Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Kritiken by artifischl
25 Oktober , 2009, 7:10 pm
Filed under: Restaurantgeschichten | Schlagwörter:

Cooooool. Leute und travelguides beginnen, über uns zu schreiben. Besonders geil ist die kurzkritik im „in-your-pocket“-Guide:
http://www.inyourpocket.com/poland/poznan/restaurants_cafes/international/venue/56114-Kuchnia_Chrisa_w_Teatrze_Nowym.html
Ich muss aufpassen, das mir vor stolz geschwellter Brust keine Titten wachsen ;-D



Steak by artifischl
21 Oktober , 2009, 8:06 pm
Filed under: In der Profiküche, Restaurantgeschichten | Schlagwörter:

Da wir ja den Maserati unter den Dampfgarern haben, können wir auch sensationelle Steaks in meinem Restaurant basteln. Zusaetzlich habe ich gerade das wordpress-Plugin für mein eifon installiert und will da mal die fotoupload Funktion testen. Deswegen hier ein Bild von unserem Steak:

Bei uns kommt das Steak mit eine Balsamico-Reduktion in der eine Zeit lang getrocknete und dann marinierte Feigen mitköcheln auf den Tisch.

HERRLISCH !



Das besondere Restaurant, Folge 1 : Das Vietnamesische Restaurant ‚Hai Au‘ in Frankfurt by artifischl
20 Oktober , 2009, 12:31 am
Filed under: Essen gehen, Kochfreund Alex, Restaurantgeschichten | Schlagwörter: , ,

E N D L I C H hat der EverlastingClub mal wieder einen Artikel verfasst (obwohl- verfasst hatte er ihn schon vor langer Zeit, aber nun hat er mir diesen auch mit Fotos geschickt) und den gibt es jetzt hier in Originallänge. Viel Spass vor allem an die Leser aus der Frankfurt Umgebung, die sollten dann mal da hingehen !!!

Vielen ist bekannt das ich einige Zeit in Asien gelebt und gearbeitet habe und ein ganz großer Fan von authentischer asiatischer Küche bin. Diese Authentizität sucht man in Deutschland leider in den meisten asiatischen Restaurants vergebens. Es gibt sie aber noch, die kleinen versteckten Plätze, wo Idealisten und Überzeugungstäter so kochen, wie sie das bei ihrer Mama in Asien gelernt haben. Ein solcher, sehr versteckter Ort asiatischer Koch-Glückseligkeit ist das vietnamesische „Hai Au“.

vietnam1

Die Location ist selbst für Frankfurt mehr als ungewöhnlich und könnte als Kulisse für einen Gangsterfilm herhalten : Relativ weit unten an der Münchener Straße, unweit des Hauptbahnhofs, also quasi mitten im Rotlichtviertel der Stadt, leuchtet uns ein kleines unscheinbares Schild den Weg. Aber seltsam, es scheint da gar kein Restaurant zu geben ? Stattdessen führt uns ein offenes Tor in einen schwach beleuchteten Hinterhof. Wer hier nicht schon ein mulmiges Gefühl bekommt und kehrt machen sollte, wird am Ende des kargen Hofes dann eine enge Tür finden. Dahinter wiederum führt eine schmale Treppe steil abwärts ins Dunkle. Am Ende der Treppe befindet sich dann eine schummrige Bar und man fragt sich, ob man nicht doch ins falsche Etablissement abgestiegen ist. Aber keine Angst! Den Blick nach Rechts gewandt findet sich eine Passage an einem obligatorischen Aquarium vorbei in einen fensterlosen kleinen Raum, in dem mit viel gutem Willen vielleicht 25 Personen Platz finden. Der kleine Raum ist mit sehr viel Bambus und asiatischer Kunst hübsch verziert. Man sitzt halt im „Keller“.

So etwa alle 20 Minuten dann ein leichtes Rumpeln und Vibrieren : Wenige Meter entfernt über uns fährt die lokale Strassenbahn vorbei! Filme wie „Chinatown“ oder „GoodFellas“ hätten hier ihre ideale Kulisse gehabt. Okay, vielleicht nicht der ideale Platz für ein erstes Rendezvous mit der neuen Freundin.. Noch verruchter wird es dann im hinteren Teil des schummrigen Lokals, der zu einer kleinen Smokers-Lounge ausgebaut ist. Die Decke wölbt sich und zusammen mit der Eisentür und dem lauten Abzugsventilator hat man das Gefühl in einem ehemaligen U-Bahn Tunnel zu sitzen, der zu einer Räuberhöhle umfunktioniert wurde… Aber zurück zum Wesentlichen : Am Nebentisch sitzen einige Asiaten mit ihren britischen Freunden und schlemmen. Viele Platten werden angeschleppt und aufgetischt. Es ist ein sehr gutes Zeichen, wenn Asiaten in Deutschland in einem asiatischen Restaurant sind, denn die wissen, wo es wirklich gut schmeckt! Die Karte des Hai Au bietet neben den „notwendigen“ Einheitsbrei-Gerichten mit Reis, Ente und irgendwas süßsauer, die man wirklich bei jedem x-beliebigen Chinesen auch findet und hier bitte nicht bestellen sollte (die aber wegen dem Geschwader der Unwissenden wohl nicht von der Karte genommen werden können), echt original vietnamesische Schmankerl die man nicht aller Tage bekommt.

Es gibt die leichten Saigon-Röllchen (nicht zu verwechseln mit den altbackenen und vor Fett triefenden Tiefkühl-Frühlingsrollen beim 0815 – Chinesen!), frisches rohes Gemüse das mit Fisch oder Fleisch und viel frischer Minze (!) in hauchdünnes Reispapier gewickelt und kalt gegessen wird.

vietnam2

Dazu leckere Soßen, und zwar nicht die langweilige Industrie-Sambal-Olek Sauce die mit ihrer Salzigkeit jeden Geschmack platthaut, sondern ein breites Spektrum unterschiedlicher Dips mit Austern-, Pflaumen-, Chillie- , und Fisch-Soßen und natürlich Erdnüsse und eingelegte oder frische Chillies. Wie in Vietnam üblich, werden zu zahlreichen Gerichten viele Frische Kräuter gereicht, vor allem Minze und asiatisches, hocharomatisches Basilikum. Man zupft sich die Minzblätter von den Stengeln und nimmt soviel man mag oder wickelt sie mit Reispapier in die Speisen ein. Zu einigen Gerichten bekommt man eine Schüssel mit heissem Wasser und Reispapier, das man kurz in das warme Wasser eintaucht und dann mit zahlreichen Zutaten und Salatblättern zusammenwickelt und nach Gusto würzt. Das macht nicht nur viel Spaß sondern schmeckt auch traumhaft! Es gibt die traditionellen vietnamesischen Suppen mit Rindfleisch und vielen Kräutern und Gewürzen, ausserdem knusprige „Pfannkuchen“ (eine Art riesengroßer WanTan, nur viel lockerer und schmackhafter) mit diversen Füllungen. Man kann ein ganzes Fondue bestellen, mit einem großen Suppentopf in der Mitte, zahlreichen Soßen als Dips und einer Vielzahl von rohem Fisch und Fleisch (sogar Nierchen befinden sich im Angebot) zum selber garen in geselliger Runde.

vietnam3

Ein absolutes Hightlight sind im Hai Au meiner Meinung aber die Fischgerichte! Serviert werden ganze Taschenkrebse, und zwar die GROßE Sorte, die mit Chillie und Salz oder mit einer kongenialen Currysauce und frischem Sellerie zubereitet werden (Mein Leibgericht!). Dazu bekommt man einen Nussknacker mit dem man die Biester dann aufbrechen kann. Essen kann man sie nur mit den Händen und den ganzen tollen Saft bekommt man nur durch heftiges zuzzeln und saugen aus den Stücken. Definitv wieder nix für’s erste Rendezvous oder wichtige Geschäftsessen. Ist man mit den Viechern fertig hat man die Currysauce nämlich bis zu den Ellbogen! Jedenfalls habe ich noch nie zuvor in Deutschland so tolle Krebse gegessen.

Durch mein lautes Geschmatze und das Knacken der Krebsschalen wurde zwischenzeitlich dann auch der vietnamesische Chef auf mich aufmerksam und fragte tatsächlich ob er sich zu mir setzen darf. Irgendwie hat der wohl gemerkt das da ein Deutscher sitzt der schon mal in Asien war und das ganze Zeug so richtig zu schätzen weiß. Oder er hatte Angst das ich eine riesen Sauerei in seinem Lokal veranstalte. Wie auch immer, wir haben dann noch eine Weile bei asiatischem Schnaps über die Vorzüge der vietnamesischen Küche im allgemeinen und sein irres Restaurant im besonderen philosophiert und ich bekam ganz viele Empfehlungen was ich beim nächsten Mal dann bestellen soll.

Der Schnaps war nebenbei bemerkt aus Duftreis gebrannt und hatte ein irres Aroma mit Noten von besagtem Duftreis und Kokosnuss. Wieder zu Hause und immer noch von den vielen Eindrücken überwältigt hab ich mir dann zum x-ten Male „Der stille Amerikaner“ mit Michael Caine angesehen. Das ist DER Kultfilm für alle Vietnamfans und unbedingt zu empfehlen.



Hand in Hand by artifischl
19 Oktober , 2009, 10:53 am
Filed under: In der Profiküche | Schlagwörter:

Langsam aber sicher ist das Küchenteam eingespielt. Das kann man gut in folgendem Video sehen, das ich vorgestern mal schnell mit meinem Ei-Fon geschossen habe. Jeder Koch weiss ganz genau, wann was zu tun ist und sogar die Kellnerin kommt genau zur richtigen Zeit.

Das Video ist total unspecktakulär, macht mich aber glücklich !



Daniel and the Blacey Bunch by artifischl
13 Oktober , 2009, 11:48 pm
Filed under: Freunde | Schlagwörter: , ,

Ich war gerade knapp 17, also vor über 23 Jahren,  als ich Daniel Evans und die Blacey Bunch kennen lernte. Eine irgendwie zusammengewürfelte amerikanische Familie, die zur Zeit der vielen amerikanischen Militärstützpunkte nach Deutschland kamen und direkt gegenüber der PX (das war das Einkaufsparadies für Amis, weil es da alle durchgeknallten Ami-Lebensmittel gab) eine Wohnung in Frankfurt bezogen hatten.

Daniel hielt mich wohl für völlig normal, da er selbst der irrste Typ war, den ich bis dahin kennengelernt hatte. Da half es auch nicht, daß ich meine Haare an den Seiten abrasierte und den Rest mit Haarspray in Richtung Himmel aufstellte und seltsame Indiemukke hörte. Ich war zwar freakig, aber in seinen Augen sicher nichts außergewöhnliches. Seine Talent, wirklich immer in Schwierigkeiten zu geraten wo es gerade möglich war, hatte er wohl seiner enorm großen Klappe zu verdanken. Gleichzeitig schaffte er es aber auch, sich aus den meisten Problemen heraus zu quasseln, sein Deutsch war fehlerhaft, aber er sprach es so schnell, das es meist nur verwirrte Gesichter hinterließ. Und er war komisch, charmant offensiv und hilfsbereit. Gleichzeitig musste in seinem Kopf völliges Chaos geherrscht haben. Selten blieb er in einem Job länger als ein paar Wochen, bekam aber sofort den nächsten, indem er einen Redeschwall über seinen zukünftigen Arbeitgeber ergoss.

Daniel lernte ich über meinen damals besten Kumpel Stefan kennen, der wiederum extrem an Daniels Schwester Gloria interessiert war und auch immer bekam, was er wollte. Ein hartnäckiger Bursche. Daniels Schwester war eine attraktive, in meinen Augen typisch amerikanische junge Frau, wie ich sie vorher nur klischeehaft aus Teenie-Komödien kannte.

Außerdem war da noch Richard der Vater, der mir als sehr wortkarg und seltsam vorkam, aus heutiger Sicht aber ein richtig cooler Typ war. Einmal, als er Besuch von einem Freund hatte der Polizeichefinspektor oder sowas war, verteidigte er mich und mein Aussehen und machte seinem Kumpel klar, das nicht alle „Punks“ hirnlose Siffer sind, den, das war anscheinend die Meinung des Polizisten. Der lies mir später ausrichten, das er unser Gespräch sehr geschätzt hatte, was ich wiederum Richard sehr hoch anrechnete.

Eigentlich schreibe ich diesen Artikel aber wegen der wichtigsten Person in dieser Familie, die alles zusammen haltende Familienmutter Ada Blacey. Ich besuchte sie öfter wenn ich in Frankfurt war und konnte mich köstlich über ihr Dinglish und ihre sensationellen Fart-Jokes, ihre Lästereien und Familiengeschichten  amüsieren. Selbst zu der Zeit, als ich Daniel kaum noch sah weil er mittlerweile ausgezogen war, saß ich des Öfteren nachmittags in Adas Wohnzimmer und wir plauschten wie alte Kaffee-Tanten.  Aber wie das so ist oder war in der Post-Internet-Community-Zeit: Ich zog 1989 nach Berlin und man verlor sich aus den Augen. Bei einem meiner damaligen ersten Frankfurt-Besuche erwischte ich sie noch, bei einem erneuten Versuch ein paar Monate (oder Jahre?) später war aber kein Name mehr an der Klingel und die Wohnung verwaist.

Und dann die Überraschung: Letztes Jahr im Dezember erhielt ich über eine Freundschaftscommunity eine Anfrage von Ada, ob das wirklich ich bin und was ich so treibe. Und auch wenn der Mailkontakt nur sporadisch stattfand, freute ich mich über jede Mail mit „Weirdo Shit“ from the Internet und lustigen Bemerkungen zu meiner Bloggerei. Ada war begeistert von meinen Vorhaben und kommentierte gelegentlich meinen Blog. Sie schickte mir Fotos per Mail, pflichtete mir bei und vor allem brachte sie mich regelmäßig dazu, lautschallend lachend vor meinem Computer zu sitzen.

Und 2 Tage nach der Eröffnung meines Restaurant schaffte sie es dann auch noch, to make me voll krass feeling gerührt. Denn because I received this card in my polish Snail-Mailbox a Brief aus USA:

ada-karte

Eine liebevolle Karte mit aufgeklebtem Teller und Miniaturbesteck und der Aufschrift „It was Divine“. Darin bedankte sich Ada für die vielen Artikel, die sie fühlen lies, als wäre sie bereits bei mir essen gewesen.  Sie hatte sich extra die Mühe gemacht, das alles extra per Post zur Eröffnung aus Amerika nach Polen zu schicken.

Dear Ada, I was overwhelmed when I received this letter, it touched me and almost made me cry. I am so sorry that I have not answered earlier but I wanted to give it enough time and length so you will understand how much this meant to me. I wish, that I one day will get the chance to cook for you for real and not only virtually.
Please keep on writing comments in my Blog and make it more visible to the rest of the world. What a funny and lovely person you are. It will be divine for me hosting you and the whole bunch !



Break Even by artifischl
11 Oktober , 2009, 1:02 am
Filed under: Food-Talk, In der Profiküche, Restaurantgeschichten | Schlagwörter: ,

Letzten Dienstag hab ich mir mal selbst auf die Schulter geklopft. Das hatte ich mir im warsten Sinne des Wortes VERDIENT. Denn wir haben es geschafft, im Ersten Monat mit ner positiven Null abzuschließen. Soll heissen: Alle Rechnungen waren bezahlt, die Miete auch und ich habe 10 Gehälter, sowie die Lohnnebenkosten dafür überwiesen. Ich hab zwar noch nix für mich und meine Investoren verdient, aber dieses Ergebnis ist schon jetzt sensationell und wesentlich besser, als ich mir für den ersten Monat erträumt habe. Wer sich in der Gastronomie ein bisschen auskennt, weiss wie schwierig das ist und was das bedeutet. Jetzt heisst es: Am Ball bleiben und Gas geben ! Denn wir stehen am Anfang und ich hoffe, meinen Umsatz in den Nächsten Monaten zu verdreifachen. Ich denke das ist realistisch.

Gestern und heute hatten wir das erste mal an einem „normalen“ Tag zeitweise alle Tische besetzt. Ein gutes Gefühl. Vor allem für die Küche. Denn es gibt nix bescheuerteres, als in der Küche zu stehen und zu warten. Und meine Köche waren voller Tatendrang. Nebenbei haben sie dann noch ein Dessert ausser der Reihe (also nicht auf der Karte) gebastelt und den haben wir dann auch gleich noch 6 mal verkauft:

frucht-nachtisch

Das ganze ist eine Art Panna Cotta mit einem großen Menge an weisser Schokolade und gefüllt mit frischen Beeren.  Nicht nur mein Chefkoch, auch Dominik, der Mann mit der längsten Berufserfahrung in der Küche weiss, wie man Menschen glücklich macht. Das Dessert war zum NIEDERKNIEEN.



Restaurant Website by artifischl
8 Oktober , 2009, 1:29 am
Filed under: Uncategorized | Schlagwörter:

Seit gerade ist nun auch die englische Website meines Restaurants online:

screenshot-website

Wer mal schauen möchte:
http://kuchnia-chrisa.pl/index.php?page=english

Noch ein bisschen rudimentär, aber wenigstens vorhanden. Ich arbeite am Content !