Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Kulinarisches Spektakel – Nachtrag by artifischl
28 Februar , 2010, 8:12 pm
Filed under: Food-Talk | Schlagwörter:

Hier für alle Leser meines Blog, die des polnischen nicht mächtig sind eine Übersetzung des Artikels aus der Gazetta Wyborcza über die Kuchnia Chrisa:

Kuchnia Chrisa – Kulinarische Spektakel im neuen Theater

An der Stelle wo sich noch vor Kurzem das Cafe Zapadnia befand, überzeugt die Posener nun eine neue Verwandlung der Kelleretage des Nowego Teatru – „Kuchnia Chrisa“.
Ein rohes, kaum intimes Inneres mit einer kargen Ausstattung veranlasst wohl keinen zu einem längeren Aufenthalt. Wir werden trotzdem ohne Zweifel dorthin zurückkehren, dank der Küche, die vorzügliche und wunderschön komponierte Speisen kreiert.

Das Menu des Lokals ist auf den ersten Blick sehr übersichtlich. Wenig Auswahl, die jedoch sehr viel versprechend klingt, so dass wohl jeder was für sich findet. Die Karte besteht aus „Stammgerichten“ die zu jeder Jahreszeit und unabhängig von den anderen Speisen immer angeboten werden. Die anderen wiederum sind Saison abhängig und wechseln jeden Monat (obwohl wir Anfang Februar das Lokal besucht haben, fanden wir noch das Januarmenü vor). – (Anmerkung Chris: die Karte wechselte am 4. Februar mit der Ausstellungseröffnung, das wurde mit Flyern auf allen Tischen annonciert)

Ein schneller Blick auf die Speisen, die das Personal an die Tische serviert, lässt schon auf den ersten Blick erahnen, dass der Küchenchef seine kulinarische Kunst in Form der „cuisine novelle“ bevorzugt, also eine leichte und delikate Küche die das Auge erfreuen sollen. Neben der Freude fürs Auge sind diese Gerichte auch eine Freude für den Gaumen. Die Speisen sind nicht nur ästhetisch angerichtet, sie schmecken auch vorzüglich. Ich habe mich persönlich davon überzeugen können.

Überzeugt von angenehmen visuellen Anreizen und Gerüchen habe ich beschlossen, ein Gericht vom Januarmenü auszuprobieren, welches sobald vom Angebot der Küche verschwinden wird. Und das Resultat? Wenn alle Speisen so ein gutes Geschmackserlebnis hervorrufen, wie der geräucherte Lachs angerichtet auf gegrillten Kartoffeln mit einer Teryakisauce oder Lachsfilet mit italienischer Tomatensauce, Polenta und Tapenda, dann hat dieses Lokal sehr gute Chancen eine der besten Position in der heimischen Gastronomie für lange Zeit zu erreichen und zu halten. Die Zutaten der Speisen sind ideal und ausgewogen, harmoniren miteinander und machen Appetit auf mehr. Es gibt wohl sehr wenige, die so mutig sind um Schokolade mit einem Schimmelkäse zu verbinden, oder Bruchetta mit einem Tomatenchutney und Parmesan servieren. Es gibt auch kaum einen, der eine Creme aus Topinamburu anbietet. Diese Speisen führen zu sehr angenehmen Erfahrungen und die zufriedenen Gäste freuen sich jeden Monat auf ein neues kulinarisches Spektakel.

So ein frischer Wind fehlt in den Meisten Speisekarten der Posener Gastronomie, dessen Gerichte aufgrund der Ideenlosigkeit und Mangel an Kreativität leiden. Und so lange sich nichts daran ändert, wird ihnen Kuchnia Chrisa immer mit einer Kopflänge voraus sein, auch mit der rohen und traurigen Innenausstattung.


4 Kommentare so far
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„Rohes, kaum intimes Inneres, mit karger Ausstattung“

Sicher das die nicht in ner hessischen Apfelweinkneipe waren ?

TEC

Kommentar von The Everlasting Club

Ihr seid mutig, weil ihr Bruschetta mit Tomatenchutney und Parmesan serviert?

Wenn ich an die Fotos denke, die du hier hattest und dann die Beschreibung der Kritik daneben halte, weiß ich nicht ganz, ob da vom gleichen Restaurant gesprochen wird…?!

Kommentar von Annika

TJA ! Da könnt ihr mal sehen, was ich hier für eine PIONIERARBEIT leiste. Wenn eine Foodkritikerin eine Kombination aus Salzig und Süß als „mutig“ bezeichnet. Aber das ist in Polen einfach ungewöhnlich.
Gleichzeitig ist es natürlich auch unsere Chance, hier etwas „einzigartiges“ anzubieten. Man muss die Leute nur dazu bringen, sich zu trauen etwas zu probieren.

Kommentar von artifischl

Ich habe hier nen Pokal stehen, den ich vor 3 Jahren gewonnen habe, für meine Leistung als PIONIER! Den kann ich mir rektal applizieren, denn gebracht hat das alles garnichts. Davor war ich Pionier als erster Verrückter, der Luftentkeimungssysteme in Indonesien verkauft hat.
Seitdem ich Produkte für die MASSEN verkaufe wird wieder Geld verdient. Du hast meine vollste moralische Unterstützung und Bewunderung für Deine Pionierleistung. Selber wollte ich das nie wieder machen. Sollen die anderen Missionieren und dann auch Ruhm und Ehre einstreichen. Bin allerdings überzeugt davon, daß Du die Nische in Polen ausbauen kannst und es da noch ein gewaltiges Marktpotenzial gibt.

Alex

Kommentar von The Everlasting Club




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