Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Rabat ist eine Stadt in Marokko by artifischl
9 Dezember , 2009, 7:51 pm
Filed under: Restaurantgeschichten, Uncategorized | Schlagwörter:

Es gibt so Tage, die die Welt nicht braucht. Neulich war so einer. Da denkt man sich: darf ich ganz ausnahmsweise mal heute jemanden umbringen ? Und wenn man fragt, wer mitmacht, dann rufen alle „Ich !“. Das das Leben mit den Gästen nicht immer einfach ist, konnte man ja schon häufig beim Fressack nachlesen und ich dachte immer: er hat ja recht, aber dann kommen die Leute halt in seinen Laden und trinken nur Wasser, besser als wenn sie garnicht kommen. Mittlerweile denke ich NICHT mehr so.

Der Tag begann neulich damit, das ich mit Barchef Roland bei einem Telekommunikationsanbieter war, damit wir endlich Internet im Laden haben.  Das war da schon der dritte Besuch, eigentlich sollte die Leitung dann geschaltet sein und wir mussten nochmal gefühlte 52 Verträge unterschreiben. Natürlich hat die Leitung nicht funktioniert, und da der Anbieter gerade eine Riesenserverumstellung hat, mussten wir nun eine weitere Woche warten, bis der nächste Versuch gestartet werden kann.

Ich hatte nur keine Zeit mich darüber aufzuregen, weil wir um 13.00 Uhr einen Termin hatten um ein Firmendinner zu besprechen. Es stellte sich heraus, das eine Firma eine ganze Vorstellung im Theater gebucht hatte (300 Personen) und 3 X 15 Leuten danach Essen kommen wollten. Diese insgesamt 45 Personen stammen aus 3 verschiednen Abteilungen und würden dann gerne alle A-La-Carte bestellen. Ich wendete ein, daß das nicht ginge, weil unsere Kochkapazitäten bei der Personenanzahl für A-La-Carte nicht ausreiche da sonst der erste Besteller nach 10 Minuten sein Essen bekommt und der Letzte erst 60 Minuten später. Für solche Fälle können wir aber Menüs oder Buffets anbieten, oder größer Platten mit dem Hauptgericht und Beilagen, die dann am Tisch serviert werden. Das wollte die gute Frau nicht wahr haben. Ausserdem sagte sie, das unsere Alternativen nicht möglich seien, da sie nur für ihre Abteilung zuständig wäre, also für 15 Personen und ja schlecht bis Samstag alle anderen Fragen könnte, ob diese mit ihrer Menüauswahl einverstanden seien (die gute Frau kümmert sich erst 4 Tage vor dem Firmenevent um die Essensreservierung !). Im Endeffeckt machte sie eine Reservierung für ihre Abteilung und sagte, sie hatte dafür 500 Zlotty (das sind etwa 120 Euro) für 15 Personen für das Essen zur Verfügung. Wir machen ihr ein paar hübsche Tapasteller🙂 . Wir haben ihr gesagt, wenn die anderen Abteilungen eine Reservierung haben möchten, dann müssen die uns auch mitteilen, was sie konsumieren möchten, ansonsten würden wir keine Reservierung auf gut Glück vornehmen. Das hatte sie geschluckt und dann aber doch noch getraut zu fragen, ob sie Rabat bekommt, wenn sie 2 Flaschen Wein zum Essen bestellt. Ich guckte sie nur entgeistert an und fragte: „Warum ?“.

Das war aber noch nicht der Gipfel der Gestörtheit, denn sie Fragte folgendes an: Sie hätten einen Sponsor für Wein, der der Firma eine Kiste, also 6 Flaschen, zur Verfügung gestellt habe. Ob wir die vielleicht ausschenken könnten. Ich fragte Sie, ob Sie ins Restaurant normaler Weise auch ihr Essen mitbringt. Nein, nein, kam die Antwort, die 6 Flaschen wären nicht für die Reservierung der 3 X 15 Personen im Restaurant,  die Flaschen sollten unter den 300 Gästen vor der Vorstellung im Foyer verteilt werden ! Jeder nur ein Schlückchen ! Selbst wenn ich nur 0,05 l pro Glas einschenke, komme ich auf gerade mal 84 Gläser und nicht auf 300. Ich müsste dann dafür Kellnerinnen einstellen, Gläser mieten hinterher alles spülen und wer soll das bezahlen ? Ihr Vorschlag war dann, man könnte doch Plastikgläser verwenden. Diese Kosten jedoch genau so viel, wie wenn man echte Gläser mietet. Nach langem hin und her war sie sauer, das wir ihr nicht kostenlos den Wein ausschenken wollen und sagte, sie würde das im Foyer selbst organisieren. Und sie wird den Wein ihres Sponsors in PAPPBECHERN anbieten. Da kommt bestimmt große Freude bei Sponsoren und Gästen auf😉

2 Stunden Später das nächste Catering-Vorgespräch: Die Kundin beginnt das Gespräch, indem sie uns mitteilt, das Ihr und einigen Freunden das Essen auf der Eröffnung garnicht geschmeckt habe und warum hier nicht alles wie früher wäre, das „Zapadnia“ (so hieß das Restaurant früher) wäre doch soooo toll gewesen ! Sie wolle auf jeden Fall ein Buffet für 40 Personen bestellen und echauffierte sich darüber, das es nicht das gleiche Angebot wie im Zapadnia mehr gäbe. Nachdem wir uns 5 Minuten Unverschämtheiten angehört hatten,  unterbrach sie mein Chefkoch Arek und sagte ihr, das sie das Gespräch komplett falsch begonnen hätte, denn wenn sie unser Essen nicht mag, warum möchte sie dann ein Buffet bei uns an einem Samstag buchen ? Mit einem Süffisantem Lächeln im Gesicht teilte er ihr mit, er wäre ausnahmsweise bereit, das Gespräch nochmal von vorne zu beginnen. Das hatte gesessen und er erklärte ihr sehr freundlich was sie all die Jahre im Zapadnia wirklich zu essen bekommen hat und das wir solchen Müll einfach nicht anbieten werden. Dann begann sie mit Namedropping und wen sie alles im Theater kennt, und wie unglaublich wichtig sie ist. Aber irgendwann hatte sie dann doch geschluckt, das diese Leute nichts mit meinem Restaurant zu tun haben. Wir wollten wissen ob wir denn dann für die 40 Leute Tischreservierungen machen sollten.

Sie antwortete: „Nein nein, wir setzen uns dann einfach irgendwohin. Das ging früher im Zapadnia ja auch“.
Wir sagten nur: „Viel Glück“
Sie so: „Wieso ? Wollen sie damit sagen, das die Tische am Samstag abend besetzt sind ?“
Wir so: „Ja, das ist (fucking exactly) genau das, was wir versuchen ihnen seit 30 Minuten zu erklären. Wir haben Gäste, nicht nur Samstags, aber besonders auch dann  !“

Und kaum war eine halbe Stunde vergangen, hat sie es geschnallt und reservierungen für 2 Firmenparties gemacht !

Eins war ja klar, als ich an dem Abend nach Hause kam, trat ich erstmal in den Haufen, den mein Kater neben das Katzenklo geschissen hat.


4 Kommentare so far
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Oh my God, my dear Chris. Du tat’st mir direkt leid waehrend dem lesen Deines Blogs…and my heart goes out to you….but sorry ( hi, hi, hi )
the last sentence made me laugh out loud. Dein Kater liebt Dich and is looking out for you…. because…….stepping in shit, brings good luck to you! Keep it up sweet kitty🙂

Kommentar von Ada Blacey

oh man.

aber sonst macht´s Spaß?

LG, Christian😉

Kommentar von CV

Ich wünsch dir viele gute Nerven!

Viele Grüße, Kat

Kommentar von Kat

Eine große Flasche Klosterfrau Melissengeist wird per
Paketdienst direkt auf den Weg gebracht.

Ansonsten sehe ich hier Bedarf für ne gute Event-Agentur
in Posen, aber das ist nicht mein Resort.

Alex – „Meinem Onkel gehört das Theater!!!!“
„Scooter“, Muppetshow, etwa 1980

Kommentar von alex




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