Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Was kosten 8 Bund Spargel ? by artifischl
26 Mai , 2009, 10:26 pm
Filed under: Food-Dealer, Märkte | Schlagwörter: ,

Wie gut könnt Ihr schätzen ? Was kosten in Berlin auf dem Türkenmarkt 8 Bund grüner Spargel ? Bitte mal mit-Pollen und dann nach unten Scrollen.

spargel-8-bund

Richtige Antwort:

.

.

.

.

1 Euro !

Heute auf dem Türkenmarkt. Kurz vor Marktschluss hauen die jungs alles Raus, Hauptsache es kommt weg. Es gab eine ganze Kiste Cherrytomaten (ca. 4-5 Kilo) für einen Euro, eine Ganze Wassermelone für einen Euro und ein Stand hatte Spargel und der Typ brüllte die ganze Zeit was von 2 Bund für nen Euro. Als ich heran trat, fragte er mich, wie viel ich brauche. Ich antwortete „2“. Er nahm eine große Tüte, kassierte den Euro und packte mir 8 Bunde ein 😀



Polnische Fotosafari Teil IV – Warschau kulinarisch by artifischl

Vor kurzem begleitete ich meine Liebste mal wieder nach Warschau, eine Stadt, der ich bisher nicht so wahnsinnig viel abgewinnen konnte – ich fand es immer zu laut, zu hässlich, zu voll und zu uninteressant. Diesmal hatte ich jedoch vorher einen Alternativreiseführer Warschau geschenkt bekommen und somit einen sehr aufregenden, spannenden und schönen Tag erlebt. Ich teile diese Fotosafari in 2 Teile, demnächst kommt dann noch „Warschau Touristisch“, aber nun erstmal die Food-Blogger afine Safari „Warschau Kulinarisch“.

Zu aller erst fuhren wir mit der U-Bahn (es gibt in Warschau exakt 1.0 U-Bahnlinien) zum Kulturpalast im Zentrum von Warschau

kulturpalast

Zum Fuße dieses Gebäudes gibt es ein paar kleine Buden, die neben Getränken auch ein paar heisse Snacks verkaufen.

zapiekanka1

Unter anderem gibt es dort das einzige autentisch polnische Fastfood, nämlich Zapikanka !

zapiekanka2

Ein Baguette-artiges weiches Brot mit Pilzen und Käse überbacken, obendrauf kommt Ketchup. Die Zapikankas in Posen sind nicht zu empfehlen, dieses jedoch war ein SEHR leckerer schneller Snack !

Ein paar Meter weiter verkaufte eine Frau aus einem Lieferwagen heraus diverse polnische Gerichte.

aus-auto-verkauf

Das scheint in polen völlig normal zu sein. Der Polizist am ende der schlange steht nicht da, um den Laden zu schließen, sondern um sich was leckeres günstig zu essen zu kaufen. Das ist mir in Warschau oft aufgefallen. Leute parken ihre Autos am Bordsteinrand, offnen den Kofferaum und verkaufen irgendwas, häufig selbstangebaute Lebensmittel, aber auch Unterwäsche, Porzellankitsch und Krempel. Und man braucht keine Genehmigung dafür, oder es interessiert einfach keinen. Das gefällt mir.

Im Kulturpalast gab es eine art „Mitmachausstellung“ wo man sich köpfen lassen konnte und einen Ehrenplatz in der Obstschale bekam:

obst

In meinem Reisefüherer hatte ich von der Hala Mirowska gelesen, eine über 100 Jahre alte Markthalle, da wollte ich hin !

hala1

Davor befanden sich einige Blumenstände in direkter nachbarschaft mit alten huzeligen Omas, die gehäkelte Deckchen oder geschirr zur Aufbesserung der Rente vertickten.

hala2-flowers

In der ersten Halle dann erstmal große Enttäuschung – der eigentlich schöne Bau ist zu einer art Billigsupermarkt verkommen, der ziemlich Kundenleer gewesen ist.

hala4-übersicht

Aber aussenrum gab es ein paar Einzelstände, z.B. mit Spirituosen, man hat definitiv eine interessantere Wodka-Auswahl als in Berlin…

hala3-wodka

…sowie ein Stand mit einem sehr skurilen „Kunst“-Schaukasten.

kunst

Man beachte den coolen Frosch. Aber das kann ja nicht alles gewesen sein. War es zum Glück auch nicht. Denn hinter dieser schönen Backsteinbauhalle gab es noch eine 2te Halle ein 70er-Jahre Kommunismus-Neubau mit anschließender Freifläche, und der hatte ganau das zu bieten was ich erwartet hatte.

hala5-backstein

Viele kleine Stände mit polnischen Spezialitäten wie Piroggi oder gefüllten Pfannkuchen.

hala6-piroggi

Natürlich gab es viele Obst- und Gemüsestände, im Vergleich zu Berlin allerdings häufig mit regionalen und/oder saisonalen Produkten.

hala7-nuts

Aber auch hier sind die Radieschen um diese Jahreszeit noch nicht wirklich scharf. Allerdings kostet hier der Bund 1,50 Zloty, das sind ca. 34 Cent !

hala10-radis

Auch in Polen isst man gerne Spargel.

hala9-spargel

Und man bekommt fast überall lecker geräucherten Fisch…

hala8-fisch

…oder man sucht sich ’nen lebenden aus.

fisch2

Ausserdem gibt es in groben Brotstücken pannierte Schnitzel und eine Unmenge an pannier-frittiertem Zeugs, das ich leider nicht alles probieren konnte, da wir noch weitere Kulinaria zu entdecken hatten.

hala6a-brotschnitzel

Aber wir gönnten uns ein halbes Kilo Erdbeeren, die wohl leckersten nach Erdbeere schmeckenden polnischen Erdbeeren, die ich seit Jahren gegessen habe.Das ging so schnell, das ich vergaß, ein Foto zu machen.

Statt dessen machte ich dann ein Foto von dem „Essen“ oder wie man das nennen soll, das es in einer vegetarischen (sic!) Kantine gab, die meine Liebste früher ab und zu besuchte, als sie in Warschau studierte. Wohl eher aus nostalgischen Gründen gingen wir da rein. Ich kann schon spüren, wie es den Fressack schüttelt und das zu recht. Das Zeug schmeckte nicht nur fade sondern es wurde warscheinlich auch schon seit Stunden warm gehalten, war aber nur lauwarm. Der Saft allerdings auch !

waw-vegetarisch

Um den Scheissgeschmack aus dem Mund zu bekommen, gingen wir in eine alte Cafe-Bar mit dem Namen „Bajka“ was übersetzt „Märchen“ heisst. Ich weiss nicht, ob das polnicher Humor ist, denn der Laden hatte nicht wirklich was märchenhaftes sondern eher sowas wie – hmmm – kommunistischer charme ? In dem Laden waren die Wände mit so was ähnlichem wie Grünen Kacheln an den Wänden ausgekleidet, man fühlte sich wie in einer Bedürfnisanstalt, überall saßen heftig rauchend schweigende Männer aber der Kaffee mit Schlagsahne war sensationell und billig.

altes-cafe2

Lediglich die Preise sind hier in den letzten 30 Jahren ein wenig angestiegen. Vor 8 Jahren gab es zum Beispiel einen Kaffee noch für 2 Zloty. Besonder interessant ist, das Piwo (das polnische Wort für Bier) nicht unter „Alkohol“ steht, sondern unter „Erfrischungsgetränke“ (Napoje Zimne) !!! Aber für die Insassen des Ladens zählt Bier anscheinend nicht richtig zu Alkohol.

altes-cafe1

Nach dieser etwas merkwürdigen Erfahrung machten wir uns auf den Weg durch wunderschöne alte Parkanlagen zu einer echten kulinarischen höchstleistung Warschaus, dem „Rozbrat 20“. Der Laden ist eines meiner schönsten Restaurant-Erlebnisse in diesem Jahr gewesen.

rozbrat5

Ein uglaublich schones Restaurant, auf den ersten Eindruck ganz Simpel in vornehmlich Schwarz-Weiss gehalten, mit einem hellen Holzfussboden und vielen kleinen und großen liebenswerten Details.

rozbrat4

Schöne Blumenarrangements, tolle Fotos, eine Angenehme Beleuchtung, Fenster bis zum Boden überall stehen Holzweinkisten in denen der angebotene Wein präsentiert wird. Leichte Jazzmusik und eine kleine aber feine Karte runden zu einem – für mich – perfektem Gesammtbild ab.

Geschaffen hat das alles Monika, die rechte Lady auf dem nächsten Foto. Sie hat zusammen mit meiner Liebsten Schauspiel studiert, danach noch ein Regie-Studium drangehängt und vor einem halben Jahr diesen Laden eröffnet. Und weil das wohl noch nicht reicht ist sie auch noch Mutter geworden. Aber trotz ihrer vielen Aktivitäten saß sie völlig relaxed mit uns am Tisch und wirkte sehr ausgeglichen.

Rozbrat1

Der Italienische Kellner, der kaum polnisch oder englisch sprach, überspielte diese Unzulänglichkeit durch Charme versprühen und alle weiblichen Gäste lagen ihm zu Füssen ! Ach ja, was kleines habe ich dann auch noch gegessen, Zanderfilet auf einer Creme Brulée aus Ziegenkäse und Spargel. Das war ein Gaumenschmaus, der seinesgleichen sucht.

rozbrat2

Die Karte selbst war klein, handgeschrieben und beinhaltete gerade mal 16 Gerichte. Genau so wie ich das machen würde ! Es versteht sich von selbst, das fast alles was ich auf den anderen Tischen erspähte sensationell lecker ausgesehen hat.
rozbrat6

Obwohl wir von dem Tag, der vielen Lauferei, und den zahlreichen Eindrücken etwas erledigt waren, konnten wir nun nicht nach Hause gehen. Wir entschieden uns für einen Absacker an einer Bar, die auch gut hätte in Kreuzberg sein können:

bar

Alles in allem ein sensationeller Tag, Wiederholung durchaus angedacht und Nachahmung schwerstens empfohlen !



Geburtstags-Schnitzel by artifischl
21 Mai , 2009, 8:27 pm
Filed under: Zu Hause gekocht

schnitzel

Meine liebste ist ja eigentlich alles gerne was ich für Sie zubereite, vor allem weil sie sich sicher sein kann, das sich nicht wie bei ca. jedem 3. Restaurantbesuch Zwiebeln oder Knoblauch ins Essen schmuggelt. Denn sie hat eine Allergie gegen alle Zwiebelgewächse – also auch kein Lauch, Frühlingszwiebeln als Salatverzierung oder Zwiebel im Suppenfond. Mittlerweile schaffe ich es, leckere Ragous, die einem Goulasch geschmacklich nahe kommen herzustellen, ohne irgendetwas zwiebliges zu verwenden.

Am meisten freut sich meine Süße jedoch, wenn ich ein simples Schnitzel mit Bratkartoffeln zubereite und das gabs dann auch vorgestern an ihrem Geburtstag.

Ich bin da jetzt nicht so dogmatisch, das für das Schnitzel NUR Kalbsfleisch verwendet werden darf (ist hier in Polen auch nicht soooo leicht zu bekommen) aber ich bin wieder dazu übergegangen, mein Panniermehl selbst herzustellen. TIP: Das sollte im allgemeinen aus altem weissen Baguette-Brot bestehen, ich mische da aber trotzdem gerne mal ein Vollkornbrötchen und für den besonderen Geschmack einen getrockneten Croissant mit rein. Kostet nix, hält ewig und schmeckt um Längen besser als die Sägespäne die man fertig als Panniermehl kaufen kann.



„Hadgudgesmeeek?“ – Neulich, 12:48 Uhr, beim Thai , Folge 2. by artifischl
13 Mai , 2009, 11:13 am
Filed under: Essen gehen, Kochfreund Alex | Schlagwörter: , , , , , ,

von TheEverlastingClub

Im Jahre 1993 erkundeten meine damalige Lebensgefährtin und ich den Norden Thailands, fernab der ausgetrampelten Pfade des Pauschaltourismus. Es ist Januar, kurz nach Neujahr, und wir lassen uns eine kurvenreiche Straße entlang, nördlich von Chiangmai in das Gebirge fahren, nicht allzuweit der Grenzen zu Laos und Burma. Den staubigen Pfad säumen zahlreiche kleine Schreine, als Mahnung und Erinnerung für die hier zu Tode gekommenen Auto- und Mopedfahrer. Die Schreine folgen reichlich dicht aufeinander. Den Fahrer, der den Anblick offensichtlich gewohnt ist, ermutigt dies jedoch nicht, den Fuß vom tief durchgetretenen Gaspedal zu nehmen.

Diese abentuerliche Reise brachte uns zu einem entlegenen Bauernhof in den Bergen, nahe einem kleinen Dorf, in dem nur ein einziger Bewohner über ein Telefon verfügte, dessen  Benutzung mir von seinen Besitzern seinerzeit auch nur einmalig und unter strengem Blick gestatttet wurde! Sagen wir es ruhig : Wir waren am Arsch der Welt!

In diesem unaufgeregten Winkel unseres Planeten kam ich in den Genuss einer wirklich einmalig seltenen Speise. Aufgrund eines festlichen Anlasses wurde auf dem kleinen Bauernhof in dem wir verweilten, ein Schwein geschlachtet. Das noch warme Blut des frisch getöteten Tieres wurde in einem Bottich mit reichlich Kräutern und Gewürzen vermengt und dann, noch frisch und WARM,  als DIP (!) mit Klebreis serviert. Wir sassen alle draussen auf einem staubigen, kahlen Platz, und tunkten abwechselnd unsere zu kleinen Bällchen geformten Portionen klebrigen Reis in die tiefrote Tunke. Es wurde reichlich Aufhebens um die ganze Sache gemacht da die Menschen offensichtlich sehr arm waren und nur selten in den Genuss dieses Essens kamen. Ich erinnere mich noch, daß es mir schmeckte und sehr viel billiger Mekong-Whiskey dazu serviert wurde, dem ich reichlich zusprach. Sicherlich war auch nur der Mekong schuld daran, daß ich mich die ganze Nacht lang übergeben musste.

Und dann steht man irgendwann wieder in Frankfurt auf dem Markt an der Konstabler und gibt die Geschichte ein paar Guden aus Oberhessen zum besten, die gerade beherzt in ihre Roggenschnitte, belegt mit Odenwälder Blutwurst, Senf und Gürkchen beissen, und schon fallen sie über Dich her, als gehörtest Du in die Geschlossene eingewiesen, nur weil das Schweineblut das Du in Thailand genossen hast nicht wie jenes auf ihrem Backwerk bereits aus dem flüssigen in den gestockten Zustand übergegangen ist. Verrückte Welt.

Lange Zeit nach meinem Erlebnis in Thailand lernte ich dann, daß in Deutschland über Hunderte von Jahren Gerichte wie z.B. „Hasenpfeffer“ auf Basis frischen Blutes zubereitet wurden und noch heute in bestimmten Regionen, wie z.B. dem Fränkischen, nach wie vor serviert werden. In Zeiten von BoFrost und McDonalds dürften diese Gerichte wohl in wenigen Jahrzehnten in Vergessenheit geraten sein.

Frisch gezapftes Schweineblut suchen wir bei den Thais in Frankfurt vergeblich, und auch Späße wie zu Ader gelassene Schlangen wie im Buch/Film „The Beach“ werden nicht geboten. Den Klebreis aber gibt es. Meistens wird er ganz traditionell in einem kleinen Körbchen zu den bereits erwähnten Ost-Thailändischen Salaten (Laab) serviert. Man greift mit den Fingern in das Körbchen, formt eine kleine Kugel, stipst damit dann einen Happen Laab auf und führt das Ganze zum Munde. Essen mit den Fingern macht Spaß!

Und natürlich hat es dann auch wieder „Gudgesmeek!“

„Man sollte alles einmal im Leben probiert haben.“
H. Lecter , „Hannibal“ , Thomas Harris, 1999



Offtopic – Wo die wilden Kerle wohnen by artifischl
11 Mai , 2009, 9:00 am
Filed under: Literatur, Off-Topic | Schlagwörter: , , ,

Gerade habe ich auf DuSchlauch einen Trailer gesehen den mir Sarah empfohlen hat und dachte nur: WIE GEIL !

Das sieht nach einer wunderschönen Verfilmung meines Lieblings-Kinderbuches aus, das ich auch noch als Erwachener gerne angesehen und verschenkt habe. TOLL

Einziger Wehmutstropfen: Kinostart ist erst der 22. Oktober !



Bloggers Origins – Wie ‚The Everlasting Club‘ zu seinem Namen kam. by artifischl
10 Mai , 2009, 9:09 pm
Filed under: Literatur | Schlagwörter: , , ,

von TheEverlastingClub

food-chain

Artifischl hat diesen Blog ja hauptsächlich dem Thema Kulinarik usw. gewidmet und ich habe das Glück hier meinen Senf zugeben zu dürfen, weil wir uns seit Ewigkeiten kennen und halt beide vom Thema „Essen, Kochen, usw“ besessen sind. Zwar nicht ausschließlich, aber eben doch schon sehr. Uns interessiert aber nicht nur die nächste warme Mahlzeit, sondern eben auch themenübergreifend so ziemlich alles andere was mit Essen & Trinken zu tun hat. Besonders faszinieren uns Filme und Bücher, vor allem jene, die nicht  das gleiche Thema zum 100. mal neu auflegen, sondern auf ihre ganz eigene Art und Weise eine Geschichte aufbauen, die zwar im Bereich des Kulinarischen angesiedelt, aber auf ihre Weise einmalig und neu ist. Manchmal stolpert man dann über ein Buch, daß einen so sehr fasziniert, nicht mehr los läßt, in seinen Bann zieht und bis zur letzten Seite einfach nur begeistert. Ich möchte in Zukunft öfters mal über solche „kulinarischen“ Bücher & Romane schreiben.

Eines davon ist „The Food Chain“ von Geoff Nicholson das ich vor einigen Jahren beim herumstöbern in einem internationalen Buchgeschäft in Frankfurt gefunden habe. Ich lese sehr gerne zwischendurch mal was in englischer Sprache um nicht „einzurosten“. Allerdings scheint es das Buch auch nicht in deutscher Übersetzung zu geben. Die Geschichte dreht sich um einen berühmten amerikanischen Gastronom, der einer Einladung folgend nach England reist, um dort von einer mysteriösen und sinistren Club-Gesellschaft namens (TATAAA!) „The Everlasting Club“ aufgenommen und bewirtet zu werden. Die Geschichte hat reichlich Kafkaeske Züge und erinnert in Teilen an eine Mischung aus alten Roald Dahl – Geschichten und Stanley Kubriks letzten Film „Eyes Wide Shut“. „The Everlasting Club“  tischt an einem geheimen Ort seit 350 Jahren ununterbrochen die ungewöhnlichsten Speisen auf und spielt nach seinen ganz eigenen Regeln. Der amerikanische Gastronom gerät in einen Strudel aus schwer zu verkraftenden Exzessen von Essen & Erotik. Mehr soll nicht verraten werden…

„You are cordially invited to attend the Everlasting Club, London, England.
You may arrive at any time of the day or night and be assured of a unique experience of fine food, drink and congenial company, all furnished at out expense.“

aus The Food Chain



Von Assi-Kids und Straussen ohne Style by artifischl
2 Mai , 2009, 11:52 am
Filed under: TV-Müll | Schlagwörter: , , , , ,

Es gibt ja ne Menge Assis im Fernsehen und auch ne Menge „Erziehungs“-Sendungen, deren vorgeführte Maßnahmen ich für teilweise für fragwürdig halte (Supermanny !?). Und es gibt eine Sendung auf Kabel 1, die Heisst: „Die strengsten Eltern der Welt“ auf Kabel 1. (Sarah, Dich wird sicherlich freuen, das Du das auch in Kanada sehen kannst, da alle Folgen unter dem obigen Link auch im Internet abrufbar sind)
Diese ist genau so hohl, das Sendekonzept ist auch hier darauf aufgebaut, das sich die Zuschauer beruhigt sagen können: „Guck mal Vadder, wir sind garnich so schlimm, die Assis sind in der Glotze da“. In der Sendung schicken Ihre Eltern ihre verzogenen Blagen angeblich auf einen Urlaub, in Wahrheit landen sie aber bei einer Erziehunmgsgastfamilie, z.B. in einem dritte Welt Land und müssen heftig schuften.

Am Sonntag um 20.15 kommt da eine Folge, die ich eingeschränkt empfehlen möchte, da sich dieser Folge ein gewisser Unterhaltungswert nicht abstreiten lässt.

In der Folge wird die 16-Jähre verwöhnte schwule Diva Michael aus München zusammen mit einer dauerpöbelnden, kettenrauchenden 14 Jährigen dicken Göre nach Südafrika verfrachtet. Sie freuen sich auf einen tollen Badeurlaub, werden aber in ein Steppengebiet auf eine Straussenfarm gebracht. Dort gibt es kaum Wasser, da es seit 4 Monaten nicht geregnet hat, der Strom fällt gelegentlich aus und ein Meer für den vermeintlichen Badeurlaub ist auch nirgends zu sehen. Ausserdem müssen sich die beiden (oh Gott wie gemein !) ein Zimmer teilen. Das alles ist für „dauerduschen“ gewohnten Michael natürlich schrecklich und er wäscht sich die Haare mit den letzten Trinkwasserflaschen, da aus der Dusche kein Wasser mehr fliesst. Doch hier zeigen sich erste Mitleidseinsichten seiner Zimmergenossin: Sie gibt Ihm ihre Wasserflaschen. Sowas wie Solidarität unter Leidensgenossen.
Bei den ersten geschockten Aussagen der Gasteltern weiss man eigentlich nicht, was diese in irgendeiner Weise befähigt, Kinder besser zu erziehen, als die vorher gezeigten ratlosen Eltern. Diese haben Michael eine ganze eigene Etage eingerichtet, super modern und schick ausgestattet, mit einem gigantischen Badezimmer für seine Schönheitsrituale und beschweren sich dann vor der Kamera, warum das Kind so verwöhnt verzogen ist.

Die Szene, die mich zu diesem Artikel inspirierte ist jedoch die, als die Gasteltern die Kids mit zu den Straussen nehmen. Dort soll Michael in seinem pinken Shirt (leider hat er nicht mehr seinen rosa Schirm dabei, den er bei Ankunft aufspannte)  mit einem Besen die Straussen zurück drängen, wärend hinter Ihm die Eier eingesammelt werden.
Nach der Aktion bringt Michael in einem Interview den coolen Satz:
„Die Straussen sind dumm wie Brot, haben überhaupt keinen Style und sind sehen total hässlich aus“
Na das is ja mal ne überraschung, das die Straussen keinen Style haben. die grauen Federn auf dem Kopf könnte man ja mal färben, vielleicht die Krallen lackieren und das Gatter mit bunten Girlanden schmücken ?

Bei einem Besuch der Nachbarn die mit geschätzt 20 Kindern in einer 2-Raum Hütte in erbärmlichen Verhältnissen wohnen, kommt Micha dann auch endlich zur Einsicht. Flennend flüchtet er erstmal aus der Hütte. Dieser Besuch wird nach seiner Aussage zum Wendepunkt in seinem Leben. Ihm wird bewusst, wie sehr er in seinem Leben Geld zum Fenster rausgeworfen hat und das diese Menschen, obwohl sie nichts haben, viel glücklicher sind.

Ich bin eigentlich sehr überrascht, das ich mir diese Sendung (es war ein 10 Minütiger Zusammenschnitt fürs Frühstücksfernsehen) bis zum Ende angesehen habe und mir ist nicht klar, was mich daran so fasziniert hat, da sie sich eigentlich nicht von diesen Schwachsinns-TV-Formaten unterschied.   Bin ich etwa der Masche der Doku-Soap Produzenten genau so zum Opfer gefallen ?

UPDATE: Sogar TV-Total hat den Ausschnitt entdeckt, bei dem Michael über die Straussen herzieht. Hier das Video: