Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Saisoneröffnung / neues Menü / 1 Jahr Kuchnia Chrisa by artifischl
6 September , 2010, 2:53 pm
Filed under: In der Profiküche, Restauranteröffnung, Restaurantgeschichten, Uncategorized | Schlagwörter:

Letzten Freitag endete unsere lange Theatersommerpause im Restaurant. Wir hatten 2 Monate nur zum Lunch geöffnet, da sich im Sommer leider noch nicht genügend Gäste in den Theaterkeller verirren, wenn das Theater selbst geschlossen ist.
Aber jetzt ist wieder offen. Ein neues Menü für den Herbst ist auch da. Und hier geht es gleich Schlag auf Schlag weiter. Am Donnerstag feiern wir bereits ein Jahr Kuchnia Chrisa ! Am Freitag beginnt dann die Theaterspielzeit mit einem super besuchten Stück und am Sonntag bieten wir zum ersten mal einen Familienbrunch an.

Die letzten Monate waren unglaublich hart durchzustehen, nervlich wie finanziell, aber wir sind noch da, das Kernteam (Arek und Roland) hält mir weiterhin die Stange und talentierte Kellnerinnen und Küchenhilfen ergänzen unser Team in den kommenden Tagen.

Das testen neuer Köche bei der Saisoneröffnung am letzten Freitag geriet beinahe zur Küchenkatastrophe, einer vergrub die ganze Zeit seine Hände in den Taschen und wusch auf Nachfrage exakt EINE Pfanne ab, der andere Schnitt Gemüse im Zeitlupentempo und brauchte für das Anrichten eines Salates 20 Minuten. Obwohl mein Chef Arek wirklich ein geduldiger Mensch ist, schickte er BEIDE mitten im Betrieb nach Hause und wir erledigten den Rest gemeinsam. Heute haben wir nochmal 3 Interviews,  vielleicht ist da was dabei.

Gerade eben hat sich ein Barmann vorgestellt. Sehr professionell und ab sofort verfügbar. Wenn der es drauf hat, kann Roland vielleicht mal am Sonntag nen Tag frei bekommen.

Vor einem Jahr waren wir noch in heller Aufregung, meine ersten Kellnerinnen absolvierten Trainings im Kaffee machen, servieren und  Wiskey Schulung. Unsere Kasse wurde programmiert und letzte Schönheitsreparaturen wurden fertig gestellt. Die Zapfanlage wurde in Betrieb genommen, der Herd installiert und die Tischdecken gebügelt. Ein Tag vor der Eröffnung wurden noch Lampen angeschraubt und irgendwo hatten wir eine Leitung durchbohrt, sodaß es erstmal kein Licht im Gastraum gab ! Die Theatertechniker haben dann vorübergebend ein Brückenkabel gezogen (das uns noch heute Strom für das Licht spendet). In der Küche wurde noch mit der Reparatur des Backofens gekämpft und auch hier gab es Probleme mit den Starkstromanschlüssen.  Die ersten Speisekarten ratterten aus dem Drucker, Getränke wurden angeliefert, und immer wieder musste ich zum Groß – bzw. zum Baumarkt um weitere Kleinigkeiten zu besorgen.

Und jetzt ist das alles schon ein Jahr her. Und es war aufregend. Und anstrengend. 16 Stunden täglich keine Seltenheit.

Illustre Gäste kamen zu Besuch: Profifusballer, Konsule, Schauspieler, Molekularköche, Bürgermeister, Sänger und Künstler. Wir feierten Geburtstage, Hochzeiten, Taufen, gefühlt 20 mal Weihnachten, Silvester, Valentinstag, oranisierten Dinnerparties, caterten 350 Personen bei Theaterpremieren, veranstalteten Speedmeetings, etablierten den Language Exchange Club und ein mal Monatlich lernen wir Swingdance im Restaurant.

Es gab viele Rückschläge, auch meine liebe Verlobte und ich mussten privat  einiges aushalten und mehr als ein mal stand unsere Beziehung auf Messers Schneide. Aber wir lernten und lernen schnell, reflektieren, optimieren und korrigieren, und wir sind guter Dinge.

Und die nächsten Wochen sehen gut für uns aus. Ab Freitag haben wir jeden Tag für 7 Wochen Vorstellung auf der großen Bühne, was uns immer viele Gäste in den Keller bringt. Zusätzlich gibt es bereits Reservierungen für Oktober (!), nächste Woche kommt eine Studentengruppe jeden Tag zum Mittagessen und der deutsch-polnische Wirtschaftskreis hat auch schon ein paar Events bei uns in Planung.

Also: auf ein neues … !


7 Kommentare so far
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Und wir gratulieren Dir von ganzem Herzen für Dein Durchhalten und zum EINJÄHRIGEN🙂 Wir stoßen auf Dich an und wünschen Dir noch viele, erfolgreiche Jahre in der Kuchnia Chrisa – mit Deinem zauberhaften Team.

(Und uns wünsche ich, dass wir jedes Jahr mindestens ein Mal zu Dir kommen können🙂 )

Kommentar von wortteufel

@ wortteufel: mit dem einmal pro Jahr zu mir kommen habt ihr es ja bisher immer gut geschafft, egal ob in Berlin oder Posen. Nicht so wie andere Leute aus dem Hessenland…gell, Alex😉

Kommentar von artifischl

„And now I will unclasp a secret book,
And to your quick-conceiving discontents
I’ll read you matter deep and dangerous,
As full of peril and adventurous spirit
As to o’erwalk a current roaring loud
On the unsteadfast footing of a spear.“

1 Henry IV, I. 3, Macbeth.

Wäre ich, so wie manch hoch geschätzten Freunde, ein „Dink“ (double income, no kids) und dieses Jahr keine Kosmetikfirma aufzubauen gehabt, dann hätte ich sicherlich die Zeit und das Geld gehabt, mal so eben nach Posen zu fahren, selbst ohne diese Fahrt mit irgendwas andrem (…) zu kombinieren.

Enjoy yourself.

Kommentar von Alex

ach alex, war doch nur spass, ich weiss doch was los ist. da muss man doch nicht gleich auf andere leute losgehen, nur weil man persönlich mit denen einen disput hat. warum so aggro ?

Kommentar von artifischl

Disput ? …

„Ein Disput oder eine Disputation (von lateinisch disputatio, zu disputare für „berechnen“, „genau überlegen“, “von allen Seiten beurteilen“) ist ein Streit- oder Lehrgespräch. Der Teilnehmer an einem solchen Gespräch heißt Disputant‘‘.“

Das hiesse das Menschen mit einem reden, sich auseinandersetzen. Nein, einen Disput habe ich so gesehen ganz bestimmt nicht.

Alex

Kommentar von Alex

Aber lass uns doch besser über Dein Restaurant sprechen. Angesichts der Probepersonalperformance (hübsches Wortspiel)kann man verstehen, warum in vielen Küchen die Messer fliegen und Hilfsköche mit Arschtritten bedient werden.Man müsste alles alleine machen können, aber das geht nicht. (Kreuzt man dieses autark arbeitende Wunschprofil übrigens im Berufswahltestfragebogen an, kommt mit ziemlicher Sicherheit ZAHNARZT als Ergebnis raus.Aber das wäre heute keine Alternative mehr, haha).

Also Zähne zusammen beissen, vorher ne Valium, passt schon. Immer noch besser als für irgendeinen Idioten arbeiten zu müssen. Manche Menschen sind zur Selbständigkeit einfach berufen.

Wird schon alles!

Alex

Kommentar von Alex

Na, da können wir ja auch bei beidem nicht gemeint sein.
Weder beim „Dink“, noch beim Reden.

Kommentar von wortteufel




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