Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Das Festival des guten Geschmacks… by artifischl
26 August , 2011, 3:28 pm
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…fand vom 12. bis 15. August zum fünften mal in auf dem alten Marktplatz in Posen statt. Da ich in den vergangenen Monaten mehrfach für Slowfood in Polen aktiv war und Kontakte zum Berliner Konvivium knüpfte, wollten die Veranstalter des Festivals (die zum Teil den Vorstand von Slowfood Poznan stellen), das ich dieses Jahr unbedingt mit einem eigenen Stand vertreten bin.

Zusammen mit unseren Freunden vom Restaurant TOGA mieteten wir also eine 6 qm Bude um für unsere Läden ein wenig die Werbetrommel zu schwingen. Wir einigten uns darauf, jeweils nur ein Gericht und Wein anzubieten, Piotr vom Toga orderte also 1.400 Austern von Bester Qualität und Größe und ich mietete einen Ofen an, um frische Flammkuchen zu backen. Sowohl die Austern wurden von vielen Leuten nicht erkannt, und die Tarte Flambée kannte fast gar keiner.

TheEverlastingClub fragte kürzlich beim beim Betrachten der Festivalfotos, was es mit dem dämlichen Kuhkostüm auf sich hat. Hier mal wieder eine Lektion in polnischer Mentalität und Verhaltensweise. Die Polen sind zwar sehr stolz, besonders auf ihre Produkte und ihre Arbeit, aber sehr zurückhaltend und übertrieben höflich, wenn es darum geht, dies einem möglichen Kunden persönlich anzubieten. Indirekt über unzöhlige Werbeplakate schon, aber in Geschäften sind aufdringliche Verkäufer fehlanzeige. Wenn wir mit unseren für den polnischen Markt eher unbekannten Produkten gewartet hätten, das sich jemand dafür interessiert, hätten wir wohl garnix verkauft. Daher schmiss ich mich in mein grelles Kuhkostum um neben Piots voluminöser Erscheinung wenigstens ein bisschen in Sachen Aufmerksamkeit zu punkten und wir buhlten Marktschreierisch um die Wette: „Austern, frische Austern, die Besten in Polen“ im Kanon mit „Tarte Flambée, Medame et Monsieur“ riefen wir so laut wir konnten. Und es zeigte Wirkung. Erst der Blick auf 2 unterschiedliche seltsame Gestalten die rumbrüllen, dann das näher kommen, weil die Neugier groß ist und dann erklärten wir, was wir anzubieten haben.

Neben dem klassischen Flammkuchen hatten wir für die Speckverächter eine Version mit hauchdünnen Tomatenscheiben und wildem Ruccola im Angebot und eine süße Version mit Äpfeln, Zucker und Zimt.

Die Liebste erklärte mit einer Engelsgeduld jedem Kunden alles über Flammkuchen als würde sie aus dem Elsass stammen und entwickelte sich zum Verkaufsgenie, das den meisten Kunden dann auch noch ein Glas unseres leckeren Chilenischen Chardonnais zum Bundlepreis gleich mitverkaufte.

Es gab aber auch andere lecker Dinge auf dem Markt zu entdecken. Polen zählt im Ausland sicher nicht zu den Ländern an die man denkt, wenn es um guten Käse geht. Dies is jedoch ein grober Fehler. Denn die 84 eingetragenen Biokäsebauern im Verband produzieren einen sensationellen  Käse, der wahrhaftig in einem Fall sogar italienische Food-Journalisten zu der Aussage hinreissen ließ, daß dies der beste Käse sei, den sie jeh gegessen haben ! Der besagte Käse stammte von unserem Freund Marek, über den ich schon auf meinem Käsefestival Artikel berichtete.

Was ich bis dahin auch noch nicht kannte, war eine polnische Version des Lardo, mit einem Mantel aus Chilli und Paprika. Sehr scharf, aber auf einer Scheibe leicht süsslichen Bauernbrotes ein absoluter Foodgasm.

Vor allem Piotrs Austern entwicketen sich zum Verkaufsschlager. Bei der Bestellung pochte er darauf, mindestens die Größe „B Large“ zu bekommen. Und die Lieferung aus Holland erfüllte alle Erwartungen. Die echten Foodfreaks kamen an allen 4 Tagen vorbei, um die Edle Meeresfrucht zu verspeisen und auch ich konnte 2 mal am Tag nicht nein sagen und genoss die Austern mit einem eiskalten Glas sizilianischem Schaumwein.

Das beste Kompliment des Wochenendes erhielt ich jedoch von einem französischen Pärchen, das aus dem Elsass stammte. Sie waren sich so sicher, das ich ebenfalls aus der Region kam und sprachen mich zuerst auf französisch an. Anschließend attestierten sie mir, daß es wohl der beste Flammkuchen war, den sie jeh gegessen hatten und ich ein Geschäft daraus machen soll !

Alles in allem ein wunderbares Festival das ich wärmstens empfehlen kann. Besonders für Berliner und Brandenburger ist es nur noch ein Katzensprung – mit dem Berlin-Warschau-Express kann man morgens anreisen und noch am gleichen Abend zurück fahren. Die Fahrtzeit beträgt nur noch etwa 2,5 Stunden. Wenn ich bedenke, das Foodies auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen um die halbe Welt reisen, wäre es doch viel sinnvoller, mal „vor der eigenen Haustür“ nachzusehen, was es da zu entdecken gibt. Bei über 100 Ausstellern gibt es sicher großartiges zu entdecken !

Weitere Fotos gibt es hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteInPoznan?authuser=0&feat=directlink
und hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteDay2?authuser=0&feat=directlink

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Mitbringsel für Foodies by artifischl
24 März , 2010, 9:06 pm
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Meine liebste, ihres Zeichens Theaterschauspielerin vereist 2-3 mal im Jahr mit dem Ensemble zu Gastspielen ins europäische Ausland. Letzte Woche ging es nach Südostitalien, genauer gesagt nach Barletta in Apulien.

Habe ich schon mal erwähnt, das meine Süsse eine großartige Lebensmittel-Mitbringerin ist ? Auf jeden fall ist für mich seit Montag Abend sowas wie Schlaraffenland zu Hause:

Da hätten wir: jede Menge Primitivo, Salami, Käse, Tomaten-Pepperoni-Creme, Grappa, Kekse, Lavazza (ja, gibt es auch in Polen, kostet da aber das doppelte)  und Lila und grüne Oliven. Letzte sind von einer so sattgrünen Farbe und großartigem Geschmack – ZUM NIEDERKNIEN, das man eigentlich nicht am Kühlschrank vorbei kommt, ohne mindestens 2-3 davon zu naschen. Und wenn man dann schon mal die Tür offen hat, packt man die Salami aus (nur ein Scheibchen…ok, noch eins, diesmal eeeetwas dicker), und plötzlich steht alles auf dem Tisch, man bestreicht lecker Brot und genießt das Leben ! Irgendwas machen die Italiener verdammt richtig !



Sich einmal durch den Planeten futtern. Die ITB in Berlin. by artifischl
19 März , 2010, 8:47 pm
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Der EverlastingClub hat mal wieder nen Artikel geschrieben, den MUSS ich natürlich hier veröffentlichen. Ich wünsche gute Unterhaltung…

Ich stehe vor dem Informationsschalter der Halle „1“ auf dem Berliner Messegelände. Das Problem ist, daß ich zu Halle „26“ muss und die Beschilderung um mich herum in etwa so hilfreich ist, als hätten sie Tafeln mit „dahin“, „dorthin“ und „weiterhin“ aufgestellt. Bevor es also so richtig los geht und wir hier, wie üblich, über all die guten Dinge sprechen, dürft ihr erst mal zusammen mit mir leiden :

TEC : „Hallo. Wie komme ich bitte zu Halle 26 ?“

Tussi am Infostand : Steht da und GLOTZT

TEC : (Checkt kurz sein Gesicht im Schminkspiegel der Begleitung. Nein, es klebt keine Scheisse an der Backe). „Ähm. Halle 26 ?“

Tussi am Infostand : Steht da. Dumm, stumm und GLOTZT. Ausdruck des Entsetzens auf Ihren Gesichtszügen.

TEC : „Gibt es da ein größeres Problem ?“

Tussi : „Sie wollen zu Halle 26?“

TEC : „Ja.“

Tussi : „Also.. also det is EIGENTLICH SEHR WEIT.“

TEC : „Es gibt 26 Hallen. Ich bin hier in Halle 1. Hab ich mir ja schon gedacht das es WEIT ist…“

Tussi : „Ja. Eben.“. Steht da. GLOTZT.

TEC : „Ich würd da aber EIGENTLICH schon gerne hin… Also ? Hmm ? Naa??“

Tussi : „Ja aber..“

TEC (echt sauer) : „Und zwar JETZT GLEICH!!!“ (Die Begleitung wendet sich peinsam betreten ab)

Tussi : Seeeeuuufzt. Stöhnt. „Nagut. Denn kieken mer mal.. aaalso…“

Ich erspar Euch den Rest. Das wirklich Schöne an diesem Erlebnis war, daß es danach nur besser werden konnte und auch wurde. Vielleicht wollten Sie wegen Überfüllung ne Art Vorselektion („Alder. Du kommst hier net rein!“) machen, oder Wowereit praktiziert Hessen-bashing aus Hass auf Roland Koch, vielleicht lags auch an meinem T-Shirt („Ganz Berlin mit dem Brechreiz ringt, wenn der Kuhdamm erst nach Handkäs stinkt!“). Ich weiss es nicht. Könnte ich zeichnen und wäre mein Name ‚Edeka‘ (begnadeter franz. Künstler) würd‘ ich nen Comic draus machen (in diesem Zusammenhang sei der Comic  „Einen Franzosen auf Urlaub fangen“ vom  nämlichen Künstler sehr empfohlen). Aber egal.

Messen. Können ganz toll sein, müssen sie aber nicht. Ich reiss mich nicht so wirklich um Messen, aber diesmal war es dann doch „ganz toll“.

Das wir geschäftlich in den Asien-Pavillion mussten öffnete uns ein Tor in ein kulinarisches Wunderland, denn die Aussteller der ITB waren durchaus darum bemüht den Besuchern auch die kulinarischen Spezialitäten ihrer Länder zu präsentieren. Zwar nicht immer unentgeldlich und manchmal nicht unbedingt in bemerkenswerter Qualität, aber insgesamt dermassen abwechslungsreich und untermalt mit quietschbunten, grandiosen Messe-Bauten, Shows und Musik (ich fand den asiatischen Pavillion den mit Abstand am schönsten), daß wir uns teilweise vorkamen wie Alice im Wunderland.

Eine Offenbarung war dann auch das direkt neben unserem Stand „Indonesian Coffee“ platziert war, und wir uns während der ganzen Zeit kostenlos mit frischem Kaffee versorgen konnten, von dem es jeden Tag eine andere Sorte (!) gab. Aus Bali, aus Papua Neuguinea, Aus Sumatra… Die Sensation : Den teuersten Kaffee der Welt, nämlich „Kopi Luwak“, gab es auch! Der wird in den Metropolen für durchschnittlich € 15,– die Tasse verkauft. Warum der so viel kostet ? Ganz einfach : Gewonnen wird der Kaffee aus Bohnen, die zuvor von einem niedlichen kleinen Tierchen, dessen Namen ich jetzt leider vergessen habe (ist aber auf der Packung abgebildet) AUFGEFRESSEN werden. Die Böhnchen durchwandern dann den Verdauungstrakt des posierlichen Nagers, wobei ihnen bestimmte Enzyme zugesetzt werden die sich extrem positiv auf die geschmackliche Veränderung der Bohnen auswirken. Tja, und wie bereits Helmut Kohl sagte : „Wichtig ist dann nur was hinten raus kommt!“. Hier gibt dann wirklich jedes Böhnchen ein Tönchen, und wer davon noch nicht abgeschreckt wird macht sicherlich auch vor dem Schnäppchenpreis keinen Halt.

Mir hat der Kaffee jedenfalls geschmeckt, für manch anderen war er für den Arsch.

Weiter ging es dann zu Garuda Airlines. Ja, die fliegen wieder! (O-Ton der begeisterten Mitarbeiterin : „We have a new plane!“). Aha.  Ich erinnere mich das mir bei Garuda mal der Sitz kaputt ging, mir Wasser auf den Kopf tröpfelte und die Verkleidung abfiel, und zwar alles auf dem selben Flug. Das indonesische Essen schmeckte allerdings immer sehr gut. Deshalb haben sie auch das fabelhafte Nationalgericht „Rendang“ angeboten, wenn auch in sehr kleinen Portiönchen.

Aber ich bekam Nachschlag. Es war köstlich. Rendang ist eine Art Fleisch-Curry-Eintopf der mindestens 5 Stunden langsam einköcheln muss. Dabei entsteht eine wunderbar zart-sämige Kokos-Rindfleisch-Masse. Stellt Euch eine Kreuzung zwischen einem ungarischen Pörkölt und einem indischen Curry vor, dann habt ihr es ungefähr.

Etwas weniger lecker war gegenüber bei Korean Air das hoch angepriesene BIBIMBAP. Hier war der Name Programm. Das Zeug wurde mit Mikrofon, Beamer-Leinwand und eingeflogener Chefköchin promotet – so wirklich überzeugen konnte es mich dann aber nicht. Eine Art asiatischer Risotto welcher, naja, geBAPT hat. Im Flugzeug würde man das Zeug wahrscheinlich begeistert runterschlingen, auf dem Boden zählen dann doch wieder andere Maßstäbe.

Die Phillipinen waren dann etwas knausriger. Ausser kleinen Schälchen mit leckeren Bananenchips konnte man am Stand nichts futterbares entdecken. Machte aber nix, denn auf dem Weg zu den Toiletten musste ich da mehrmals am Tag vorbei und die Bananenchips waren ein schöner Snack um den ca. 3 Kilometer weiten Marsch zu überbrücken. Lustig war der knallbunte Messestand. „Mabuhay“ heist soviel wie „Hallo“ auf phillippinisch. Wir lernten dann den Inhaber des einzigen Phillippinischen Restaurants Berlins kennen das auch „Mabuhay“ heisst und machten natürlich sofort einen Tisch für den Abend klar, aber dazu später mehr.

An einem anderen Tag besuchten wir den Stand von Malaysien. Dort erzählte uns ein stolzer Koch das er „Nasi Lemak“ nach dem Originalrezept zubereiten würde. Das mussten wir natürlich schon noch probieren. „Nasi Lemak“ ist im Prinzip Reis mit allerlei Kleinigkeiten dabei, eher so ne Art „Arme Leute Essen“, aber sehr lecker. Auf dem Foto im Uhrzeigersinn : Frische Gurken, Tofu mit Chillie, selbstgemachtes Sambal, Tintenfische mit süßer Soße, winzige knusprige Fischchen und ein Ei. Lecker.

Die Thais hatten im Pavillion irgendwie die Vorherrschaft. Nicht nur das die einzelnen Stände ausgesprochen schön waren und Uhrlaubssehnsüchte weckten, es gab auch 2 Profiküchen mit einer großen Auswahl an wunderbaren Gerichten, die man allerdings auch in jedem besseren Thairestaurant bekommt. Bemerkenswert war die Auswahl an original Thailändischen  Süßspeisen, die man nun wieder in fast keinem der mir bekannten Thairestaurant angeboten bekommt, was sehr schade ist. Die grünen Kokosnuss-Schichtkuchen waren jedenfalls sen-sa-tio-nell.

Das Beste zum Schluss : die Abteilung Vietnam überraschte mit der traditionellen „Pho Bo“. Das ist eine wunderbare Suppe mit Rindfleisch und ganz vielen frischen Kräutern, wie Basilikum, Minze usw. die zum Teil mitgekocht, zum Teil frisch drübergestreut werden. Eine absolute Geschmacksexplosion, dabei herrlich leicht und wunderbar frisch. Beim nächsten Besuch eines Vietnamesischen Restaurants unbedingt probieren, die meisten Vietnamesen in Deutschland haben das auf der Karte.

Bei meinen spärlich gesähten Exkursionen zu den Aussenbezirken entdeckte ich dann irgendwann, daß man sich wohl auch in den Europäischen Pavillions einen Ranzen hätte anfuttern können, aber bedingt durch einen Haufen Arbeit am Messestand blieb mir dies dann leider verwehrt. Vielleicht beim nächsten Mal.

Achja, in dem phillippinisch-indonesischen Restaurant „Mabuhay“ waren wir am Abend dann auch noch. Das sehr schlichte „Restaurant“ ist ein kleiner, kahler Raum mit maximal 20 Sitzgelegenheiten, die meisten davon an EINEM großen Tisch an dem sich den ganzen Abend lang die fast ausschließlich asiatischen Gäste dazugesellten, mit denen wir dann zu vorgerückter Stunde noch Karaoke gesungen haben. Das Restaurant serviert die in Deutschland so gut wie nicht zu bekommenden phillippinischen und indonesischen Spezialitäten zu unglaublich günstigen Preisen. Für unter € 8,– bekamen wir einen riesigen, knusprig gebackenen Fisch mit einer Soße zum niederknien. Das Hühnchen „Adobo“ Style, eine phillippinische Spezialität,schmeckte dann auch genau so gut wie die zahlreich aufgetragenen anderen Speisen an die ich mich im Einzelnen nicht mehr so gut erinnern kann, weil wir Gebrauch vom ebenso erwähnenswerten Service machten, unseren eigenen Wein mitbringen zu dürfen und dafür eine Pauschale zu entrichten. Wein-Nachschub gab es direkt schräg gegenüber. So wurde aus dem Gelage eine unvergessliche Orgie. Bildmaterial gibt es keines. Die wenigen Bilder die was geworden sind sollte man der Nachwelt besser vorenthalten. Das Restaurant findet ihr i.d. Nähe des Potsdamer Platzes.



Was kosten 8 Bund Spargel ? by artifischl
26 Mai , 2009, 10:26 pm
Filed under: Food-Dealer, Märkte | Schlagwörter: ,

Wie gut könnt Ihr schätzen ? Was kosten in Berlin auf dem Türkenmarkt 8 Bund grüner Spargel ? Bitte mal mit-Pollen und dann nach unten Scrollen.

spargel-8-bund

Richtige Antwort:

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1 Euro !

Heute auf dem Türkenmarkt. Kurz vor Marktschluss hauen die jungs alles Raus, Hauptsache es kommt weg. Es gab eine ganze Kiste Cherrytomaten (ca. 4-5 Kilo) für einen Euro, eine Ganze Wassermelone für einen Euro und ein Stand hatte Spargel und der Typ brüllte die ganze Zeit was von 2 Bund für nen Euro. Als ich heran trat, fragte er mich, wie viel ich brauche. Ich antwortete „2“. Er nahm eine große Tüte, kassierte den Euro und packte mir 8 Bunde ein 😀



7. Bratwurstmeisterschaft der Fleischerinnung Berlin by artifischl
26 April , 2009, 9:21 pm
Filed under: Food-Talk, Märkte | Schlagwörter: , , , ,

Heute wurde in Berlin per Volksentscheid über Pro-Reli abgestimmt, aber da ich dort als dänischer Staatsbürger nicht mitmachen durfte, bin ich in die Domäne Dalem gefahren um für den Publikumspreis der besten Bratwurst in Berlin und Brandenburg in 3 Kategorien abzustimmen. Ist sowieso viel eher mein Thema.

Die mit Metzgereiständen gefüllte Domäne Dalem bei einem Strahlend blauen Frühlingstag.

Die mit Metzgereiständen gefüllte Domäne Dalem bei einem strahlend blauen Frühlingstag.

Am Einlass erhielt man einen Bewertunsbogen und 3 mal an dem Tag gab es Publikumsbewertungsrunden, bei der für 30 Minuten an allen Ständen Proben der Bratwurst kostenlos verköstigt wurden.

FÜr Special Effekts sorgt der Griller

Für Special Effects sorgt der Griller - Don't walk on the Saussage, Smoke it Man !

Die Proben werden dann in kleinen Stücken mit Zahnstochern drin angeboten.

Im Bild: Proben einer garnicht mal so leckeren Bärlauchbratwurst

Im Bild: Proben einer garnicht mal so leckeren Bärlauchbratwurst

Bei den konkurrierenden Metzgern waren dieses Jahr mehreren Metzgern die gleiche Idee gekommen, eine Bratwurst mit Bärlauch zu kreiieren. Leider vielen die beiden Varianten der Metzgerei Ullrich und der Mosaik-Werkstätten bei mir völlig durch. Die grobe Bärlauchbratwurst von Klaus Gerlach hingegen siegte bei mir auf dem Stimmzettel in der Kategorie „Berliner“.

Metzger erklären die Wurstherstellung

Metzgers beim wursten

Im Ramenprogramm der Fleischerinnung wurde  unter anderem gezeigt, wie man Wurst herstellt, ausserdem gab es einige Stände mit Gewürzen, Marinaden, Kochutensilien, Schnäpsen und natürlich Wurstwaren.

Angeblich kann dieser Ketchup aus Brandenburg was.

Angeblich kann dieser Ketchup aus Brandenburg was.

Das wäre was für den Fressack gewesen...

Das wäre was für den Fressack gewesen...

Auch eine Band war am Start:

Die Bee Gees ! Zumindest laut Aussage des ununterbrochen sitzenden Sängers hatten sie sich früher so genannt.

Die Bee Gees ! Zumindest laut Aussage des ununterbrochen sitzenden Sängers hatten sie sich früher so genannt.

Es gab noch 2 Weitere Kategorien zu bewerten.

Manches, aber bei weitem nicht alles war lecker (diese Wurst schon)

Manches, aber bei weitem nicht alles war lecker (diese Wurst schon)

Ich wählte in der Kategorie „Kreative Wurst“ die Minzbratwurst von Jens Uwe Bünger. Total wiederlich schmeckte die Spinat-Käse-Wurst von Jörg Oppen, ich hab noch nie verstanden, wie man Käse IN eine Wurst stecken kann. Absolutes NoGo !
In der Kategorie „Brandenburger“ siegte bei mir im allerletzten Moment (letzte verkostete Wurst) die Waldpilzbratwurst der Landfleischerei Zimmermann.

Mittlerweile war mein Kumpel Jan eingetroffen und wir schlenderten noch ein Wenig durch die Domäne und erwischten mit der Kamera zuerst eine Nebelkrähe…

aaaand lift off !

aaaand lift off !

…und einen jungen Bock, der statt den leckeren Pflanzen lieber an einem Reifen rumkaute.

Hmmm, lecker, REIFEN !

Hmmm, lecker, REIFEN !

Eine amüsante Veranstaltung und auch wenn wir dieses Jahr nicht wie vor 3 Jahren beobachten konnten, das Renter Ihre Gehhilfen als Schlagstock einsetzten, um schneller an die kostenlose Probewurst zu kommen (dafür hatte ich eigentlich meine Kamera dabei), war es ein vergnüglicher Nachmittag.



Kindheitserinnerung an scharfe Radieschen by artifischl
17 April , 2009, 9:00 am
Filed under: Food-Talk, Märkte | Schlagwörter: , ,

radieschen

Ich erinnere mich noch genau an den Geschmack von Radieschen zu meiner Kindheit. Manchmal waren die Dinger so scharf, das man freudig das Gesicht verzog, denn es war eine erfrischende Schärfe, es war knackig, es machte Spass, da reinzubeissen. Die Schärfe kommt vom einem in der Pflanze enthaltenen Senföl.

Und heute ? Pustekuchen ! Egal wo ich Radieschen kaufe, schmecken sie bestenfalls knackig, aber wo ist die Schärfe geblieben ? Mehr als erfolgreich im Gewächshaus weggezüchtet ? Ich frage mich dann auch: Wie züchtet man etwas weg ? Und vor allem:  WARUM ???

Ich kann ja verstehen, das sich schöne glänzende lecker aussehende Radieschen besser verkaufen, als eingeschrumpelte Bioteile, aber lässt sich das nicht so erledigen, das die noch nach irgendwas schmecken (also ausser nach Styropor) ?

Ich würde ja sogar so weit gehen, die Teile selber anzupflanzen. Also: kennt jemand ne gute Adresse für Radieschensamen, hat Tips für die Zucht oder weiß, wie man in Berlin richtig scharfe bekommt ?

Dankbar für Hinweise !



Meine Food-Dealer Teil II: Jans Wurst by artifischl

Es gibt manchmal so Lebensmittel, die man immer und jeden Tag zu Hause haben möchte, wenn man sich ein mal in sie verliebt hat. Dies gilt so ziemlich für alles Essbare, das Jan auf seinem Marktstand anbietet und das ist glaube ich das großte Kompliment, das ich einem meiner Food Dealer machen kann.

wurstjan1Jan verkauft ausgewählte französische und Spanische Salami, beide eigentlich nur für den jeweils lokalen Markt produziert und sonst nicht zu bekommen, schon garnicht in Deutschland. Aber Jans Beharrlichkeit und seine durchaus erkennbare große Liebe zum Produkt ließ die Produzenten wohl erweichen und sorgte dafür, das diese absolut leckere Spitzenware auf einigen berliner Märkten von Jan persönlich angeboten wird.

Es gibt Salamis vom Schwein, Büffel, Schaf und Rind, Eher deftig als zart, mit Bojulais, Nüssen, Blaubeeren und eine absolute Sensation ist die Fenchelsalami. Ausserdem ein paar zusätzliche Leckereien, also 3-4 Käsesorten, manchmal Foie Gras, Lardo di Colonnata, Fleur du Sel, eine winzige Auswahl an sensationellen Weinen und mein neues spanisches 30cm-Filetier-Messer habe ich auch bei Jan erworben.

wurstjan22

Besonders charmant sind Jans Verkaufsgespräche zu beobachten. Er kommt eigentlich immer am liebste aus seiner Schiessbude hervor, um zu rauchen, Kaffee zu trinken und ein Schwätzchen zu halten und sobald sich Kunden dem Stand nähren, wartet er noch ein paar sekunden und fragt dann: „Darf es SCHON was leckeres sein ?“ Das ist in sofern klug, weil er dem Kunden vermittelt, das er ihn beachtet und ihm aber auch die Möglichkeit gibt, sich weiter ungestört im Sortiment umzusehen oder Fragen zu stellen. Wenn Jan bisher einen guten Tag hatte, dann steht auch sein „Wollen Sie etwas probieren“ – Schild auf der Waage. Ich Habe bisher nicht wargenommen, das jemand der probiert hat, nichts kaufte. Und Jan handelt, ohne frech oder Marktschreierisch zu wirken. In mehreren Körben befinden sich geschätzt 20 verschiedene sorten ganze Salamis, alle im Naturdarm. Aus diesen Körben kann frei ausgewählt werden und dann zahlt man für 3 ganze Salamis 11 Euro.  Und bei Stücken, die nach Gewicht verkauft werden ist Jan großzügig und legt für einen geringen Mehrpreis noch ne tolle Salami oben drauf.

Natürlich leidet Jan wie alle Markt-Dealer auf hohem Niveau. Die Geschäfte laufen immer fürchterlich und die Ware würde im Grunde viel zu billig angeboten. Ich halte die Ware für überraschend preiswert. Aber das leiden von Jan gehört genauso zu einem Besuch an seinem Stand, wie das Fachsimpeln über Rezepte, hochprozentiges und Lebensmittel, aber auch Offtopic-Dinge wie Kindererziehung und Sorgerechtsprobleme, Urlaubspläne, Geschäftsideen oder Frauen.

Kulinarisch und Menschlich eine Sensation:

Jan Büschings Wurst-Spezialitäten

Dienstags auf dem Türkenmarkt am Maybachufer (an ungeraden Wochen)
Donnerstags auf dem Hackeschen Markt
Freitags auf dem Türkenmarkt am Maybachufer (an geraden Wochen)
Samstags auf dem Markt am Kollwitzplatz

Einfach nach dem viereckigen roten Zelt suchen.