Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


6 Erkenntnisse an einem Abend by artifischl
29 April , 2010, 5:39 pm
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Gestern wurde ich von Kumpel Christoph zu einem Konzert der Sängerin „Kajah“ and the Royal Quartett eingeladen. Der hatte die Karten wiederum von der Hausbank seiner Firma geschenkt bekommen, mit Vorabeinladung zum Cocktailempfang und „meet & greet“ mit dem Star. Da waren wir natürlich dabei.

Lustig: Gleich am Eingang wird man nach der Kontrolle der Einladung von hübschen Hostessen  mit Schärpe und Aufdruck des Geldhauses begrüßt („Miss BlaBla-Bank“ sozusagen) und bekommt eine kleine Papiertüte mit Kreditangeboten und der neuen CD der später auftretenden Sängerin. Ich habe diese Schärpengirls auch schon auf Caterings bei uns im Theater gesehen, das scheint hier in Polen wohl dazu zu gehören. Man will wohl den Schein wahren, das in der Bank die gleichen Sexbomben wie in der TV-Werbung arbeiten. Leider wird das kurzzeitig vermittelte Image durch die Kundenberater(innen) zerstört, denen man begegnet, wenn man tiefer in die Empfangshalle vordringt.

Cocktails gibt es auf diesem Cocktailempfang leider keine, dafür aber ein ganz passablen Rotwein und mindestns 15 Kellner, die unkoordiniert durch den Saal schreiten und den geschätzten 150 Gästen kleine Häppchen aufzudrängen versuchen. Sie scheinen für jedes von mir verspeiste Häppchen dankbar, als würden alle nicht unter das Volk gebrachte Häppchen von dem Lohn der Servicekräfte abgezogen.

Das „meet & greet“ mit Kajah fiel sehr mager aus. Sie erschien kurz, prostete den Kunden zu und bedankte sich bei der Bank und verschwand sofort wieder.

In dem Wunderschönen Konzertsaal, der Aula der Musikhochschule klatschen die Leute beim Eintreten der Sängerin frenetisch Beifall. Davor beim Eintreten der Musiker nur eher verhalten. Ich habe das sowieso noch nie verstanden, warum geklatscht wird, BEVOR ein Künstler eine Leistung erbracht hat. Das ist fast so doof wie die Leute, die im Flugzeug nach der Landung klatschen.  Und dann gibt es die übereifrigen Mitklatscher bei Stücken, die eigentlich garnicht zum mitklaschen gedacht sind.

Das Konzert an sich ist ganz nett, Sängerin und Streicherquartettkombi finde ich schon gut und erinnert mich ein wenig Elvis Costello & the Brodsky Quartett, welche ich vor ca. 15 Jahren mal gesehen habe. Aber da ich von den Polnischen Texten relativ wenig verstehe (ausser dem Titel „Testosteron“) und einem Grace Jones Cover, und die Bühnenshow nun auch nicht so der Brüller ist – Kajah hebt ab und zu als „Choreographie“ die Arme – wird es ein wenig langweilig und ich schmunzle bei dem Gedanken, was wohl passieren würde, wenn ich ganz laut „AAAUSZIEHN“ rufen würde 😀 , aber das würde ja keiner verstehen, mist.

Erkenntnisse:
1) Hostessen mit Schärpen sehen irgendwie lächerlich aus.
2) Wenn man einen eigenen gastronomischen Betrieb führt, kann man so ein kostenfreies Angebot garnicht mehr so wie früher genießen.
3) Man ist viel kritischer, was die Qualität und die Präsentation der dargebotenen Speisen angeht. Unser Essen ist um längen besser.
4) Unser Catering schmeckt viel besser, und wäre mit der hälfte des Servicepersonals ausgekommen. Mir drängt sich die Erkenntnis auf, das wir zu günstig anbieten.
5) Applausverhalten ist wohl auf der ganzen Welt gleich. Und energische Mitklatscher ohne jegliches Taktgefühl gibt es auch überall.
6) Grace Jones ist sehr schwer zu covern.



EiFon blogging from the village: Gołąbki by artifischl
4 April , 2010, 4:05 pm
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Wir sind über Ostern mal wieder bei Schwiegermutter in den Masuren. Gerade gab es eines der polnischsten aller Gerichte: Gołąbki ! Eine Kreuzung aus kohlroulade und gefüllter Paprika. Sensationell gut, wenn hausgemacht.



Topinambur, Silvesterdinner, Freunde und absurde Dialoge by artifischl

– 3 Tage vor Silvester haben wir das Restaurant wieder aufgemacht.  Einerseits bin ich erholt gewesen von dem Urlaub in den Mazuren, andererseits froh, wieder zurück zu sein. Und es gab ja noch einiges vorzubereiten. Die Panik stieg, das von irgendwas nicht genug da war. In der Regel wird nämlich immer genau das verlangt, was man nicht in Vorräten eingekauft hat.  Aber wir waren vorbereitet: 2 Kisten Champagner, 7 Kisten Sekt, 40 Flaschen Vodka, 2 Fässer Bier, Säfte und diverse Spirituosen.

– Bis zum 31.12. Nachmittags steht das Telefon nicht still. Alle wollen Tickets, aber wir sind ausverkauft. 85 Plätze mehr geht nicht – halt, das ginge schon –  aber dann gäbe es keine Tanzfläche. Ein weiser Entschluss, wie sich später mehr als deutlich heraus stellt. Absurde Gespräche halten meinen Chefkoch von der Arbeit ab:

Anrufer: „Für heute Abend 40 Tickets für das Silvestermenü“
Chefkoch: „Sorry, wir sind ausverkauft“
Anrufer:“Aber wir haben doch auch Tickrets fürs Theater“
Chefkoch:“Gut für Sie, aber wir sind ausverkauft“
Anrufer:“Aber wir wollen doch was essen“
Chefkoch:“Ja.“
Anrufer:“Kann ich dann vielleicht 10 Plätze haben ?“
Chefkoch:“Nein“
Anrufer:“5 ?“
Chefkoch:“Nein“
Anrufer:“2 ?“
Chefkoch:“Nein“
Anrufer:“EINEN  ?“
Chefkoch:“ Vielleicht einen halben für Ihren Sohn, aber sie können nicht mitkommen“
(nein, der letzte Satz war dazu erfunden, aber der Rest war genau so)

– Einen Tag vor Silvester fahren mein Küchenchef und ich 120 km durch deine Walachei-ähnliche Region bei wildem Schneetreiben, um einen Topinambur-Bauern zu besuchen. Wir hatten diesen vor Weihnachten im Internet ausfindig gemacht. Er verkauft das leckere Zeug in Säcken á 50 Kilo (Mindestabnahme). Da sich das Zeug angeblich so nicht verschicken lässt und der Sohn nicht wie angekündigt nach Poznan kommen konnte um uns das Zeug zu liefern, fahren wir also da hin. Denn wir wollen an Silvester unbedingt Topinambur-Suppe als Starter bieten. Den Polen ist Topinambur als Lebensmittel völlig unbekannt, es wird dort ausschließlich zur Produktion von Biodiesel angebaut ! In Deutschland kostet Topinambur im Versand ca. 2,50 Euro je Kilo. In England gibt es in der Nähe von Bristol ein Hotel, das eine Topinambur-Suppe für 10 Pfund (!) angeboten hat.  Unser Bauer möchte für das Kilo 3 Zlotti haben. Weil wir selbst abholen, gibt er es uns für 2 Zlotty, also etwa 50 Cent. Der Bauer versteht ehrlich gesagt nicht ganz,was wir damit machen wollen. Mein Chefkoch Arek erklärt es ihm. Daraufhin der nächste absurde Dialog:

Bauer: „Verstehe ich das also richtig, das da ist Dein Boss, ja ?“
Arek: „Ja“
Bauer: „Und Du bist der Chefkoch“
Arek: „Ja“
Bauer: „Und Ihr fahrt 120 Kilometer hin und 120 Kilometer zurück um Topinambur zu kaufen“
Arek: „Richtig“
Bauer: „Und dann macht ihr daraus SUPPE ???“
Arek: „Ja“
Bauer:“Ihr müsst total verrückt sein“
Arek:“Kann sein“
Bauer:“Ich sag euch was, ich lass meine Kinder zu Hause und komm mit einer Frau zu Euch zum Silvester Essen, sonst glaubt die mir kein Wort“
Arek:“Wir sind leider ausverkauft, aber wenn Du willst, dann könnt ihr in der Küche sitzen !“
Bauer:“Letzte Woche hab ich 25 Tonnen für die Biodieselproduktion verkauft, und heute 50 Kilo für Suppe“

Zurück in Posen müssen wir noch das Schweinefleisch abholen, das wir beim Prosiaczek bestellt haben (25 Kilo, das sind für mich trotz 3 1/2 Monaten Restaurant dann doch immer wieder Mengen, die ich früher so nicht mal eben eingekauft habe). Prosiaczek ist noch ein richtiger Einzelhandel-Metzger mit Delikatessen-Sevice und 3 Filialen, wie man das früher auch in Deutschland kannte, aber heute auch hier nur noch ganz vereinzelt anfindet. Denn mittlerweile (einen Tag vorher) steht auch das Menü für die Silvesterparty fest:

Topinamburcréme mit Chips von Blauen Schweden Kartoffeln

Gegrillte Jacobsmuscheln auf Süßkartoffelpürree mit Erbsenschaum

Bouquet von Blattsalaten mit Gänsestreifen und Orangendressing

Schweinebraten an Honig-Schwarzbiersauce und Kartoffelkuchen

Törtchen aus weisser und schwarzer Mousse mit gezuckertem Ingwer und Himbeersauce

– Am Nachmittag trudelten dann auch schon ein Teil meiner Freunde aus Deutschöland und Österreich ein. Das war richtig schön, hielt mich aber auch von den Vorbereitungen ab, aber meine Mitarbeiter waren 110 Prozent bei der Sache. Alles war so gut im Timing und weil am nächsten Nachmittag meine Freunde auch noch mithelfen, den gigantischen Berg von Topinambur zu schälen, fragte ich am Silvestertag nur 3 mal nach, ob noch alles im Zeitramen ist.

– Da einer unserer Köche ausgefallen war, musste ich selber richtig ranklotzen, aber das hat wirklich Spass gemacht. Allerdings habe ich dann natürlich in der Aufregung das Fotografieren ab und zu vergessen. Fotos gibts also nur spärlich und später. (Wer welche gemacht hat, sagt bescheid).

– Um 20:30 beginnt das Gästeeintrudeln, die Suppe schicken wir um 21:00 Uhr. In rascher Folge kommen Jacobsmuschel und Salat auf den Tisch. um 22:00 uhr bereite ich gerade das Hauptgericht zum schicken zu, als ich von meinem Barchef wegen einer schwer aufgebrachten Gruppe in den Gstraum gerufen werde. Die Gruppe brüllt auf mich ein, ich solle nun ENDLICH die Musik lauter machen, man wolle JETZT tanzen. Ich versuche freundlich zu vermitteln und werde niedergebrüllt. FInde dann doch einen in der Gruppe, der mit sich reden lässt. Ich biete als Kompromiss an, den Hauptgang zu schicken und danach den DJ anzuweisen lauter zu werden. Die Tanzfläche ist in sekunden brechend voll. Das es einen Interessenkonflikt gibt, da einige Gäste ihr Menü geniessen wollen und wir ja auch ein Retaurant und keine Disco sind interesiert die Brüllergruppe nicht. Mir wird das später so erklärt, das der Wodkakonsum an Silvester sofort zum Delirium führen würde, wenn man das nicht raustanzt zwischendurch. Ich dachte eigentlich immer, körperliche ertüchtigung fördert lediglich, das der Alkohol noch schneller im Blut und dann im Hirn landet um größtmöchlichen Schaden anzurichten, aber was weiss ich schon mit meinem nicht vorhandenen Mediziner-Weisheiten 😀 .

– Der Rest des Abends verläuft glimflich und fröhlich. Soweit ich das beurteilen kann, war das Essen zwar lecker, aber an Silvester hätte es auch ein kleines Buffet getan, das regelmäßig mit Rolmops, sauren Gurken, Brot und Schmalz aufgefüllt worden wäre. Ich bin wenigstens sehr froh, das ich so viele Freunde aus Deutschland da hatte, die es fast alle zum ersten mal nach Polen geschafft hatten. Wir haben Unmengen von Alkohol übrig, zum Glück konnte ich wenigstens den Wein auf Komission bekommen. Die Polen haben mich im Wodkaumsatz maßlos enttäuscht, ich wünschte mir manchmal an dem Abend, es wären Norweger 😉 .



Alkohol, und wie der Hase läuft by artifischl

Heute morgen rief bereits die Frau vom Gesundheitsamt an und sagte, wir können gegen 13.00 die Papiere abholen, die wir für die Alkohollizenz benötigen. Super ! So kann ich die Lizenz noch einen Tag früher als gehofft beantragen. Wir also bei der Lizenzvergabestelle angerufen um zu erfahren, wie lange denn auf sei. Donnerstags bis 17.00 Uhr ! Nochmal Super !

Und seit heute weiss ich definitiv, wie der Hase hier bei den Behörden läuft. Eigentlich so wie überall und deswegen habe ich auch immer alles instinktiv richtig gemacht. Die meisten Beamten in den Behörden in denen ich in den letzten Wochen war, haben ja einen eher eintönigen Job. Aber jeder Mensch hat für seine Arbeit Respekt verdient, wenn er sie anständig erledigt. Ich habe in den letzten Wochen immer versucht, diesen Personen zu vermitteln wie WICHTIG Ihre Arbeit ist, aber ohne zu schleimen. Und wenn man sie dann noch bittet, einem behilflich zu sein, packt viele der Ehrgeiz !

Am Anfang sind die Koleginnen (ich hatte es auf allen Ämtern IMMER NUR mit Frauen zu tun) sehr steiff und bürokratisch und stellen sehr ernste Fragen. Wenn sie aber merken, das man ihre Persönlichkeit respektiert, dann tauen sie ganz schnell auf und es darf auch mal ein Jux gemacht werden. Zu guter Letzt werden natürlich wieder viele Formulare gestempelt.

Heute war es genau das Gleiche. Zuerst war eine ältere Sachbearbeiterin sehr ernst, aber nachdem sie sah, das wir wirklich ALLE nötigen Formular-Kopien dabei hatten und ich auf meinen Ordner mit den Originalen zeigte, winkte die Dame nur freundlich ab, sie glaubte mir, das ich die Originale besitze. Dann kam eine Kollegin dazu, die wohl einen etwas höheren Rang hatte, den Vorbesitzer des Restaurants kannte und wohl froh war, das da jetzt jemand neues das Sagen hat. Bei unserer ganz lieben Nachfrage, ob wir die Lizenz denn eventuell bis zur Eröffnung haben könnten (normaler Weise MINDESTENS 20-30 Bearbeitungstage), wurde dann wie folgt beantwortet: „Wann wollt ihr eröffnen ? Am 09.09 ? Überhaupt kein Problem !“  Stempel, stempel, stempel und viel Erfolg.

Manchmal kommt dann doch freundlich und nicht frech weiter.



NIP by artifischl
19 August , 2009, 4:17 pm
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Für alle, die auf meiner Seite nach Tips gesucht haben oder suchen, was man beachten muss, wenn man als Ausländer in Polen ein Restaurant (oder ein anderes Geschäft) eröffnen will, für die gibt es heute mal einen Fahrplan zum warscheinlich wichtigsten Dokument, das ich nun besitze. Ist heute per Post eeeeeeendlich angekommen:

nip-for-blog

Auf diesem Dokument befindet sich die NIP = Numer Identyfikacji Podatkowej, also die Steuernummer. In beruflicher Hinsicht bei Selbständigkeit will JEDER von Dir diese Nummer haben. Da bringt es garnichts, wenn man schon eine Firmenregistrierung hat – ohne NIP ist man wie gelähmt.
– Sie wollen eine Metro-Karte ? Ihre Nip bitte.
– Sie wollen eine Rechnung ? Ihre Nip bitte.
– Sie hätten gerne eine Lieferung ? Ihre Nip bitte.
– Wir sollen das reparieren ? Ihre Nip bitte.
– Eine Alkohollizenz ? Ihre Nip bitte.
– Eine Genehmigung vom Gesundheitsamt ? Ihre Nip bitte.
– Sie müssen mal Pipi ? Ihre Nip bitte……(ne war nur n Scherz)
Aber alle sagen, ich soll wieder kommen, wenn ich die Nummer habe. UND JETZT HABE ICH SIE ! HARHAR !

Du willst auch eine NIP ? Das geht so:

1) Melde Dich bei der Urzad Mista, sozusagen der Meldestelle in Deiner Stadt an. Dafür genügt Dein Pass und ein Mietvertrag, besser noch ist es, wenn Dein Vermieter mitkommt und eine Urkunde vorzeigt, das er Eigentümer des Hauses oder der Wohnung ist und Dich da wohnen lässt. Bitte erinnere Dich an die Namen und Geburtsdaten Deiner Eltern ! Und eine Meldebescheinigung deiner bisherigen WOhnung oder eine ABmeldung kann auch nicht schaden. So bekommst Du sofort eine 3-Monate gültige Aufenthaltserlaubnis.

2) Eröffne bei der WBK ein privates Bankkonto, diese Bank verlangt im Gegensatz zu anderen Banken nicht eine permanente Aufenthaltserlaubnis vom Ausländeramt.

3) Gehe trotzdem zum Ausländeramt und beantrage eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung, denn ohne diese kannst Du kein Geschäftskonto eröffnen ! Du brauchst für die Bestätigung vom Ausländeramt einen Pass, einen Kontoauszug der letzten 3 Monate Deines Bankkontos, Deine Meldebescheinigung von der Meldestelle (siehe Punkt 1), eine Krankenversicherungsbescheinigung, die besagt, das Dir auch in Polen geholfen wird / oder Deine vorläufige Gewerbeanmeldung (noch ohne NIP)

4) Finde einen Steuerberater, der sich GUT mit dem Ausländerrecht auskennt. Der soll einen Termin beim Gewerbeamt machen und Dich begleiten. VORHER musst Du aus einer 120-Seitenliste jedoch die Tätigkeiten und entsprechenden Nummern raussuchen, die mit Deinem Gewerbe zu tun haben. Glaube abe besser nicht, daß das irgendwie logisch geornet ist. Du musst also alle 120 Seiten durcharbeiten. Lass es am Besten von einem Polen machen. Meine Liste beinhaltet mitlerweile 48 (!) Positionen an Tätigkeiten.

5) Gebe Deinem Steuerberater eine Vollmacht, das er sich auch gleich noch um Deine Anmeldung für Deine Krankenversicherung kümmert. (Die brauchst Du nämlich auch für das Ausländeramt.

6) Nach gefühlten 35 Unterschriften und 1000 Stempeln (Polnische Behörden LIEBEN Stempel) und 2 WOchen Wartezeit kommt dann Deine NIP.



Guten Tag, Polizei. Wohnt in Ihrer Wohnung ein Däne ? by artifischl
18 August , 2009, 11:55 pm
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Dieser Satz sorgte heute Abend (wir waren gerade beim Abendessen und hatten Edyta No. 2 und den polnischen Nachwuchsrennfahrer Mateusz Adamski zu Besuch) an der Sprechanlage für kurze Verwirrung. Es ist schon interessant, aber wenn die Polizei nach einem fragt, dann denkt man automatisch nach: Habe ich irgendwann irgendwas falsch gemacht oder ein Gesetz gebrochen, ohne das ich es vielleicht weiss ?

Die Aufklärung war aber sehr simpel. Der Herr von der Polizei war sowas wie unser Kontaktbereichsbeamter. Ich hatte mich vor ein paar Wochen beim polnischen Ausländeramt gemeldet hatte meine permanente Registrierung/Aufenthaltserlaubnis zu beantragen und ich hatte auch schon alle notwendigen Papiere zusammen. Mir sagte jedoch niemand, daß da jemand PERSÖNLICH vorbei kommt, um zu checken, ob ich auch wirklich hier wohne und nicht einfach nur (aus welchem Grund auch immer) eine Briefkastenadresse hier betreibe. Laut Aussage des netten Polizisten, der auch noch typisch polnisch „Pawel“ heisst, sagen die das aber niemand vorher und nutzen den überraschenden Moment. Ich musste lediglich meinen Pass zeigen und er überprüfte die Angaben darin mit seinen Unterlagen.

Ich war so perplex und gleichzeitig erfreut über diesen Besuch, das ich fragte, ob wir ein Foto zusammen machen können, weil mir das ja sonst keiner glaubt. Freudig bejahte er, obwohl ich sagte, das ich das auf meinem Blog veröffentlichen möchte.

polizei

Chris und sein Polizei-Buddy (Erinnert ein wenig an "King of Queens"-Darsteller Kevin James)

Nachdem er seinen Job erledigt hatte, erkundigte er sich noch, ob in der Nachbarschaft alles o.k. sei und gab uns zu guter letzt noch seinen Namen und seine private Handynummer mit den Worten: „Wenn Sie mal die Polizei brauchen, rufen sie mich direkt an, NICHT den Notruf – die brauchen ewig oder kommen garnicht !“

Ich werde die Nummer gleich mal in meinem Handy speichern !

PS: Für die Leser die es nicht wissen, ich habe dänische Staatsbürgershaft.



Bürokratie-Urwald by artifischl
4 August , 2009, 9:04 am
Filed under: Polen, Restauranteröffnung, Typisch polnisch | Schlagwörter: ,

Wer dachte, Bürokratie in Deutschland ist irgendwie kompliziert, der sollte sich das mal in Polen geben. Ich habe gestern erstmal einen 3-Stünden Vorgeschmack dafür bei meinem Buchhalter bekommen. Der stöhnte unentwegt, weil ich noch ein Gewerbe in Deutschland habe und Einkünfte daraus in meiner polnischen Steuererklärung mitberücksichtigt werden müssen. Dann muss natürlich die richtige Steuerklasse für mich gefunden werden. Für mich als nichtpole ist das alles natürlich 5 mal so kompliziert. Und ich brauche einen Feuerwehrmann ! Also so ne Art Brandschutzbeauftragten. Aber dazu später mehr, ich werfe da sicherlich lustige Geschichten erleben.

Die Bank gestern wollte mir kein Konto eröffnen, da ich nur eine vorübergehende Aufenthaltserlaubnis habe, die dauerhafte wird heute beantragt, die Bearbeitung dauert aber 30 Tage ! Nach ein paar Telefonaten haben wir jedoch eine Andere Bank gefunden, die uns helfen will und ein Konto eröffnen wird. Daher beginnt der Tag heute mit dem Copyshop & Ausländeramt, danach Meeting mit der Bank, dann zum Rstaurant. Dort eventuell Vertragsfragen klären und den Versicherungsvertreter treffen, der die ganze Bude versichert.  Dann zum Buchhalter, um die Unterlagen für die Firmengründung abzugeben. Diese ist beim Amt vergleichbar einfach. Ein Pass und eine vorläufige Meldebestätigung genügt. Und man muss noch nicht mal wie bei so vielen anderen Registrierungen den Mädchennamen der Mutter angeben :-D.

Auf in den Kampf, 2ter Tag…

(Endlich wird der Blog mal seinem ursprünglichen Titel gerecht !)