Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


EiFon blogging aus den Masuren: die neue alte Küche by artifischl
26 Juni , 2010, 6:29 pm
Filed under: Flüssignahrung

Ewig nix gebloggt, hier ein Lebenszeichen , denn ich bin in den Masuren und habe dorthin meine Berliner Kücheneinrichtung inklusive meinem 5-Flammen Turboherd gebracht. Nachdem ich höchstpersönlich den Herd von Stadt- auf Flüssiggas umgebaut habe, das Haus noch immer nicht abgefackelt ist und sogar die angeschraubten Hängeschränke zu halten scheinen, genieße ich ein ŁOMŻA auf der Hollywood Schaukel in der Abendsonne. Das ist ein unpasteurisiertes Bier mit sensationellem Geschmack und jedem Bierfan wärmstens zu empfehlen !

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Der Wein für zwischendurch… by artifischl
23 Januar , 2010, 7:58 pm
Filed under: Flüssignahrung, Krank | Schlagwörter: , ,

Gerade bei „Kochschlampen“ Entdeckt:

http://kochschlampe.com/2010/01/17/pausenwein/

und für ne Sekunde geglaubt, das ist ein Fake. Ich mein, Wein in Kartons kennt man ja, aber in Susi-Sunkist-kleinen Portionsmengen und dann auch noch mit Trinkhalm ! Ich war verwirrt.  Denn auch ich frage mich zum ersten: „Wer ist die Zilegruppe ?“ und zum zweiten: „Wer investiert in die Produktion eines solchen Produkts ?“

Es werden ja unglaublich viele neue Produkte jedes Jahr auf den Markt geschmissen und ich schätze, in der Lebensmittelindustrie finden weniger als 1 % ihren Weg als bleibendes Produkt auf dem Markt. Aber wird hier nicht vorab ein wenig Marktforschung betrieben, ob sich überhaupt irgendwer für dieses Produkt begeistern könnte ? Und dann erschreckt mich der Gedanke, das da vielleicht wirklich vorher Marktforschung betrieben wurde und diese ergeben hat, das dieses Produkt einen Markt haben könnte !

Ich meine WER ist die befragte Personengruppe ? Astronauten, die auch mal gerne ein schlückchen Wein zu sich nehmen wollen ? Oder wird das nun in Flugzeugen so angeboten, damit der liebliche Beerensaft bei Turbulenzen nicht die Hose vollsaut ? Oder gibt es tatsächlich Menschen, die nur noch praktisch denken und den Pausenwein in 24er-Packs im Großmarkt besorgen um diesen als besondere Überraschung in den Aktenkoffer des/der liebsten zu packen ? Am Ende gar eine gute Tarnung für Alkoholiker und ungestörtem Weingenuss am Arbeitsplatz ?

Haben wir zu befürchten, das im kommenden Sommer Bänker und Anwälte in Frankfurt in ihrer Mittagspause am Brunnen vor der Alten Oper sitzen und mit dem warscheinlich zu kurzen Trinkhalm schlürfgeräuscheproduzierend versuchen an die letzten Weinreste zu kommen ? Dabei bekleckern sie ihren Anzug mit der Trüffelsauße von MacDoofs neuem Kaviar-Goldstaub-Burger.

Ich kann mir vieles vorstellen, aber das meiste glaub ich dann auch wirklich erst, wenn ich es sehe. Aber anscheinend liege ich mit meinem Geschmack weit abseits der Norm. Vor 15 Jahren überlegte ich mit Kumpel Jan zum Spass, ob es theoretisch möglich wäre, Champagner in Dosen abzufüllen völlig überteuert auf den Markt zu werfen. Wir stellten damals oft Überlegungen zu unserer Erheiterung an, Ziel war es, Gedanken von größtmöglicher Sinnlosigkeit hervorzubringen. Denn je sinnloser der Gedanke desto ausufernder war die Heiterkeit !

Und was passiert ? Ein paar Jahre später wirft ein Prosecco-Hersteller den ersten Dosenprosecco auf den Markt, beworben von Berufsgrinsetante Paris H. Aber wir behielten recht mit unserem Gedanken über die Sinnlosigkeit des Produktes, denn trotz der Medienwirksamen Auftritte von Frau H. entwickelte sich das Gesöff zum Ladenhüter. Mittlerweile Lagerten in einer Halle in Serbien 30.000 Dosen der Fickbrause und keiner wollte sie mehr haben. Der Hersteller versuchte, das Zeug palettenweise zu versteigern, allerdings mit dem Problem, das nur einen Monat später  das Haltbarkeitsdatum ablief. Wie der Hersteller das überlebt hat, weiss ich nicht, aber die Brause gibt es immernoch, mittlerweile sogar in mehreren Geschmacksrichtungen: Passionsfrucht oder Erdbeer-Cassis.   Stillos geht die Welt zu Grunde…



„Gott schütze uns vor dem Zorn der Nordmänner!“ by artifischl
16 Dezember , 2009, 11:20 pm
Filed under: Dinnerparty, Flüssignahrung, Restaurantgeschichten | Schlagwörter:

….war ein häufiger Ausruf im 10. Jahrhundert, denn damals kamen die norwegischen Wikinger über Europa und überfielen und beraubten hauptsächlich Klöster – nicht aus religiösen Gründen – sondern weil dort wahnsinnig viel Messwein, Met und Leckereien gebunkert wurden !

Und das haben die Norweger im Blut, das geht auch nicht weg. Bis heute nicht. Ich weiss das, denn 100 Norweger waren am Samstag zur typischen norwegischen Weihnachtsfeier in meinem Restaurant. Und das kam einem Überfall gleich.

Hier ein Video, als die Meute gerade erst angekommen war und lediglich einen Glühwein und einen Aquavit intus hatte:

Gefeiert wurde dann bis 7 Uhr morgens. Getrunken wurden:

– 10 Liter Aquavit
– 150 Liter Fassbier
– 30 Flaschenbier
– 25 Flaschen Wein
– 5 Flaschen Champagner
– 10 Flaschen Wodka
– 100 Cocktails
– 120 Gin Tonics
– 10 Liter Wiskey, Contreaux, Bacardi
– 1 Liter Cachaca
– 3 Liter Tequila
… und zum Anheizen 10 Liter Glögg

Das sind also im Schnitt ca. 1,6 Liter Alkohol pro Person, vieles davon hochprozentig.

Und nun der „Damage-Report“:

– 36 Biergläser kaputt
– 10 Blumentöpfe auf den Boden gefeuert
– 8 Stoff-Tischdecken unkenntlich gemacht (die haben da teilweise ihre Namen mit Textmarkern draufgeschrieben – geht’s dämlicher ?)
– ein bis zum Rand vollgekotztes Waschbecken (aber wenigstens das Becken getroffen)
– 10 Weingläser zerbrochen
– 1 volles Rotweinglas an die Wand geschmissen
– 2 Salatschüsseln zerdeppert
– 1 auf Kappa gedrucktes Foto von der Wand geholt und als Tischuntersetzer benutzt (damit dieser nicht wackelt)
– 1 Bild geklaut (aber netter Weise wieder zurück gebracht)
– 1 geklaute Jacke incl. Papieren, Kamera und Handy
– und mindestens eine Beziehung ist an diesem Abend auch in die Brüche gegangen (der Gatte flirtete mit einer anderen, woraufhin seine Frau wie eine Furie auf das Objekt seiner Begierde losging, Drama mit Tränen und Gezeter, aber so wichtig kann der Gatte nicht mehr gewesen sein, denn später versuchte seine Frau, sich an mich ranzumachen, während ihr Mann schräg gegenüber saß. )

Gestern dann kam das Organisationsteam aus ihren Löchern gekrochen, trank erstaunlich wenige Blutige Marias und entschuldigte sich ausgiebig bei mir. Wir einigten uns, den Schaden gemeinsam zu tragen und im nächsten Jahr  ein paar Probleme etwas besser im Vorfeld auszuschalten.

Aber noch nie habe ich so oft wie an diesem Abend den Satz gehört “ Höööi Chriiiiis, the fucking best fuckin party eeeever !!!!!!!! „. Das freut einen dann doch sehr. Und ich freu mich heimlich schon aufs nächste mal !



Espresso in Berlin by artifischl
16 April , 2009, 10:35 am
Filed under: Flüssignahrung, Food-Dealer | Schlagwörter: , ,

Ich bin ja, was Kaffee angeht, nicht so der Auskenner, sondern einfach eher der Genießer. Bisher konnte ich da auch nie wirklich Tips geben, wo der Kaffee ganz besonders gut ist und wo eher solala. Das hat sich jetzt geändert:

espresso-berlin

Denn auf Grund eines Tips von Kochfreund Phillip haben wir am Ostermontag den sensationellsten Espresso getrunken, der mir bisher in Berlin angeboten wurde – im Kirk Royal am Paul Linke Ufer in Kreuzberg (ganz nahe der Kotbusser Brücke).

Die Bohne stammt von der Berliner Kaffeerösterei Andraschko, einer recht jungen Rösterei (gegründet 2006), man ist dort unglaublich bemüht, Kaffee aus kleinsten Lagen zu erwerben und zu fairen Konditionen einzukaufen.
Der Espresso wurde in sehr dickwandigen Tassen mit Keramik-Deckel aufgetischt, was ich sehr lobenswert finde, denn auch wenn ich nicht viel über Espresso weiß, sollte er doch wenigstens die richtige Temperatur haben – also HEISS, aber nicht so, das man sich die Lippen verbrüht.

Und wo gibt es bei Euch den besten Espresso ?

Andraschko:
http://www3.andraschkokaffee.de

Kirk Royal:
http://www.kirkroyal-berlin.de



Bei Fressack II by artifischl

Beim Schreiben dieser Zeilen überlege ich, ob ich meinen Blog nicht in „Fressacks Jünger“ oder „Golden Angel Rulz“ umbenennen sollte. Huldigt und lobpreist diesen Mann und seinen Goldenen Engel, die großartigste Stätte hessischer Kost, dem Himmel der Schnäpse, Fruchtbrände und des Äppelwoi, sowie großartiger Unterhaltung für Freunde des schwarzen Humors und des hessisch gebabbels.

Einer der Namensgeber des Wirtschaft

Einer der Namensgeber des Wirtschaft

Unser Magen übererdete uns ohne irgendwelche Formen von Wiederstand bereits eine Stunde vor offiziellem Treffzeitpunkt in Bergen Enkheim bei Frankfurt in der Marktstrasse im Goldenen Engel einzufallen.

Wenn man den eintritt, schwebt einer der Namensgeber über den Köpfen. Dieser besitzt eine Statur, die Ausdrückt, was in den nächsten Stunden passieren kann, bzw. welche Rundungen man seinem Körper antun kann – und genau das haben wir auch geplant: Schlemmen bis nix mehr geht. Auch Fressacks Frage: „Wie kannst Du so viel Essen und nicht zunehmen – ich nehm schon zu wenn ich das Fettgedruckte in der Zeitung lese !“ (Brüller), hält mich nicht von meinem Voihaben ab, mit ein paar Kilo mehr das Restaurant zu verlassen. Das ist überhaupt einer der Hauptgründe (neben dem sensationellen Essen), der Wirt ist Wirt, Entertainer, Gastronom, Fachsimpler, Komiker in einem und sich nie für einen Spruch zu schade. Das macht den Charme dieses Ladens aus.

Hessische Nuggets - Handkäs mit Musik (diese macht im goldenen Engel rote Zwiebeln)

Hessisches Gold in fester Form - Handkäs mit Musik (diese machen im goldenen Engel die roten Zwiebeln)

Schön ist auch, das der Wirt zeit findet, sich mit uns an den Tisch zu setzen und seine eigene Malzeit dort verzehrt, die er mit „Das ist gut hier, ich muss mal öfter herkommen“ kommentiert. Mehr Sprüche muss man selbst erleben kommen, ich hab irgendwann aufgegeben auch nur Stichpunkte mitzuschreiben, kleine erinnerungen, wie das hier abging. Zu schnell sprudeln die Kracher aus des Fressacks Mund. Seine Schnauze amüsiert, aber er bleibt immer im Ramen und hat sogar ein essen und freundliche Worte für die anwesende Vegetarierin parat.

Wir genießen den sensationellen Handkäs, Tolle Rippchen mit Kraut, Großartige Stampfkartoffeln und viele weitere hessische Gaumenfreuden.

Der Wirt in seinem Element

Der Wirt in seinem Element

Bei einem Besuch im Goldenen Engel darf natürlich die Schnapsverkostung nicht fehlen. Die Karte zählt gefühlt 130 Schnäpse, Brände und anderes hochprozentiges. Ich lasse mich mit einem Mandelschnaps verwöhnen, aber auch der Äppler, der Rotwein und andere Flüssigkeiten fliessen in Strömen. Wir geben uns auf jeden Fall große Mühe, der Fressack-Aussage „Nichts trinken kann ich auch zu Hause“ zu trozen. Mit großem Erfolg.

Auch der mitgebrachte Nalewka wird verkostet und Animiert dazu, sich einen Nachtisch für diese 40 %ige Genussbombe auszudenken. Dies wollen wir bei gelegenheit gemeinsam zubereiten und taufen das ganze dann das „Get-Pissed-Immediately“-Menü.

Wir sind die letzten Gäste, als wir die Wirtschaft verlassen, hat der Koch schon seit langem Feierabend und der Fressack bestellt 2 Taxis, sodaß wir und er sicher nach Hause kommen und diesen rundum gelungenen Abend möglichst bald wiederholen. können.

Lieber Fressack, vielen Dank, Du bist ein Gastronom von denen es leider nur ganz wenige gibt. Bei jedem zukünftigen Frankfurtbesuch werde ich einen Besuch im Goldenen Engel ganz fest einplanen !



Warum sind polnische Bierbrauer so schüchtern ? by artifischl
Boss Export Pils

Heute will ich mal ne Lanze für das wunderbar süffige polnische Bier ( Piwo ! Piwo ! Piwo ! ) brechen. Achtung Klugscheissermodus ein: Eine Lanze brechen: Aus der Rittersprache, wo sich bei Zweikämpfen der Sekundant im Falle einer bedrohlichen Situation schon mal einmischte und dabei den Bruch seiner Lanze, wenn nicht mehr, riskierte. Klugscheissermodus aus.
Denn das Polnische Bier ist ganz herrlich und selbst unter den großen Brauereien gibt es einige, die sich trauen, was ganz passables zusammen zu brauen.

Aber für den Export und auch für den Verbrauch im eigenen Land
werden viele Polnische Biere umbenannt, sei es um cooler zu klingen oder nach der Meinung der Brauer für fremdländische Zungen überhaupt aussprechbar zu sein. Bosman, Elbrewery, Goolman & Redd’s hören sich für mich jedoch viel weniger cool als Zywiec, Okocim Karmi oder Debowe Moscne an.

Mein aktuelles polnisches Lieblingsbier, das Boss Pils bekomme ich zum Beispiel NUR im Ausland, sprich in Berlin. Dort befindet sich neben einem Hoffmann-Getränkemarkt in der Kreuzberger Ohlauer Str. ein weiterer Getränkemarkt (ich war erst stuzig – was soll das) für Polnischen Bier- und Vodka-Import. Der clevere und freundliche Eigentümer des Ladens verkauft das Bier aus der Witniza Brauerei, welche nur 50 Kilometer hinter der polnischen Grenze liegt, in die Ganze Welt. Seine Hauptabnehmer sind Schweden und die USA ! Diese alt ehrwürdige Brauerei wurde bereits im Jahre 1848 gegründet und im Jahr 2000 sogar in „BOSS Browar Witniza“ umgenannt.

Eine weiteres Großartiges Bier, das so garnicht in ein Polnisches Namensbild passen möchte, ist das „Dog in the Fog“-Bier, zugegeben ein echt Spitzen-Name, aber halt nicht polnisch. Die in Poznan ansässige Brauerei möchte mit dem Namen den „Englischen Geschmack“ des Bieres zum Ausdruck bringen.

"Dog in The Fog" Bier

Auf jeden Fall schmeckt das Bier kühl gelagert nicht nur bei Nebel, sondern auch bei Sonnenschein ! Schon ein bisschen Kräftiger als ein Pils, aber sicher nicht so Bitter wie ein Guiness.

WIr hatten das ja auch mal, das alles cool war, was sich Englisch anhörte oder in den deutschen Wortschatz übernommen wurde. Dabei gefallen mir heute so Worte wie „Waldlauf“ statt „Jogging“ wieder viel besser und ich wünschte mir, die Polen würden mehr an ihrer Sprache festhalten, auch wenn sie noch so schwer zu erlernen ist.