Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Filme die auch beim 100. mal ansehen nicht langweilig werden by artifischl
29 Juni , 2011, 7:57 pm
Filed under: Film | Schlagwörter: , , , , , ,

Gestern habe ich zum x-ten mal einen Film gesehen (Titel weiter unten in den Top 5), der mich darüber nachdenken ließ, das wir Lieblingsfilme haben die wir bis zum erbrechen und darüber hinaus sehen können. Teilweise so oft, das wir die Dialoge mitsprechen und den Tonfall perfekt immitieren können.

In meiner Teenagerzeit beschränkte sich sowas natürlich auf billige Kopien von VHS-Kasetten, ich hatte als 16-Jähriger die ganzen Sommerferien gejobbt und mir eine neue Stereoanlage und einen gebrauchten Fernseher und Videorekorder von dem hart verdienten Geld geleistet. Und damals zählten natürlich Filme wie Star Wars, Indiana Jones, Blues Brothers und Life of Brian, sowie die Teeniekomödien L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn und Pretty in Pink  (beide vom leider verstorbenen Teeniekomödienmeister John Hughes) zu den Dauerbrennern. Die Kassetten waren so ausgenudelt, der Mono-Sound ultramies, aber auch Bildstörungen und gelegentliche Bandsalate sowie fürchterliche Bildauflösung ließen uns nicht davon abbringen, diese Filme immer wieder zu sehen. Manchmal denke ich darüber nach, wieviel Zeit ich für anderes hätte nutzen können, wenn ich diese Filme nur ein oder zwei mal gesehen hätte. Aber warscheinlicher bewegen sich die „views“ der einzelnen Filme in Regionen 20, 30 oder 40 mal. Dazu kommt dann noch ein ganz intensiver TV Konsum, als ich noch zu Hause lebte, hatten wir gerade mal 3 Programme aber es wurde als Kind jeder Mist geschaut, um die Zeit zwischen „besseren“ Kinder- und Jugendsendungen zu füllen.

Aber zurück zu den wirklich GUTEN Filmen: Natürlich hat sich mein Geschmack mit den Jahren entwickelt, ich bin anspruchsvoller geworden, habe selbst einige Jahre in dem Business gearbeitet und obwohl ich eine beachtliche DVD-Sammlung mein Eigen nenne, gibt es gibt es einige Perlen, an denen ich mich wirklich nicht satt sehen kann.

Auf Platz 5:
Ferris macht blau

Dieser Film ist einer DER Filme, die ich schon in meiner Jugend so oft wie möglich sah, und es bis in die heutige Zeit geschafft hat. Schon hier beweist Matthew Broderick sein Riesentalent als Komödiant und irgendwie wollten wir alle sein wie Ferris. Genial auch Charlie Cheen in der Szene in der Polizeistation. Wenn man sich Nachrichten über ihn heutzutage ansieht, muss man zwangsweise zu dem Schluss kommen, das ihm in konstant gleichbleibender Lebensweise keiner was vormacht. Er hat immer nur sich selbst gespielt.

Auf Platz 4:

Tampopo

Der Trailer ist im Original, den Film gibt es ab 7 Euro mit deutscher Synchronisation bei Amazon. Gesehen habe ich den Film 1990 im Moviemento-Kino in Kreuzberg. Damals dachte ich, ich wüsste ein wenig über Asiatische Küche bescheid. Worum geht es ? Im Grunde ums essen. Der Film öffnete mir die Augen, was asiatische Kochkunst angeht und daß das, was wir in Europa bis zum Ende der 90er Jahren vorgesetzt bekamen, nicht wirklich Asiatisches Essen war, sondern eine europäische Idee, was Asiatisches Essen ist. Der Film bettet in die Rahmenhandlung (eine junge Küchin versucht in vielen Abenteuern herauszufinden, wie man die perfekte Nudelsuppe zubereitet) viele kleine Kurzgeschichten ein die alle unterschiedliche Formen der Nahrungsaufnahme im soziokulturellem Kontext betrachten. Ich war der Meinung, der Regisseur ist volkommen durchgeknallt, aber mit der Zeit verstand ich mehr und mehr, daß der Film ein kaum übertriebenes Abbild der Japanischen Gesellschaft ist. Empfehlenswert für jedermann, für Foodies ein MUSS  !

Auf Platz 3:

Good Fellas – 3 Jahrzehnte in der Mafia

Der Beste Schauspieler der  Welt ( deNiro), der beste Kameramann (Ballhaus) und einer der genialsten Regisseure (Scorsese) – was will man mehr. Auch beim 10ten mal schauen entdeckt man Kleinigkeiten, Kamerafahrten und Ausstattungsdetails die mit so viel Liebe in Szene gesetzt wurden, dass man als Filmfreak nur niederknieen kann.  Das ganze begleitet von einem Soundtrack mit einem Kaleidoskop aus 3 Jahrzehnten Musikgeschichte. WOW !

Auf Platz 2:

The Producers

1968 zu beginn seiner Karriere schuf Mel Brooks einer wenig beachteten, da streckenweise sehr langatmigen Film, in dem ein Broadwayproduzent und ein Buchhalter versuchen, ein erfolgloses Musical zu produzieren, da unter Anwendung gewisser Rechenspiele ein Flop mehr Geld einbringen kann als ein Hit. Nach nächtelanger Suche und Durchforstung schrecklicher Skripte finden sie das Exposee von Franz Liebkind mit dem Titel „Springtime for Hitler“ …

Das Thema ließ Brooks wohl nicht mehr los und er wandelte den Film in ein Musical mit mehr Songs um und landete einen der größten Broadwaymusicals aller Zeiten. Das Musical gewann 12 Tonyawards (von 15 Nominierungen) und war das erste Musical, das in alloen Kategorien gewann, in denen es nominiert wurde.

Nachdem Riesenerfolg war klar, daß es auch eine neue Filmfassung geben muss. Und diese ist somit kein Remake von 1968, sndern eine Filmfassung der Musicalversion. Und erst bei verfassen dieses Artikels wird mir bewusst, das in 2 Filmen Matthew Broderik als Hauptdarsteller auftaucht.Hier trifft er mit seinem Humor voll ins Schwarze. Zusammen mit einem stimmgewaltigem Nathan Lane und der unfassbar sexiest actress Uma Thurmann bekommt man eine Komödie geboten, bei der jede Szene ein Kracher ist. SEN-SA-TIO-NELL.

UND NUN DIE NUMMER 1 !

Der Film, der mich inspirierte, diesen Artikel zu schreiben. Gestern erhielt ich ein Geschenk, ein Buch, eine Bedienungsanleitung, ein Fanguide, eine Biebel zu dem wohl grooooßartigsten Film bisher.

The Big Lebowski

Soll ich was dazu sagen ? Ich glaub, ich muss. Zu allererst ist Jeff Bridges wohl der unterbewerteste Schauspieler unserer Zeit. Egal ob in The fabolous Bakerboys,  König der Fischer, oder sogar TRON – der Mann kann alles spielen und die Rolle des Jeff Lebowski ist ihm in der Tat auf den Leib geschrieben.

Die Coen Brothers als Regisseure: Wenn ich die gleiche Liste in 10 Jahren schreibe, dann werden warscheinlich 5 von 5 Filmen aus deren Feder stammen.  Und warscheinlich wird dann Burn after Reading dabei sein. Ich liebe alles, was die gemacht haben (vielleicht mit Ausnahme von Raising Arizona) und verfolge deren Schaffen seit Baron Fink intensiv.

Ein großartiger John Goodman und ein sensationeller John Toturro alias „Jesus“ komplettieren dieses Meisterwerk. Kein Film lässt mich zu mehr Zitaten im täglichen Sprachgebruch hinreissen. Und auch die weniger alltäglichen Dialoge sind der Wahnsinn: „Ich lutsch Deinen Schwanz für 1000 Dollar !“ – „Na, da werd ich mal sehen, das ich einen Geldautomat finde“

Wer den Film nicht kennt, lässt alles stehen und liegen und besorgt sich den. Ausleihen, downloaden, what ever.

Und was könntet Ihr ewig sehen ???


5 Kommentare so far
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Also das wird hier erst mal nur ein Vorkommentar zum Hauptkommentar. Da es noch sehr füh ist, gesten aber recht spät wurde, muss ich mich erst noch sortieren (und schauen, dass ich nen Geldautomaten finde).

Arti, DER Artikel war ja wohl End-Überfällig!

Ich erinnere mich noch daran wie Du vor etwa 13 Jahren zu mir sagtest : „WAS? Du kennst „The Big Lebowski“ nicht???“
Seitdem ist es auch einer meiner Lieblingsfilme.

Das mit dem Buch bitte genauer erklären !?!?!

Tampopo ist DER wichtigste Film für „Foodies“. Da ich vollkommen Asien-verrückt bin (momentan wieder noch viel extremer, aber das wird auf MEINEM Blog erzählt, hehe) gehört Tampopo auch zu meinen Top-Filmen, zu denen auch die folgenden Meisterwerke zählen :

Indien
Trains, Plains & Automobiles
Brazil
Who is killing the great chefs of Europe ?
Alien
Blade Runner
Der Pate, Teil II
Scarface
The Silence Of The Lambs
Fanny
Lawrence von Arabien
2001
Monty Python & The Quest For The Holy Grail
Goldfinger

Hmm. Zeit mal wieder den Themenbereich „FIlmbesprechung“ auf dem Blog aufleben zu lassen ;o)

Bis später, brauch jetzt erst mal viel Kaffee.

Alex

Kommentar von TheEverlastingClub

FILMTIP!

Heute Abend läuft auf BR3 um 20:15 Uhr doch tatsächlich einer der Filme aus meiner Liste : „Who is killing the great chefs of Europe“, oder in der simplifizierten Eindeutschung : „Die Schlemmerorgie“.

UNBEDINGT ANSEHEN! 70er Jahre Kult, Irgendwo zwischen „Das große Fressen“ und Louie de Funes.

Alex

Kommentar von TheEverlastingClub

Also gestern dann mal die Schlemmerorgie geschaut. Leider gehen unsere Geschmäcker da stark auseinander, ich fands höchstens kurzweilig unterhaltsam, sicherlich nicht für wiederholten Genus. Und: (Achtung Spoiler) Wie soll denn die Mörderin ob Ihrer Statur geschafft haben, auch nur einen der Köche umzubringen ?
Viel besser war da dann doch die Doku „Ich, Koch“ im Anschluss: http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/film-und-serie/ich-koch-dok-fest-film-ID1287137407540.xml
Ein sehr gutes Abbild junger Kochlehrlinge in Deutschland.

Kommentar von artifischl

Wer braucht Logik wenn er Scotch hat ?

Schade das er DIr nicht gefallen hat. Mir gefallen diese alten
70er Jahre Schinken einfach, sie sind nicht so grenzenlos glattpoliert, durchdacht und seelenlos wie das Programm von heute.

Alex

Kommentar von TheEverlastingClub

Das hast du sehr gut erkannt. Es gibt einfach Filme, die nie langweilig werden. Ich selbst habe zum Beispiel FIght Club bestimmt über 10 mal gesehen, oder Dave mit Kevin Kline. Zu meinen absoluten Dauerbrennern gehört auch „DIe unglaubliche Entführung der verrückten Mrs. Jones“ mit Bette Midler. Jumanji ist definitv auch ein Film, den ich immer wieder sehen kann, und das schon seit ich 12 bin. =) Deine Auswahl ist aber auch gut. Der Dude ist einfach der Beste!

Kommentar von bwgalerie




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