Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Die ersten Po-Loch-Gäste by artifischl
21 September , 2009, 1:37 am
Filed under: schwierige Restaurantgäste | Schlagwörter: ,

Auch wenn die Polen ein unglaublich höfliches Volk sind und im Besonderen im meinem Restaurant bisher nur nette gäste da waren, die sich alle begeistert von meiner Einrichtung, dem Essen und dem Service zeigten, war es natürlich nur eine Frage der Zeit, bis mal jemand „unbequemes“ vorbei schaut.

Gestern war es dann so weit. Leider weiss ich das natürlich auf Grund meiner mangelnden Sprachkenntnisse größten Teils nur aus zweiter Hand, aber die Situation war in Etwa diese. Zu einer Zeit, als der Laden gerade relativ leer war, betrat eine Frau mit Moonwashed Jeans, einem Tick zu hell blondierten Haaren und ca. 5 Ticks zu dunkler Sonnenbankhaut den Laden, lief durch alle Räume und raunzte die ihr folgende Kellnerin an, das die Räume ja VIIIIEEEL zu hell seien. Wohl gemerkt: Wir haben in allen 3 Speiseräumen nur indirektes Licht, man sieht da nicht eine Glühbirne. Sie nahm aber dann trotzdem dort Platz, entschied sich aber nach ein paar Minuten, in die Lounge umzuziehen. Nochmal wohl gemerkt: Die Lounge hat als einziges ein paar direkte Halogenlampen in der Decke.

Sie bestellte einen Longdrink, den sie wörtlich nahm, es war ihr einziger Drink in den kommenden 3 Stunden. Nicht das ich das schlimm fand, wir haben genug Platz, sogar oft für Leute, die garnichts konsumieren, aber das kommt eigentlich nicht vor. Es ist nur für den Verlauf der Geschichte interessant. Ausserdem ist zu erwähnen, das unsere Getränkekarte noch nicht in gedruckter Form vorliegt, da wir daran noch ein wenig arbeiten. Aber unser Sortiment ist umfangreich und wir können zu allem Auskunft geben.

Die Dame telefonierte irgendwann, lief dabei die ganze Zeit durchs gesammte Restaurant und nach einer Stunde gesellte sich die (vermutlich) angerufene Person zu ihr. Auch er bestellte ein Getränk. Nach einer weiteren Stunde kam meine Kellnerin zu mir und sagte sie sei etwas ratlos, da die Gäste sich extrem schwierig verhalten. Ich muss erwähnen das genau diese Kellnerin von allen Gästen sehr geliebt wird, denn obwohl sie noch sehr jung ist macht sie ihren Job hervorragend und verhält sich gegenüber unseren Gästen ganz sicher immer tadellos. Auf jeden Fall löcherten die beiden Gäste meine Kellnerin nach Preisen diverser Getränke und meine Kellnerin beantwortete höflich jede Frage. Auf einmal verlangten die Gäste von ihr einen Rabat auf alle konsumierten Getränke (es waren immer noch insgesamt 2) und begründeten es damit, das wir noch keine geruckte Getränkekarte besitzen.

Es wurde Zeit, das ich mit meinem Barmann einschritt. Wir gingen also an den Tisch und fragten höflich, ob es irgend ein Problem gäbe, das es zu lösen gibt. Mein Barmann erklärte mit freundlichen Worten, daß das Menü gerade in Arbeit sei, wir ihnen aber über alles Auskunft geben könnten (ich fand ja eigentlich, das wir garnicht in Erklärungsbringschuld sind, aber egal). Der männliche Gast fing wieder an von Rabatt zu faseln. Ich war kurz davor, meinen Barchef übersetzten zu lassen das Rabat eine Stadt in Marocco sei. Mein Barchef antwortete aber, das wir ihm gerne bei für seinen nächsten Besuch (wie allen Gästen in der Eröffnungswoche) einen Gutschein für 10% Preisnachlass aushändigen könnten. Seine antwort darauf: “ DAS IST NICHT GENUG !!!“ .

Das schlimme ist, das meine Angestellten so höflich sind wie die meisten Polen und einen Gast nur unter ganz schlimmen Bedingungen behandeln, wie es sich für so ein Po-Loch gehört. Wir kehrten zur Bar zurück und mein Barchef kramte eine Preisliste heraus, die wir für interne Zwecke getippt hatten. Da wurde ich zum ersten mal in meinem Laden sehr ernst und sagte: „Roland, dies ist UNSER Laden. Wenn dem Typ irgendwelche Anteile gehören, dann habe ich das wohl nicht mitbekommen. Ich lasse mir von Gästen sicher nicht vorschreiben, wie meine Beleuchtung zu sein hat,  ich werde denen jetzt ganz sicher nicht eine interne Preisliste in die Hand drücken und wer hier wie viel (oder übehaupt) Rabatt bekommt, bestimme immernoch ICH“.

Ich schickte Roland dann mit der Rechnung und einem lieben Gruß zu den Gästen, das ich keinen Grund sehe ihnen heute irgend einen Preisnachlass zu geben, wenn ihnen der Laden nicht gefällt, würde sie keiner hier festhalten. Sie zahlen wortlos einen Rechnnungsbetrag von insgesammt 8 Euro (für 2 Longdrinks) ohne einen Groschen Trinkgeld, blieben aber trotzdem noch eine Stunde sitzen, bevor sie wortlos den Laden verließen.

Und soll ich Euch was sagen ? Meine Erfahrung sagt mir, das genau diese 2 zu 99% wieder kommen wenn sie bock haben rumzumosern und „Kunde König“ zu spielen. Ist nur ne Frage der Zeit …


3 Kommentare so far
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Vielleicht war ja auch eine versteckte Kamera dabei…

Aber wenigstens weißt Du jetzt schon ein bisschen, wie Deine Leute unter dieser Art Stress reagieren…

Kommentar von Jens Müller

Ich kenne einen Rödelheimer Nobelitaliener der schon zahlungskräftigere Gäste für weniger unter Androhung von Gewalt RAUSGESCHMISSEN hat. Kurzer Prozess, sag ich nur.
Handeln im Restaurant ? Ja simmer denn aufm Teppichbasar oder was ? Gäste die die Welt nicht braucht. Ich glaub für sowas hätte ich keine Nerven mehr…

Nächstes mal in ne Holzkiste einnageln und unfrei nach Zasterrabatt in den vorderen Orient verschiffen lassen. Und 2 Sonnenbrillen beilegen, damits net so HELL wird.

Alex

Kommentar von Alex

Und ich dachte, solche Gäste hat man nur in Deutschland.
Zum Glück ist das auf’m Land (wie bei mir) noch seltener anzutreffen als im Stadtgebiet.

Viel Glück und Spass noch.

Kommentar von Fochti




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