Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Meine 2 neuen Kochbücher versus dringende Diät by artifischl

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Letzte Woche bin ich 40 geworden und habe mehr oder weniger von Gründonnerstag bis letzen Sonntag (also 9 Tage) ein wenig krachen lassen. VIEL Essen, VIEL Alkohol, wenig Schlaf und mein Körper rächt sich. Meinen Kumpel Jan, den ich seit Jahren aus Spass „den Dicken“ nenne, hab ich locker überholt und auch wenn 83 bis 85  Kilo (schwankend) bei 1,80 Meter Körpergröße nicht wirklich fett ist, fühle ich mich unwohl in meiner Haut, sprich mit meinem Bauch, da jedes Kilo übergewicht von der Grenze die ich für vertretbar halte fast ausschließlich am Bauch landet.

Aber ich habe erste Maßnahmen ergriffen. Seit 3 Tagen verzichte ich auf Zucker und gesüßte Getränke, frühstücke vollkörnig, entsage dem Alkohol völlig und nach 20.00 Uhr auch der festen Nahrungsaufnahme. Meine Salatsauce mache ich mit Brühe statt Öl, und meine „Limo“ stelle ich mit Saft einer Zitrone her.

Jetzt muss ich nur noch nen Sport finden, der mir anständig Spass macht und bei dem ein Trainer dabei ist, der einen Zusatzschein hat der ihn befähigt, bei Herzpatienten erste Hilfe zu leisten. In der Herzsportgruppe damals waren ausser mir fast nur Rentner, da hatte ich einfach zu schnell die Lust verloren (Rassistische Neuköllner Sprüche beim Sporttreiben sind so ermattend).

Da ich aber nun mal richtig durchhalten möchte, kann ich die beiden neu geschenkt bekommenen Kochbücher nur nach Durchsicht bewerten, jedoch (noch) nicht nach Tauglichkeit der Rezepte.

1) Culinaria Germany
Die Culinaria-Reihe sollte mittlerweile den meisten Kochbuchsammlern hinlänglich bekannt sein. Ein sehr schönes Konzept, die Bücher sind nicht nach Gängen oder Zutaten aufgeteilt, sondern nach Regionen oder Bundesländern. Die enthalten nur in 2. Linie Rezepte (obwohl auch hier darauf geachtet wird, das die Zubereitung der regionalen Spezialitäten in möglicht orginaler Form dargestellt wird), vor allem aber wird über Land, Leute, Kulinarische Betriebe (Hersteller und Gastronomen) berichtet und mit sehr schönen Fotos kommentiert. Für besonders gelungen halte ich die Ausgabe Culinaria Italia, die ich schon seit längerer Zeit mein Eigen nennen darf.
Bei Durchsicht der Germany-Ausgabe wird mir wieder die Vielfältigkeit der Deutschen Küche bewusst. Unser Essen ist vielleicht nicht gaaaaanz so schön anzusehen, da es eher braun ist als Bunt, aber das tut dem Speichelfluss in meinem Mund beim Betrachten von geräuchertem Fisch, geschmortem Ochenschwanz oder einer zünftigen Schlachteplatte keinen Abbruch. Wärend ich das schreibe, muss ich das Buch zurück in die Küche packen, sonst werde ich schwach.

2) Tom Kimes Aromaküche Sweet & Spicy

Dieses Buch fand seinen Weg über Umwege nach Berlin: Ein polnischer Freund kaufte es in weiser Voraussicht vor einigen Monaten bei einem Besuch in Wien in Babettes Kochbuchladen, wohlweisslich, das er in Poznan wohl kaum ein deutsches Kochbuch ergattern würde (von dem Buchladen wurde mir auch schon von anderer Seite berichtet, persönlich habe ich es leider bisher nicht geschafft, dort mal vorbei zu schauen). Das Vorliegende Buch wurde 1996 als bestes britisches Kochbuchdebüt ausgezeichnet und auch wenn mir der junge Koch vorher kein Begriff gewesen ist, lohnte es sich, mein Wissen ein wenig zu steigern. Tom Kime hat beim Thai-Spezialisten David Thompson in Sidney gelernt. Und das Buch behandelt das Thema „ausgewogene Geschmacksbildung“, es zieht sich wie ein Roter faden durch das optisch sehr ansprechende Werk. Toms feine Zunge überzeugte unter Anderem Jamie Olvier und so ließ e den Thailändischen Teil seines Hochzeitsmenüs vom Tom Kochen. Auf seiner eigenen Hochzeit ließ es sich der verrückte Kerl nicht nehmen, 120 Gäste persönlich zu bekochen (was Seine Angetraute dazu gesagt hat, ist nicht überliefert).
Ich freue mich schon auf’s Nachkochen von seinen, auf den ersten Blick recht einfachen Rezepten, wie z.B. Miang khom (Garnelensalat mit Ingwer, Limette und Chilichote), gebratenem Fasan im Schinkenmantel oder Refilet mit Roter Bete.  Das sieht alles nicht unglaublich Spektakulär sondern höchtens sehr lecker aus, aber man weiss schon vor dem Kochen , das die vermutlich einfachen Gerichte manchmal viel schwerer herzustellen sind, als die angeblich aufwändigen mit unzähligen Zutaten. Hier kommt es auf die perfekte Abstimmung und die Qualität der Zutaten an und diese Buch vermittelt Techniken hierfür in sympatischer Weise. Ein ganz kleines bisschen fehlt mir eine erkennbare Struktur oder Ordnung, die Reihenfolge der Rezepte ist mir völlig unklar, aber vielleicht ergibt sich das beim Nachkochen.


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