Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Unüberbrückbares Hindernis ? by artifischl
29 Januar , 2010, 12:42 am
Filed under: Essen gehen | Schlagwörter: , ,

Ich hab nichts gegen kalt. Wirklich nicht.Ich bin zwar kein „Fan“ von kalt. Aber ich kanns gut ertragen. Zieht man sich halt mal ne Jacke an vor dem rausgehen. Oder Handschuhe. Oder ne Mütze. Oder alles zusammen. Auch Schnee macht mir nix. Sieht schön aus. Fährt mann halt n bissi vorsichtiger. Von mir aus könnten hier 5 Meter rumligen. Wär mir egal.  Ich mag ein bisschen Chaos.

Was mir aber langsam das Genick bricht, ist, das alle anderen bei diesen Bedingungen zu Hause bleiben und nicht mehr ins Restaurant kommen. Da kann ich noch so viel Werbung machen, geile Events veranstalten oder kochen wie Gott in Frankreich – die Gäste sitzen zu Hause und denken sich warscheinlich „Ohgott-Ohgott-Ohgott, da kann ich nicht raus, mein Auto wird entgleisen, die Bahn in den Fluss stürzen und wenn ich athme, gefriert meine Lunge“.

In diesem Monat war mir klar daß das Wetter eine viel Größere Wirtschaftskrise bei mir auslöst, als wenn 100 Banken gleichzeitig hopps gehen.

Leute, wenn Ihr wollt, das Euer Lieblingsitaliener, die Äpplerkneipe, das Thai-Restaurant oder was auch immer auch im nächsten Sommer noch da ist, dann packt Euch euch gut ein und geht essen. Heute noch !



Der Wein für zwischendurch… by artifischl
23 Januar , 2010, 7:58 pm
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Gerade bei „Kochschlampen“ Entdeckt:

http://kochschlampe.com/2010/01/17/pausenwein/

und für ne Sekunde geglaubt, das ist ein Fake. Ich mein, Wein in Kartons kennt man ja, aber in Susi-Sunkist-kleinen Portionsmengen und dann auch noch mit Trinkhalm ! Ich war verwirrt.  Denn auch ich frage mich zum ersten: „Wer ist die Zilegruppe ?“ und zum zweiten: „Wer investiert in die Produktion eines solchen Produkts ?“

Es werden ja unglaublich viele neue Produkte jedes Jahr auf den Markt geschmissen und ich schätze, in der Lebensmittelindustrie finden weniger als 1 % ihren Weg als bleibendes Produkt auf dem Markt. Aber wird hier nicht vorab ein wenig Marktforschung betrieben, ob sich überhaupt irgendwer für dieses Produkt begeistern könnte ? Und dann erschreckt mich der Gedanke, das da vielleicht wirklich vorher Marktforschung betrieben wurde und diese ergeben hat, das dieses Produkt einen Markt haben könnte !

Ich meine WER ist die befragte Personengruppe ? Astronauten, die auch mal gerne ein schlückchen Wein zu sich nehmen wollen ? Oder wird das nun in Flugzeugen so angeboten, damit der liebliche Beerensaft bei Turbulenzen nicht die Hose vollsaut ? Oder gibt es tatsächlich Menschen, die nur noch praktisch denken und den Pausenwein in 24er-Packs im Großmarkt besorgen um diesen als besondere Überraschung in den Aktenkoffer des/der liebsten zu packen ? Am Ende gar eine gute Tarnung für Alkoholiker und ungestörtem Weingenuss am Arbeitsplatz ?

Haben wir zu befürchten, das im kommenden Sommer Bänker und Anwälte in Frankfurt in ihrer Mittagspause am Brunnen vor der Alten Oper sitzen und mit dem warscheinlich zu kurzen Trinkhalm schlürfgeräuscheproduzierend versuchen an die letzten Weinreste zu kommen ? Dabei bekleckern sie ihren Anzug mit der Trüffelsauße von MacDoofs neuem Kaviar-Goldstaub-Burger.

Ich kann mir vieles vorstellen, aber das meiste glaub ich dann auch wirklich erst, wenn ich es sehe. Aber anscheinend liege ich mit meinem Geschmack weit abseits der Norm. Vor 15 Jahren überlegte ich mit Kumpel Jan zum Spass, ob es theoretisch möglich wäre, Champagner in Dosen abzufüllen völlig überteuert auf den Markt zu werfen. Wir stellten damals oft Überlegungen zu unserer Erheiterung an, Ziel war es, Gedanken von größtmöglicher Sinnlosigkeit hervorzubringen. Denn je sinnloser der Gedanke desto ausufernder war die Heiterkeit !

Und was passiert ? Ein paar Jahre später wirft ein Prosecco-Hersteller den ersten Dosenprosecco auf den Markt, beworben von Berufsgrinsetante Paris H. Aber wir behielten recht mit unserem Gedanken über die Sinnlosigkeit des Produktes, denn trotz der Medienwirksamen Auftritte von Frau H. entwickelte sich das Gesöff zum Ladenhüter. Mittlerweile Lagerten in einer Halle in Serbien 30.000 Dosen der Fickbrause und keiner wollte sie mehr haben. Der Hersteller versuchte, das Zeug palettenweise zu versteigern, allerdings mit dem Problem, das nur einen Monat später  das Haltbarkeitsdatum ablief. Wie der Hersteller das überlebt hat, weiss ich nicht, aber die Brause gibt es immernoch, mittlerweile sogar in mehreren Geschmacksrichtungen: Passionsfrucht oder Erdbeer-Cassis.   Stillos geht die Welt zu Grunde…



BLT – Bacon Lettuce Tomato by artifischl
16 Januar , 2010, 7:21 pm
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The Everlasting-Club schrieb mir gestern ein Restaurant-Erlebnis, das ich Euch nicht vorenthalten möchte:

Läßt sich eine Gruppe von Menschen am Tisch neben mir im Lokal nieder. Einer von denen der absolute Horst, so ein richtiger Nerd mit Schnakenhals, weiß auch nicht wie ich das sagen soll, halt einer von diesen Typen bei deren Anblick Du als Gastronom schon erschauderst. Du WEISST einfach das es Stress gibt. Irgendwann bekommt er sein BLT-Sandwich geliefert. Er reklamiert. Ob das jetzt NEU sei, daß auf dem Ding BACON drauf sei. Es folgt der KLASSIKER :

Bedienung: „Bacon ist immer auf dem —B— LT Sandwich drauf!

Er : „Aeh, ich hatte aber die NUMMER 74 !“

Bedienung : „Das IST das BLT Sandwhich…“

Er : (herumstochernd in dem armen, leckeren, Sandwich). Achso, dann hab ich das VERWECHSELT:

Was für ein armes Arschloch. Diese Idioten die stur nach Nummer bestellen und keinen müden Plan haben was sie eigentlich essen sterben nicht aus.


Danke Alex, ich bin froh, das ich das nicht erleben musste, ich hätte ihn sicher geärgert und ihn gefragt, wofür „B“ in BLT steht – für Blattläuse ? Und die Kellnerin wäre noch cooler gewesen, wenn sie mit mit unwichtigem Allerweltswissen geglänzt und gesagt hätte: „Seit 1929, als das Florence A. Cowels in ihr Kochbuch schrieb“ 🙂



Neue Geschichten von „Die Aaanté“ by artifischl
14 Januar , 2010, 9:48 pm
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Tja, so einfach war es. Wie ich hier berichtete, scheinen unsere Gäste Probleme mit der Ente zu haben, da diese nicht mehrere Stunden durchgebacken, sondern innen Pink daher kommt. Nun schneiden wir die Entenbrust, die wir genau gleich lang gegart haben, vor dem Servieren in 5 Teile und bringen sie so auf Teller. Und siehe da:  NULL Beschwerden, sondern nur noch Lob – „die beste Ente, die ich jemals gegessen habe“…und so weiter. Wir sprechen hier von der gleichen Ente, der selben Zubereitung, mit dem einzigen Unterschied: 4 mal durchgeschnitten. Tztz.

Heute Morgen las Chefkoch Arek meinen Blogeintrag zur Ente und lachte viel (er versteht Deutsch ganz gut). Ich kommentierte in Gedanken: „Die Story ist sicher noch nicht vorbei“. Nur wenige Stunden Später kam er lächelnd auf mich zu und meinte, es würde wohl bald eine Fortsetzung zum Thema „Ente“ auf meinem Blog geben und er behielt Recht, denn dieser Artikel ist die Fortsetzung.

Was war passiert ? Auf unserer Karte haben wir diesen Monat auch noch einen Salat mit gebackenem Entenfleisch und Cranberry Sauce. Der Salat besteht größten Teils aus Früchten (Apfel, Melone, Birne, Orange) und darauf ist das Entenfleisch mit knuspriger Haut und natürlich die Cranberry-Sauce. Das ganze sieht dann so aus:

Dem Gast, der heute das Gericht bestellte, gruselte es aber bei der Idee von Cranberry Sauce auf der Ente und bat die Kellenerin um eine Alternative. Diese fragte in der Küche nach. Denn der Salat hat natürlich kein Öl oder ähnliches dran, der kommt ja mit den Cranberries und das teilte Arek der Kellnerin auch mit. Diese dackelte zurück zum Gast, der daraufhin verlangte, den Salat mit einer Sauce aus Majonaise und Knoblauch serviert zu bekommen ! ! ! Und nun muss ich mal hier kurz einwerfen, das man ein derartige Pampe in jedem Restaurant in Polen bekommt. Es geht einfach nicht, dem Gast zu sagen: „Ham wa nich !“ . Der Gast hatte das große Glück, das ICH zu dem Zeitpunkt einkaufen war. Es blieb also Arek kaum was anderes übrig als das Gericht so zu servieren wie von dem Idioten gewollt. Vielleicht hätte er doch die Hühnerbrust nehmen sollen 😀 …

In dem Zusammenhang würde ich gerne Alex kürzlichen Kommentar als Anregung aufnehmen, den Gast zu teeren und zu federn und so aus dem Laden jagen. Wenn ich mal ganz reich bin, dann verschenke ich nur noch mein Essen, aber die Leute müssen sich dann über eine komplizierten Geschmacks-Multiple-Choice-Test dafür qualifizieren 😀 . (Hach, ich hätt da jetzt ne geniale Cartoon-Idee für Claus Ast seinen Skizzenblog. warum kann ich nicht zeichnen? aaaargh). Claus, nimmst Du auch Aufträge ?



Gesichtsbuch Link by artifischl
11 Januar , 2010, 1:35 pm
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Wer von den weten Lesern hier schon mal in meiner Kuchnia Chrisa war und bereits überzeugt ist, oder wer einfach auf Verdacht „Fan“ werden möchte und einen Gesichtsbuch (Facebook) Acount besitzt, der möge doch bitte mal HIER klicken und das Restaurant als Verehrer huldigen 😀 . Thanx !



Die Aaante krigt er niiiischt, er krigt das ‚Ünschen ! by artifischl
11 Januar , 2010, 12:12 am
Filed under: In der Profiküche, Restaurantgeschichten | Schlagwörter: , ,

Sagte der französische Chefkoch einst in „L.A. Sory“ einer der lustigsten Komödien Anfang der 90er Jahre mit Steve Martin (leider die fast einzig wirklich tolle Leistung von Steve Martin, bevor er in das Familienkomödien-Genre abtauchte).

Und der Chefkoch hatte Recht ! Denn die meisten Menschen wissen eine wirklich gut zubereitete Entenbrust nicht zu schätzen, oder kennen die Darreichungsform so nicht. Im Januar servieren wir im Restaurant eine Entenbrust (das ganze Stück) welches beim Aufschneiden innen zartrosa daher kommt. Die Stuktur erinnert da eher an ein gutes Steak als die Fettgetränkte frittierte „Ente-Süss-Sauer“, die man aus dem China-Imbiss kennt.

die Aaaaante....

Und das scheint unsere Gäste zu irritieren. Sie lassen die Ente zurück gehen und bitten Chef Arek, das Federvieh bis zur Austrocknung (also sozusagen wellwellwellwelldone) durchzugrillen. Und Ihm blutet das kulinarische Herz ! Warum bestellen solche Leute nicht das Hühnchen, das wir auch auf der Januarkarte haben ?

...und das 'Ünschen

Wir werden wohl dazu übergehen, die Entenbrust vor dem Servieren aufzuschneiden und die Kunden vorher drauf hinzuweisen, das diese nicht bis zur trockenstmöglichen faserigkeit in whatever frittiert wurde, oder doch vielleicht gleich lieber das Hühnchen nehmen (Das ist auch nicht 5 Stunden gegrillt, entspricht aber vielleicht mehr dem, was die Leute hier wollen).



Süsskartoffeln, Kräuter und die Januarkarte by artifischl
7 Januar , 2010, 1:45 pm
Filed under: Food-Dealer, In der Profiküche | Schlagwörter:

Manchmal merke ich schon, das Polen in kulinarischen Dingen, insbesondere im Angebot von Lebensmitteln etwas hinterher hinkt. Im Macro (das ist der polnische Name von Metro Cash & Carry) gibt es frische Kräuter, aber immer nur das gleiche: Basilikum, Petersilie und Melisse. Manchmal auch Minze und Salbei. Und gaaanz selten mal Rosmarin.

Und nun das nächste Ding: Ich bekomme keine Süsskartoffeln. Ich hab die aber auf der Januarkarte. Unser markthändler des Vertrauens, der uns eigentlich alles besorgen kann ist wegen Kälte (-10 Grad) geschlossen, er versucht aber nun über einen Warschauer Lieferanten etwas zu organisieren. Ich komme mir vor, als hätte ich gesagt: „Ich will frische Kirschen“ oder so.

Manchmal bin ich wirklich kurz davor, ins Auto zu springen und eine 3 1/2 Std. Fahrt in Kauf zu nehmen um den ganzen Scheiss in Berlin zu erledigen 😉