Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Diese Sache mit dem Gesichtsbuch by artifischl
14 September , 2010, 7:37 pm
Filed under: Bloggerei | Schlagwörter:

Ich komm nur noch selten zum bloggen. Ist anscheinend aufgefallen. Es gibt genug Stories. Jeden Tag. Aber weil es so viele gibt, falle ich die wenigen Stunden die ich frei habe in einen Komatösen schlaf. Und die Geschichten bleiben bestenfalls in meinem Kopf hängen. Daher hier zu wenig.

Was jedoch langsam aber stetig wächst, ist die Fangemeinde der Gesichtsbuch-Fanseite meines Restaurants.  Grundlegend finde ich FB von der Idee her super, aber ich stehe dem Verein doch sehr kritisch gegenüber, bsonders was die Rechte von FB angeht, was meine hochgeladenen Fotos betrifft. Solange dieses soziale Netzwerk aber kostenlos ist und sich dort viele Fans meines Restaurants tummeln und sich auch dort an Stelle von Newslettern über Veranstaltungen bei mir erkundigen, werde ich wohl weiterhin aktuelles im FB veröffentlichen. Eine Rubrik, die ich dort einigermaßen pflege, ist das „Foto of the Day @ Kuchnia Chrisa“ und ich kommentiere hier meistens auch das abgebildete Gericht.

Wem also die konstante auf diesem Blog fehlt, der möge doch gerne mal vorbei surfen. Auch „Nicht-FB-Mitgliedern“ sollte diese Seite fehlerfrei angezeigt werden, nur dem Alex nicht, das hab ich EXTRA so für teuer Geld von Facebook einstellen lassen 😉

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Saisoneröffnung / neues Menü / 1 Jahr Kuchnia Chrisa by artifischl
6 September , 2010, 2:53 pm
Filed under: In der Profiküche, Restauranteröffnung, Restaurantgeschichten, Uncategorized | Schlagwörter:

Letzten Freitag endete unsere lange Theatersommerpause im Restaurant. Wir hatten 2 Monate nur zum Lunch geöffnet, da sich im Sommer leider noch nicht genügend Gäste in den Theaterkeller verirren, wenn das Theater selbst geschlossen ist.
Aber jetzt ist wieder offen. Ein neues Menü für den Herbst ist auch da. Und hier geht es gleich Schlag auf Schlag weiter. Am Donnerstag feiern wir bereits ein Jahr Kuchnia Chrisa ! Am Freitag beginnt dann die Theaterspielzeit mit einem super besuchten Stück und am Sonntag bieten wir zum ersten mal einen Familienbrunch an.

Die letzten Monate waren unglaublich hart durchzustehen, nervlich wie finanziell, aber wir sind noch da, das Kernteam (Arek und Roland) hält mir weiterhin die Stange und talentierte Kellnerinnen und Küchenhilfen ergänzen unser Team in den kommenden Tagen.

Das testen neuer Köche bei der Saisoneröffnung am letzten Freitag geriet beinahe zur Küchenkatastrophe, einer vergrub die ganze Zeit seine Hände in den Taschen und wusch auf Nachfrage exakt EINE Pfanne ab, der andere Schnitt Gemüse im Zeitlupentempo und brauchte für das Anrichten eines Salates 20 Minuten. Obwohl mein Chef Arek wirklich ein geduldiger Mensch ist, schickte er BEIDE mitten im Betrieb nach Hause und wir erledigten den Rest gemeinsam. Heute haben wir nochmal 3 Interviews,  vielleicht ist da was dabei.

Gerade eben hat sich ein Barmann vorgestellt. Sehr professionell und ab sofort verfügbar. Wenn der es drauf hat, kann Roland vielleicht mal am Sonntag nen Tag frei bekommen.

Vor einem Jahr waren wir noch in heller Aufregung, meine ersten Kellnerinnen absolvierten Trainings im Kaffee machen, servieren und  Wiskey Schulung. Unsere Kasse wurde programmiert und letzte Schönheitsreparaturen wurden fertig gestellt. Die Zapfanlage wurde in Betrieb genommen, der Herd installiert und die Tischdecken gebügelt. Ein Tag vor der Eröffnung wurden noch Lampen angeschraubt und irgendwo hatten wir eine Leitung durchbohrt, sodaß es erstmal kein Licht im Gastraum gab ! Die Theatertechniker haben dann vorübergebend ein Brückenkabel gezogen (das uns noch heute Strom für das Licht spendet). In der Küche wurde noch mit der Reparatur des Backofens gekämpft und auch hier gab es Probleme mit den Starkstromanschlüssen.  Die ersten Speisekarten ratterten aus dem Drucker, Getränke wurden angeliefert, und immer wieder musste ich zum Groß – bzw. zum Baumarkt um weitere Kleinigkeiten zu besorgen.

Und jetzt ist das alles schon ein Jahr her. Und es war aufregend. Und anstrengend. 16 Stunden täglich keine Seltenheit.

Illustre Gäste kamen zu Besuch: Profifusballer, Konsule, Schauspieler, Molekularköche, Bürgermeister, Sänger und Künstler. Wir feierten Geburtstage, Hochzeiten, Taufen, gefühlt 20 mal Weihnachten, Silvester, Valentinstag, oranisierten Dinnerparties, caterten 350 Personen bei Theaterpremieren, veranstalteten Speedmeetings, etablierten den Language Exchange Club und ein mal Monatlich lernen wir Swingdance im Restaurant.

Es gab viele Rückschläge, auch meine liebe Verlobte und ich mussten privat  einiges aushalten und mehr als ein mal stand unsere Beziehung auf Messers Schneide. Aber wir lernten und lernen schnell, reflektieren, optimieren und korrigieren, und wir sind guter Dinge.

Und die nächsten Wochen sehen gut für uns aus. Ab Freitag haben wir jeden Tag für 7 Wochen Vorstellung auf der großen Bühne, was uns immer viele Gäste in den Keller bringt. Zusätzlich gibt es bereits Reservierungen für Oktober (!), nächste Woche kommt eine Studentengruppe jeden Tag zum Mittagessen und der deutsch-polnische Wirtschaftskreis hat auch schon ein paar Events bei uns in Planung.

Also: auf ein neues … !



Fressack / Porenlüge / Fleisch salzen / Sante by artifischl
2 September , 2010, 9:42 am
Filed under: Bloggerei, Food-Talk | Schlagwörter: ,

Immer wenn Fressack aus vollem Herzen aneckt, gibt es hitzige Diskussionen, so zuletzt vor ein paar Wochen hier bei einer neuen Runde über die Porenlüge. Hier wurde auch mal wieder heftig das vorsalzen von Fleisch kritisiert und genau zu dem Thema viel mir etwas wissenschaftliches in die Hände, ein Artikel aus der Zeit, den man hier nachlesen kann.

Ich habe das nun nicht nachgeprüft, aber falls es stimmt was da steht, kann man Fleisch ganz kurz vor dem Braten vorsalzen, da der Osmoseprozess doch ein paar Minuten braucht, bis das Salz Flüssigkeit zieht. Und das mit den 12 Stunden vorher salzen wäre vielleicht ein Versuch wert.

Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, das Herr Sante di Santis durch seine Kommentare beim Fressack nach meiner Meinung zum unsympath des Jahres mutierte.