer Zeit endlich mal wieder fündig. Da ich keine lust hatte, etwas zu Mittag zu kochen, mein Magen aber lautstark Nahrung einforderte, überlegte ich, wo ich schnell was anständiges zu Essen bekomme.
Ich lief den Kotbusser Damm entlang, dort bekommt man eine gigantische Auswahl an Dönerbuden aber mir war eher nach was preiswert leckerem mit etwas weeniger Fettgehalt. Ich versuche, es mal anders zu definieren: Ein Laden mit Imbisscharakter vom Preisverhältnis, der aber nicht ausschließlich von vorgefertigten Tütensaucen und verkochten vorproduzierten Mikrowellenaufgewärmten Convinience-Food lebt, sondern wo man sehen kann, das da noch jemand seinen Job gerne macht und auch beherrscht.

olivio-1Dann viel es mir ein – Ich war doch schon öfter an einem kleinen Eck-Imbiss mit Pizza und Pasta Angebot an der Ecke Zickenplatz/Schönleinstr. vorbei gelaufen. Das wollte ich ausprobieren.

Gleich nach dem Eintreten wurde ich wirklich freundlich (und nicht wie so oft wo anders desinteresiert) von dem Koch Micha und dem Miteigentümer Grökahn begrüßt.

Man wies mich auf das Tagesgericht hin, pasta mit einer Kardamon-Sahne-Sauce mit Pilzen, Karotten und Sojasprossen zum durchaus moderaten Preis von 3,90 Euro hin. Die Kombination war für mich neu und ich bestellte das Gericht einerseits aus Neugier, andererseits auf Grund einer übersichtlichen Karte, die auf den ersten Blick keine sensationelle Alternative bot (Aber hierzu später mehr).

Was mir sofort positiv auffiel: Die Pasta-Sauce kam nicht fertig aus einem Topf, sondern wurde Frisch zubereitet.

Eigentümer und Koch

Betreiber Grökahn und Koch Micha

Obwohl ich der Kombination geschmacklich eher skeptisch Gegenüberstand, wurde ich mehr als angenehm überrascht.  Was ich da nach ca. 8 min. serviert bekam, war schön angerichtet, eine Sattmachportion und ein echtes Geschmackserlebnis. Ich wusste sofort – hier ist nicht irgendein Pfuscher am Werk (also ein in einer Stunde angelernter  Speisenerwärmer wie so häufig in Etablissments in dieser Preisklasse), sondern jemand der sein Handwerk versteht, es wohl richtig gelernt hat UND es immernoch mit Liebe zu seinem Produkt betreibt.

Die Nächste Überraschung: Meine Nachfrage, wie er das genau gemacht habe, wurde sofort und ausführlich beantwortet und es wurde gleich ein wenig über das Aroma von Pilzen gefachsimpelt.

Mir gefiel das so gut, das ich heute wieder hin gegangen bin. Wieder wurde ich freundlich empfangen und wieder bestellte ich die Tagespasta, Farfalle mit einer Tomatensauce mit Spinat und Oliven.

olivio-3

Und auch dieses mal klang es nicht spektakulär, aber das macht halt einen guten Koch aus. Das Gericht hatte eine ganz leichte Schärfe, die aber nicht den Geschmach der Tomaten oder des Spinats überschattete. Man merkt einfach den Unterschied, wenn jemand gekonnt mit Gewürzen und Kräutern umgehen kann.

Da der Mittagsansturm schon vorbei war und wir kurze Zeit allein in dem Laden waren, hatte ich die Möglichkeit, mich ein wenig mit den beiden Charmanten Herren zu Unterhalten. Micha erzählte mir, das die Karte absichtlich keine 1000 Gerichte enthält (wie bei jedem anderen Imbiss), denn das kann man in Frischequalität überhaupt nicht bewerkstelligen. Man versucht, jeden Tag ein neues Tagesgericht anzubieten, das aber auch wirklich der Kreativität des Kochs entspringt und somit bisher sehr gut läuft.

Hier interessiert sich der Wirt noch für den Gast. Ich werde nicht nur floskelhaft gefragt, „wie es scmeckt“, ich bekomme das Gefühl, das der Koch sich wirklich für mein Urteil interessiert. Und dabei bleibt es nicht – auch interessiert die beiden, welche Musik ich in so einem Etablissment hören möchte und was ich persönlich am Liebsten koche.

Natürlich kann man für so einen Preis nicht erwarten, das die Pasta hausgemacht ist, oder das Fleisch vom freilaufenden Perlhuhn kommt. Aber das will ich auch garnicht.  Ich brauche eine gut schmeckende Alternative zu Döner, Grillhändl oder Burger. Und das bekomme ich hier. Das Essenskonzept haben die Jungs vor 3 Monaten vom Vorbesitzer übernommen und entwickeln es weiter, tauschen es Stück für Stück aus. Mein Tip: wenn die Karte mit Pizza und Pasta etwas langweilig erscheint, dann einfach das Tagesgericht bestellen ODER Micha nach was anderem fragen. Ich glaube er würde so eine Herausforderung gerne annehmen.

Alles in Allem bleibt der positive Eindruck, das hier Leute am Werk sind, die ein wenig Risikobereitschaft inne haben und gleichzeitig ohne schnickschnack oder Designspielereien aus dem Imbiss-Einheitsbrei herausstechen wollen. Am Ende des Tages schafft man dies mit freundlichem Service und natürlich mit gutem Essen – und das bekommt man beides im Olivio.

olivio4OLIVIO
Schönleinstr. 29
10967 Berlin

030/61101695



Automatisch / Schokopasta by artifischl
21 März , 2009, 1:53 pm
Filed under: Dinnerparty, Zu Hause gekocht | Schlagwörter: , , , ,

Gemeinsames Kochevent bei Freunden:

Anwesend: 3 Polinnen, ein Deutscher, ein Weisrusse, ein Däne (ich).

Für den Nachtisch produzieren wir mit der neuen Pastamaschine „Schoko-Pasta“:

schokopasta-2

Wärend wir da zu dritt an der Maschine den Teig durch die Walzen schoben, meinte der Weissrusse: „In dieser Küche funktioniert alles 100% automatisch – eine Maschine, Zwei Frauen und ein Däne !“

Hat er da gerade gewollt oder ungewollt Dänen und Frauen mit Küchenmaschinen gleichgesetzt ? Seltsam, denn bis zu dem Zeitpunkt war mir der junge Mann sehr sympatisch. Das Ergebnis war auf jeden Fall sehr ansprechend und mal „was anderes“ zum Dessert:

schokopasta

Für den Pastateig:
250 Gramm Pastamehl Grano Duro, 100 Gramm Cacaopulver, 25 Gramm Zucker und 4 große Bioeier mit Knethaken zu einem krümeligen Teig vermischen, eventuell 2 EL Rapsöl, dazu geben, wenn der Teig zu trocken ist. Dann die Krümel auf einer Arbeitsfläche zusammendrücken und den Teig so lange kneten, bis er sich ganz glatt anfühlt. Eine Kugel formen, in Plastikfolie wickeln und mindestens Eine Stunde in den Kühlschrank. Dann den Teig in 3 Teile teilen und mit einer Pastamaschine (gibt es schon ab 12 Euro im Internets größen Bücherhaus) ausrollen und schneiden. 2-3 Minuten kochen.

Für die Vanillesauce:

100 Gramm Puderzucker, 80 Gramm Butter, 2 Eigelb, 2 Eiweiss, 1 Vanilleschote, 4-6 cl Cognac, 125 ml Sahne

Butter schmelzen, Vanilleschote auskratzen und in die Butter mit dem Puderzucker rühren. Vom Herd nehmen und ein wenig abkühlen lassen.  Sahne steiff schlagen und Butter, Eigelb und Cognac unter die Sahne heben. Eiweiss steif schlagen und unterheben.

Für die Beerensauce:
200 Gramm TK-Himbeeren, 0,15 l Rotwein, 2-3 EL Zucker zur Sauce pürrieren. Wer es noch schoner haben will, passiert die Sauce durch ein Sieb, damit die Himbeerkerne verschwinden.

Zum Anrichten erst einen Spiegel mit der Vanillesauce legen, dann die Pasta drauf setzen und zum Schluss die Beerensauce drüberträufeln. Eventuell mit Minzblatt garnieren.



Buchtip: Blumenthal und Bourdain und wie Hamburger auch aussehen können by artifischl

Anstoss zu diesem Artikel war eingetlich meine Letzte Hamburger Kochaktion, sowohl meine Süße, als auch mein Partner und Programmierer Janchris sind voll von den Burgern überzeugt. Die sehen bei mir normaler Weise so aus:

burger

Wenn man frische Zutaten nimmt und dann noch schaut, welche Senf-Majo-Ketchup-Kombi am besten schmeckt, ist das wirklich ganz einfach, man kann auch ne Hamburger-Bausatzparty veranstalten, bissi Gürkchen schneiden, sowas halt.
Das Thema Hamburger und das Thema Fritten können aber auch viel extremer, wissenschaftlicher und perfektionistischer angegangen werden, als ich mir jemals Gedanken drüber gemacht habe. Und (nicht nur) dafür möchte ich diese beiden Bücher empfehlen:

books
Letztes Jahr erhielt ich zum Geburtstag von Esther das Buch „Further Adventures in Search of Perfection – Reiventing Kitchen Classics“ von Heston Blumenthal. Foodverückten unter Euch wird der Name einen Begriff sein, der gerade mal 42 Jahre alte Heston ist Chef des 3 Sterne Restaurants „The Fat Duck“ in England. Er hat sich zwar vorerst gegen eine Karriere als Koch entschieden und arbeitete als Vertreter für Kopiergeräte und Büromaterial, übernahm aber dann 1995 ein 450 Jahre altes Pub und taufte es in „The Fat Duck um“. Seit dem ist Sein Erfolg unaufhaltbar. Mittlerweile 3 Sterne und 2005 wurde sein Restaurant von 600 Gastrospezialisten zum „besten Restaurant der Welt“ gekürt.
Im vorligenden Buch „Reinventing Kitchen Classics“ versammeln sich auf 317 Seiten gerade mal 8 (!) Gerichte. Der Mann will es wirklich ganz genau wissen. Beschrieben werden  die Herstellung von:
Fish Pie, Chicken Tikka Masala, Risotto, Peking Duck, Chilli Con Carne, Baked Alaska, Trifle und eben Hamburger !

Zum Hamburger gibt es zuerst eine geschichtliche Einführung, dann eine Erzählung über die Suche nach dem besten Burger, und einer Inhaltsliste mit Warenkunde.
Spätestens hier ist man bereits hungrig und am sabbern, aber Heston macht alles selbst, das kann man nicht mal eben nachkochen, selbst wenn man die Zutaten zu Hause hätte. Im Timing wird angegeben: “ Preparation takes 2 hours, plus 24 hours for the pre-ferment and 6 hours for the meat to salt. Cooking takes 1 hour. Denn natürlich machen wir die Haburgerbrötchen auch selbst.
Das eigentliche Rezept ist dann 3 Seiten lang (ohne Zutatenliste) und beinhaltet die Vorbereitung und die Herstellung des Teigs, die Herstellung der Burger, die Herstellung der Käsescheiben (!), des Tomatenkonzentrats und das Zusammensetzen des Burgers.

Ein sensationelles Buch, danke liebe Esther, aber ich werde es wohl nie schaffen, ein Gericht hieraus real bis zur letzten Instanz nachzukochen.

Ein weiteres Buch, das ich sehr schätze, ist leider nur in begrenzter Auflage in Deutschland erschienen, Anthony Bourdains „So koche ich im Les Halles New York“. Das ganze Werk erinnert mehr an ein Kochbuch, auch die Rezepte sind nachvollziehbar und in akzeptabler Zeit nachzukochen. Allerdings ist der Umgangston mit dem Leser direkt und ruppig, wie es in einer Profiküche halt zugeht. Da wird man als Leser im Eifer des Gefechts schon mal als „nutzloser Wichser“ beschimpft, oder man bekommt die Empfehlung, sich an seiner Schürze aufzuhängen, wenn „Du Penner kein gottverdammtes Huhn zubereiten kannst“.

Bourdain schrieb früher zum Zeitvertreib Krimis, deren Plot gerne mal in einer Mafiaküche angesiedelt ist, daher drängt sich der Verdacht auf, daß dieser Umgangston hochgradig autobiographisch ist (Seine Biographien bestätigen das). Nach seiner Krimi-Phase wurde Bourdain mit seinen Memoiren und Reisekochberichten weltberühmt, dabei sollte man aber icht vergessen, das er so ganz nebenbei ein sensationeller Koch (und laut einer Freundin auch extrem attraktiv) ist, der das ehrliche Essen liebt. Seine Gerichte sind keine Schnicki-Schnacki-Espuma-an-Igendwas-Gerichte, sondern einfach Küchenklassiker so zubereitet, das man sich reinlegen möchte.

Pommes…
Wenn ich wirklich sensationelle Pommes machen will, dann benutze ich das Rezept von Bourdain, das sich übrigens mit der Abhandlung zu dem Thema in Jeffrey Steingartens „Der Mann der alles isst“ deckt. Im Groben bedeutet das:

– Ohne Gasherd oder Friteuse könnt ihrs vergessen (wegen der Themperaturregelung des Öls).
– Kauft Euch im Elektroladen für 10 Euro ein Infrarotthermometer.
– benutzt ERDNUSSÖL !!!!
– Die geschnittenen Kartoffeln müssen in Eiswasser mindestens 30 Minuten (besser über Nacht) gewaschen werden
– die Fritten 6-8 Minten bei 140 Grad Ölthemperatur blanchieren.
– Aus dem Öl nehmen und gleichmäßig auf einem Blech verteilen und 15 Minuten ruhen lassen.
– Dann das Öl so exakt wie möglich auf 190 Grad erhitzen und die Pommes in kleinen Portionen ca. 3 Minuten fertig frittieren.

Eine lange Arbeit, aber fast Meditativ und ds Ergebnis immer wieder umwerfend. Dabei sind das nur Kartoffeln.

Das Buch von Bourdain hat damals 40 Euro gekostet, ist aber derzeit nirgends erhältlich. Wenn ihr es im Antiquariat, bei eBay oder sonstwo entdeckt und es für 60-80 Euro ergattern könnt, SOFORT zuschlagen. Es ist wirklich sein Geld wert. Oder die englischsprachige Ausgabe kaufen, bei Bloomsbury erschienen „Anthony Bourdains Les Halles Cookbook“.



Wenn sich 4 Köche zeigen, was sie drauf haben, Teil 2 by artifischl

Gestern Nachmittag habe ich ja gebloggt, das ein paar Kochverrückte vorbei kommen und wir uns gegenseitig was vorkochen. Hier nun die kulinarischen Geschehnisse des Abends.

Da Jan mir bereits am Freitag bei Besuch seines Marktstands eine Enten Mousse mit den Worten „Das essen wir vorneweg auf Toast“ mitgab, dachte ich mir, ich könnte ja auch mal wieder ein Brot backen.
Da mir Jan für vorne Weg eine sensationelle Enten-Mousse mitgegeben hatte, hab ich am Nachmittag einen großen Laib Rosmarien-Speck-Zwiebel-Brot gebacken, sozusagen als Unterlage für die Mousse

Es ist eins mit Speck, Rosmarien und Zwiebeln geworden. Und schön aufgegangen !

pastete

Die Pastete in Kombi mit dem Brot war auf jeden Fall der richtige (Magen-) Opener.

Für die Vorspeise gab Phillip vollen Einsatz (ich nenn ihn jetzt liebevoll „den Glöckner von der Sanderstrasse“)…

phillip1

mangosalat

…und zauberte einen Mango-Paprika-Salat mit Garnelen und anständig Chilli.

phillipjan

Natürlich wurde fröhlich gefachsimpelt und gelacht…

janamherd

…wärend Jan am Herd sein geschmortes Perlhuhn zubereitete. Gebt diesem Mann ne Kochshow, er hat echt Entertainerqualitäten !

perlhuhn-fenchel-narvettes

Und sein Perlhuhn mit Fenchelgemüse und Narvettenpürree war einfach zum niederknieen lecker. Geschmacklich auf jedenFall mein Favourit des Abends. Früher dachte ich ja immer, TheEverlastingClub macht das beste Perlhuhn der Welt, aber dies hier war wirklich noch einen Tick besser (Sorry, aber isso).

pasta-produktion

Für mein Gericht spannte ich mal wieder alle Anwesenden in die Pastaproduktion ein. Den Teig hatte ich schon am Nachmittag vorbereitet.

pasta-rinderfilet

Heraus kam ein Medallion vom Rind auf Kreuterpasta an Schwarzbier-Honig-Sauce.  Leider muss ich zugeben, das es auf dem Foto einen ganzen Tick besser aussieht als es wirklich war. Es ist erstens fraglich ob das wirklich Filet vom Rind war, dazu war das Fleisch zu faserig. Und für die Wucherpreise beim Bio-Fleischer (Kilopreis 59,- Euro) hätte ich echt was besseres erwartet.
Ich hatte auch schon ne gute Menge Wein drin, und wenn mir Phillip nicht beim montieren der Sauce geholfen hätte, wäre ich warscheinlich noch enttäuschter gewesen. Und der Saint Emilion, den ich in der Metro gekauft hatte, war auch nix und konnte nach einem vorzüglichen Cremant und einem anständigen Weißwein kaum ertragen werden – Phillip und mich hat das so frustriert, das wir nach Beendigung der Fresserei noch ins Wirtshaus Eckbert gingen, um uns nen ehrlichen Primitivo (ok, es waren 3) zu geben.

Aber soweit war es noch nicht, denn Susi als einzige Frau in unserer Runde war ja mit dem Dessert dran. Nach einem zufällig eingefangenem Posing (Susi, war das jetzt für Lemon, oder für uns Männer ?)…

susi-posing

susi-backt

…zog Susi ihre Brownie-Muffins aus dem Ofen…

brownie-vanillekrokant

…und kredenzte uns diese mit Vanille-Eis und Walnusskrokant.

Auch wenn wir bereits kaum noch Platz hatten, konnten wir uns diesen Abschluss nicht entgehen lassen, dazu ein Espresso aus 80-er Jahre Tassen von geschmackverirrten Designern.

Fazit: sollte man viel öfter machen. Wenn jeder nur einen Gang zubereitet, hat man ein opulentes Mahl, ohne Stress in der Küche. Man kann wunderbar plaudern, was übers Essen und neue Geschackserlebnisse kennen lernen. Und wenn man nicht wie ich so dämlich ist und beim Biometzger vergisst auf den Preis zu schauen, dann ist das ganze auch eine recht kostengünstige Veranstaltung (jeder bringt seine zutaten selber mit), die zu alledem viele Restaurants in Qualität und Gemütlichkeit um Längen schlägt.

Danke Susi, Jan und Phillip für diesen phantastischen Abend !



Wenn sich 4 Köche zeigen, was sie drauf haben by artifischl
9 März , 2009, 6:19 pm
Filed under: Food-Dealer, Kochfreundin Susi, Zu Hause gekocht | Schlagwörter: ,

Heute Abend werden sich bei mir noch 3 weitere Personen einfinden, und jeder wird für die anderen 3 einen Gang kochen. Was die anderen vorbereitet haben wissen wir nicht. Ich habe lediglich koordiniert, wer Vor- und wer Nachspeise macht und wer die beiden Zwischengerichte kocht.

Mit von der Partie:
– Wurstjan, mein Salamigott (hab hier mal nen Artikel über ihn geschrieben)
– Susi, meine berliner Koch- und auch sonst gute Freundin
– Phillip, Profibarmann, sensationeller Hobbykoch und Gastronaut und mein Top-Helfer bei Dinnerparties
– Na und icke

Der Ort des Geschehens vor der großen Sause:
vor-dem-gelage

Ich werd dann berichten wie es war (wenn ich nicht wieder vergesse, vor lauter Genuss ein paar Fotos zu schiessen).

Uups, jetzt aber schnell, das Speck-Zwiebel-Rosmarienbrot muss aus dem Ofen…