Von einem der nach Polen geht und ein Restaurant eröffnet


Das Festival des guten Geschmacks… by artifischl
26 August , 2011, 3:28 pm
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…fand vom 12. bis 15. August zum fünften mal in auf dem alten Marktplatz in Posen statt. Da ich in den vergangenen Monaten mehrfach für Slowfood in Polen aktiv war und Kontakte zum Berliner Konvivium knüpfte, wollten die Veranstalter des Festivals (die zum Teil den Vorstand von Slowfood Poznan stellen), das ich dieses Jahr unbedingt mit einem eigenen Stand vertreten bin.

Zusammen mit unseren Freunden vom Restaurant TOGA mieteten wir also eine 6 qm Bude um für unsere Läden ein wenig die Werbetrommel zu schwingen. Wir einigten uns darauf, jeweils nur ein Gericht und Wein anzubieten, Piotr vom Toga orderte also 1.400 Austern von Bester Qualität und Größe und ich mietete einen Ofen an, um frische Flammkuchen zu backen. Sowohl die Austern wurden von vielen Leuten nicht erkannt, und die Tarte Flambée kannte fast gar keiner.

TheEverlastingClub fragte kürzlich beim beim Betrachten der Festivalfotos, was es mit dem dämlichen Kuhkostüm auf sich hat. Hier mal wieder eine Lektion in polnischer Mentalität und Verhaltensweise. Die Polen sind zwar sehr stolz, besonders auf ihre Produkte und ihre Arbeit, aber sehr zurückhaltend und übertrieben höflich, wenn es darum geht, dies einem möglichen Kunden persönlich anzubieten. Indirekt über unzöhlige Werbeplakate schon, aber in Geschäften sind aufdringliche Verkäufer fehlanzeige. Wenn wir mit unseren für den polnischen Markt eher unbekannten Produkten gewartet hätten, das sich jemand dafür interessiert, hätten wir wohl garnix verkauft. Daher schmiss ich mich in mein grelles Kuhkostum um neben Piots voluminöser Erscheinung wenigstens ein bisschen in Sachen Aufmerksamkeit zu punkten und wir buhlten Marktschreierisch um die Wette: „Austern, frische Austern, die Besten in Polen“ im Kanon mit „Tarte Flambée, Medame et Monsieur“ riefen wir so laut wir konnten. Und es zeigte Wirkung. Erst der Blick auf 2 unterschiedliche seltsame Gestalten die rumbrüllen, dann das näher kommen, weil die Neugier groß ist und dann erklärten wir, was wir anzubieten haben.

Neben dem klassischen Flammkuchen hatten wir für die Speckverächter eine Version mit hauchdünnen Tomatenscheiben und wildem Ruccola im Angebot und eine süße Version mit Äpfeln, Zucker und Zimt.

Die Liebste erklärte mit einer Engelsgeduld jedem Kunden alles über Flammkuchen als würde sie aus dem Elsass stammen und entwickelte sich zum Verkaufsgenie, das den meisten Kunden dann auch noch ein Glas unseres leckeren Chilenischen Chardonnais zum Bundlepreis gleich mitverkaufte.

Es gab aber auch andere lecker Dinge auf dem Markt zu entdecken. Polen zählt im Ausland sicher nicht zu den Ländern an die man denkt, wenn es um guten Käse geht. Dies is jedoch ein grober Fehler. Denn die 84 eingetragenen Biokäsebauern im Verband produzieren einen sensationellen  Käse, der wahrhaftig in einem Fall sogar italienische Food-Journalisten zu der Aussage hinreissen ließ, daß dies der beste Käse sei, den sie jeh gegessen haben ! Der besagte Käse stammte von unserem Freund Marek, über den ich schon auf meinem Käsefestival Artikel berichtete.

Was ich bis dahin auch noch nicht kannte, war eine polnische Version des Lardo, mit einem Mantel aus Chilli und Paprika. Sehr scharf, aber auf einer Scheibe leicht süsslichen Bauernbrotes ein absoluter Foodgasm.

Vor allem Piotrs Austern entwicketen sich zum Verkaufsschlager. Bei der Bestellung pochte er darauf, mindestens die Größe „B Large“ zu bekommen. Und die Lieferung aus Holland erfüllte alle Erwartungen. Die echten Foodfreaks kamen an allen 4 Tagen vorbei, um die Edle Meeresfrucht zu verspeisen und auch ich konnte 2 mal am Tag nicht nein sagen und genoss die Austern mit einem eiskalten Glas sizilianischem Schaumwein.

Das beste Kompliment des Wochenendes erhielt ich jedoch von einem französischen Pärchen, das aus dem Elsass stammte. Sie waren sich so sicher, das ich ebenfalls aus der Region kam und sprachen mich zuerst auf französisch an. Anschließend attestierten sie mir, daß es wohl der beste Flammkuchen war, den sie jeh gegessen hatten und ich ein Geschäft daraus machen soll !

Alles in allem ein wunderbares Festival das ich wärmstens empfehlen kann. Besonders für Berliner und Brandenburger ist es nur noch ein Katzensprung – mit dem Berlin-Warschau-Express kann man morgens anreisen und noch am gleichen Abend zurück fahren. Die Fahrtzeit beträgt nur noch etwa 2,5 Stunden. Wenn ich bedenke, das Foodies auf der Suche nach neuen Geschmackserlebnissen um die halbe Welt reisen, wäre es doch viel sinnvoller, mal „vor der eigenen Haustür“ nachzusehen, was es da zu entdecken gibt. Bei über 100 Ausstellern gibt es sicher großartiges zu entdecken !

Weitere Fotos gibt es hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteInPoznan?authuser=0&feat=directlink
und hier:
https://picasaweb.google.com/116405127690805415396/FestivalOfGoodTasteDay2?authuser=0&feat=directlink



Restaurant 2.0 – artifischl im Bürokratie-Djungel by artifischl
24 August , 2011, 5:24 pm
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viele wissen es ja bereits, aber es wird Zeit, das auch mal auf meinem Blog zu verbreiten. Mein erstes Restaurant, das ich vor 2 Jahren im Keller des neuen Theaters in Posen eröffnet habe, ist seit dem 1. August geschlossen. Nicht nur zur Sommerpause. Man kann viele Gründe und Schuldige dafür finden, was aber nichts an der Tatsache ändert, das sich der Standort wirtschaftlich nicht rechnet. Und ehe man sich versieht, hat man ein großes Minus auf dem Konto und die Gläubiger klopfen an die Tür.

Was aber bleibt, ist ein Achtungserfolg, ein viel beobachteter neuer Weg in der sonst so eintönigen Gastroszene in Posen und eine großartige Chance ! Denn vor einem Jahr lernte ich in meinem Restaurant den Manager eines großen Autosalons kennen, ein visionärer Typ in meinem Alter und wir verstanden uns auf Anhieb. Er war augenblicklich so begeistert von meinem Essen, das er mir direkt anbot ein Restaurant zu leiten, welches innerhalb des neuen Showrooms entsteht den er gerade baut. Dieser wird bei Fertigstellung der größte Autosalon Polens sein wird. Er wünscht sich ein Top Restaurant für seine Kunden, zahlt seinen 110 Mitarbeitern die hälfte des Mittagessens und möchte vorerst keine Miete von mir haben. Ich soll lediglich mit meinem Team und meinen Ideen dort kochen.

Alles hörte sich super an, aber von dem jungen Erfolgsmanager hörte ich mehrere Monate nichts. Auch eMails und Anrufe blieben unbeantwortet. Ich hakte es also unter der Kategorie „Dummschwätzer die die Klappe aufreissen mit nix dahinter “ ab.  Davon hatte ich in den letzten 2 Jahren wirklich dutzende kennengelernt.

Aber weit gefehlt – zu meiner großen Überraschung  kontaktierte er mich wieder und ich lernte nicht nur ihn, sondern seine ganze Familie kennen. Sein Vater ist Eigentümer, der Bruder kümmert sich ums operative Geschäft und alle Schwager, Onkel, Tanten sind irgendwie in der Firma beschäftigt. Und sie kamen von da an fast jede Woche in mein Restaurant, begeisterten sich für meine Küche und nahmen mich in ihre Familie auf.

Ursprünglich war dann auch geplant, daß das neue Gebäude im Februar eröffnet wird. Aber da hatten wir die Rechnung ohne die polnische Bürokratie gemacht. Eigentlich gibt es ein sehr lobenswertes neues System in polnischen Ämtern, das Korruption gänzlich unmöglich macht. Alle Anträge für Genehmigungen welcher Art auch immer bekommen im Computer eine Nummer zugewiesen. Die Software unterbindet, jüngere Anträge vor älteren zu bearbeiten. Das bedeutet: Wenn ich den Antrag Nummer 10 genehmigen will (und dies ausdrucken möchte) müssen vorher alle Anträge 1-9 bearbeitet sein. Grundsätzlich eine gute Idee, blöd ist es nur dann, wenn das Bauamt vollkommen unterbesetzt ist und die Anträge schneller reinkommen, als sie jemals bearbeitet werden könnten. Und bei einem neuen Gebäude gibt es immer ein paar kleine Änderungen, die aber ebenfalls eingereicht werden müssen, da sonst die Abnahme nicht mit den ursprünglichen Plänen konform geht. Derzeit ist es durchaus nicht ungewöhnlich, über ein Jahr auf eine Genehmigung zu warten.

Um das Gebäude abgenommen zu bekommen musste ausserdem getrickst werden, da der Stromversorger überhaupt keine Terminangaben mehr macht, wann ein neues Gebäude angeschlossen wird. Dies geht sogar so weit, das Firmen eine komplette technische Infrastruktur bauen lassen, die dann bei Anschluss in den Besitz des Stromversorgers übergeht. Um also unsere Genehmigung zu bekommen, leiteten wir den Strom vom alten Hauptgebäude ins neue Gebäude um, wohlweisslich, das die Leistung für beide Gebäude nicht ausreichen würde, hätte man zum Beispiel beide Klimaanlagen gleichzeitig in Betrieb genommen. Aber ohne Gebäudegenehmigung (die es nur mit Strom gibt)  braucht man auch keinen Antrag beim Gesundheitsamt stellen, welches ebenfalls wieder 4 Wochen Zeit hat, nach Antrag mal vorbei zu schauen.

Wir konnten also nur hoffen. Und die gefühlt 1000 Nachfragen, wann wir endlich aufmachen nur noch mit Schulterzucken beantworten.

Aber auf einmal bewegt sich was: In der letzten Woche wurden die letzten Sanitärinstallationen getätigt, die Bar bekam ihren Unterbau, ich habe zusammen mit dem Firmenchef mehrere Kaffeemaschinenhersteller besucht und eine sensationelle 3-Gruppen Maschine ausgesucht, ein Nachbau einer klassischen rein mechanischen Maschine von 1961. 

Mehrere Zentner Geschirr, Töpfe, Pfannen, Gläser und Equipment rangekarrt und die Spühlmschine läuft auf Hochturen. Zwischendurch dann noch auf dem „Festival des guten Geschmacks“ ca. 250 Flammkuchen unters Volk gebracht (Bericht folgt) und vor ein paar Tagen erbahmte sich dann endlich der Energieversorger, den Anschluss freizuschalten. Dies ist jedoch nicht so einfach wie man sich das Vorstellt. 2 Wochen Vorher muss in der Tageszeitung eine Anzeige geschaltet werden, da auch alle Nachbarfirmen und Gebäude für mehrere Stunden ohne Strom sind. Dies wird besonders dann kompliziert, wenn irgendwas nicht klappt oder ein Bauteil fehlt – man kann dann nicht einfach am nächsten Morgen weiter machen, sondern wieder erstmal ne Anzeige schalten und 2 Wochen warten…bei unserem Monteur fehlten zwar trotz vorheriger Nachfrage einige Teile, die konnten jedoch noch bei einem Hersteller in Posen besorgt werden. UND NUN HABEN WIR STROM !!!

Aber genug der Worte. hier ein paar Bilder. Natürlich noch keine Deko, Bilder fehlen an den Wänden, und es ist noch viel zu tun. Aber wir haben noch 2 Wochen bis zum ersten Testkochen.

Die Küche – voll mit neuem und professionellem Equipment

Alles was man zum Kochen braucht. Fast keine Wünsche offen.

Bain Marie, Friteuse und Grill

und vielleicht der beste Ofen auf dem Markt: Ein Konvektomat, den man selbst programmieren kann.

Aber das Beste ist das Fenster in der Küche mit viel Sonnenlicht. Ein SEGEN nach der arbeit im Keller !

Die Bar ist mit einer Spühlmaschine, einem 3-Türen-Kühlschrank und einer Eiswürfelmaschine ausgestattet. Auf dem Bild fehlt noch die Kaffeemaschine.

Blickwinkel in den Autosalon...

...und der Gegenschuss.

Im Restaurant gibt es Regale, die mit LEDs innen beleuchtet sind. Die weissen Bretter sind nur Stützen während der "Verklebung" mit der Wand.

Und so sieht "The White Room" im Moment aus.

Und nun hatte ich auch noch einen Anruf, das am kommenden Dienstag das Gesundheitsamt zur Abnahme vorbei kommt. Alles wird gut !



Got Brain ? Über Geschmacksveränderung by artifischl
16 Juli , 2011, 10:17 am
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In den letzten 2 Jahren habe ich diverse Dinge probiert, die ich vorher noch nie gegessen hatte und auch nicht  glaubte, das ich sie jemals in den Mund nehmen würde.Vielleicht liegt es aber daran, daß ich in neuer Umgebung erstmalig das Angebot hatte, diverse Gerichte zu probieren. Oder auch die geänderte Einstellung, die mir sagte, alles wenigstens ein mal auszuprobieren.  Aber hauptsächlich denke ich, das sich unser Geschmackssinn im stetigen Wandel befindet und entwickeln kann. Zum Beispiel habe ich zu meinem 40. Geburtstag zum ersten mal Austern probiert, weil das schleimige Aussehen irgendwie seinen Schrecken verloren hatte. Mittlerweile genieße ich sogar gelegentlich eine Auster, mir gelüstet regelrecht danach (auch wenn ich Austern immernoch für völlig überbewertet halte).

Grundsätzlich bin ich ja von neugieriger Natur, vor allem bei kulinarischen Dingen, aber bei Innereien und Blutgerichten habe ich seltsamer Weise immer einen Rücktritt gemacht. Seit ich hier in Polen die Gastronomen Ewa und Pior des Restaurants TOGA kennengelernt habe, ist nun auch diese eingebildete Abneigung gebrochen.

Es begann damit, das mir eine typisch polnische Suppe mit Entenblut verfeinert angeboten wurde , die Czernina heisst und über die TheEverlastingClub in seinem hervorragenden Artikel über das Toga bereits berichtet hat. Nach vielen geschmacklichen Enttäuschungen in polnischen Restaurants, war auf einmal meine Neugier geweckt: Es gab richtig aufregende leckere und einzigartige polnische Küche und Ewa wusste, wie man sie – teilweise nach historischen Rezepten – zubereitet. Es folgten in unregelmäßigen Abständen Gerichte wie Kalbsbries, Blutwurst, Pferdetartar und vorgestern nun etwas, was ich niemals glaubte in den Mund zu nehmen: Kalbshirn !

Und jedes einzelne Gericht war für sich eine kleine Sensation. Wenn dich Ewa einmal mit ihrem Talent geködert hat, fängst Du an, Ihr zu vertrauen.  Immer öfter bestellte ich nicht mehr A-La-Carte, sondern ließ die Küchenchefin entscheiden, was ich essen solte.  Aber bei Hirn fällt mir immer die Szene in Indiana Jones ein, wo rohes Affenhirn auf Eis gegessen wird und ich war versucht, abzulehnen. Aber nicht mit Piotr ! Der bleibt dann mit seiner beachtlichen Statur neben Dir am Tisch stehen, bis Du wenigstens einen Bissen geschluckt hast. Das Hirn wurde lediglich mit Zwiebeln, Salz, Pfeffer und etwas Panniermehl zubereitet und für ein paar Minuten im Ofen gebacken. Der Geschmack war so sensationell, das nun auch Hirn seinen Vorurteilsschrecken bei mir komplett verloren hat.

Auch auf die Gefahr hinaus, das wir kotzen – die Anzahl der Gaumenfreuden die wir erleben können, ist es einfach wert, alles zu probieren, was uns von Köchen unseres Vertrauens empfohlen wird. Habt Mut !



Parasol – Riesenschirmpilze ! by artifischl
12 Juli , 2011, 2:31 pm
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Zugegeben, ich weiss nicht viel über Pilze. Klar, ich kann Pfifferlinge, Champignons, Morcheln, Shitake und Steinpilze erkennen. Aber ich fürchte mich fast, irgendetwas anderes zu bestimmen, oder sogar einzusammeln und zu verarbeiten. Vielleicht ist das ein Kindheitstrauma, da ich damals eine Doku sah, wie ähnlich sich manche Speise- und Giftpilze sehen und was für verheerende Folgen das haben kann. Dazu kommt, das ich ein miserabler Pilzsammler bin. Wenn wir in den Masuren mit der Schwiegermutter im Wald sind, finden die Liebste und ich zusammen vielleicht 1/10 dessen, was ihre Mutter täglich Eimerweise aus dem Wald schleppt.

Aber nun konnte ich mein Pilzwissen um einen Pilz erweitern: dem Parasol (nach dem Französischen Sonnenschirm benannt), auch als Riesenschirmpilz bekannt und in Polen heisst er Kania.

Ich erblickte ihn am Waldwegesrand und meine Liebste wusste sofort, was es ist und das er essbar ist ! Meiner hat eine Schirmgröße von ca.20 cm Durchmesser, es gibt aber auch Exemplare mit 30 cm Durchmesser (das ist die Größe einer LP). Er ist dann auch wegen seiner Größe und Maserung leicht zu erkennen, und soll einen nussigen Geschmack haben. Wikipedia rät, ihn wie ein Schnitzel zuzubereiten.

Na dann werde ich mal in die Küche gehen !…

…Ergebnis: schneller verzehrt, als das man sich noch mit einem Fotoshooting hätte aufhalten lassen können !



Polnischer Käse ? by artifischl
5 Juli , 2011, 2:44 pm
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Zugegeben, ich dachte bisher nicht an polnische Produkte, wenn ich für eine vielfältige Käseplatte einkaufen ging. Auch nicht hier in Polen aber das sollte sich durch 2 Veranstaltungen grundlegend ändern.

Im Mai veranstalteten wir in Cooperation mit dem Slowfood Convivium Großpolen eine Genussreise für Berlin/Brandenburger Slowfood Mitglieder.

Unser erster Tourstop war der ehemalige LPG-Hof der vor ein paar Jahren von Marek Grądzki angemietet wurde und Stück für Stück als Biobauernhof wieder hergerichtet wird. Neben einer Kapaunzucht (von denen es nur 2 Stück in Polen gibt) hat sich Marek auf die Produktion von Ziegen- und Kuhmilchkäsen spezialisiert.

Als wir aus dem Reisebus stiegen fühlten wir als wären wir gerade mit einer Zeitmaschine 100 Jahre in die Vergangenheit gereist.

Auf dem sehr weitläufigen Hofgelände liefen, Pferde, Ziegen, Gänse und weiteres Gefieder frei herum, auf einer angrenzenden Grünen Wiese grasten die Kühe und in der großen Scheune grunzten die jungen Ferkel . Auch junge niedliche Lämmer können wir bestaunen. Ein echter Bilderbuch-Bauernhof ! Und ein nahezu geschlossenes Ökosystem. Alles was Marek zu sich nimmt, kommt vom eigenen Hof. Es dämmerte uns also schon, das auch die Produkte – fern von jeglicher Industrieproduktion- unter Verwendung hauseigener Zutaten ebenfalls aussergewöhnlich sein müssen.

Und Marek enttäuschte uns nicht. Er produziert wöchentlich gerade mal 25 Kilo Käse und Zeigt sich experimentierfreudig. So gibt es neben Ziegenkäsen verschiedener Reifdauer einen wunderbaren Kräuterkäse, oder einen roten Paprika-Käse, der in seiner hervorragenden Ausgeglichenheit zwischen mild und scharf seinesgleichen sucht.

Im Hintergrund natürlich keine Milchkuh sondern der sehr potente Zuchtbulle

Marek erklärt uns, was den Geschmack des Käses so samtig werden lässt. Die Kühe bekommen auf der Wiese neben dem Gras auch eine Menge Kräuter mit und keine Futterzusatzstoffe oder Antibiotika trüben die Mahlzeiten der Tiere. Und die Kühe danken es ihm: Die gewonnene Milch hat einen Fettanteil, der weit über dem Durchschnitt normaler Milchkühe liegt und das glückliche Kühe bessere Milch geben ist sowieso klar :-)

Ausserdem bekamen wir bei der Verkostung auch etwas von Mareks sensationellem Kapaun zum probieren, aber das ist eine andere Geschichte, hier soll es ja um Käse gehen. Marek gibt seinen Käse garnicht in den Handel, Gastronomen und Fans reisen von weit an, um einige seiner Schätze zu ergattern. Nur wenige Wochen später sollte ich Marek und seinem Käse wieder begegnen.

Unser Freund, Slowfoodmitglied und Food-Impressario Wojtek Lewandowski, der auch für das Programm unserer Slowfood-Tour verantwortlich war, veranstaltete zum ersten mal ein 2-tägiges Käsefestival in dem kleinen Ort Turek. Das Wojtek diesen Ort auswählte war interessant – Turek ist den Polen eigentlich nur als Hersteller von Industriekäse bekannt, den man in JEDEM Supermarkt in Polen kaufen kann ! Aber vielleicht war seine Idee auch, daß die Besucher vor Ort probieren und vergleichen können und das der Biokäse (zumindest beim Hersteller erworben) kaum teurer aber immer besser im Geschmack ist ! Zusammen mit Gastro-Kollegen Piotr und der Liebsten machte ich mich also auf den Weg nach Turek.

Piotr präsentiert Mareks Käse in Turek

Gleich am Markteingang begegneten wir Marek wieder und wir mussten uns richtig ranhalten, noch ein paar Stücke zu ergattern, denn erwartungsgemäß waren seine Vorräte nach dem ersten Festivaltag bereits so stark geschrumpft, das von einigen Sorten nur noch kleine Stücke übrig waren.

Oscypek

Ein weiterer, in Polen bekannter und beliebter Käse ist der „Oscypek“, ein elastischer geräucherter Harkäse aus Schafsmilch, der nur so genannt werden darf, wenn die Schafsbauern (und die Milch) aus der Bergregion um Sakopane kommen.
Im ganzen Land wird der Käse in Scheiben geschnitten und gegrillt auf Märkten und Volksfesten angeboten. Die Polen schwören drauf. Ich finds geschmacklich sehr lecker, aber die Konsistenz ist nicht so meins.

Leider gibt es kein Foto von einem ganz jungen fluffigen Käse, den wir ebenfalls verzehren durften und der mit Mohn und mit Honig gereicht wird. Dieser Käse quitschte ein bisschen lustig beim kauen, war aber alles andere als Gummi und auch ein Hochgenuss.

Aber auch andere Hersteller konnten bei uns geschmacklich punkten.

Zum Beispiel mit diesem milden Ziegenkäse von ganz anderer Konsistenz. Mir ist aufgefallen, daß die meisten Produzenten garkeine alten Bauern sind, die seit Generationen Ihren Käse nach traditionellen Familienrezepten herstellen, sondern durchaus junge individualisten und Abenteurer, die die Liebe zu lokalen Produkten und deren Qualität entdeckt haben und stolz  auf die Ergebnisse ihrer entwickelten Zubereitungsarten sind.

Ich würde mich freuen, wenn dieses Festival weiter wächst und auch internationale Foodies anlocken könnte, die neugierig geworden sind. Der polnische Käse hat es verdient, entdeckt zu werden !



Wie wir in der Kuchnia Chrisa unser Lamm zubereiten by artifischl
3 Juli , 2011, 3:17 pm
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Im Restaurant haben wir im ersten Jahr unseres Schaffens nie Lamm zubereitet, einfach aus Ermangelung einer wichtigen Zutat zu einem akzeptablen Einkaufspreis in Polen: Dem Lamm selbst ! Im Großmarkt gab es nur TK-Lamm, egal ob aus Neu Seeland oder aus Polen – der Preis lag bei 80-100 zl pro Kilo, also etwas 25 Euro. Ich habe also mein liebstes Fleisch garnicht erst auf die Karte gesetzt, ich hätte es sonst für einen Preis anbieten müssen, den kein polnischer Gast zu zahlen bereit gewesen wäre.

Vor 4 Monaten gab mir dann ein befreundeter Gastronom die Info, das er mir Lamm besorgen kann. Nicht nur aus der Region, sondern auch noch Bio UND dazu zu einem Preis von 28 zl, also etwa 7 Euro je Kilo. „Ein Viertel des Preises“, dachte ich, „da bin ich auf Berliner Preisniveau und habe auch noch zusätzlich Bioqualität, Sensationell“. Machbar ist das, weil ich direkt vom Hersteller kaufe, also der ganze Zwischenhandel wegfällt und ich mindestens ein halbes Lamm am Stück kaufe(n muss).

Da ich Lammkeulen schon gefühlt über 100 mal auf verschiedenste Art zubereitet habe, war ich der Meinung, mir macht da so schnell keiner was vor. Stimmt auch, aber heute benutze ich eine Zubereitungsart, die von meinem Koch Dominik stammt und auch hochgradig lecker ist. Ich habe lediglich bei dem Gericht beigesteuert, das ich unbedingt bittere Schokolade in der Sauce haben möchte, und Dominic murrte aber parierte.

Man braucht:

- Eine Lammkeule
- 1/2 Kilo Himbeeren
- 10 Zweige Rosmarien
- 1 Flasche Rotwein – Fruchtig aber trocken (hier entscheiden ganz Eure vorlieben)
- 30 gramm dunkle Schokolade
-  Salz/Pfeffer
- Großer Topf mit Deckel

Wenn alles da ist, wird die Zubereitung zum Witz. Di Keule vom groben Fett befreien, aber immernoch genug für den Geschmack dran lassen. die Keule mit der Hälfte der Rosmarienzweige spicken, mit groben Meersalz und frisch gemahlenem Pfeffer einreiben. In den Topf, mit Rotwein übergießen und die Himbeeren drüber geben. Die restlichen Rosmarienzweige herum drappieren. Zum schluss die Schokolade über das ganze reiben. Deckel drauf und ab in den Ofen !


Jetzt werden meine Anweisung waage. Ich arbeite mit einem Dampfgarer, benutze feuchte und konventionelle Hitze gleichzeitig, bei 128 Grad für 4 Stunden. Ich drehe die Keule ein mal pro Stunde. Alles ist fertig, wenn das Fleisch locker vom Knochen fällt.  Einfach experimentiern ! Wer will, passiert die Sauce durch ein Sieb, reduziert die Sauce und bindet mit kalter Butter oder Mehlschwitze. Und ein bis 2 weitere Stücke Schokolade sind auch nicht Verkehrt !

Unendlich stolz hat mich das Urteil einer Gästegruppe des Slowfood Conviviums Berlin-Brandenburg gemacht, für die ich eine Genusstur Großpolen im Mai organisierte. Die einhellige Meinung war, daß es das beste Lamm war, was ihnen bisher vorgesetzt wurde :-D



Katzen blind malen by artifischl
30 Juni , 2011, 5:11 pm
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Sagte ich bereits, das ich Katzen mag ? Und auch wenn mein alter Kater noch so nervt, hab ich ihn doch sehr lieb. Auch dann noch, wenn er beim kacken das Klo nicht trifft. Kürzlich sah ich auf ner Website in MS-Paint gemalte Katzen, sehr witzig, da diese mit verbundenen Augen gemalt wurden. Hört sich nach einem Kindergeburtstags Spiel an, ist es warscheinlich auch, macht aber auch erwachsenen Spass. Da meine liebste und ich aber den Balkonesstisch nicht verlassen wollten, benutzten wir statt MS paint voll Oldschool-like Papier und Filzstift.

Meine Katze ist schon ganz nett geworden und ich war erstaunt, das ich die Proportionen halbwegs erkennbar hinbekommen habe:

und dann war meine Liebste dran. Und IHRE Katze ist nicht nur Picasso-eske, sondern auch wahnsinnig komisch.

Wer nicht glaubt, daß das Spass macht, einfach mal ausprobieren !



Filme die auch beim 100. mal ansehen nicht langweilig werden by artifischl
29 Juni , 2011, 7:57 pm
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Gestern habe ich zum x-ten mal einen Film gesehen (Titel weiter unten in den Top 5), der mich darüber nachdenken ließ, das wir Lieblingsfilme haben die wir bis zum erbrechen und darüber hinaus sehen können. Teilweise so oft, das wir die Dialoge mitsprechen und den Tonfall perfekt immitieren können.

In meiner Teenagerzeit beschränkte sich sowas natürlich auf billige Kopien von VHS-Kasetten, ich hatte als 16-Jähriger die ganzen Sommerferien gejobbt und mir eine neue Stereoanlage und einen gebrauchten Fernseher und Videorekorder von dem hart verdienten Geld geleistet. Und damals zählten natürlich Filme wie Star Wars, Indiana Jones, Blues Brothers und Life of Brian, sowie die Teeniekomödien L.I.S.A. – Der helle Wahnsinn und Pretty in Pink  (beide vom leider verstorbenen Teeniekomödienmeister John Hughes) zu den Dauerbrennern. Die Kassetten waren so ausgenudelt, der Mono-Sound ultramies, aber auch Bildstörungen und gelegentliche Bandsalate sowie fürchterliche Bildauflösung ließen uns nicht davon abbringen, diese Filme immer wieder zu sehen. Manchmal denke ich darüber nach, wieviel Zeit ich für anderes hätte nutzen können, wenn ich diese Filme nur ein oder zwei mal gesehen hätte. Aber warscheinlicher bewegen sich die „views“ der einzelnen Filme in Regionen 20, 30 oder 40 mal. Dazu kommt dann noch ein ganz intensiver TV Konsum, als ich noch zu Hause lebte, hatten wir gerade mal 3 Programme aber es wurde als Kind jeder Mist geschaut, um die Zeit zwischen „besseren“ Kinder- und Jugendsendungen zu füllen.

Aber zurück zu den wirklich GUTEN Filmen: Natürlich hat sich mein Geschmack mit den Jahren entwickelt, ich bin anspruchsvoller geworden, habe selbst einige Jahre in dem Business gearbeitet und obwohl ich eine beachtliche DVD-Sammlung mein Eigen nenne, gibt es gibt es einige Perlen, an denen ich mich wirklich nicht satt sehen kann.

Auf Platz 5:
Ferris macht blau

Dieser Film ist einer DER Filme, die ich schon in meiner Jugend so oft wie möglich sah, und es bis in die heutige Zeit geschafft hat. Schon hier beweist Matthew Broderick sein Riesentalent als Komödiant und irgendwie wollten wir alle sein wie Ferris. Genial auch Charlie Cheen in der Szene in der Polizeistation. Wenn man sich Nachrichten über ihn heutzutage ansieht, muss man zwangsweise zu dem Schluss kommen, das ihm in konstant gleichbleibender Lebensweise keiner was vormacht. Er hat immer nur sich selbst gespielt.

Auf Platz 4:

Tampopo

Der Trailer ist im Original, den Film gibt es ab 7 Euro mit deutscher Synchronisation bei Amazon. Gesehen habe ich den Film 1990 im Moviemento-Kino in Kreuzberg. Damals dachte ich, ich wüsste ein wenig über Asiatische Küche bescheid. Worum geht es ? Im Grunde ums essen. Der Film öffnete mir die Augen, was asiatische Kochkunst angeht und daß das, was wir in Europa bis zum Ende der 90er Jahren vorgesetzt bekamen, nicht wirklich Asiatisches Essen war, sondern eine europäische Idee, was Asiatisches Essen ist. Der Film bettet in die Rahmenhandlung (eine junge Küchin versucht in vielen Abenteuern herauszufinden, wie man die perfekte Nudelsuppe zubereitet) viele kleine Kurzgeschichten ein die alle unterschiedliche Formen der Nahrungsaufnahme im soziokulturellem Kontext betrachten. Ich war der Meinung, der Regisseur ist volkommen durchgeknallt, aber mit der Zeit verstand ich mehr und mehr, daß der Film ein kaum übertriebenes Abbild der Japanischen Gesellschaft ist. Empfehlenswert für jedermann, für Foodies ein MUSS  !

Auf Platz 3:

Good Fellas – 3 Jahrzehnte in der Mafia

Der Beste Schauspieler der  Welt ( deNiro), der beste Kameramann (Ballhaus) und einer der genialsten Regisseure (Scorsese) – was will man mehr. Auch beim 10ten mal schauen entdeckt man Kleinigkeiten, Kamerafahrten und Ausstattungsdetails die mit so viel Liebe in Szene gesetzt wurden, dass man als Filmfreak nur niederknieen kann.  Das ganze begleitet von einem Soundtrack mit einem Kaleidoskop aus 3 Jahrzehnten Musikgeschichte. WOW !

Auf Platz 2:

The Producers

1968 zu beginn seiner Karriere schuf Mel Brooks einer wenig beachteten, da streckenweise sehr langatmigen Film, in dem ein Broadwayproduzent und ein Buchhalter versuchen, ein erfolgloses Musical zu produzieren, da unter Anwendung gewisser Rechenspiele ein Flop mehr Geld einbringen kann als ein Hit. Nach nächtelanger Suche und Durchforstung schrecklicher Skripte finden sie das Exposee von Franz Liebkind mit dem Titel „Springtime for Hitler“ …

Das Thema ließ Brooks wohl nicht mehr los und er wandelte den Film in ein Musical mit mehr Songs um und landete einen der größten Broadwaymusicals aller Zeiten. Das Musical gewann 12 Tonyawards (von 15 Nominierungen) und war das erste Musical, das in alloen Kategorien gewann, in denen es nominiert wurde.

Nachdem Riesenerfolg war klar, daß es auch eine neue Filmfassung geben muss. Und diese ist somit kein Remake von 1968, sndern eine Filmfassung der Musicalversion. Und erst bei verfassen dieses Artikels wird mir bewusst, das in 2 Filmen Matthew Broderik als Hauptdarsteller auftaucht.Hier trifft er mit seinem Humor voll ins Schwarze. Zusammen mit einem stimmgewaltigem Nathan Lane und der unfassbar sexiest actress Uma Thurmann bekommt man eine Komödie geboten, bei der jede Szene ein Kracher ist. SEN-SA-TIO-NELL.

UND NUN DIE NUMMER 1 !

Der Film, der mich inspirierte, diesen Artikel zu schreiben. Gestern erhielt ich ein Geschenk, ein Buch, eine Bedienungsanleitung, ein Fanguide, eine Biebel zu dem wohl grooooßartigsten Film bisher.

The Big Lebowski

Soll ich was dazu sagen ? Ich glaub, ich muss. Zu allererst ist Jeff Bridges wohl der unterbewerteste Schauspieler unserer Zeit. Egal ob in The fabolous Bakerboys,  König der Fischer, oder sogar TRON – der Mann kann alles spielen und die Rolle des Jeff Lebowski ist ihm in der Tat auf den Leib geschrieben.

Die Coen Brothers als Regisseure: Wenn ich die gleiche Liste in 10 Jahren schreibe, dann werden warscheinlich 5 von 5 Filmen aus deren Feder stammen.  Und warscheinlich wird dann Burn after Reading dabei sein. Ich liebe alles, was die gemacht haben (vielleicht mit Ausnahme von Raising Arizona) und verfolge deren Schaffen seit Baron Fink intensiv.

Ein großartiger John Goodman und ein sensationeller John Toturro alias „Jesus“ komplettieren dieses Meisterwerk. Kein Film lässt mich zu mehr Zitaten im täglichen Sprachgebruch hinreissen. Und auch die weniger alltäglichen Dialoge sind der Wahnsinn: „Ich lutsch Deinen Schwanz für 1000 Dollar !“ – „Na, da werd ich mal sehen, das ich einen Geldautomat finde“

Wer den Film nicht kennt, lässt alles stehen und liegen und besorgt sich den. Ausleihen, downloaden, what ever.

Und was könntet Ihr ewig sehen ???



Mal wieder was schreiben by artifischl
27 Juni , 2011, 8:16 pm
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Gestern saß ich bei einem unpasteurisiertem Becher Bier in polnischen Turek auf einem Käsefestival und erinnerte mich an meine aktive Bloggerzeit.

Da hätte ich nach so einem Tag sofort Bilder hochgeladen, einen Artikel verfasst und in allen zu Verfügung stehenden sozialen Netzwerken auf meine exibitionistische Selbstdarstellung  hingewiesen (und auch diesen Artikel werde ich wohl auf FB verlinken).

Wenngleich die Flut an  Erlebnissen die Artikelanzahl in diesem Blog in den letzten Monaten locker hätte verdoppeln können, habe ich garnichts geschrieben. Ich kann auch nur mutmaßen, warum das so ist, aber meine derzeitige Theorie geht wohl in die Richtung, das fast alle Blogger die ich verfogt habe, ebenfalls ihre Blogs aufs Eis gelegt haben. Und irgendwie hat man das Gefühl, das eine Gemeinschaft nicht mehr existiert, selbst wenn Sie einen noch liest. Gleichzeitig bin ich auf alterntive exibitionistische Medien wie Facebook oder sogar ganz kurz Twitter ausgewichen, da man hier wenigstens den unzähligen „Freunden“ mitteilen kann, was gerade so geht – ich dachte wirklich, diese Mitteilungsform wäre in unser schnelllebigen Zeit die richtige Form zur Informationsverbreitung.

Teilweise mag das  auch stimmen. Aber was ist mit den Gedanken, die man ausführlicher teilen möchte ? Die nicht erst der zweihundertste Eintrag im Facebook-Feedreader sind wenn man mal 1 Tag nich drauf geschaut hat ? Und was ist mit Beiträgen, die man nicht nur für Freunde geschrieben hat, sondern die viele interessieren könnten ? Ein Blick auf meine Blogstatistik nennt mir immernoch eine beachtliche tägliche Besucherzahl, auch wenn ich seit 5 Monaten nix neues mehr von mir gegeben habe und auch nie ein Alpha-Blogger gewesen bin.

Jeden Falls vermisse ich, meine Gedanken öffentlich Kund zu tun und die Chancen stehen gut, daß es bald wieder mehr von mir zu lesen gibt. Warscheinlich oft kürzer und konzentrierter, aber dafür eventuell öfter und kurzweiliger als früher. Das es mir die Wortteufels, Fressäcke, Amis und Streetgirls gleich tun, bleibt warscheinlich ein Wunschtraum, aber wenigstens der kaliban ist aus seinem Blogkoma erwacht und was TheEverlastinClub so von sich gibt ist auch nicht schlecht.

Man hört von mir (wer will) !

Wäre ja spannend zu wissen, ob mich noh jemand im Reader hat – die sind ja sehr geduldig :-)

 



Mit Superlativen zu ehrender Foodblog by artifischl
26 Januar , 2011, 6:12 pm
Einsortiert unter: Bloggerei, Passion | Tags:

Gerade durch Zufall entdeckt:

http://thepioneerwoman.com/cooking/

Ich verfolge ja nur sehr selten Rezepteblogs, da ich a: viel zu wenig Zeit habe und b: wegen „a“ dann sowieso nicht zum nachkochen komme. Viel mehr interessieren mich Blogs mit Erlebnisberichten von Köchen oder Gastrokollegen, kurzweiliges also.

Aber auf der Suche nach eben solchen Blogs habe ich soeben The Pioneer Woman entdeckt und diese hat mich dermaßen begeistert, das ich meine schier endlose Blogpause an den Nagel gehängt habe, um Euch diesen Link nicht vorzuenthalten.

The Pioneer Woman / Cooks ist eine Step-by-Step Fotoanleitung zu leckeren Gerichten, die Food-O-Grafie ist sensationell und Appetit anregend. Dazu sehr saisonal inspiriert. Alles extrem einfach ohne irgendwelche aussergewöhnliche Spezialgeräte zubereitet und so detailliert dokumentiert, das die Seite durchaus als „Cooking for Dummies“ herhalten könnte. Sogar die Bilder die zeigen, wie man Butter in der Pfanne schmilzt oder Öl erhitzt haben etwas ästhetisches !

Warscheinlich mache ich mich hier gerade voll zum Horst, weil Ihr die Seite schon lange auf Eurer Blogroll habt. Wer es so wie ich dennoch bisher verpasst haben sollte, sollte mal nen Blick drauf werfen.




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